Lexikon Alte Kulturen: Band I Seite 130
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Antigoniden
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Hellenistische Dynastie aus makedonischem Adel
Ihr Begründer, Antigonos
I. Monophthalmos, einer der Diadochen, beherrschte 323/321-301
große Teile Vorderasiens; 294-287 (Demetrios
I. Poliorketes) und 276-168 (Antigonos
II. Gonatas, Antigonos III. Doson,
Demetrios
II., Philipp V., Perseus)
waren die ANTIGONIDEN Könige von Makedonien,
dem bis 196 v. Chr. Thessalien angegliedert war, und hatten bis zur Niederlage
bei Kynoskephalai (197 v. Chr.) im 2. Makedonischen Krieg die Vorherrschaft
in Griechenland. Das Königtum der ANTIGONIDEN
endete nach dem 3. Makedonischen Kkrieg. (168 v. Chr.).
Dynastie auf dem makedonischen Thron von 276-168 v.u.Z.
Die ANTIGONIDEN leiteten
sich von Antigonos I. Monophthalmos
und seinem Sohn Demetrios Poliorketes
ab. Antigonos II. Gonatas, Sohn
des Demetrios, wurde von seinem Söldnerheer
nach einem entscheidenden Sieg über die keltischen Invasoren 276 mit
Billigung des makedonischen Adels zum König ausgerufen (bis 239).
Die ANTIGONIDEN haben mit wechselndem
Erfolg versucht, ihre Macht über ganz Griechenland auszudehnen (263/62
Eroberung Athens) und benutzten dazu Koalitionen mit den beiden griechischen
Bünden, dem Aitolischen und dem Achaiischen Bund. Wiederholt haben
sie progressive Tendenzen auf griechischem Boden verhindert (Siege gegen
den spartanischen Reform-König Kleomenes
bei Sellasia 222 durch Antigonos III. Doson).
Die größte Ausdehnung erreichte das Reich unter Philippos
V. (221-179), als auch Kreta, Teile Karienas und Thrakien
besetzt wurden. Diese Expansion brachte Makedonien in Konflikt mit Rom
(1. und 2. Makedonischer Krieg), das 168 den letzten Antigonidischen
König, Perseus, absetzte (3.
Makedonischer Krieg). Die antigonidischen Könige
waren die größten Grundeigentümer in Makedonien und in
den griechischen und thrakischen Besitzungen. Neben landwirtschaftlichen
Gütern, die zum Teil an Würdenträger zur Nutzung vergeben
waren, besaßen sie die Wälder und Bodenschätze. Ihre Herrschaft
war autokratischer Natur und stützte sich weniger auf ein Bauernheer
(das nur noch die Phalanx bildete) aals auf Söldnertruppen unter Führung
des makedonischen Adels. In den griechischen Poleis vertrat den König
zumeist ein Epistates (Stellvertreter), der die städtische Autonomie
auf die innere Gesetzgebung beschränkte und überwachte.
Nachkommen des Antigonos I. Monophthalmos,
die sich nach wechselvollen Kämpfen mit den griechischen Staaten,
den SELEUKIDEN und den PTOLEMÄERN
Hellas
systematisch unterwarfen und die Votrherrschaft erneut begründeten.
Der letzte ANTIGONIDEwar Perseus,
der von den Römern 168 v.u.Z. abgesetzt und gefangengenommen wurde.
Als ANTIGONIDEN werden
die Nachfahren des Diadochen Antigonos I. Monophthalmos
bezeichnet,
die ab 294 v. Chr. (mit einer Unterbrechung von 287-276 v. Chr.) Makedonien
und Teile Griechenlands beherrschten. Das von
Antigonos
I. errichtete Großreich im Osten war dessen Sohn Demetrios
I. Poliorketes
verloren gegangen (Schlacht von Ipsos).
Antigonos II. Gonatas gelang schließlich die endgültige
Erringung der Macht in Makedonien. Unter Philipp
V. hatte Makedonien um 200 v. Chr. eine Hegemonie über
weite Teile Griechenlands errungen, lag aber im Streit mit mehreren Kleinstaaten.
So kam es zu folgenschweren Eingriff des Römischen Reiches. 168 v.
Chr. unterlag König Perseus von Makedonien
im Kampf gegen die römischen Legionen bei Pydna. Damit war das Ende
der Herrschaft der ANTIGONIDEN gekommen.
Das Ziel der antigonidischen
Politik
war die Errichtung einer Hegemonie über Griechenland und (wenn möglich)
über Teile der Ägäis. Makedonien verfügte über
das wohl beste Heer aller Diadochen, wenn es auch nicht stark genug für
die hoch gesteckten Ziele war. Verhänginisvoll erwies sich das Bündnis
Philipps V. mit Hannibal 215
v. Chr., was Makedonien die Feindschafts Roms einbrachte, welches sich
zu Beginn des 2. Jahrhunderts v. Chr. zudem als Protektoratsmacht im östlichen
Mittelmeerraum etablierte.
Literatur:
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F.W. Walbank: A History of Macedonia, Bd. 3, Oxford 1988,
S. 95 ff.