Sohn des Grafen
Waltbert
und der Mathilde,
Tochter von Graf Egbert; Urenkel des Sachsen-Herzogs
Widukinds
Nach K. Schmid Sohn eines namentlich unbekannten Nachkommen
des Grafen
Immed und der Mathilde
Nach S. Krüger Sohn eines namentlich unbekannten
Sohnes des Grafen Waltbert und der Mathilde; Neffe des Bischofs
Wicbert von Verden; Ururenkel des Sachsen-Herzogs Widukind
Krüger, Sabine: Seite 90-95
*************
"Studien zur Sächsischen Grafschaftsverfassung im
9. Jahrhundert"
Quellen zur Genealogie der WIDUKINDE
Als Kinder einer Mathilde und Nachkommen Widukinds
bezeugt:
g) Theodericus comes (Widukind I, c. 31,
p. 44); in occidentali regione gloriosus (vita S. Mathildis,
MG. SS. IV,, p. 284); vermählt
mit Reinhilde
aus dänisch-friesischem Geschlecht (vita Math.
antiqua, MG. SS. X, p. 576).
Der Vater Mathildes
trug den Namen Theoderichs des Großen.
Daß mit diesem Leitnamen der IMMEDINGER-Sippe
der AMALER gemeint war, gewährleisten
Namen wie der Amalradas, der Schwester der Königin. Noch der
Bruder des bedeutenden IMMEDINGERS Meinwerk
von Paderborn ist ein Theoderich.
Auch ihren Nachfolgern in der immedingischen Grafschaft im Liesgau,
den von den STADERN abstammenden
KATLENBURGERN,
vererbten sie den Namen Dietrich als Leitnamen [1007a So
bereits zum Teil richtig gesehen von K. A. Eckhardt, Eschwege als Brennpunkt
thüringisch-hessicher Geschichte (Beiträge zur hessischen Geschichte
1, 1964) Seite 98, indem er die KATLENBURGER cognatisch vom Pfalzgrafen
Dietrich oder seinem Bruder Sigbert
ableitete.
Diese waren jedoch IMMEDINGER, wie zu zeigen sein wird. Vgl. auch
bei Anm. 2971. Die Beziehungen zwischen KATLENBURGERN und dem IMMEDINGER
Meinwerk von Paderborn sind auch P. Leidinger (wie Anm. 1971) Seite
29,40, 44 aufgefallen.]. Als Kurzform dieses Namens
Theoderich/Dietrich
benutzen die IMMEDINGER immer wieder die Form Dedi (auch
Dadi u.ä.). Zu ihrem Geschlecht gehört wohl auch jener
Dadi
Thuring (auch Teti genannt) [1008 Vgl. Widukind II
18 und III 16, wo er Dadanus genannt wird und Thuringi genere
sein soll. Die Bedenken W. Schlesingers, Landesherrschaft Seite 169, diesen
zum agnatischen Vorfahren der nach schwäbischem Recht lebenden WETTINER
zu machen, wie die ältere Forschung dies tat (O. Posse, Die Markgrafen
von Meißen und das Haus Wettin, 1881), sind voll berechtigt. Doch
stammt der Name Dedi im wettinischen Haus tätsächlich
aus einer immedingischen Verbindung. Vgl. unten bei Anm. 2995ff.],
der dem immedingisch-liudolfingischen
Bund seinen Komitat im Hassegau - neben Erbrechten - verdanken wird. Denn
dieser Thuring ist ebenfalls eng mit dem IMMEDINGER-Haus
verknüpft. Noch ein Enkel des IMMEDINGERS Liutbert trägt
989 diesen Namen [1009 MGH DFO III 52 (989): Bertheid Tochter
der Berhta, Thuring Sohn der Bertheid; Berhta Gemahlin des Liutbert;
vgl. unten Seite 147 mit Anm. 1244.], der altes Traditionsgut der Sippe
ist.
Von den Söhnen Mathildes
(und Waltberts,
wenn unsere Annahme zutriffft) ist die Nachkommmenschaft des Grafen
Dietrich (Theodericus comes) [1130 Widukind von Corvey
I 31.] am gründlichsten untersucht worden [1131 S. Krüger
(wie Anm. 5) Seite 90ff.; K. Schmid (wie Anm. 947) Seite 11ff.], da sie
die engere Familie der Königin Mathilde
bildet.
