Verlag Traugott Bautz
Band XX (2002) Spalten 983-993 Ronny Baier

MARIA I. (die Katholische), englische Königin aus dem Hause Tudor
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* 18.2. 1516 im Palast von Greenwich, an Influenza am 17.11. 1558 im Saint James Palast zu London.

Die zunächst sehr harmonische und glückliche Ehe von Heinrich VIII. und seiner ersten Frau Katharina von Aragon wurde hart auf die Probe gestellt, da der ersehnte Kindersegen ausblieb. Eine erste Tochter wurde tot geboren. Die beiden folgenden Söhne überlebten das Säuglingsalter nicht, ein dritter Sohn wurde ebenfalls tot geboren. So war die Freude über das fünfte überlebende Kind, Maria, verständlicherweise groß. Doch schon bald wurde die Freude über die Tochter dadurch getrübt, daß die nächste Schwangerschaft Katharinas wieder in der Totgeburt eines Mädchens endete. Danach stellte sich bei der Königin gar Unfruchtbarkeit ein und der ersehnte männliche Thronfolger rückte in unerreichbare Ferne. In Folge dieser dynastischen Enttäuschung entfremdete sich Heinrich VIII. ab 1518 zusehends von seiner Frau und wendete sich verschiedenen Liebschaften zu. Ab 1527 betreibt er offen die Annullierung seiner Ehe mit Katharina, um in einer weiteren Ehe doch noch zum ersehnten männlichen Erben zu kommen. So wünschte er die Dynastie der TUDORS zu festigen und England vor erneuten Adelskriegen zu bewahren, die das Land vor der Thronbesteigung seines Vaters Heinrich VII. zermürbt und finanziell ruiniert hatten. Marias Jugend verlief zunächst ruhig und gesichert. Sie erhielt eine gute Erziehung durch ihre humanistisch gebildete und gelehrte Mutter und ihre Thronfolge schien trotz der Sorgen ihres Vaters gesichert. Eine weitere prägende Persönlichkeit in Marias Erziehung war ihre Patin und Gouvernante, Margarethe, die Komtess von Salisbury, Mutter von Reginald Pole, der spätere Kardinal und Mitstreiter Marias bei ihrer Rekatholisierungspolitik. 1525 war die sorgenfreie Zeit erst einmal zu Ende, als Heinrich seinen unehelichen Sohn, Heinrich Fitzroy, zum Grafen von Nottingham und zum Herzog von Richmond ernannte, während sie als Prinzessin von Wales in die walisischen Marschen geschickt wurde, wo sie fern vom Königshof und getrennt von der geliebten Mutter und ihrer Gouvernante im goldenen Käfig saß. Mit Beginn des Ehenichtigkeitsverfahrens stand sie zwischen ihren Eltern. 1531 sah sie die Mutter zum letzten Mal vor deren Tod. Nach seiner Scheidung von Katharina und der Heirat mit Anna Boleyn 1533 erklärte Heinrich VIII. Maria zu seiner illegitimen Tochter und beraubte sie des Titels einer Prinzessin von Wales. Marias Haushalt wurde aufgelöst und dem ihrer Stief-Schwester Elisabeth eingegliedert, die im September 1533 zur Welt kam. Zusammen mit Elisabeth stand sie unter der strengen Obhut Lady Sheltons, was einem Hausarrest gleichkam. Die Trennung von der Mutter, deren Tod 1536 sowie die ständigen Erniedrigungen seitens ihres Vaters schadeten der physischen und psychischen Gesundheit Marias, was die Berichte der kaiserlichen Botschafter aus jener Zeit belegen. Sie berichten Marias Cousin, Kaiser KARL V. oft von Krankheiten, Angstzuständen und hysterischen Anfällen. Nicht lange nach dem Tod der Mutter 1536 wurde Marias Stief-Mutter Anna Boleyn hingerichtet. Nun holte sie Heinrich VIII. an den Hof zurück, nachdem sie ihren Status als illegitime Tochter anerkannt und den Suprematseid abgelegt hatte. 