MARIA I. (die Katholische), englische Königin aus dem
Hause Tudor
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* 18.2. 1516 im Palast von Greenwich, †
an Influenza am 17.11. 1558 im Saint James Palast zu London.
Die zunächst sehr harmonische und glückliche Ehe
von Heinrich VIII. und seiner
ersten Frau Katharina von Aragon wurde
hart auf die Probe gestellt, da der ersehnte Kindersegen ausblieb. Eine
erste Tochter wurde tot geboren. Die beiden folgenden Söhne
überlebten das Säuglingsalter nicht, ein dritter Sohn wurde
ebenfalls tot geboren. So war die Freude über das fünfte
überlebende Kind, Maria,
verständlicherweise groß. Doch schon bald wurde die Freude
über die Tochter dadurch getrübt, daß die nächste
Schwangerschaft Katharinas
wieder in der Totgeburt eines Mädchens endete. Danach stellte sich
bei der Königin gar Unfruchtbarkeit ein und der ersehnte
männliche Thronfolger rückte in unerreichbare Ferne. In Folge
dieser dynastischen Enttäuschung entfremdete sich Heinrich VIII.
ab 1518 zusehends von seiner Frau und wendete sich verschiedenen
Liebschaften zu. Ab 1527 betreibt er offen die Annullierung seiner Ehe
mit Katharina,
um in einer weiteren Ehe doch noch zum ersehnten männlichen Erben
zu kommen. So wünschte er die
Dynastie der TUDORS zu festigen und England vor erneuten Adelskriegen
zu bewahren, die das Land vor der Thronbesteigung seines Vaters Heinrich VII. zermürbt
und finanziell ruiniert hatten. Marias
Jugend
verlief zunächst ruhig und gesichert. Sie erhielt eine gute
Erziehung durch ihre humanistisch gebildete und gelehrte Mutter und
ihre Thronfolge schien trotz der Sorgen ihres Vaters gesichert. Eine
weitere prägende Persönlichkeit in Marias
Erziehung war ihre Patin und Gouvernante, Margarethe, die Komtess von Salisbury, Mutter von Reginald
Pole, der spätere Kardinal und
Mitstreiter Marias bei
ihrer
Rekatholisierungspolitik. 1525 war die sorgenfreie Zeit erst einmal zu
Ende, als Heinrich
seinen unehelichen Sohn, Heinrich Fitzroy, zum Grafen
von Nottingham und zum Herzog
von Richmond ernannte, während sie
als Prinzessin von Wales
in die walisischen Marschen
geschickt wurde, wo sie fern vom
Königshof und getrennt von der geliebten Mutter und ihrer
Gouvernante im goldenen Käfig saß. Mit Beginn des
Ehenichtigkeitsverfahrens stand sie zwischen ihren Eltern. 1531 sah sie
die Mutter zum letzten Mal vor deren Tod. Nach seiner Scheidung von Katharina und
der Heirat mit Anna Boleyn 1533
erklärte Heinrich
VIII. Maria zu seiner illegitimen Tochter und beraubte sie des
Titels einer Prinzessin von Wales.
Marias
Haushalt wurde aufgelöst und dem ihrer
Stief-Schwester Elisabeth eingegliedert, die
im September 1533 zur Welt kam. Zusammen mit Elisabeth
stand sie unter der strengen Obhut Lady
Sheltons, was einem Hausarrest gleichkam. Die Trennung von der
Mutter, deren Tod 1536 sowie die ständigen Erniedrigungen seitens
ihres Vaters schadeten der physischen und psychischen Gesundheit Marias, was
die Berichte der kaiserlichen Botschafter aus jener Zeit belegen. Sie
berichten Marias Cousin, Kaiser KARL
V. oft von Krankheiten, Angstzuständen und
hysterischen Anfällen. Nicht lange nach dem Tod der Mutter 1536
wurde Marias Stief-Mutter Anna Boleyn hingerichtet.
