Apame II.                                        Königin von Kyrene
-------------
291 v.u.Z. 258/47 v.u.Z. ermordet
 

Tochter des Königs Antiochos I. Soter  von Syrien aus dem Hause der SELEUKIDEN und der Stratonike I., Tochter von König Demetrios I. Poliorketes
 

Thiele, Andreas: Tafel 245
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

MAGAS
-----------
* um 325 v.u.Z. um 250 v.u.Z.

Von Ptolemäus I. adoptiert.

  oo vor 274
       APAME VON BABYLON
             

Tochter des Bündnispartners König Antiochos I.

Apame († um 248 v.u.Z.) war der Promotor der antiägyptischen Politik und brachte die Ehe ihrer Tochter Berenike mit Demetrios dem Schönen, der ihr Geliebter wurde, gegen die Interessen von Magas zustande.



Thiele, Andreas: Tafel 250
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

APAME
------------
   † um 248 v.u.Z.

  oo 275 v.u.Z.
       MAGAS, König von Kyrene
            

Sie fördert die antiägyptische Politik stark; geht ein Verhältnis mit dem Schwiegersohn ein, den die Tochter ermordet.



KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS.: Seite 412
**************************************
Nach Rebellion gegen die erneuerte ptolemäische Herrschaft wurde Kyrene um 298 erneut unterworfen durch den neuen Statthalter Magas (Stiefsohn des Ptolemaios I. aus 1. Ehe der Berenike I.). Wohl schon beim Tod des Ptolemaios I. (283), spätestens 275 fiel Magas von Ägypten ab, nahm das Diadem und prägte Münzen mit dem Bild des Stiefvaters; seine anti-ptolemäische Politik zeigte sich in Bündnissen mit kretischen Gemeinden (StV III 468), in seiner Heirat mit Apame, Tochter des SELEUKIDEN Antiochos I., vor allem in seinem (freilich vergeblichen) Angriff auf Ägypten (um 275), dem der 1. Syrische Krieg (274-271, Beteiligung unsicher) folgte. Kurz vor seinem Tod (um 250) verlobte er seine Erbtochter Berenike mit dem Thronfolger der Hauptlinie, Ptolemaios III. Die Wiedervereinigung wurde jedoch zunächst von Apame hintertrieben; durch sie faßte die anti-ptolemäische Politik des Antigonos II. Gonatas von Makedonien (III 1) in Kyrene  Fuß, dessen Stiefbruder Demetrios der Schöne mit Berenike verlobt wurde. Ein homme a femems wie sein Vater Demetrios Poliorketes, begann Demetrios eine Liaison mit Apame, worauf ihn Berenike töten ließ.

Apame war die Geliebte von Demetrios dem Schönen, dem Verlobten ihrer Tochter Berenike III., und wurde mit ihm bei einem proägyptischen Aufstand ermordet.

FISCHER WELTGESCHICHTE.: Band 6  Seite 144,152
****************************
Daß er dabei die Unterstützung der SELEUKIDEN hatte, kann nicht bezweifelt werden, denn er heiratete 275 die Prinzessin Apame, die Schwester des Antiochos.
Nach der Niederlage Antiochos' I. hatte Magas sich damit abgefunden, die Lehnsherrschaft des Ptolemaios von neuem anzuerkenmnen. Aber beis einem Tod im Jahre 259 veruchte seine Witwe, die Königin Apame, eine Schwester Antiochos' II., die Kyrenaika vom ägyptischen Reich loszuwerden. Zu diesem Zweck verständigte sie sich mit der nationalistischen Partei, um den Halbbruder des Antigonos, Demetrios dem Schönen, einem Sohne des Poliorketes und der Ptolemais, einer Tochter des Ptolemaios Soter, die Macht anzubieten. Damit stieß sie ihre eigene Tochter Berenike, die von Magas mit dem ältesten Sohne des Philadelphos verlobt worden war, vom Thron. Demetrios wurde von den Bürgern von Kyrene recht gut aufgenommen, erlag aber bald den Palastintrigen Berenikes und vielleicht auch seinem eigenen falschen Verhalten, wenn es wahr ist, daß er Apames Liebhaber wurde.

Bengtson Hermann: Seite 127
****************
"Herrschergestalten des Hellenismus."