1537 wurde sie sogar Taufpatin ihres Stief-Bruders Eduard, zu dessen Mutter, Jane Seymor (Heinrichs dritte Ehefrau) sie ein sehr gutes Verhältnis hatte. Jane Seymor trug viel dazu bei, daß sich Heinrich mit Maria aussöhnte. Leider starb Janes Seymor bei der Geburt ihres Sohnes. Mit Eduard war Heinrich endlich der ersehnte Thronfolger geboren, so daß er Maria wieder in die Thronfolge aufnahm. Aufgrund der veränderten außenpolitischen Lage stiegen zudem Marias Chancen auf eine Heirat mit einem der kontinentalen Fürsten wieder und im Haushalt ihrer Halb-Schwester Elisabeth übernahm sie nun die Führung. Ein schwerer Schlag traf sie, als 1538 ihre Taufpatin, die Komtess von Salisbury sowie deren Familie hingerichtet wurde. Dieser barbarische Akt ist im Zorn Heinrichs VIII. über Reginald Pole begründet, der inzwischen Kardinal in Rom eine Streitschrift gegen seinen Verwandten Heinrich veröffentlichte. In den Jahren nach 1540 fand Maria in Heinrichs letzter Ehefrau, Katharina Parr, eine treue Freundin. 1544 und 1547 wurden ihre Thronfolgerechte bestätigt und bei Heinrichs Tod erfreute sich Maria ansehnlicher Besitztümer im Osten des Landes. Sie war nun 31 Jahre alt, gesundheitlich angeschlagen und noch immer unverheiratet. Die Zeit nach dem Tod ihres Vaters 1547 war vom Kampf um die Erhaltung ihres Glaubens bestimmt, worin sie KARL V. nach Kräften unterstützte. Sie verweigerte sich der Uniformitätsakte und lehnte es ab für den liturgischen Gebrauch Thomas Cranmers "Prayer Book" zu benutzen. In ihrer Privatkapelle feierte sie die lateinische Messe. Nach 1549 verschlechterte sich das Verhältnis Marias zu ihrem Bruder Eduard zusehends. Die unter dem Protektor, dem Herzog von Northumberland, zunehmenden religiösen Gängeleien führten schließlich zur Planung der Flucht Marias nach Spanien, die aber kurz vor der Durchführung wieder verworfen wurde und zum psychischen Zusammenbruch Marias führte. Die Ereignisse nach 1549 trugen zweifelsohne dazu bei, daß sich Maria später ganz in die Arme des Kaisers und des Hauses HABSBURG warf. Mehr denn je fühlte sie sich in ihrem Glaubenskampf ihrer spanischen Mutter und deren katholischen Verwandten verpflichtet. Am Vorabend ihrer Machtübernahme 1553 war Maria im wahrsten Sinne des Wortes alt, verbittert sowie physisch und psychisch gezeichnet. Ihre rigorose katholische Haltung führte noch kurz vor dem Tod ihres Bruders Eduard zum Versuch des Protektors Northumberland, Maria von der Machtübernahme abzuhalten. Er ließ vom sterbenden König die Thronfolge zugunsten seiner Schwieger-Tochter Lady Jane Grey abändern. Diese war eine Enkelin von Maria, der jüngeren Schwester Heinrichs VIII. Maria wurde rechtzeitig gewarnt und zog sich auf ihre Güter nach Suffolk zurück, wo sie ihre Anhänger um sich scharte. Sie ließ sich sogleich als Königin ausrufen und zog mit ihrer Schwester Elisabeth und großem Gefolge Richtung London. Im August 1553 wurde ihr in der Hauptstadt ein triumphaler Empfang bereitet. Northumberland schmolz die politische Unterstützung im Privy Council und im Parlament dahin. Er musste sich geschlagen geben und wurde gefangengesetzt. Maria ordnete sogleich die Freilassung vom Herzog von Norfolk und von Bischof Stephen Gardiner an. Sie gab ihm den Bischofssitz Winchester zurück und machte ihn zum Lordkanzler. Es war Gardiner, der sie am 1.10.1553 in der Westminster Abtei krönte. So begann die Regentschaft der ersten Frau auf Englands Thron. Ihre Regentschaft brachte ihr in späteren Generationen