Krüger, Sabine: Seite 90-95
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"Studien zur Sächsischen Grafschaftsverfassung im 9. Jahrhundert"

Quellen zur Genealogie der WIDUKINDE

a) Widukind, unus e primoribus Westfalorum (Einh. Ann. 777, MG. SS. I, p. 157; Ann. Lauriss., p.
    156 und 158; Ann. Lauriss. minor; Ann. Einhard. Fuld., MG.. SS. I, p. 349; Ann. Lauriss. maj.);
    Aufstand 782 (Einh. Ann.); Unterwerfung 785 (Einh. Ann. MG. SS. I, p. 167) (Ann. Quedlinburg.,
    MG SS. III, p. 38; Fragm. Vindob., MG. SS. XIII, p. 31); dux Saxonum (vita S. Liutgeri I, c. 18,
    MG.  SS. XV, p. 284); comes vel dux (Synode zu Koblenz 922, Jb. Heinrich I., p. 65, Anm. 4.
b) Sein Sohn Wicbert (Translat. S. Alex., ed. Krusch, GGN. 1931, c. 4, p. 427); tradiert 834, Gut in
    Osterbeke und Praast an St. Martin in Trier (Ann. Xant., MG. SS. II, p. 217); vermählt mit Odrada
    (Stiftungsurkunde Wildeshausen, Wilm. I. p. 532).
c) Sein Sohn Waltbert comes (Transl. S. Alex., a.a.O. und Wilm. a.a.O.); am Hofe LOTHARS I.
    erzogen, fidelis vasallus noster (Transl. a.a.O.);  holt die Reliquien des heiligen Alexander aus
    Rom nach dem von ihm gestifteten Wildeshausen. Vielleicht auch Stifter von Vreden. 859 comes
    in pagis Grainga et Threcwithi (DLdDt. 95, p. 137); 871 comes noster, Immunität für
    Wildeshausen (DLdDt. 142, p. 199); vermählt mit Altburg (Stiftungsurkunde Wildeshausen).
d) Seine Schwester Bertradis, erste Äbtissin von Vreden (Vreden. Memorienb., ed. Tennhagen,
    Ztschr. f. Vaterl. Gesch. u. Alterskunde 48, 1890, p. 143).
e) Waltberts Sohn Wicbert, Bischof von Verden 874-908 (Stiftungsurkunde Wildeshausen) Privileg
    Stephans VI., Wilm. I, p. 534b); 871 diaconus regis (DLdDt. 142, p.199;153,p. 215; DA 78, p. 117;
    109, p. 159).
f) Sein ungenannter Bruder (Privileg Stephans VI.).

Als Kinder einer Mathilde und Nachkommen Widukinds bezeugt:
g) Theodericus comes (Widukind I, c. 31, p. 44); in occidentali regione gloriosus (vita S. Mathildis,
    MG. SS. IV,, p. 284); vermählt mit Reinhilde aus dänisch-friesischem Geschlecht (vita Math.
    antiqua, MG. SS. X, p. 576).
h) Reginbern, Besieger der Dänen (Widukind a.a.O.); Besitz in Apoldern, Alpesdorf, Venreder, Padlo
    (Trad. Corb. § 454).
i) Immet (Widukind a..a.O.)
k) Widukind (Widukind a.a.O.)
l) Vermutlich ihre Schwester: Altburg, Gemahlin des Grafen Liudolf im Hasegau (die
    Stiftungsurkunde für Essen ist mir nicht erreichbar, siehe das Zitat bei Uslar-Gleichen, Wittekind, p.
    61)
m) Kinder Theoderichs und Reinhildes:
1. Mathilde, vermählt mit HEINRICH I.
2. Amalrada, vermählt mit Eberhard comes in Hamaland
3. Bia
4. Fritheruna, vermählt mit Wichmann comes, Bruder Hermann Billungs
5. Rotbert, Erzbischof von Trier

Vermutliche Nachkommen der Grafen Reginbern, Immet, Widukinnd:
n)
1. Immed comes
2. Meinwerc comes (Widukind III, 28, p. 117).
o) Altburgs Söhne:
1. Gottschalc comes im Hasegau
2. Liudolf, Bischof von Osnabrück, consanguineus OTTOS I. und OTTOS II. (DO. I. 421; DO II. 100).
p) Vermutliche Nachkommen Immeds (III.) und Meinwercs:
Immed IV., vermählt mit Athela; ihr Sohn Meinwerc, Bischof von Paderborn.