Über 20 Jahre lang standen Magas und Ptolemaios II. miteinander auf gespanntem Fuß, erst gegen Ende seines Lebens, - Magas verstarb um 250 v.u.Z. - hatte er sich, wenn auch kaum leichten Herzens, entschlossen, seine schöne Tochter Berenike mit dem ptolemäischenThronerben, dem späteren Ptolemaios III., zu verbinden. Aber dieser Plan fand nicht den Beifall seiner Gattin Apame. Diese erbat sich Hilfe von dem Makedonen Antigonos Gonatas, um die ptolemäische Gruppe an ihrem Hof in Kyrene auszuschalten. Antigonos aber schickte seinen Bruder Demetrios den Schönen nach Kyrene, er war als Gemahl der Berenike vorgesehen. Die Überlieferung berichtet von einer grausigen Mordgeschichte: Berenike habe unter Mithilfe des Volkes von Kyrene den makedonischen Bewerber im Schlafgemach der Mutter Apame umbringen lassen. Ob die Ermordung der Mutter in gleicher Weise auf Berenike zurückzuführen ist, wird wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben, doch ist der Gegensatz der Interessen schwerlich zu übersehen. In Kyrene haben die Freunde der ANTIGONIDEN und die Gruppe der PTOLEMÄER-Anhänger um die Macht gerungen, dabei erwiesen sich die letzteren als die stärkeren, und Apame mußte den Versuch, die Geschichte der Cyrenaika in das Fahrwasser der ANTIGONIDEN oder der SELEUKIDEN zu lenken, mit ihrem Leben bezahlen.

Hölbl Günther: Seite 36,44
************
"Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung."

Magas, der selbsternannte König der Kyrenaika, konnte durch seine Heirat mit Apame, der Tochter Antiochos' I., einen Rückhalt im SELEUKIDEN-Reich gegenüber Ptolemaios II. gewinnen. Der ägyptische Thronfolger, der spätere Ptolemaios III., wurde mit der Tochter des Magas, Berenike, verlobt. Um 250 v.u.Z. starb Magas nach 50-jähriger Regierung. Gegen die bevorstehende Wiedervereinigung Kyrenes mit dem PTOLEMÄER-Reich opponierte jedoch Apame, die Witwe des Magas und Tochter Antiochos' I., da damit der Zweck ihrer eigenen Ehe (die auf eine selbständige Kyrenaika als politische Stütze für das SELEUKIDEN-Reich abgezielt hatte) zunichte gemacht würde: Sie löste die Verlobung und rief Demetrios den Schönen aus der seleukiden-freundlichen ANTIGONIDEN-Dynastie von Makedonien herbei und bot diesem die Hand ihrer Tochter. Demetrios kam und konnte mit Hilfe jener Partei, die die Politik und Regierungsform der letzten Jahrzehnte fortsetzen wollte, nicht nur die Stadt Kyrene, sondern auch das dazugehörige libysche Gebiet in die Hand bekommen (250 v.u.Z.-249/48 v.u.Z.). Berenike aber nahm die Zurücksetzung nicht hin, stellte sich an die Spitze einer oppositionellen Gruppe und ließ Demetrios den Schönen im Schlafzimmer seiner künftigen Schwiegermutter, wo man ihn ertappt hatte, umbringen. Damit war die Gültigkeit der früheren Verlobung mit dem ägyptischen Kronprinzen erneuert und die Vereinigung der Kyrenaika mit dem PTOLEMÄER-Reich sichergestellt.

Brambach Joachim: Seite 27
****************
"Kleopatra. Herrscherin und Geliebte."

Schließlich waren jedoch Magas und sein Halbbruder Ptolemäus II. übereingekommen, ihre sich daraus ergebenden Spannungen durch eine Ehe des ägyptischen Thronfolgers mit Berenike, der Tochter und Erbin des Vize-Königs, auszuräumen. Doch nach dem Tode von Magas versuchte seine Witwe Apama, eine Tochter des SELEUKIDEN-Herrschers Antiochos I., diesen Plan zu vereiteln. Auf ihre Veranlassung schickte der makedonische König Antigonos Gonatas seinen Halbbruder Demetriosals künftigen Gemahl von Berenike nach Kyrene. Doch Demetrios, der den Beinamen der Schöne trug, gefiel Apama so gut, dass sie ihn zu ihrem Geliebten machte. Dies führte zu einem blutigen Drama, denn Demetrios wurde von Soldaten der Palastwache im Schlafgemach Apamas umgebracht. Der Überlieferung zufolge handelten die Mörder auf Veranlassung Berenikes. Vermutlich wird hier die Rolle der jungen Prinzessin doch etwas überschätzt. Letztlich dürfte Demetrios ein Opfer des Kampfes zwischen den PTOLEMÄERN und ihren syrisch-makedonischen Gegnern um die Macht in der Kyrenaika geworden sein. Wenig später starb auch Apama auf mysteriöse Weise. Möglicherweise waren hier dieselben Kräfte wie beim Tod von Demetrios am Werk. Jedenfalls stand nach ihrem Tod der Vereinigung Ägyptens mit der Kyrenaika durch eine Ehe zwischen Ptolemaios III. und Berenike nichts mehr im Wege.

Droysen Johann Gustav: Band III Seite 174,201,210,225
********************
"Geschichte des Hellenismus."