den Titel die Katholische oder auch die Blutige ein. Er ist ihr Markenzeichen geworden. Nahezu 300 Protestanten, darunter so bekannte Männer wie die Bischöfe Cranmer, Ridley, Latimer und Hooper starben nach der Wiedereinführung der alten Häresiegesetze auf dem Scheiterhaufen. Viele Protestanten verließen das Land und bildeten Exilsgemeinden auf dem Kontinent. Basel, Straßburg, Frankfurt und andere Städte wurden ihre Zentren. Ihre propagandistische Arbeit stützten den Protestantismus in der Heimat. Selbst Marias strenge Zensurgesetze konnten es nicht verhindern, daß protestantische Schriften in großer Zahl ins Land einströmten. - Die meisten Exilanten waren radikal und vertraten ein presbyterial verfasstes Kirchenwesen, was später unter Elisabeth zu großen innerprotestantischen Spannungen führen sollte. Marias Verfolgungspolitik erreichte nicht ihr Ziel. Sie stärkte im Gegenteil die Exilsgemeinden, ließ einen protestantischen Märtyrerkult entstehen, führte zu Untergrundgemeinden und zu zunehmendem Prestigeverlust ihrer Regierung und Person. Neben der Rekatholisierung galt ihr Hauptaugenmerk ihrer Heirat. Sie war inzwischen 37 Jahre alt und mußte schnell handeln, wollte sie eigene Nachkommen sichern. Bei der Suche nach dem passenden Ehemann verließ sie sich ganz auf ihren Cousin KARL V. Der empfahl Maria seinen Sohn Philipp II., König von Spanien. Nationale Kreise im Land, auch der Lordkanzler
Stephen Gardiner, opponierten gegen die Heiratspläne, sahen sie doch außenpolitische Verwicklungen auf England zukommen. Gardiners Protest verhallte ungehört. Daraufhin zettelte Sir Thomas Wyatt wegen der spanischen Heirat im Sommer 1554 eine Revolte an, die jedoch schnell niedergeschlagen wurde. Wyatt wurde hingerichtet, ebenso die noch im Tower gefangene Lady Jane Grey und ihr Ehemann. Somit sollten Thronrivalen beseitigt werden. Auch Elisabeth fürchtete in dieser Phase um ihre Sicherheit. Allen Widerständen zum Trotz heiratete Maria am 25.7.1554 Philipp II. in der Kathedrale zu Winchester. Gardiner selbst leitete den Gottesdienst, sicher mit gemischten Gefühlen und der Ahnung heraufziehender Stürme. Auf Drängen Philipps trat England in den Krieg mit Frankreich ein, bei dem es seine letzte Besitzung auf französischem Boden einbüßte. Maria schaffte es die Staatsfinanzen zu ordnen, sie trieb die englische Besiedlung Irlands voran, und schuf die Voraussetzungen für den späteren Handel mit dem Baltikum und Rußland. Leider wurde 1555 die Ernte des Landes vernichtet, ein Ereignis, das sich 1556 bis 1558 wiederholen sollte. Inflation und Preisanstieg, die um sich greifende Armut der Bevölkerung, der Krieg mit Frankreich und der Verlust von Calais machten Marias anfängliche wirtschaftliche Erfolge zunichte und entfremdeten die Engländer von ihrer Königin. Die Fülle von Unglücken und die Tatsache, daß der Königin Nachkommen versagt blieben, ließen nicht wenige daran denken, daß Gott mit England zutiefst unzufrieden sei. Das Jubelgefühl von 1553 war längst dem Pessimismus und die Unterstützung durch die Konservativen der Distanz gewichen. Die Katholiken des Landes waren über die spanische Heirat und die Rekonziliation mit Rom gespalten. 