Begraben: Rom; St. Peter (Vatikanische Grotten)
3. Sohn des Königs OTTO
I. DER GROSSE aus seiner 2. Ehe mit der Adelheid
von Hoch-Burgund, Tochter von König
Rudolf II.
Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 1567
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OTTO II., Kaiser, deutscher König
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* 955, + 7. Dezember 983
Rom
Begraben: Rom; St. Peter (Vatikanische Grotten)
Eltern:
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Kaiser OTTO I. und Adelheid, Tochter König
Rudolfs II. von Burgund
oo 14. April 972 Theophanu (+ 991), Nichte des byzantinischen Kaisers Johannes Tzimiskes
Kinder:
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Adelheid (+ 1043), Äbtissin von Quedlinburg
Sophie (+ 1039), Äbtissin von Gandersheim und Essen
Mathilde (+ 1025, oo Pfalzgraf Ezzo von Lotharingien)
Kaiser OTTO III. (+ 1002)
OTTO II., der im Alter
von sechs Jahren im Mai 961 auf einem Reichstag zu Worms zum König
gewählt
und in Aachen gekrönt worden war, trat nach dem Tode seines Vaters
ohne auf Widerstand zu stoßen im Reich die Nachfolge an. Auf dem
Höhepunkt der Auseinandersetzungen OTTOS
I. mit Byzanz war er bereits Weihnachten 967 von Johannes XIII.
zum Mit-Kaiser gekrönt worden. Zwar war es nicht gelungen eine
purpurgeborene Prinzessin für den Thronfolger zu gewinnen, doch bedeutete
OTTOS
II. Vermählung mit Theophanu
die Anerkennung des westlichen Kaisertums durch die alte Kaisermacht in
Byzanz. Wie seine Gemahlin hochgebildet, nahm OTTO
II. persönlich an den die Zeitgenossen bewegenden geistigen
Fragen Anteil. In seiner Umgebung hielten sich zeitweilig Gerbert
von Auriallac und der gelehrte Abt Adso von Montier-en-Der auf. In diesem
Umfeld reiften die Gedanken für eine eigenständige Italienpolitik.
Die ersten sieben Jahre seiner Regierung war OTTO
II. vollauf mit der Behauptung der königlichen Macht gegenüber
inneren und äußeren Gegnern beschäftigt. Im Norden gelang
ihm nach einem Vorstoß des dänischen
Königs Harald Blauzahn die Sicherung der Reichsgrenze bis
zur Schlei (974). Durch eine Verschwörung des Bayern-Herzogs
Heinrich des Zänkers, an der die Fürsten Boleslav
II. von Böhmen und Mieszko I. von Polen
beteiligt waren, sah sich OTTO II. auch
zum Eingreifen im Südosten genötigt. Die nach der Verurteilung
Heinrichs
des Zänkers anstehende Verfügung über das bayerische
Herzogtum OTTO II. zu einer Reorganisation
des südöstlichen Reichsgebiets. Im Zuge der damit verbundenen
Zurückdrängung der bayerischen
LIUDOLFINGER
ging
auch der Einfluß der Kaiserin-Mutter Adelheid
zurück.
Ein weiterer Konfliktherd bestand in Lotharingien. Als OTTO
II. 977 das seit dem Tode Bruns unbesetzt
gebliebene Herzogtum Nieder-Lothringen an den westfränkischen
KAROLINGER Karl verlieh,
zog er sich die Feindschaft des mit seinem Bruder zerstrittenen Königs
Lothar zu. Bei einem überraschenden Vorstoß des französischen
Königs bis nach Aachen (Juni 978) vermochte sich OTTO
II. nur durch eilige Flucht zu retten. Ein von OTTO
II. noch im selben Jahr unternommener Vergeltungsfeldzug bis
vor Paris führte jedoch zu keiner Entscheidung. Erst die Begegnung
der beiden Könige in Margut-sur-Chiers (Mai 980) brachte die Beilegung
des Streits durch den Verzicht des KAROLINGERS
auf Lotharingien.
In seiner Italienpolitik ging OTTO
II. über die von seinem Vater beschrittenen Bahnen hinaus.
Von Anfang an verfolgte er das Ziel, S-Iitalien zu erobern und damit ganz
Italien unter seine Herrschaft zu bringen. Das aber bedeutete notwendigerweise
die Beseitigung der byzantinischen wie der sarazenischen Herrschaft in
S-Iitalien. In diesem Zusammenhang erhielt der von OTTO
II. seit 982 geführte Titel "Romanorum imperator augustus"
programmatische Bedeutung. Nach der Rückführung des aus Rom vertriebenen
Papstes Benedikt VII. wandte sich OTTO II.