Aber dieselben Gründe mußten Magas und Antiochos bestimmen, sich zu verbinden. Magas vermählte sich mit des syrischen Königs Tochter Apame und trieb den Schwiegervater zum Krieg gegen Ägypten.
Magas starb, als seine Erbin noch ein Kind war; von ihrer Vermählung konnte so bald nicht die Rede sein. Kyrene stand indessen unter vormundschaftlicher Regierung, in der natürlich die Königin-Witwe bedeutednen Einfluß haben mußte; und sie war aus dem SELEUKIDEN-Geschlecht: jenes Verlöbnis, jener Frieden war wider ihren Willen gemacht. Wenn auch in der Pentapolis eine bedeutende Partei sein mochte, welche die Vereinigung mit Ägypten wünschte, so hatte die antiägyptische Politik Makedoniens und Syriens in der Königin-Witwe eine sichere Stütze. Sie folgte ganz dem Interesse ihres Bruders und ihres Oheims.
Früher ist die Lage Kyrenes nach dem Tod des Magas dargestellt worden, dessen kleine Tochter Berenike mit dem ägyptischen Thronerben verlobt worden war. Jetzt, so heißt es in dem allein noch vorliegenden Bericht, sandte die königliche Witwe, eben jene syrische Apame, nach Makedonien, um Demetrios dem Schönen, dem Bruder des Königs Antigonos, ihrer Tochter Hand und das Reich von Kyrene anzubieten. Jetzt kam dieser junge Demetrios, gewiß nicht in abenteuerlicher Brautfahrt; eben dass er kam, ehe Berenike erwachsen war, zeigt, dass nur politische Motive sein so frühes Erscheinen veranlaßten. Dass ihn Antigonos entließ oder sandte, während doch nach dem Frieden des Magas über die Zukunft Berenikes und Kyrenes Hinreichendes bestimmt war, zeigt, dass die Brautfahrt selbst in feindseligem Sinn gegen Agypten unternommen wurde. Die Sendung des Demetrios war die kühnste Diversion, welche Antigonos gegen Ägypten machen konnte, und sie gelang vollständig.
Leider haben wir über Kyrene nur den gespreizten Auszug aus einem Geschichtswerk, das den schönrednerischen Phylarch zur Quelle gehabt hat; da heißt es denn: Demetrios habe, sich auf seine Schönheit verlassend, die seiner Schwiegermutter sehr zu gefallen begonnen, sich von Anfang her stolz, rücksichtslos gegen die königliche Familie und gegen die Soldaten benommen, habe mit der Mutter ein Verhältnis angeknüpft; dadurch sei er der königlichen Jungfrau verdächtig, den Bürgern und Soldaten verhaßt geworden. Der Untergang des Demetrios sei beschlossen worden: in das Schlafgemach der Mutter seien Mörder gesandt worden; da sie daraußen die Stimme der Tochter gehört, habe sie um ihr Leben gefleht, versucht, den Geliebten mit ihrem Leibe zu schützen; aber er sei ermordet worden und Berenike habe sich mit Ptolemaios vermählt.

Herm Gerhard: Seite 371
*************
"Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft."

Dennoch war sie kein Schöngeist, wie als erste ihre Mutter erfahren sollte. Diese, Schwester von Antiochos II., verheiratet mit jenem Magas aus Kyrene (in der Cyrenaika), der im Ersten Syrischen Krieg gegen seinen Halbbruder Ptolemaios II. gekämpft hatte, verlobte nach dem Tod des Ehemanns die damals noch minderjährige Prinzessin mit Demetrios dem Schönen, einem Sohn von Demetrios Poliorketes, ihrem eigenen Liebhaber. Berenike jedoch, nicht gewillt, sich auf solche Weise benützen und um ihre Erbansprüche betrügen zu lassen, wiegelte die Armee auf. Ein Trupp von Offizierem drang in das Schlafgemmach der Regentin ein, sah dort, was er zu sehen offensichtlich erwartet hatte, und erschlug den kaum sonnderlich abwehrbereiten Makedonen auf der Stelle. Apame mußte das Land verlassen. Den Thron bestieg die Tochter.
 
 
 
 

 274 v.u.Z.
  oo Magas I. König von Kyrene
       um 325 v.u.Z. 258 v.u. Z.
 
 
 
 

Kinder:

  Berenike III.
  265 v.u.Z. 221 v.u.Z.

 247 v.u.Z.
  oo Ptolemaios III. Euergetes
       um 280 v.u.Z. 222/21 v.u.Z.
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 Seite 155 - Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 127 - Brambach Joachim: Kleopatra. Herrscherin und Geliebte. Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 27 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band III Seite 174,201,210,225 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 144,152 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 371 - Hölbl Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 Seite 36,44 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 412 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 245,250  -