1558 erkrankte die Königin an Influenza. Nach kurzer schwerer Krankheit starb sie in der Nacht des 7.11.1558 im Saint James Palast zu London. Nicht weit von ihr verstarb zu selben Zeit im Lambeth Palast ihr treuer Weggefährte Reginald Pole. Mit beiden starb in einer Nacht die katholische Reform in England. Die katholische Reform begann 1553 ziemlich bald nach dem Regierungsantritt Marias. Die Messe wurde wieder eingeführt. Verheiratete Priester mußten ihr Amt aufgeben. Die Häresiegesetze traten wieder in Kraft. Maria verzichtete noch im Herbst 1553 auf den Titel ihres Vaters "Supreme Head of the Church", was auf eine Wiedereinführung des päpstlichen Primates hinwies. Eine neue Phase der Rekatholisiserung Englands begann mit der Ankunft von Kardinal Pole. Am 28.11.1554 trat er vor die beiden Häuser des Parlamentes und verkündete die Rekonziliation mit Rom. Diese wurde parlamentarisch nur möglich, weil bereits im Vorfeld von
Maria zugesichert wurde, alle während der Regierung Heinrichs VIII. und Eduards VI. eingezogene Kirchengüter nicht zurückzufordern. Auch wurden nur ganz wenige Klöster wiedererrichtet und mit königlichen Gütern und Geldern ausgestattet, so daß der Adel keinerlei Einbußen hinnehmen mußte. Mit einer Parlamentsakte wurde Heinrichs Kirchengesetzgebung rückgängig gemacht und somit die formelle Wiederherstellung der katholischen Kirche abgeschlossen. Die Erneuerung der Häresiegesetze ermöglichte im Anschluß daran, eine härtere Vorgehensweise gegenüber den Protestanten, welche ja dann zu den schon genannten 300 Hinrichtungen führte. - Mit dem Abschluß der Rekonziliation 1554 begann die Arbeit aber erst richtig. Denn mit der Trennung von Rom 1534 waren viele Dinge, die zum Katholizismus und seiner Volksfrömmigkeit gehörten, verschwunden. Es verschwanden die Klöster, welche für das liturgische Leben so wichtig gewesen waren. Es verschwanden die Heiligenfeste aus dem Kalender und mit ihnen Schreine und Wallfahrten. Nach 1547 verschwanden mit der Aufhebung der Bruderschaften, der Beseitigung jeglicher Bildwerke, Bräuche, Riten und der Messe als "Abgötterei" die letzten Refugien katholischer Frömmigkeit. Die kontinuierliche Destruktion der alten Kirche rief gleichwohl wenig Widerstand hervor und läßt für 1554, das Jahr Null der katholischen Gegenreformation, darauf schließen, daß nur noch wenige mit dem Katholizismus und seinen Riten und Bräuchen vertraut waren. Andererseits zeigt die mancherorts spontane Wiederbelebung der Messe und anderer Bräuche sowie das Auftauchen geretteter Kirchenschätze, Bilder, Fahnen u.a., daß nicht wenige Menschen in der protestantischen Kirche viel Gewohntes vermißten oder sie doch noch mit dem Herzen am ererbten Glauben der Vorfahren hingen. Der rasche Wandel der religiösen Verhältnisse belegt auch eine gewisse Gleichgültigkeit der Menschen, welche in der folgenden Regierungszeit Elisabeths I. ihrerseits auch die anglikanischen Bischöfe beklagen. Die religiösen Umwälzungen unter Heinrich VIII. und Eduard VI. bewirkten, daß sich die Frömmigkeit mehr an der Schrift als an Bräuchen und Zeremonien orientierte, was sich auch auf Marias Reformwerk auswirkte. Es ist interessant, daß sie die offizielle für den Kirchengebrauch herausgegebene volkssprachliche Great Bible nicht zurückgenommen hatte, wenn auch deren Auslegung und der Diskusion über den Text dem Klerus vorbehalten wurde. Auch die neuen Stundenbücher der Geistlichen zeigen nach 1554 protestantische Einflüsse: von den 39 Ausgaben während der Regierungszeit Marias waren immerhin 5 in rein englischer Sprache und 16 in englisch - lateinischer Sprache gedruckt. Zudem enthielten sie alle, auch die lateinischen Ausgaben, neben vielen Schrifttexten und den Psalmen, umfangreiche