Einziger Sohn von Königs Demetrios
I. Poliorketes aus dem Hause der ANTIGONIDEN
aus seiner 5. Ehe mit der Ptolemais
von Ägypten, Tochter von König Ptolemaios
I. Soter
Thiele, Andreas: Tafel 241
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
DEMETRIOS "DER SCHÖNE"
-----------------------------------------
† um 248 v.u.Z. ermordet
Demetrios der Schöne war Feldherr seines königlichen Halbbruders Antigonos II. Gonatas und schlug 263 v.u.Z. Epiros zurück, während Antigonos durch den "Chremonidenischen Krieg" gegen Athen und Sparta in Griechenland gebunden war, durch den Makedonien seine Besatzungen in Athen behauptete. Demetrios wurde vom königlichen Halbbruder und den SELEUKIDEN gegen Ägypten ausgespielt (seine Mutter war eine PTOLEMÄERIN) und wurde gegen 253 v.u.Z. König von Kyrene (= Raum Cyrenaica/Ostlibyen). Er begann ein verhängnisvolles Verhältnis mit seiner Schwiegermutter Apame von Syrien, die die Haupttriebkraft der antiägyptischen Politik war. Er konnte die Herrschaft der PTOLEMÄER nicht gefährden und wurde auf Veranlassung seiner eifersüchtigen Frau im Bett der Schwiegermutter erschlagen. Die Chronologie zu ihm ist nur ungenau greifbar.
1. oo OLYMPIAS VON LARISA
†
Tochter des Polykleitas
2. oo BERENIKE
VON KYRENE
† 221 v.u.Z. ermordet
Tochter und Erbin des Königs Magas
Sie ist die Cousine des Königs Ptolemäus III.,
den sie in 2. Ehe ehelicht: bringt ihm damit Kyrene ein.
Bengtson Hermann: Seite 66,85,128,151
****************
"Herrschergestalten des Hellenismus."
Demetrios der Schöne
(† 258 v.u.Z.) entstammte der 5. Ehe von Demetrios
I. und der Ptolemais, Tochter
von König Ptolemaios I. von Ägypten.
Demetrios der Schöne
kam auf Bitten der Apame, der Witwe
des Magas, nach Kyrene, um die Erbtochter
Berenikezu
heiraten. Ob es hierzu gekommen ist, verschweigen die Quellen. Nur soviel
ist sicher, daß Demetrios der Schöne,
wahrscheinlich
im Jahr 258, in Kyrene ermordet worden ist. Anstifterin des
Mordes war aller Wahrscheinlichkeit nach Berenike,
die das Verhältnis des Demetrios mit
ihrer
Mutter Apame nicht dulden wollte. Dieser
Demetrios ist übrigens der Vater des Antigonos
Doson, der von 230/29 (?) bis 222/21 über Makedonien
regierte.
Die Königin Apame von Kyrene
erbat sich Hilfe von dem Makedonen Antigonos Gonatas, um die ptolemäische
Gruppe an ihrem Hof in Kyrene auszuschalten. Antigonos
aber schickte seinen Bruder Demetrios den Schönen
nach Kyrene, er war als Gemahl der Berenike
vorgesehen. Die Überlieferung berichtet von einer grausigen Mordgeschichte:
Berenike
habe
unter Mithilfe des Volkes von Kyrene den makedonischen Bewerberim Schlafgemach
der Mutter Apameumbringen lassen.
Und bei dieser Gelegenehit hat sich der Makedonen-König
in die Angelegenheiten Kyrenes eingemischt, sicherlich mit Zustimmung des
SELEUKIDEN-Herrschers.
Demetrios
der Schöne, der Stiefbruder des Antigonos,
hatte jedoch kein Glück, er wurde auf Betreiben der
Berenike, der späteren Gemahlin des 3. PTOLEMÄERS,
in Kyrene umgebracht, ein schwerer Schlag für die Parteigänger
der Makedonen, die sich nunmehr aus Kyrene verdrängt sahen.
Droysen Johann Gustav: Band II Seite 409/Band III
Seite 154,210,213,225
********************
"Geschichte des Hellenismus."
Demetrios, der ja
des ägyptischen Königs Feind war, fand die beste Aufnahme; er
feierte mit Ptolemais sein Beilager
[193 Ptolemais gebar dem Demetrios
den
sogenannten
schönen
Demetrios; Plut. Demetr. 53.].
