Polemaios (Ptolemaios)                   Makedonischer Feldherr
-----------------------------
um 350 v.u.Z. um 308 v.u.Z. vergiftet
 

Sohn des makedonischen Offiziers Demetrios; Neffe des Königs Antigonos I. Monophthalmos und Cousin des Telesphoros
 

Thiele, Andreas: Tafel 240
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

POLEMAIOS (PTOLEMÄUS)
-----------------------------------------
   

Polemaios ist seit 320 v.u.Z. greifbar als Offizier des Antigonos I., wurde Stratege und Satrap von Phrygien, bekriegte Seleukos I. und später Kassandros. Er eroberte Chalkis und Oropos und befreite 312/11 v.u.Z. Elis vom Vetter und fiel 309 v.u.Z. auch vom Onkel ab und ging zu Kassandros über, floh dann zu Ptolemaios I. von Ägypten, der ihn um 308 v.u.Z. zwang, den Giftbecher zu trinken.

  oo N. VON HERAKLEIA
         

Tochter des Tyrannen Dionysius von Pontos



Droysen Johann Gustav: Band II Seite 100,214,218,219,222,225,231,233,265
********************
„Geschichte des Hellenismus“

Eumenes darauf: er werde niemandes Oberhand anerkennen, solange er noch sein Schwert in den Händen habe; wenn Antigonos seinen Neffen Polemaios als Geisel in die Burg stellen wolle, so sei er bereit, zu ihm ins Lager zu kommen und zu unterhandeln. So geschah es.
Nach Kleinasien sollte sein Neffe Polemaios mit einem bedeutenden Korps marschieren, schnell aus Kappadokien die Truppen des Kassandros verdrängen, sich mit dem Tyrannen von Herakleia in Verbindung setzen, sich dann nach Hellespont wenden, um dort den karischen Satrapen in der Seite zu bedrohen.
So blieb er selbst vor Tyros, während sein Neffe Polemaios, zum Strategen der Länder am Hellespont ernannt, mit bedeutender Heeresmacht nach Kleinasien marschiert war und dort mit bestem Erfolg kämpfte. Er hatte sich zunächst nach Kappadokien gewandt. Mit Dionysios von Herakleia schloß er die von Antigonos gewünschte Verbindung, die von dieser Zeit an dauernd und für das beiderseitige Interesses vielfach förderlich war [89 In diese Zeit fällt wohl die Vermählung des Polemaios mit einer Tochter des Dionysios aus erster Ehe, Memnon c. 4,7. Dionysios hatte die bedeutende Herrschaft Herakleia von seinem Vater Klearchos geerbt; als die landesflüchtigen HERAKLEIOTEN den König Alexander um Wiederherstellung der Demokratie baten, wußte er sich durch Vermittlung Kleopatras, die später in Sardeis residierte, zu halten; dieselben Anträge wiederholten die Landesflüchtigen bei Perdikkas, Dionysios schloß sich seinen Gegnern an, und Krateros gab ihm, der verwitwet war, seine frühere Gemahlin Amastris zur Ehe, wodurch der Tyrann außerordentlich, namentlich auch viel Geld gewann, so daß er den ganzen fürstlichen Apparat des Dionys von Syrakus an sich kaufen konnte (?)]
Nach dem Abfall des Alexandros in der Peloponnes, dem Verlust von Kypros der dritte harte Schlag, der Antigonos traf. Auch sein Stratege Polemaios wagte nicht, nach der bedeutenden Verstärkung, die Asandros durch Myrmidon erhalten, Karien anzugreifen.
In Kleinasien scheint seit dem Herbst 315, seit der Stratege Polemaios in Lydien eingerückt war und Karien bedrohte, nichts Bedeutendes vorgegangen zu sein; mindestens wird nichts überliefert, als daß er die karischen Städte bedrohte.
Dann sandte Antigonos eine neue Flotte von 150 Segeln, 5.000 Mann Fußvolk und 500 Reiter auf derselben, unter Befehl seines Neffen Polemaios nach Europa; ihre Aufgabe war, die Befreiung der griechsichen Städte durchzusetzen.
Das neue Jahr, das vierte des Krieges, sollte die Entscheidung bringen. Gleich nach Kassandros' Abzug hatte sich der Stratege Polemaios auf Chalkis geworfen, die Besatzung vertrieben, die Stadt für frei erklärt. Sodann griff er Oropos an, bemächtiget sich der dortigen Beastzung, gab die Stadt den Boiotern zurück. Nachdem noch Eretria und Karystos auf Euboia gewonnen waren, zog er gegen das attische Gebiet. Ohne weiteren Aufenthalt hier wandte sich der Stratege nach Boiotien, nahm die Kadmeia, trieb Kassandros' Besatzung von dannen, befreite Theben.
Wie sich nach diesem Vertrag zwischen Polyperchon und Kassandros der Stratege Polemaios, der die Sache seines Oheims verraten und sich an Kassandros angeschlossen hatte, verhalten, wird nicht überliefert; jedenfalls war es mit seinen Hoffnungen auf ein hellenisches Fürstentum übel bestellt. Er ging mit seinen Truppen von Chalkis aus in See, zum LAGIDEN nach Kos; dieser nahm ihn mit besonderen Ehren auf. Bald aber mißfiel ihm des Strategen große Leutseligkeit gegen die Truppen, seine Geschenke an die Hauptleute, sein sichtliches Bemühen, sich die Gunst der Menge zu gewinnen; er glaubte, gefährlicheren Umtrieben zuvorkommen zu müssen; er ließ den Satrapen festnehmen und zwang ihn, den Giftbecher zu trinken; seine Truppen wurden durch Geschenke beruhigt und unter die ägyptischen gesteckt. Man wird annehmen dürfen, daß der LAGIDE im besten Einverständnis mit Kassandros handelte; beiden hatte der Neffe des Antigonos hinreichend genützt, als er seines Oheims Sache verriet; fortan konnte er nur hindern.