Nun holte sie Heinrich
VIII. an den Hof zurück, nachdem sie ihren Status als
illegitime Tochter anerkannt und den Suprematseid abgelegt hatte. 1537
wurde sie sogar Taufpatin ihres
Stief-Bruders Eduard, zu dessen Mutter, Jane Seymor (Heinrichs
dritte Ehefrau) sie ein sehr gutes Verhältnis hatte. Jane Seymor
trug viel dazu bei, daß sich Heinrich
mit
Maria
aussöhnte. Leider starb Janes
Seymor
bei der Geburt ihres Sohnes. Mit
Eduard war Heinrich
endlich der ersehnte Thronfolger geboren, so daß er Maria wieder
in die Thronfolge aufnahm. Aufgrund der veränderten
außenpolitischen Lage stiegen zudem Marias
Chancen auf eine Heirat mit einem der kontinentalen Fürsten wieder
und im Haushalt ihrer Halb-Schwester Elisabeth übernahm
sie nun die Führung. Ein schwerer Schlag traf sie, als 1538 ihre
Taufpatin, die Komtess von Salisbury
sowie deren Familie hingerichtet
wurde. Dieser barbarische Akt ist im Zorn Heinrichs VIII.
über Reginald Pole
begründet, der inzwischen Kardinal
in Rom eine Streitschrift gegen
seinen Verwandten Heinrich veröffentlichte.
In den Jahren nach 1540 fand Maria
in Heinrichs
letzter Ehefrau, Katharina Parr, eine treue
Freundin. 1544 und 1547 wurden ihre Thronfolgerechte bestätigt und
bei Heinrichs
Tod erfreute sich
Maria ansehnlicher Besitztümer im Osten des Landes. Sie war
nun 31 Jahre alt, gesundheitlich angeschlagen und noch immer
unverheiratet. Die Zeit nach dem Tod ihres Vaters 1547 war vom Kampf um
die Erhaltung ihres Glaubens bestimmt, worin sie KARL V. nach
Kräften unterstützte. Sie verweigerte sich der
Uniformitätsakte und lehnte es ab für den liturgischen
Gebrauch Thomas Cranmers
"Prayer Book" zu benutzen. In ihrer Privatkapelle feierte sie die
lateinische Messe. Nach 1549 verschlechterte sich das Verhältnis Marias zu ihrem Bruder Eduard zusehends. Die unter dem Protektor,
dem Herzog
von Northumberland, zunehmenden religiösen Gängeleien
führten schließlich zur Planung der Flucht Marias nach
Spanien, die aber kurz vor der Durchführung wieder verworfen wurde
und zum psychischen Zusammenbruch Marias
führte. Die Ereignisse nach 1549 trugen zweifelsohne dazu bei,
daß sich Maria
später ganz in die Arme des Kaisers und des Hauses HABSBURG
warf. Mehr denn je fühlte sie sich in ihrem Glaubenskampf ihrer
spanischen Mutter und deren katholischen Verwandten verpflichtet. Am
Vorabend ihrer Machtübernahme 1553 war Maria im
wahrsten Sinne des Wortes alt, verbittert sowie physisch und psychisch
gezeichnet. Ihre rigorose katholische Haltung führte noch kurz vor
dem Tod ihres Bruders Eduard
zum Versuch des Protektors
Northumberland, Maria von
der
Machtübernahme abzuhalten. Er ließ vom sterbenden König
die Thronfolge zugunsten seiner
Schwieger-Tochter Lady Jane Grey abändern.
Diese war eine Enkelin von Maria, der jüngeren
Schwester Heinrichs VIII. Maria
wurde
rechtzeitig gewarnt und zog sich auf ihre Güter nach Suffolk
zurück, wo sie ihre Anhänger um sich scharte. Sie ließ
sich sogleich als Königin ausrufen und zog mit ihrer Schwester Elisabeth und
großem Gefolge Richtung London. Im August 1553
wurde ihr in der Hauptstadt ein triumphaler Empfang bereitet. Northumberland schmolz die
politische Unterstützung im Privy
Council und im Parlament dahin.