Gebete und eine stattliche Zahl erbaulicher Texte, was sie über den gottesdienstlichen Gebrauch auch zu einem geistlichen Hausbuch für das private Gebet machten. Die wenigen Bruderschaften, die wiedererstanden sahen ihre Hauptaufgabe nicht mehr wie früher darin, für das Seelenheil der verstorbenen Mitglieder mittels Seelenämter und frommer Stiftungen zu sorgen, sondern in caritativen Aufgaben. Auch hier ist der Wandel deutlich spürbar. Maria legte keinen Wert auf Wallfahrten oder auf die Wiederbelebung von Schreinen und Pilgerzentren. Sie spendete lieber für die Universitäten in Cambridge und Oxford. Daneben galt ihre große Sorge der Predigt und eines gut geschulten Klerus. Beides hing für Maria und Kardinal Pole engstens zusammen. So förderten sie Predigtbücher für den Klerus sowie die öffentlichen Predigten auf Englands berühmtester Kanzel, jener am St. Pauls Kreuz bei der gleichnamigen Kathedrale im Herzen Londons. Den Engländern sollten über das verkündigte Wort die katholischen Lehrinhalte wieder eingepflanzt werden. Was Pole allerdings im Gegensatz zu Maria nicht wollte, war ein streitbarer Klerus. Er mied kontroverstheologische Streitgespräche oder Auseinandersetzungen, vor allem aber weigerte er sich, die in Deutschland und anderen Ländern so erfolgreichen Jesuiten ins Land zu holen. Pole schottete Englands Katholizismus weitgehend von den Neuerungen auf dem Kontinent ab. Mit der Zeit wären solche Verbindungen gewiß entstanden, 1558 war aber davon nichts zu spüren. Auch versäumten es Maria und Pole, die Presse besser für ihre Zwecke zu nutzen. Es fehlte an Geld, um die Rekatholisierung noch besser voranzutreiben, vor allem aber fehlte die Zeit. Wären Maria und ihrem Vetter Pole noch etwa ein Jahrzehnt geblieben, England wäre gewiß wieder ein katholisches Land geworden. So aber starb mit beiden in der Nacht des 17.11.1558 die kurze katholische Erneuerung, denn Elisabeth I. suchte mit der Schaffung der anglikanischen Kirche den Mittelweg zwischen den Konfessionen und den inneren Frieden des Landes. Maria nur als die Blutige zu sehen verkennt, daß sie von ihrem Wesen her nicht gewalttätig und grausam war, vielmehr verletzlich und instabil, aber doch auch bigottisch, was sicher mit den Erfahrungen und die Erlebnisse in frühen Jahren zu tun hatte. Auch auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet hatte sie Erfolge vorzuweisen, wenngleich vieles durch die Missernten und Naturkatastrophen zwischen 1555 und 1558 nicht zum Tragen kam. Elisabeth erbte jedenfalls keinen maroden Staat von ihrer Schwester. Das hier alles zu Maria Gesagte mag nun nicht die Schuld zu tilgen, die sie mit der blinden Verfolgung der Protestanten auf sich geladen hat, doch soll es zum Nachdenken anregen und vor einfachen Schwarz-Weiß Malereien warnen, mittels derer ganze Generationen protestantischer Geschichtsschreiber in ihr allein die Bloody Mary sahen. - Manuskripte, Briefwechsel, Staatspapiere, Botschaftsberichte, Schatzmeisteraufzeichnungen und andere offizielle Quellen zu Maria Tudors Regierungszeit sind in unermeßlich großer Zahl beim Londoner Public Record Office, in der British Library und der Greater London Record Office sowie den Journalen der beiden Häuser des Parlaments in Westminster zu finden. Im Blick auf Spanien und Philipp II. finden sich viele Dokumente im Archivo General de Simancas sowie in der Biblioteca del Palacio Real in Madrid. Diese Dokumete sind hier nicht einzeln aufgeführt.