Ende 981 nach S-Iitalien. Nach einem erfolgreichen Vorstoß nach Apulien
erlitt das kaiserliche Heer am Capo Colonne (13. Juli 982) eine vernichtende
Niederlage, aus der sich OTTO II. nur
durch abenteuerliche Flucht zu retten vermochte. Auf einem Reichstag zu
Verona (Mai 983) verstand es OTTO II.,
die weitere Unterstützung der deutschen Fürsten gegen Zugeständnisse
unter anderem bei der Besetzung der süddeutschen Herzogtümer
zu erlangen. Erfolgreich war er auch in dem Bemühen, den Bestand der
ottonischen
Dynastie
durch die Wahl seines 3-jährigen Sohnes OTTO
III. zum König zu sichern. Mitten in den Vorbereitungen
für einen neuen Feldzug erlag OTTO II.
in Rom an den Folgen einer Malariaerkrankung, nachdem er noch die
Nachricht vom Zusammenbruch der Grenzverteidigung an Elbe und Saale infolge
des Slavenaufstandes vom Sommer 983 erfahren hatte. Als einziger deutscher
Kaiser fand er in St. Peter sein Grab.
OTTO II., dem bereits
von den Zeitgenossen Unausgeglichenheit und Eigenwilligkeit nachgesagt
wurde, hat bei Mit- und Nachwelt ein unterschiedliches Echo gefunden. Zweifellos
haben die gegen Ende seiner Regierung eingetretenen Rückschläge
im Süden und Osten sein Bild getrübt. Dennoch bleibt festzuhalten,
dass es ihm gelungen ist, die von seinem Vater begründete Machtstallung
des Reiches im ganzen zu behaupten.
Quellen:
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Chronicon, ed. R. Holtzmann (MGH SRG NS 9, 1935); zweisprachige Ausg. v.
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Literatur:
-----------
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V, 9 OTTO II. DER ROTE
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* 955 Ende, + 983 XII 7
961 V 26 Mitkönig, 967 XII 25 Mitkaiser
972 IV 14
oo Theophanu
* c 945/59, + 991 VI 15
OTTO II. ist als Sohn
König
OTTOS I. und dessen zweiter Gemahlin Adelheid
bezeugt
durch Widukind III c. 12, S. 110 und den Continuator Reginonis a. 955,
S. 168, in verschiedenen DD O I., so zum Beispiel im D O I. 215; zu weiteren
Belegen vgl. BMi. 574d.
Die Überlegungen, die wir oben V,8 zum Geburtszeitpunkt
von OTTOS Schwester Mathilde
angestellt haben, bestimmen auch unsere Festlegung der Geburtszeit für
OTTO
II. Die Quellen für den Todestag
OTTOS
II., seine Erhebung zum Mit-König am 26.5.961 und
die zum Mitkaiser sind bei BMi. unter den Nrn. 919e, 574f und 592g zusammengestellt.
Verschiedene Hypothesen zur Herkunft der Kaiserin
Theophanu sind im 1. Teil, S. 154 f., kurz angerissen. Hier
sei nochmals das einzig gesicherte Wissen zu dieser Frage vorgetragen:
Theophanu
war die "neptis" des regierenden byzantinischen
Basileus Johannes Tzimiskes und kam "de palatio". Die gegebene
Eingrenzung für Theophanus Geburtsjahr
orientiert sich an den Überlegungen von Hofmeister, Studien S. 232
ff.; Collenberg, Theophanu S. 64 f. nimmt dagegen an, das Brautpaar sei
annähernd gleichaltrig gewesen und grenzt hiermit den fraglichen Zeitraum
auf 955/59 ein. Die Quellenbelege zur Heirat sind zusammengestellt bei
BMi. 597e. Zu Tag und Jahr des Todes der Theophanu vgl. BU. 1035b.
Kinder Kaiser OTTOS II.
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Wie die Kinder Kaiser OTTOS
II. und der Kaiserin Theophanu
denn altersmäßig zu reihen sind, ist von der Forschung in den
50-er Jahren unseres Jahrhunderts sehr kontrovers diskutiert worden. Zwar
geben uns die Quellen einen gewissen Einblick in die Altersverhältnisse
der Kinder des Kaiserpaares, doch sind diese Nachrichten interpretationsbedürftig
und auslegungsfähig. Die Quellenlage ist eingehend bei Hofmeister,
Studien, dargestellt. Dieser entschied sich für die Reihung:
1. (2.?) Mathilde
973/75 (oder 974/76?)
2. (1.?) Sophie
974/76 (oder 973/75?)
3.
Adelheid 977
4.
NNw 978 + vor 8.10.980
5.
OTTO III. 980
Etwa zur gleichen Zeit wie Hofmeister wurde Mathilde
Uhlirz bei der Bearbeitung der "Jahrbücher des Deutschen Reiches unter
Otto III." auf Interventionen der Kaiserin Theophanu
zugunsten von Nonnenklöstern aufmerksam und vermutete, diese Interventionen
ständen im Zusammenhang mit der Geburt ihrer jeweiligen Kinder. Weiter
verwertete sie als Fixpunkte die Angaben bei Thietmar, bei dem Adelheid
an der erster und Sophie an der zweiter
Stelle genannt ist, und zudem die Angabe des Annalista Saxo, der
Mathilde
als "tercia" bezeichnet. Sie kam so zu der Reihung:
- Adelheid
Mai 977 in der Gegend von Metz
- Sophie
Ende Juni oder Anfang Juli 978 in derUmgebung von Maastricht-Nivelles
- Mathilde Juli-August,
spätestens Anfang September 979 in oder in der Nähe von
Gandersheim
- OTTO III. (und vermutlich auch eine
Zwillingsschwester, die bald starb)
im Juli 980 im Reichswald Ketil bei Nimwegen
Die verschiedenen Ansätze, die in der Forschung
zur Frage der Reihung der Kinder OTTOS II.
vorgetragen wurden, sind hier so ausführlich dargestellt, weil im
Folgenden eine von Hofmeister und Uhlirz abweichende Reihung vorgenommen
wird, die sich an die kritische Sichtung der Ansätze durch Perst orientiert.