Er musste sich geschlagen geben und wurde gefangengesetzt. Maria ordnete
sogleich die Freilassung vom Herzog
von Norfolk und von Bischof
Stephen Gardiner an.
Sie gab ihm den Bischofssitz Winchester
zurück und machte ihn zum Lordkanzler.
Es war Gardiner, der sie
am 1.10.1553 in
der Westminster Abtei
krönte. So begann die Regentschaft der ersten Frau auf Englands
Thron. Ihre Regentschaft brachte ihr in späteren Generationen den
Titel die Katholische oder auch die Blutige ein. Er ist
ihr Markenzeichen geworden. Nahezu 300 Protestanten, darunter so
bekannte Männer wie die Bischöfe
Cranmer, Ridley, Latimer und Hooper starben nach der
Wiedereinführung der alten Häresiegesetze auf dem
Scheiterhaufen. Viele Protestanten verließen das Land und
bildeten Exilsgemeinden auf dem Kontinent. Basel, Straßburg,
Frankfurt und andere Städte wurden ihre Zentren. Ihre
propagandistische Arbeit stützten den Protestantismus in der
Heimat. Selbst Marias
strenge Zensurgesetze konnten es nicht
verhindern, daß protestantische Schriften in großer Zahl
ins Land einströmten. - Die meisten Exilanten waren radikal und
vertraten ein presbyterial verfasstes Kirchenwesen, was später
unter Elisabeth zu
großen innerprotestantischen Spannungen
führen sollte. Marias
Verfolgungspolitik erreichte nicht ihr Ziel.
Sie stärkte im Gegenteil die Exilsgemeinden, ließ einen
protestantischen Märtyrerkult entstehen, führte zu
Untergrundgemeinden und zu zunehmendem Prestigeverlust ihrer Regierung
und Person. Neben der Rekatholisierung galt ihr Hauptaugenmerk ihrer
Heirat. Sie war inzwischen 37 Jahre alt und mußte schnell
handeln, wollte sie eigene Nachkommen sichern. Bei der Suche nach dem
passenden Ehemann verließ sie sich ganz auf ihren Cousin KARL V. Der empfahl Maria
seinen Sohn Philipp II., König von Spanien. Nationale
Kreise im Land, auch der Lordkanzler
Stephen Gardiner,
opponierten gegen die Heiratspläne, sahen
sie doch außenpolitische Verwicklungen auf England zukommen. Gardiners Protest verhallte
ungehört. Daraufhin zettelte Sir
Thomas Wyatt wegen
der spanischen Heirat im Sommer 1554 eine
Revolte an, die jedoch schnell niedergeschlagen wurde. Wyatt wurde hingerichtet,
ebenso die
noch im Tower gefangene Lady Jane Grey und ihr
Ehemann. Somit sollten Thronrivalen beseitigt werden. Auch Elisabeth
fürchtete in dieser Phase um ihre Sicherheit. Allen
Widerständen zum Trotz heiratete Maria am
25.7.1554 Philipp
II. in der Kathedrale zu Winchester. Gardiner selbst leitete den
Gottesdienst, sicher mit gemischten Gefühlen und der Ahnung
heraufziehender Stürme. Auf Drängen Philipps
trat England in den Krieg mit Frankreich ein, bei dem es seine letzte
Besitzung auf französischem Boden einbüßte. Maria
schaffte es die Staatsfinanzen zu ordnen, sie trieb die englische
Besiedlung Irlands voran, und
schuf die Voraussetzungen für den späteren Handel mit dem
Baltikum und Rußland. Leider wurde 1555 die Ernte des Landes
vernichtet, ein Ereignis, das sich 1556 bis 1558 wiederholen sollte.