Bengtson Hermann: Seite 43,46,50,81
****************
"Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen."

Antigonos ließ seine Sache in Hellas durch Strategen vertreten, von denen sich vor allem sein Neffe Polemaios auszeichnete.
Während die Gouverneure der östlichen Satrapien nach wie vor den Satrapen-Titel geführt haben, hießen die Statthalter in Kleinasien Strategen. Dies gilt nicht nur für Dokimos, den Statthalter Großphrygiens, sondern auch für Phoinix in Lydien und Polemaios in der hellespontischen Satrapie.
Telephoros hat die Schatzkammern von Olympia geplündert, doch ist der Schaden durch einen anderen Neffen des Antigonos, wiedergutgemacht worden. Dieser war mit einem beachtlichen Kontingent von Soldaten und mit einer großen Flotte von 150 Segeln in Hellas erschienen, und Telesphoros hatte sich ihm unterstellen müssen. Dem Polemaios blieb im übrigen der Besitz der hellespontischen Satrapie in Kleinasien erhalten; er hat sie während seiner Abbwesenheit durch einen Beauftragten verwalten lassen. Im Jahre 310/09 ist Polemaios schließlich zu Kassander übergegangen. Dies mag damit zusammenhängen, daß Antigonos in schwere Kämpfe um Babylonien mit Seleukos verwickelt war.
Antigonos hat sich seiner Verwandten bedient, aber er hatte mit seinen Neffen Telesphoros und Polemaios, die er nach Hellas entsandt hatte, wenig Glück gehabt, denn beide haben sich von ihm abgewandt, und Polemaios ist auf die Seite des ersten PTOLEMÄERSübergegangen, der ihn schließlich hinrichten ließ.

Errington Malcolm: Seite 128,130,131
****************
"Geschichte Makedoniens."

Antigonos sah nach wie vor seine erste Priorität in Phoenikien; seinen Neffen Polemaios schickte er nach Kappadokien und Bithynien, um Kassandros' und unter Umständen Lysimachos' Störaktionen inn Asien zu begegnen.
Nach Griechenland schickte Antigonos doch eigene Streitkräfte unter Telesphoros und seinem Neffen Polemaios. Aber die Bewegung verlief sich schnell: Telesphoros sagte sich von Antigonos los und plünderte sogar den Tempelbezirk von Olympia; Polemaios, um weitere Schäden zu verhindern, mußte in die Peloponnes eilen und sich mit Telesphoros beschäftigen.
In Europa blieben Antigonos lediglich die peloponnesischen Orte, welche sein Neffe Polemaios gewonnen hatte, erhalten; den enttäuschten Polemaios gewann Kassandros alsbald für sich.
 
 
 
 

  oo N.N. von Herakleia, Tochter des Tyrannen Dionysios von Pontos
        
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 Seite 43,46,50,81 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band II Seite 100,214,218,219,222,225,229,231,233,235,261,262, 265,284 - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 128, 130,131 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 54 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 240 -