Dietrich hatte seinen
Tätigkeitsbereich im Westen Sachsens, also wohl im alten widukindischen
Raum [1132 V. Mathildis (MGH SS IV Seite 284: in occidentali
regione.]. Er war mit Reinhilde aus dänisch-friesischer
Familie verheiratet. Von seinen Kindern sind die Königin
Mathilde, die zweite Frau HEINRICHS
I., ihre Schwestern Friderun
und Bia,
von denen eine mit Wichmann
dem Älteren aus billungischem Haus vermählt war,
eine weitere Schwester Amalrada,
die, mit Graf
Eberhard von Hamaland verheiratet, einen Sohn mit dem IMMEDINGER-Namen
Thiedericus
hatte, der als Bischof von Metz 984 starb, und schließlich
Erzbischof
Rotbert von Trier in allen Stammtafeln vertreten. Thietmar von
Merseburg [1133 Thietmar IV 341-37. Auf den ersten Blick könnte
man annehmen, dass der Name Ansfrid
aus der friesisch-dänischen Familie der Mutter
Mathildes,
Reinhild,
stammt, denn der Name Ansfried wird uns schon in der Vita Anskarii c. 33
als der eines durch Erzbischof Ebo von Reims ausgebildeten Priesters dänischer
Abstammung genannt, der in der Schwedenmission eine Rolle spielt. Doch
bereits der Pfalzgraf Lothars II.,
Ansfried, den wir in Gent (östlich Nymwegen) antrafen (vgl. Anm. 1118)
und der 866 in Hattuarien und im pagus Darnau (bei Namur) an Lorsch
tradiert, hatte einen Sohn mit dem immedingischen
Namen Hildiward (vgl. unten bei Anm. 1293) (CL 34 und 35). Andererseits
hat Lothar II. Lorsch im Jahre 860
aus dem gleichen Gent aus dem ehemaligen Lehen des Normannenführers
Roric beschenkt (CL 24), so dass Ansfrid vielleicht der Angehörige
dieses Hauses mit den IMMEDINGERN verschwägert war. Bereits
R. Köpke-E. Dümmler, Jbb. Otto der Große (1876) Seite 329
Anm. 2 haben den immedinngischen Grafen Ansfrid (in Toxandrien
und Brabant) mit dem Pfalzgrafen Lothars in
Verbinndung gebracht.] nennt darüber hinaus noch einen Ansfrid als
Bruder der
Königin Mathilde, comes
über 15 comitatus, der seinen gleichnamigen Brudersohn (Vater: Lambert)
dem
Erzbischof
Brun, dem Bruder OTTOS I. zur
Erziehung übergab.
Der jüngere Ansfried, mit einer Heresuint
verheiratet, wurde Schwerträger
OTTOS I.
(961) und nach dem Tode seiner Frau Bischof des Stiftes Utrecht
(995-1010), das er mit fünf Villikationen ausstattete. Vorher hatte
er aus seinem Erbgut die Abtei Thorn bei Roermond gegründet, wo er
seine Tochter als Äbtissin einsetzen ließ.
oo Reginhild (Reinhild), Tochter des Normannen
Gottfried und einer friesischen Häuptlingstochter
860-11.5. nach 931/32
Kinder:
Reginbern
-
Widukind
-
Immed
-
Bia
-25.5. vor
931/32
oo Wichmann I. der Ältere
um 900-23.4.944
Mathilde
890-14.3.968
oo HEINRICH I. König des Deutschen Reiches
876-2.7.936
Amalrada
-
oo Eberhard Graf von Hamaland
-
Ihr Sohn war Dietrich Bischof von Metz (965-984).
Perehtheid
-
Fridarun
-
971
Literatur:
-----------
Hlawitschka Eduard: Stirps Regia. Forschungen
zum Königtum und Führungsschichten im frühen Mittelalter.
Ausgewählte Aufsätze. Festgabe zu seinem 60. Geburtstag. Verlag
Peter Lang Frankfurt am Main - Bern - New York - Paris Seite 355,358,365-367,374,501
- Hlawitschka, Eduard: Kontroverses aus dem Umfeld von König
Heinrichs I. Gemahlin Mathilde, in Festschrift für Alfons Becker,
Sigmaringen 1987 - Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln
der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands.
Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke
Verlag Sigmaringen 1987, Seite 47,88,94 - Schmid Karl: Gebetsgedenken
und adliges Selbstverständnis im Mittelalter. Ausgewählte Beiträge.
Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1983 Seite 69 - Schnith Karl: Frauen
des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997
Seite 10,12,15,16 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher
in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz
Wien Köln 1990 - Wenskus Reinhard: Sächsischer Stammesadel
und fränkischer Reichsadel. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen
1976 Seite 116,132 - Widukind
von Corvey: Die Sachsengeschichte. Philipp Reclam jun. GmbH & Co.,
Stuttgart 1981 Seite 75 -