Inflation und Preisanstieg, die um sich greifende Armut der
Bevölkerung, der Krieg mit Frankreich und der Verlust von Calais machten Marias
anfängliche wirtschaftliche Erfolge zunichte und entfremdeten die
Engländer von ihrer Königin.
Die Fülle von
Unglücken und die Tatsache, daß der Königin Nachkommen
versagt blieben, ließen nicht wenige daran denken, daß Gott
mit England zutiefst unzufrieden sei. Das Jubelgefühl von 1553 war
längst dem Pessimismus und die Unterstützung durch die
Konservativen der Distanz gewichen. Die Katholiken des Landes waren
über die spanische Heirat und die Rekonziliation mit Rom
gespalten. 1558 erkrankte die Königin an Influenza. Nach kurzer
schwerer
Krankheit starb sie in der Nacht des 7.11.1558
im Saint James Palast zu London. Nicht weit von ihr verstarb zu selben
Zeit im Lambeth Palast ihr treuer Weggefährte Reginald Pole. Mit beiden starb
in
einer Nacht die katholische Reform in England. Die katholische Reform
begann 1553 ziemlich bald nach dem Regierungsantritt Marias. Die
Messe wurde wieder eingeführt. Verheiratete Priester mußten
ihr Amt aufgeben. Die Häresiegesetze traten wieder in Kraft. Maria
verzichtete noch im Herbst 1553 auf den Titel ihres Vaters "Supreme Head of the Church", was
auf eine Wiedereinführung des päpstlichen Primates hinwies.
Eine neue Phase der Rekatholisiserung Englands begann mit der Ankunft
von Kardinal Pole. Am
28.11.1554 trat er vor die beiden Häuser des Parlamentes und
verkündete die Rekonziliation mit Rom. Diese wurde parlamentarisch
nur möglich, weil bereits im Vorfeld von Maria
zugesichert wurde, alle während der Regierung Heinrichs VIII.
und Eduards VI.
eingezogene Kirchengüter nicht zurückzufordern. Auch wurden
nur ganz wenige Klöster wiedererrichtet und mit königlichen
Gütern und Geldern ausgestattet, so daß der Adel keinerlei
Einbußen hinnehmen mußte. Mit einer Parlamentsakte wurde Heinrichs
Kirchengesetzgebung rückgängig gemacht und somit die formelle
Wiederherstellung der katholischen Kirche abgeschlossen. Die Erneuerung
der Häresiegesetze ermöglichte im Anschluß daran, eine
härtere Vorgehensweise gegenüber den Protestanten, welche ja
dann zu den schon genannten 300 Hinrichtungen führte. - Mit dem
Abschluß der Rekonziliation 1554 begann die Arbeit aber erst
richtig. Denn mit der Trennung von Rom 1534 waren viele Dinge, die zum
Katholizismus und seiner Volksfrömmigkeit gehörten,
verschwunden. Es verschwanden die Klöster, welche für das
liturgische Leben so wichtig gewesen waren. Es verschwanden die
Heiligenfeste aus dem Kalender und mit ihnen Schreine und Wallfahrten.
Nach 1547 verschwanden mit der Aufhebung der Bruderschaften, der
Beseitigung jeglicher Bildwerke, Bräuche, Riten und der Messe als
"Abgötterei" die letzten Refugien katholischer Frömmigkeit.
