Antigonos II. Gonatas                    König von Makedonien (277-239 v.u.Z.)
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um 319 v.u.Z. 239 v.u.Z.
Gonnoi
 

Einziger Sohn des Königs Demetrios I. Poliorketes aus dem Hause der ANTIGONIDEN aus seiner 1. Ehe mit der Phila I., Tochter von Reichsverweser Antipatros I.
 

Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 44
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Antigonos II. Gonatas
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* um 320 v. Chr.

Sohn des Demetrios I. und Enkel Antigonos I. Monophthalmos

Als 287 v. Chr. sein Vater Athen verließ, blieb Antigonos II. als Vize-König in Griechenland zurück. 285 v. Chr. schloß er mit Pyrrhos ein Bündnis gegen Lysimachos. Nach dem Tode des Vaters (283) nahm Antigonos II. Gonatas den Königstitel an. Sein erster Versuch, Makedonien zu besetzen, schlug 280 v. Chr. fehl, doch 278 v. Chr. schloß Antiochos I. mit ihm einen Vertrag, in dem er auf Makedonien verzichtete. Im folgenden Jahr vernichtete er gallische Horden bei Lysimacheia und besetzte dann Makedonien. 274 v. Chr. wurde er von Pyrrhos geschlagen, der Thessalien und Teile Makedoniens eroberte. Pyrrhos wandte sich dem Peloponnes zu, Antigonos verbündete sich mit Sparta, und Pyrrhos wurde in Argos geschlagen. AntigonosHeerrschaft über Griechenland war durch makedonische Verbände in Schlüsselstellungen und durch die Unterstützung durch Tyrannen verschiedener Städte gesichert. Dennoch wurde er in den Chremonideischen Krieg gedrängt, der mit der Kapitulation Athens endete. Antigonos II. Gonatas siegte entscheidend in der Seeschlacht bei Kos (255 v. Chr.?) und schloß mit Ptolemaios II. Frieden. 250 v. Chr. verlor er Korinth an einen aufständischen Statthalter. Er eroberte es 245 zurück und verlor es 243 v. Chr. abermals an Aratos. 241 v. Chr. schlug Aratos die mit Antigonos II. verbündeten Ätolier und schloß Antigonos II. mit dem Achäerbund Frieden. Er starb 239 v. Chr.
Im Gegensatz zu seinem Vater war Antigonos II. Gonatas vorsichtig, aber beharrlich und gewann im Laufe der Zeit, wo Demetrios verlor. Er sicherte den ANTIGONIDEN Makedonien.

Literatur:
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Plut., Eumenes, Demetrios - W.W.Tarn, Antigonos Gonatas, 1913 - W. Fellmann, Antigonos Gonatas, 1930 -



Lexikon Alte Kulturen: Band I Seite 131
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Antigonos II. Gonatas, König seit 276
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* um 320 v. Chr. 239 v. Chr.

Von seinem Vater Demetrios I. Poliorketes zum Statthalter von Griechenland eingesetzt; nannte sich nach dessen Tod (283) König von Makedonien, das er aber gegen Lysimachos und Ptolemaios Keraunos nicht behaupten konnte; kam erst 276, nach seinem Sieg über die Kelten bei Lysimacheia, wirklich in den Besitz der Herrschaft. Kämpfte nach kurzer Vertreibung durch Pyrrhos von Epirus (273) mit wechselndem Glück um die Hegemonie in Griechenland. Verlor 243 Korinth an den Achäischen Bund. Antigonos II. Gonatas war ein Freund Zenons von Kition, des Gründers der Stoa.

Literatur:
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Tarn, W.W.: A. G. Oxford, u.a. 1913, Nachdruck ebd. 1969.



Lexikon der Antike: Seite 43
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Antigonos II. Gonatas
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* um 319, um 239 v.u.Z.

Der Beiname ist vielleicht auf seinen Geburtsort Gonnoi zurückzuführen.