Der elende Bericht, der hierüber vorhanden ist,
lautet: "Gegen ihn verlor Antigonos,
da er aus Griechenland zurückgekehrt war, durch den / Übertritt
seiner Soldaten verlassen, Reich und Heer; aber Demetrios
[149 Justin. XXVI 2 nennt ihn: huius (Antigoni)
filius
Demetrius,
puer
admodum; ebenso bezeichnet ihn der armenische Eusebius. Und
doch ist dies falsch. Denn Demetrios,
Antigonos'
Sohn,
ist von jener
syrischen Phila geboren,
die, wie oben erwiesen, erst nach 278 (279, siehe oben Seite 125,128) sich
mit Antigonos vermählt hat, und
da jener Krieg vor 265 gekämpft wurde, müßte der junge
Sieger unter 12 Jahre alt gewesen sein. Der Fehler in beiden voneinander
unabhängigen Schriftstellern wird schon von Phylarch gemacht
sein. Im Namen den Irrtum zu finden und filius für richtig
zu halten, somit Halcyoneus zu schreiben,
geht, abgesehen von der Gewaltsamkeit solcher Veränderung, schon darum
nicht, weil dieser, des Vaters Liebling, in einem Gefecht fiel, bei dem
Antigonos
selbst
zugegen war, und derselbe, schon 272 Anführer in Argos, nicht in diesem
Kriege noch admodum puer genannt werden konnnte. Es war Demetrios,
der über Alexandros siegte, des
Königs Bruder, entweder der Hagere,
über dessen Alter wir nichts wissen, oder, was entschieden wahrscheinlich
ist, der Schöne, der Sohn der
Ptolemais,
mit der sich der Vater 287 in Milet vermählt hatte; dieser Demetrios
konnte jetzt etwa 20 Jahre alt sein, und da paßt das admodum
puer. (Andernfalls bliebe, den Krieg mit W.W. Tarn, CAH VII, Seite
708, nach 264 oder mit K.J. Beloch, Griechische Geschichte IV 2²,
Seite 502f, kurz vor 255 zu setzen).] gewann in Abwesenheit des Königs
Antigonos,
nachdem er ein Heer zusammengebracht, nicht bloß das verlorene Makedonien
wieder, sondern bearubte auch
Alexandros seines Reiches."
Früher ist die Lage Kyrenes nach dem Tode des Magas
dargestellt worden, dessen kleine Tochter Berenike
mit dem ägyptischen Thronerben verlobt worden war. Jetzt, so heißt
es in dem allein noch vorliegenden Bericht, sandte die königliche
Witwe, eben jene syrische Apame,
nach Makedonien, um Demetrios dem Schönen,
dem Bruder des Königs Antigonos,
ihrer Tochter Hand und das Reich von Kyrene anzubieten [208 Wann
dies geschehen, läßt sich aus dem unverständlichen Florilegium,
das Justin aus dem Trogus gemacht hat (XXVI 3), ebensowenig wie
aus dem Prolog des Trogus entnehmen; ja jener führt dadurch irre,
daß er von Berenike als einem
schon erwachsenen Mädchen spricht, was sie entschieden nicht war.
Aber einen Anhalt gibt es, daß Phylarch in seinem siebenten
Buche von den Anfängen Kyrenes gesprochen hat; unzweifelhaft hatte
er von Kyrene schon in früheren Büchern zu handeln, namentlich
im III.-V., in denen der Krieg des Magas
gegen Ägypten vorkommen mußte; die frühere Geschichte des
Landes nachholen konnte nur da Anlaß sein, wo das Land und das Recht
auf dieses Land mit entschiedener Wichtigkeit in dem geschichtlichen Verlauf
hervortrat, und dies war eben nanch dem Tod des
Magas (258), als Apame den
geschlossenen Vertrag wegen der Verlobung brach. Daß andererseits
dies Okkupation von Kyrene vor dem theokritischen Gedicht geschah, wird
sich sogleich ergeben.]. Es war derselbe Demetrios,
der, wie früher wahrscheinlich gemacht worden war, vor wenigen Jahren
im Kampf gegen den Epeiroten Alexandros Makedonien
gerettet hatte [209 Vgl. oben Seite 238, Anmerkung 1.]; seine
Mutter war jene ägyptische Ptolemais,
welche in Sardes wie im Exil gelebt hatte, gleich ihrem Bruder Keraunos
vom Vater um des geliebteren Philadelphos
willen zurückgesetzt. Jetzt kam dieser junge Demetrios,
gewiß nicht in abenteuerlicher Brautfahrt; eben daß er kam,
ehe Berenike erwachsen war, zeigt,
daß nur politische Motive sein so frühes Erscheinen veranlaßten.