Unsere Reihung weicht insbesondere auch von derjenigen Reihung ab, die
Mathilde Uhlirz in den weit verbreiteten "Jahrbüchern der Deutschen
Geschichte" vorgenommen hat. Doch hat Perst meines Erachtens mit überzeugenden
Gründen die Stichhaltigkeit seiner Reihung dargetan.
K 47
Lü: 7.12. Otto imp
qui dedit teloneum de salina + 983 Kaiser
OTTO II.
Me: 7.12. Otto imp
Der Salzzoll wurde dem Lüneburger Konvent bereits
durch OTTO DEN GROSSEN geschenkt; vgl.
D O I, Nr. 183 vom 13. August 956 und Bork, Billunger, Seite 54f. gegen
Köpke-Dümmler, Otto der Große, Seite 578f., wo die Echtheit
der Urkunde auf Grund der Notiz des Lüneburger Necrologs angezweifelt
wird.
Allg. vgl. Biogr. Wörterbuch 2, Spalte 2095f.; FW
K 30.
Zum Todesdatum: BMi Nr. 919e.
OTTO II
-------------
* 955, + Rom 7. XII 983
Begraben: Rom S. Pietro
oo 14. IV 972
THEOPHANU, 984/91
Regentin, Laien-Äbtissin von Nivelles
+ Nimwegen 15. V 991
Begraben: Köln St. Pantaleon
Neptis des basileus Ioannes Tzimiskes
Aachen 26. V 961 Mit-König
25. XII 967 Mit-Kaiser
KAISER OTTO II.
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* Ende 955 (hierfür siehe zuletzt W. Glocker, Die
Verwandten ... Seite 280f.)
+ 7.12.983 in Rom
Grabstätte: Vorhalle voN St. Peter, seit 23.4.1618 in den Vatikanischen Grotten unter der Peterskirche in Rom
Eltern: Kaiser OTTO I. und Adelheid
oo 14.4.972 in Rom
THEOPHANU
* ca. 950/59, +
15.6.991 in Nimwegen
Grabstätte: Kirche St. Pantaleon in Köln
984-991 Regentin für ihren Sohn OTTO III.
Zur Herkunftsfamilie Theophanus vgl. W.H. Graf Rdt von
Collenberg, Wer war Theophanu?, Geneal. Jb. 4 (1964) Seite 49-71 und P.E.
Schramm, Kaiser, Basileus und Papst in der Zeit der Ottonen, in: ders.,
Kaiser, Könige und Päpste, Band III (1969) Seite 204ff., 240ff.
Nichte des byzantinischen Kaisers Johannes Tzimiskes
Adelheid Kaiserin und Heilige 931 bis 999: Seite
58
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CHARAKTER
Die schwächste Stelle in dieser neuen Führung
war der Kaiser selbst. Er hatte viele gute Eigenschaften. Aber er neigte
zu Ungeduld und Selbstüberschätzung. In seiner engsten
Umgebung war er harmoniebedürftig und scheute Konflikte.
Deshalb ließ er sich leicht beeinflussen. Hatte er aber das
Gefühl, von jemand ausgenutzt oder falsch geführt worden zu sein,
dann konnte er in heftigsten Zorn ausbrechen und war zu ungerechten
und unberechenbaren Reaktionen fähig. So ließ er 979 den
sächsischen Markgrafen Gero ohne einsehbaren Grund hinrichten, weil
er von dessen Gegnern entsprechend präpariert worden war. Einige seiner
Günstlinge am Hof, so der zur Familie gehörende Bischof Dietrich
von Metz, wussten diese Schwäche für ihre Zwecke und Stellung
zu nutzen.
14.4.972
oo Theophano Sklerina, Nichte des Kaisers
Johannes I.
ca 945/59-15.6.991
Kinder:
Adelheid Äbtissin von Quedlinburg (999-1045)
ca 5.977-14.1.1043
Sophie Äbtissin von Gandersheim und Essen
Herbst 975-27.1.1039
Mathilde
Sommer 978-4.11.1025
991
oo Ezzo Pfalzgraf von Lothringen
955-21.5.1034
Tochter
Sommer 979- vor 8.10.980
OTTO III.
Ende 6./Anfang 7.980-23.1.1002
Literatur:
-----------
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Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998
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Frankfurt/Main 1993 Tafel 11 - Thietmar von Merseburg: Chronik.
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