Wir schließen unsere Übersicht über die sächsischen Adelssippen des 9. Jahrhunderts mit der Familie des mächtigsten der altsächsischen duces, mit Widukind. Das Geschlecht gehörte offenbar ursprünglich ausgesprochen dem nordwestlichen Teil Sachsens zu und hatte Beziehungen zu Friiesland, wie auch die Mutter der Königin Mathilde aus dänisch-friesischem Geschlecht stammte. Doch muß frühzeitig eine Verschwägerung mit einer ostfälisch-engrischen Sippe, den IMMMEDINGERN, erfolgt sein. Der Name Immed begegnet bei Widukind-Nachkommen zuerst bei den nepotes des Bischofs Wicbert von Verden: Theoderich (Vater der Königin Mathilde), Widukind, Immed, Reginbern. Die immmedingische Verschwägerung könnnte entweder bei der Elterngeneration dieser vier Brüder zustandegekommen sein. Dann wäre ihre Mutter Mathilde eine IMMEDINGERIN. Noch lieber würden wir annehmen, daß schon Altburg, die Gemahlin Waltberts, aus diesem Geschlecht stammte. Dann könnten wir nämlich für ihren Vater den uns aus den Trad. Corb. (§§ 228;253;266;271) bekannten Ymmmes comes halten, der Besitz im Ostfalen-, Harz- und Derlingau hatte.
Über den Besitz der widukindisch-immedingischen Sippe im 9. Jahrhundert sind wir leider nur mangelhaft unterrichtet. Von widukindischer  Seite stammt jedenfalls der ganze Komplex um das von Wicbert und Waltbert gegründete Kloster Wildeshausen. Nach der Stiftungsurkunde wurde es dotiert mit Gütern und Hörigen in Holzhausen, Hanstede, Dungstrup, Bergley, Varnshorn, Astrup, Rechterfeld, Holwede, Sage, Lutten, Bünne und Holtrup. Auch in der Nähe des nach Wilmans ansprechender Vermutung [1 Wilmans I, p. 418ff.], von Waltbert gestifteten Klosters Vreden müssen die WIDUKINDE begütert gewesen sein. Unklar bleibt die Herkunft des 834 an St. Martin in Trier vergabten Gutes. Vielleicht hat Wicberts Gemahlin Odrada, deren Sippe uns nicht bekannt ist, diesen Besitz in Osterbeke und Praast mit in die Ehe gebracht. Zu diesen widukindischen Besitzungen kommen immedingische in Wetzleben im Harzgau, in Liedingen im Ostfalengau und wohl auch im Derlingau, wo Immed zweimal testiert. Soweit die sicheren Nachrichten.