Enkel von Antigonos I. Moniophthalmos

Als König von Makedonien (276-239) kämpfte er gegen Pyrrhus von Epirus und Ptolemäus um die Hegemonie in Nord- und Mittel-Griechenland. Er war ein Freund des stoischen Philosophen Zenon und verkehrte mit griechischen Dichtern und Gelehrten.



Thiele, Andreas: Tafel 241/42
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ANTIGONOS II. GONATAS
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* um 319 v.u.Z.239 v.u.Z.

Antigonos II. Gonatas war durch seine Mutter der Halbbruder des Krateros II., beherrschte als Statthalter des Vaters zeitweise Griechenland und bot sich 286 v.u.Z. vergeblich seinem Schwager Seleukos I. als Geisel für den inhaftierten Vater an. Er nahm nach dessen Tod 283 v.u.Z. den Titel König an und bekriegte von Kilikien und Karien aus, das der Vater der Familie gesichert hatte, die SELEUKIDEN im Bunde mit Bithynien. Antigonos II. schloß angesichts der großen Galatergefahr Frieden und besiegte die Galater 277 v.u.Z. in der Schlacht bei Lysimacheia, stürzte 276 v.u.Z. den berüchtigten Tyrannen Apollodoros von Kassandreia, wendete sich Makedonien zu, das nach dem Ende der Dynastie des Antipatros im völligen Chaos versunken war und eroberte Makedonien letztlich völlig 275/74 v.u.Z., verbündet mit Pyrrhos, der sich dann gegen ihn wandte. Er verbündete sich daraufhin mit Sparta, wohin sich Pyrrhos ablenken ließ, zog ihm nach, gewann bei Argos Lager und Heer des Pyrrhos für sich, womit der Thronkrieg endgültig beendet war. Er sicherte damit Makedonien endgültig seinem Haus. Er war seit 274/73 v.u.Z. endgültig König von Makedonien, behauptete im "Chremonideischen Krieg" 266 v.u.Z.-262 v.u.Z. gegen Athen/Sparta/Ägypten die Herrschaft über Athen und schlug dabei auch die meuternden Galatersöldner mehrmals. Er besiegte in der Seeschlacht bei Kos (wohl 262 v.u.Z.) Ägypten und begründete damit die makedonische Hegemonie in Griechenland neu und gewann auch das Protektorat über den 315 v.u.Z. vom Großvater gegründeten Nesiotenbund (= Inselgruppe der Kykladen) und sicherte diese Position im 2. Syrischen Krieg gegen Ägypten in der Seeschlacht bei Andros (eventuell 253 v.u.Z.) ab. Er war mit den SELEUKIDEN verbündet, geriet danach gegen seinen Neffen Alexander von Euböa (Sohn Krateros II.) und Korinth, der vom Achäischen Bund gestützt wurde und ermordete ihn um 245 v.u.Z., wodurch er Euböa und Korinth gewann. Antigonos II. verlor Korinth aber 243 v.u.Z. an den Strategen Aratos des Achäischen Bundes, Herrn von Sikyon, der sich bis 213 v.u.Z. behauptete und von Philipp V. ermordet wurde. Er förderte gegen den Achäischen Bund den Aitolischen Bund. Antigonos II. war größter Gönner und auch Schüler von Zenon, dem Begründer der Lehre der Stoa, die er als erster Politiker zu praktizieren versuchte. Sein Hof war damals größtes literarisches Zentrum.

  oo PHILA VON BABYLON
       um 295 v.u.Z. 240 v.u.Z.

Tochter des Königs Seleukos I.