Zeitgenössische Werke:
An admission to the bishoppes of Winchester London and others, London 1553
John Bale, The vocacyon of Johan Bale to the Bishoprick of Ossorie, London 1553
Leonard Stokes, An Ave Maria in Commendation of oure most virtuous Queene, London 1553
The communication between my Lord Chauncelor and Judge Hales, Rouen 1553
The saying of John late Duke of Northumberland upon the scaffolde, London 1553
John Christopherson, An exhortation to all menne to take hede and beware of rebellion, London 1554
John Gwynneth, A declaration of the state wherin all heretickes dooe leade their lives, London 1554
John Heywood, A balade specifienge partly the maner, partly the matter, in the most excellent meeting and lyke marriage between our Sovereigne Lord and our Sovereigne Lady, the Kynges and Queenes highness, London 1554
Miles Huggarde, A treatise declaring howe Christ by perverse preachyng was banished out of this realme, London 1554
ders., The assault of the sacrament of the altar, London 1554
John Standish, A discourse wherin is debated wheter it be expedient that the scriptures should be in English, London 1554
William Turner, The hunting of the Romyshe wolfe, Zürich 1554
A Supplicacyon to the Quenes Majestie, unbekannter Druckort 1555
Edmund Bonner, A profitable and necessarye doctrine, with certayne homilies, London 1555
ders., A honest godlye instruction ...for the ...bringinge up of children, London 1555
John Olde, An Acquital or purgation of the moost catholyke Christen Prince Edward VI, Zürich 1555
John Scory, An epistle written by John Scory ... unto all the faythfull that be in pryson in Englande, Zürich 1555
All the Submyssyons and recantations of Thomas Cranmer, London 1556
Miles Huggarde, The displayinge of the Protestantes, London 1556
Robert Pownall, An admonition to the towne of Callays, unbekannter Druckort 1557
William Birche, A songe between the Quenes majestie and Englande, London 1558
Christopher Goodman, How superior powers oght to be obeyd, Genf 1558
John Knox, The First Blast of the Trumpet Against the Monstrous Regiment of Women, Genf 1558
Thomas Watson, Holesome and Catholyke doctrine, London 1558.

Unveröffentlichte Dissertationen:
G.A. Lemasters, The Privy Council in the reign of Queen Mary I, Cambridge University, 1971
R.H. Pogson, Reginald Pole: Legate to England in Mary Tudor´s reign, Cambridge University 1972
J.P. Marmion, The London Synod of Cardinal Pole, Keele University 1974.

Literatur:
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W.H. Frere, The Marian Reaction in its Relation to the English Clergy, London 1896
J.M. Stone, The History of Mary I, Queen of England, London 1901
J.A. Froude, The Reign of Mary Tudor, London 1910
C. Barrage, The Early English Dissenters, Cambridge 1912
A.F. Pollard, The Political History of England from the Accession of Edward VI to the Death of Elizabeth, London 1919
J.A. Muller, Stephen Gardiner and the Tudor Reaction, London 1926
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Ronny Baier

Letzte Änderung: 21.05.2002