Daß ihn Antigonos entließ
oder sandte, während doch nach dem Frieden des Magas
über die Zukunft Berenikes und
Kyrenes Hinreichendes bestimmt war, zeigt, daß die Brautfahrt selbst
in feindseligem Sinn gegen Ägypten unternommen wurde. Die Sendung
des Demetrios war die kühnste
Diversion, welche Antigonos gegen Ägypten
machen konnte, und sie gelang vollständig. Ganz anders als der alternde
Magas
im früheren Kriege mußte dieser junge unnd kühne Demetrios,
den keine Erinnerungen, wenn nicht die kränkenden seiner Mutter, an
Ägypten knüpften, dessen Hoffnungen nur soweit gesichert waren,
als er die Ägyptens zu vernichten verstand, den
LAGIDEN beunruhigen
Wohl gab es in Thessalien Gegner des Antigonos
- Theodoros von Larissa wird als solcher erwähnt -, aber eben
in Larissa selbst mußte der makedonische Einfluß gesichert
sein durch die Verschwägerung des Polykletos mit dem königlichen
Hause; denn dessen Tochter Olympias war mit jenem
schönen Demetrios vermählt gewesen, und ein Kind dieser
Ehe, der spätere König Antigonos Doson,
um 263 geboren, war ein Band mehr, das die Stadt und Landschaft an Makedonien
knüpfte.
Leider haben wir über Kyrene nur den gespreizten
Auszug aus einem Geschichtswerk, das den schönrednerischen Phylarch
zur Quelle gehabt hat; da heißt es denn: Demetrios
habe, sich auf seine Schönheit verlassend, die seiner Schwiegermutter
zu sehr zu gefallen begonnen, sich von Anfang her stolz, rücksichtslos
gegen
die königliche Familie und gegen die Soldaten benommen, habe mit
der Mutter ein Verhältnis angeknüpft; dadurch sei er der
königlichen Jungfrau verdächtig, den Bürgern und Soldaten
verhaßt geworden; allgemein habe man den Blick auf den Sohn des Königs
Ptolemaios
gewandt;
der Untergang des
Demetrios sei beschlossen
worden: in das Schlafgemach der Mutter seien Mörder gesandt worden;
da sie draußen die Stimme der Tochter gehört, habe sie um ihr
Leben gefleht, versucht, den Geliebten mit ihrem Leibe zu schützen;
aber er sei ermordet worden, und Berenike
habe sich dem vermäählt, welchem der Vater die einst bestimmt
habe, dem Sohn des Ptolemaios. Eine
Kritik des Berichtes ist nicht mehr möglich; bezeugt ist Berenikes
Tat durch die Verse eines gleichzeitigen Dichters; kaum den Kinderjahren
enntwachsen, sagt er, habe sie schon hochherzigen Mut bewährt. Sie
war hherangewachsen unter der Buhlschaft ihrer Mutter mit ihrem Bräutigam;
ihren Abscheu mochte sich gern die Partei anschließen, welche die
Rückkehr zur Verbindung mit Ägypten wünschten.
1. oo Olympias, Tochter des Polykletos aus Larissa
†
2. oo Berenike III. von Kyrene, Tochter des Königs
Magas
um 265 v.u.Z. † 221 v.u.Z. ermordet
Kinder:
1. Ehe
Antigonos III. Doson
263 † 221 v.u.Z.
Apame III.
†
oo N.N. König von Bithynien
†
Echekrates Prinz von Makedonien
†
Literatur:
-----------
Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus.
Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 66, 85,128,151 - Brambach
Joachim: Kleopatra. Herrscherin und Geliebte. Eugen Diederichs Verlag München
1995 Seite 27 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus.
Primus Verlag 1998 Band II Seite 409/Band III Seite 154,157,210,213,225,488
- FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg
Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt
am Main 1965 Seite 152,171 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen.
Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages
GmbH, München 1978 Seite 371 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS.
Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 412,432 - Thiele, Andreas:
Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte
Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 241 -