Die kontinuierliche Destruktion der alten Kirche rief gleichwohl wenig
Widerstand hervor und läßt für 1554, das Jahr Null der
katholischen Gegenreformation, darauf schließen, daß nur
noch wenige mit dem Katholizismus und seinen Riten und Bräuchen
vertraut waren. Andererseits zeigt die mancherorts spontane
Wiederbelebung der Messe und anderer Bräuche sowie das Auftauchen
geretteter Kirchenschätze, Bilder, Fahnen u.a., daß nicht
wenige Menschen in der protestantischen Kirche viel Gewohntes
vermißten oder sie doch noch mit dem Herzen am ererbten Glauben
der Vorfahren hingen. Der rasche Wandel der religiösen
Verhältnisse belegt auch eine gewisse Gleichgültigkeit der
Menschen, welche in der folgenden Regierungszeit Elisabeths I.
ihrerseits auch die anglikanischen Bischöfe beklagen. Die
religiösen Umwälzungen unter Heinrich VIII.
und Eduard VI.
bewirkten, daß sich die Frömmigkeit mehr an der Schrift als
an Bräuchen und Zeremonien orientierte, was sich auch auf Marias
Reformwerk auswirkte. Es ist interessant, daß sie die offizielle
für den Kirchengebrauch herausgegebene volkssprachliche Great
Bible nicht zurückgenommen hatte, wenn auch deren Auslegung
und der Diskusion über den Text dem Klerus vorbehalten wurde. Auch
die neuen Stundenbücher der Geistlichen zeigen nach 1554
protestantische Einflüsse: von den 39 Ausgaben während der
Regierungszeit Marias waren immerhin 5 in rein englischer Sprache und
16 in englisch - lateinischer Sprache gedruckt. Zudem enthielten sie
alle, auch die lateinischen Ausgaben, neben vielen Schrifttexten und
den Psalmen, umfangreiche Gebete und eine stattliche Zahl erbaulicher
Texte, was sie über den gottesdienstlichen Gebrauch auch zu einem
geistlichen Hausbuch für das private Gebet machten. Die wenigen
Bruderschaften, die wiedererstanden sahen ihre Hauptaufgabe nicht mehr
wie früher darin, für das Seelenheil der verstorbenen
Mitglieder mittels Seelenämter und frommer Stiftungen zu sorgen,
sondern in caritativen Aufgaben. Auch hier ist der Wandel deutlich
spürbar. Maria legte keinen Wert auf Wallfahrten oder auf die
Wiederbelebung von Schreinen und Pilgerzentren. Sie spendete lieber
für die Universitäten in Cambridge und Oxford. Daneben galt
ihre große Sorge der Predigt und eines gut geschulten Klerus.
Beides hing für Maria und
Kardinal Pole engstens zusammen. So
förderten sie Predigtbücher für den Klerus sowie die
öffentlichen Predigten auf Englands berühmtester Kanzel,
jener am St. Pauls Kreuz bei der gleichnamigen Kathedrale im Herzen
Londons. Den Engländern sollten über das verkündigte
Wort die katholischen Lehrinhalte wieder eingepflanzt werden. Was Pole
allerdings im Gegensatz zu Maria nicht wollte, war ein streitbarer
Klerus. Er mied kontroverstheologische Streitgespräche oder
Auseinandersetzungen, vor allem aber weigerte er sich, die in
Deutschland und anderen Ländern so erfolgreichen Jesuiten ins Land
zu holen. Pole schottete Englands Katholizismus weitgehend von den
Neuerungen auf dem Kontinent ab. Mit der Zeit wären solche
Verbindungen gewiß entstanden, 1558 war aber davon nichts zu
spüren. Auch versäumten es Maria und Pole, die Presse
besser für
ihre Zwecke zu nutzen. Es fehlte an Geld, um die Rekatholisierung noch
besser voranzutreiben, vor allem aber fehlte die Zeit. Wären Maria und ihrem Vetter Pole noch
etwa ein
Jahrzehnt geblieben, England wäre gewiß wieder ein
katholisches Land geworden. So aber starb mit beiden in der Nacht des
17.11.1558 die kurze katholische Erneuerung, denn Elisabeth I.