Je weiter wir uns von der ursprünglichen Besitzlage entfernen, desto unklarer werden die Verhältnisse. Wir sehen zum Beispiel nicht klar, ob die Dotalgüter der Königin Mathilde, die wir in Engern, Lenglern, Drodminne und Drebber nachweisen können [2 Vgl. Eggers, p. 88ff.], aus dem widukindisch-immedingischen Erbgut stammten, oder ob sie von ihrer Großmutter Mathilde, deren Sippe wir nicht kennen, zugebracht worden sind. Die curtis Herford spricht Egggers als widukindisch an [3 Eggers, a.a.O.]. Das Gleiche gilt für die Güter der Altburg, die wir wohl für eine Vatersschwester der Mathilde halten dürfen. Sie gründet das Kloster Essen im Hasegau, wo ihr Gemahl, der LIUDOLFINGER Liudolf, einen comitatus hatte, und überträgt ihren Besitz in Hünenkamp, Lage, Herbergen, Suhle, Garthe, Addrup unnd Carum [4 von Uslar-Gleichen a.a.O. p. 60.]. Eine große Bereicherung würde unsere Anschauung von der widukindisch-immedingischen Erbmasse im 9. Jahrhundert erfahren, wenn wir den großen Besitz des Bischofs Meinwerk von Paderborn dazurechnen düften. Meinwerk war offenbar Nachkomme eines der drei Onkel der Königin Mathilde. Die besondere Schwierigkeit bei der Bestimmung der Herkunft seiner Güter besteht darin, daß wir zwar seine beide Eltern kennen - seine Mutter Athela, nobilis uxor de terra Saxonia [5 Vita Meinwerci, MG. SS. in us. schol., ed. Tenckhoff, c. 2, p. 6.], war eine Tochter des Grafen Wichmann von Hamalant und lebte zur Zeit der Vergabung noch, so daß er wohl hauptsächlich über seine paterna hereditas verfügte. Aber schon die Sippe seiner Großeltern väterlicherseits ist unbekannt. Widukind berichtet uns, daß Anfang 954 OTTO I. zurückkehrte vom Feldzug gegen die Empörer amisis duobus principalibus viris ac potestate claris, Immede et Meinwerco [6 Widukind, c. 28, p. 117.]. Von Uslar-Gleichen  [7 a.a.O. p. 62. Er folgt damit der Meinung Cohns, Forschungen zur deutschen Geschichte VI, 554, Anm. 3.] erklärt sie ohne weiteres für Geschwister, Großvater und Großonkel des Bischofs Meinwerk. Doch können sie ebensogut nur verschwägert sein, kennen wir doch die Gemahlin Immeds III. ebensowenig wie seine Mutter. Unter diesen Vorbehalten fügen wir den widukindisch-immedingischen Erbgütern also noch Meinwerks praedia hinzu: Großenwieder, Ehme, Meerbeck, Goldbeck, Totenhausen (DH II, 262, 1013); Imbshausen, Wallmoden, Haverlach, Höckelheim, Mandelbeck, Höckensleben, Wackersleben (DH II, 341, 1016). Dazu die reiche Dotierung des von ihm gegründeten Klosters Addinghof (vita Meinwerci, c. 210) [1 Die bei Schaten gedruckte Stiftungsurkunde war mir nicht zugänglich.]: Gellendorf, Drebber, Wadmanninchusen (unbekannt bei Minden), Havergo (bei Örlinghausen); Nedtre, Balchornon (bei Paderborn), Leste (Kr. Büren); Wanbecke, Honsel (Kr. Beckum), Reckum, Puthon (Prov. Geldern), Testerbant (Zeeld.); Thule (Kr. Paderborn), Borken und Ampen. Bei seiner Weihe 1015 schenkte Meinwerk seiner Kirche de bonis hereditariis in Saxonia positis urbem sitam in loco, qui Plesse dicitur, cum 1100 mansis iam ante ecclesiae traditis (vita Meinwerci, c. 29, p. 33).
Überschaut man diesen widukindisch-immedingischen Besitz als Ganzes, so gliedert er sich um vier Mittelpunkte:
1. als Kernpunkt der von Altburg tradierten Güter in Suhle, Essen, Addrup usw. ist wohl die
    Rundburg bei Elster anzusehen [2 Schuchhardt, Atlas, p. 17 (2).]. Es wäre interessant, zu erfahren,
    ob sie auch diesen ihrem Gemahl zugebracht und ihm so erst einen comitatus in dieser Gegend
    ermöglicht hat, denn von liudolfingischen Gütern an der Hase hören wir erst in sehr viel späterer
    Zeit.
2. Ein zweites Machtzentrum bilden sicherlich die Besitzungen um Rehme, das schon Prinz [3 Prinz,
    Altsächsische Gaue p. 233f.; dort auch eine Burg (Prinz a.a.O.] für den Mittelpunkt eines
    besonderen Gaues hielt. Zu dieser Gerichtsstättte kamen sicherlich die Leute von Totenhausen,
    anfänglich vielleicht auch von Herford unnd Goldbeck.