Antigonos II. Gonatas blieb, als sein Vater 287 v.u.Z. nach Asien ging, im Peloponnes als Befehlshaber zurück und konnte sich nach der Gefangennahme seines Vaters als Statthalter in Griechenland behaupten. Dem Seleukos I. bot er sich vergeblich als Geisel für seinen gefangenen Vater an. Im Jahre 279 v.u.Z. kam es zum Krieg mit Antiochos I., der Ansprüche auf Makedonien geltend machte. Beim Übergang der Galater (Kelten) nach Kleinasien kam es zum Verständigungsfrieden zwischen Antigonos, der auf Kleinasien und Thrakien verzichtete, und Antiochos, der auf Makedonien verzichtete. In der Nähe der Stadt Lysimacheia rieb Antigonos 277 v.u.Z. einen Haufen Kelten völlig auf (18.000 Mann) und galt damit als Befreier aus der Keltennot. Nach dem Tode des Regenten Sosthenes und der Einnahme der Stadt Kassandria wurde er trotz des Vorhandenseins mehrerer Prätendenten als König von Makedonien anerkannt. Dem aus Italien zurückkehrenden Pyrrhos von Epeiros unterlag er 274 v.u.Z., da 2.000 seiner Soldaten überliefen. Antigonos verlor Ober-Makedonien und Thessalien und nach einer Niederlage gegen Ptolemaios, den ältesten Sohn von Pyrrhos, war seine Lage aussichtslos. Nach dem Tode des Pyrrhos in Argos konnte er seine Herrschaft in Makedonien wiederherstellen und wurde unangefochtener Herr Makedoniens. Im Chremonidischen Krieg (267 v.u.Z.-261 v.u.Z.) besiegte er die Spartaner 265/64 v.u.Z. am Isthmos und bei Korinth und Athen erhielt nach der Kapitulation eine makedonische Besatzung. Im Jahre 256 v.u.Z. schlug er die ptolemäische Flotte bei Kos vernichtend und schuf um sein Kernland Stützpunkte, so in Korinth, Eritrea, Chalkes, Methana und Piräus. Antigonos, einer der edelsten Fürsten des Altertums, war ein Freund des stoischen Philosophen Zenon und verkehrte mit griechischen Dichtern und Gelehrten.

Bengtson Hermann: Seite 11800
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"Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen."

In seinem Sohn Antigonos Gonatas hat er einen Nachfolger zurückgelassen, der in allen Dingen das Gegenteil des Vaters gewesen ist. Die Politik des Antigonos zeichnet sich durch weise Beschränkung aus, sein Charakter war zuverlässig und menschenfreundlich. Dies aber waren Eigenschaften, die Antigonos seiner Mutter Phila verdankte.
 
 
 
 

 277 v.u.Z.
  oo Phila II., Tochter von Seleukos I.
     um 295 v.u.Z. 240 v.u.Z.
 
 
 
 

Kinder:

  Demetrios II.
  278 v.u.Z. 229 v.u.Z.

Illgitim
                 von der Athenerin Demo
  Halkyoneus
  290 v.u.Z. 261 v.u.Z. gefallen
 
 
 
 

Literatur:
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Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 Seite 73,79,101,110,118,131,149,152,166,169,190,193 -
Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 139-165 - Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 14 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band II Seite 133-441/Band III 61-230 - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 139,142,145,148,153,196,197,198, 201,210,221,224 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 64,130,134, 137,145,148,151,154,156,160,165,168,170,196,333 - Fox Robin Lane: Die Suche nach Alexander. Georg Westermann Verlag GmbH Braunschweig 1990 Seite 59,64,67 - Geyer, Fritz: Alexander der Große und die Diadochen. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig 1925 Seite 134,141-143 - Grant, Michael: Von Alexander bis Kleopatra. Die hellenistische Welt. Gondrom Verlag GmbH & Co KG, Bindlach 1984 Seite 18,20,21,34,39,107,111,116,119,120,227,269 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 67,125,131,151,173,176,205,277,312 - Hölbl Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 Seite 26,33-36,38-43,49,57,290 A 68 -
KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 10,17,58,78, 80,88,97,115,150,153,156,188,211,251,263,268,271,273,276,278,342,382,412,414,431,460,502,508, 594,621,629,712,736,764,780,790,814,816 - Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 91,93,114-116,157 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 241/42 -