suchte mit der Schaffung der anglikanischen Kirche den Mittelweg
zwischen den Konfessionen und den inneren Frieden des Landes. Maria nur
als die Blutige zu sehen verkennt, daß sie von ihrem Wesen her
nicht gewalttätig und grausam war, vielmehr verletzlich und
instabil, aber doch auch bigottisch, was sicher mit den Erfahrungen und
die Erlebnisse in frühen Jahren zu tun hatte. Auch auf politischem
und wirtschaftlichem Gebiet hatte sie Erfolge vorzuweisen, wenngleich
vieles durch die Missernten und Naturkatastrophen zwischen 1555 und
1558 nicht zum Tragen kam. Elisabeth erbte jedenfalls keinen maroden
Staat von ihrer Schwester. Das hier alles zu Maria Gesagte mag nun
nicht die Schuld zu tilgen, die sie mit der blinden Verfolgung der
Protestanten auf sich geladen hat, doch soll es zum Nachdenken anregen
und vor einfachen Schwarz-Weiß Malereien warnen, mittels derer
ganze Generationen protestantischer Geschichtsschreiber in ihr allein
die Bloody Mary sahen. - Manuskripte, Briefwechsel,
Staatspapiere, Botschaftsberichte, Schatzmeisteraufzeichnungen und
andere offizielle Quellen zu Maria Tudors Regierungszeit sind in
unermeßlich großer Zahl beim Londoner Public Record Office,
in der British Library und der Greater London Record Office sowie den
Journalen der beiden Häuser des Parlaments in Westminster zu
finden. Im Blick auf Spanien und Philipp
II.
finden sich viele Dokumente im Archivo General de Simancas sowie in der
Biblioteca del Palacio Real in Madrid. Diese Dokumete sind hier nicht
einzeln aufgeführt.
Zeitgenössische Werke:
An admission to the bishoppes of Winchester London and others, London
1553
John Bale, The vocacyon of Johan Bale to the Bishoprick of Ossorie,
London 1553
Leonard Stokes, An Ave Maria in Commendation of oure most virtuous
Queene, London 1553
The communication between my Lord Chauncelor and Judge Hales, Rouen
1553
The saying of John late Duke of Northumberland upon the scaffolde,
London 1553
John Christopherson, An exhortation to all menne to take hede and
beware of rebellion, London 1554
John Gwynneth, A declaration of the state wherin all heretickes dooe
leade their lives, London 1554
John Heywood, A balade specifienge partly the maner, partly the matter,
in the most excellent meeting and lyke marriage between our Sovereigne
Lord and our Sovereigne Lady, the Kynges and Queenes highness, London
1554
Miles Huggarde, A treatise declaring howe Christ by perverse preachyng
was banished out of this realme, London 1554
ders., The assault of the sacrament of the altar, London 1554
John Standish, A discourse wherin is debated wheter it be expedient
that the scriptures should be in English, London 1554
William Turner, The hunting of the Romyshe wolfe, Zürich 1554
A Supplicacyon to the Quenes Majestie, unbekannter Druckort 1555
Edmund Bonner, A profitable and necessarye doctrine, with certayne
homilies, London 1555
ders., A honest godlye instruction ...for the ...bringinge up of
children, London 1555
John Olde, An Acquital or purgation of the moost catholyke Christen
Prince Edward VI, Zürich 1555
John Scory, An epistle written by John Scory ... unto all the faythfull
that be in pryson in Englande, Zürich 1555
All the Submyssyons and recantations of Thomas Cranmer, London 1556
Miles Huggarde, The displayinge of the Protestantes, London 1556
Robert Pownall, An admonition to the towne of Callays, unbekannter
Druckort 1557
William Birche, A songe between the Quenes majestie and Englande,
London 1558
Christopher Goodman, How superior powers oght to be obeyd, Genf 1558
John Knox, The First Blast of the Trumpet Against the Monstrous
Regiment of Women, Genf 1558
Thomas Watson, Holesome and Catholyke doctrine, London 1558.
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Letzte Änderung: 21.05.2002