3. Sehr aufschlußreich ist, daß auch die urbs Plesse, die Schuchhardt als eine alte Volksburg erkannt
    hat [4 Schuchhardt, Atlas, p.7 (u).], in den Händen dieses widukindisch-immedingischen
    Geschlechts ist. Vor allem wenn man bedenkt, wie nahe die Lengdener Burg, die einer uns nicht
    näher bekannten Sippe gehörte, der Bernold von Straßburg entstammte [5 Die Versuche, diesen
    Bischof und seinen Amtsbruder Ercanbert an eine der in den Quellen faßbaren sächsischen
    Adelssippen anzuschließen, sind leider ergebnislos geblieben. Der Name Ercanberts begegnet sonst
    nicht in den sächsischen Quellen des 9. Jahrhunderts. Ercanbert hatte außer seinen zahlreichen
    Besitzungen im Leine-, Marstemgau und Tilithi (Trad, Fuld., c. 441, nr. 9;10;11;12;13;31) auch
    solche bei Würzburg, wo auch seine beiden Schwestern Burcsuind und Mahtsuind tradieren (Trad.
    Fuld., c. 4, nr. 9;80;91) ], und die urbs Grone lagen, in deren Besitz wir die LIUDOLFINGER
    trafen. Zum widukindischen comitatus um Plesse gehörten wohl Imbshausen, Höckelheim,
    Lenglern usw.
4. Auf ein viertes Kraftfeld der widukindischen Sippe weisen die Stiftungen an Wildeshausen, wobei
    zu beachten ist, daß sich wiederum nicht sehr weit vom Kloster, bei dem widukindischen Gut in
    Lutten eine alte Volksburg befindet [Schuchhardt, Atlas, p. 8 (Arkeburg bei Goldenstedt.].
Der historisch überlieferte Stammvater der Sippe ist der Westfale Widukind, der bedeutende Gegner KARLS DES GROSSEN in Sachsen. Wie von allen übrigen, so kennen wir auch seine Abkunft nicht, noch haben wir Nachrichten über sein Leben vor den Frankenkriegen. Bis 785 gehört er der entschieden frankenfeindlichen Partei an, ja scheint bis dahin ihr eigentliches Rückgrat gewesen zu sein. Nach seiner Unterwerfung ist er in den Quellen wieder ebenso verschollen, wie sie vorher seinen Namen nicht kannten. Wir wissen nicht einmal sein Todesdatum. Auf der Synode zu Koblenz 922 wurde er als comes vel dux bezeichnet, woraus hervorgeht, daß KARL DER GROSSE auch ihn, wie den Ostfalen Hessi zum Grafen ernannte. In der ostfälischen Geschichtsschreibung erscheint er nur als unus e primoribus Westfalorum, in der vita Liutgeri dagegen als dux Saxonum und in der jüngeren Mathildenvita als in occidentali regione dux. Als sein Sohn ist in der Translatio S. Alexandri Wicbert bezeugt, von dem wir nur wissen,, daß der Besitz in Osterbeke und Praast an St. Martin in Trier tradiert; seine Beziehungen zu dieser Kirche sind unklar. Mit seinem Sohn zusammen gründet er Wildeshausen. Er war vermählt mit Ordrada, wie aus der Stiftungsurkunde hervorgeht. Als sein Sohn ist uns durch die Translatio, die Stiftungsurkunde und durch die Traditionsurkunde für Trier Walbert bezeugt. Diesen kennen wir schon etwas besser. Er wurde am Hofe LOTHARS erzogen, der ihn fidelis vasallus noster nennt [1 Diese Bezeichnung ist wohl nicht mit Wilm. I, p. 391 so zu deuten, daß Wildeshausen damals zum lotharingischen Reich gehörte, sondern Waltbert war eben in ein zeitweises Gefolgschaftsverhältnis zum Kaiser getreten, wie ja auch der jüngere Cobbo zeitweise ein Amt am Hofe KARLS DES KAHLEN bekleidet hat.] und ihm einen Empfehlungsbrief an den Papst mitgibt, als er zur "Translatio S. Alexandri" nach Rom zieht. Wahrscheinlich hat er auch die Abtei Vreden als Schwesterkloster zu Wildeshausen gegründet. 859 erscheint er als Graf in pagis Grainga et Threcwithi in einem Diplom Ludwigs des Deutschen, 871 verleiht ihm dieser die Immunität für Wildeshausen. Er war nach der Stiftungsurkunde für Wildeshausen vermählt mit Altburg, die wir für eine Tochter des Grafen Immed I. halten möchten. Das Todesdatum dieser beiden ist unbekannt. Wir können nur soviel sagen, daß  Waltbert nach 871, seiner letzten urkundlichen Erwähnung, gestorben sein muß. Als Schwester [2 Wilm. I. p. 415: "oder als Tante"] Waltberts sieht Wilmanns (a.a.O.) die erste Äbtissin von Vreden an. Er fußt auf einer Notiz im Vredener Memorialbuch aus dem 16. Jahrhundert, das allerdings aus sehr viel älteren Quellen schöpfen dürfte, zum 27. Februar: memoria Bertradis comitisse; finita missa itun ad sepulchrum eius infra chorum ... [3 Tennhagen, Die Vredenschen Äbtissinnen bis 1300. Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde, 48, 1890, p. 143.]. Die Zugehörigkeit dieser Bertradiis zur widukindischen Sippe muß also zweifelhaft bleiben.
Graf Waltbert hatte nach dem Privileg Stephans VII. von 891 für Wildeshausen mehrere Söhne, aber nur einen, den primogenitus Wicbert, kennen wir mit Namen. Er trat frühzeitig in enge Beziehungen zum karolingischen Königtum, indem er Mitglied der Hofkapelle unter Ludwig dem Deutschen wurde: 871 erscheint er als diaconus regis. Auch als Bischof und unter ARNOLF erhielt er diese Verbindung aufrecht, 889 schenkt ARNOLF an Wipertus venerandus ac dilectus episcopus noster Besitzungen in Weineswalde, Balve, Muckhorst, Großen- und Kleinenkneten usw., die er bisher zu Lehen hatte. Er übte, wie es die Bestimmungen der Stiftungsurkunde verlangten, das Rektorat über Wildeshausen aus und beklagte sich bei Stephan VI. über die Eingriffe des ungenannten Bruders. Dem Wortlaut des päpstlichen Privilegs nach scheint er nur diesen einen Bruder besessen zu haben. Dann müßte dieser vermählt gewesen sein mit jener Mathilde, die wir als Großmuttter der Königin Mathilde und Äbtissin von Herford in der vita Mathildis antiqua kennenlernen. Aus dieser Ehe wären dann die vier Brüder entsprossen, die uns Widukind nennt, Theoderich comes in occidentali regione gloriosus, Reginbern, der Besieger der Dänen, Immed und Widukind. In dieser Generation würde sich am besten jene Altburg einfügen [Persönlicher Einwurf: Diese Schlußfolgerung ist völlig abwegig. Die Königin Mathilde als Tochter des Grafen Theoderich wurde um 896 geboren, während der Bischof Liudolf vermutlich erst um 935 zur Welt kam. Die Mutter des Bischofs Liudolf gehört eher in die Generation der Kinder der Königin Mathilde. OTTO I. wurde 912 geboren.], die den liudolfingischen Grafen im Hasegau heiratete und mit ihm zwei Söhne, Graf Gottschalk und Bischof Liudolf von Osnabrück (968-978) [1 Liudolf wird von OTTO I. und OTTO II. als consanguineus bezeichnet. Die Verwandtschaft kann über Vater und Mutter gehen.] erzeugte. Die Schwierigkeiten bei der Feststellung der Nachkommenschaft von Reginbern, Immed und Widukind sind schon erörtert worden. Theoderich, den von Uslar-Gleichen [2 a.a.O. p. 46f.] für identisch mit dem gleichnamigen Bischof von Paderborn hält, heiratete Reinhilde aus dänisch-friesischem Geschlecht und hatte mit ihr fünf Kinder, Mathilde, Fritheruna, Bia, Amalrada, Rotbert.