Heinrich                                           Herzog von Richmond und Somerset
------------                                         Graf von Nottingham
Anfang Juni 1519
22.7.1536
 

Illegitimer Sohn des Königs Heinrichs VIII. von England aus dem Hause TUDOR von der Elisabeth Blount

Thiele Andreas: Band II/1 Tafel 211a
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HEINRICH
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1519
1536

(unehelich, Mutter = Elisabeth Bount)

Heinrich sollte wohl sogar Thronerbe werden, erhielt Titel und Ämter wie sie nur königliche Prinzen bekamen. Er wurde Herzog von Richmond und Somerset und Vize-König von Irland. Er war ein hübscher, aufgeweckter Junge, der eventuell durch die Intrigen der Anna Boleyn vergiftet wurde.

  oo 1533
      MARIE HOWARD
            
9.XII.1557

Tochter des Herzogs Thomas IV. von Norfolk, Cousine von Anna Boleyn


Baumann Uwe: Seite 57,70,105
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"Heinrich VIII. mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten."

Am 16. Juni 1525 hatte er seinen 1519 geborenen, unehelichen Sohn Henry Fitzroy in den Adelsstand erhoben und ihn zum Grafen von Nottingham und zum Herzog von Richmond und Somerset ernannt. Kurzzeitig erwog der König wohl, seinen unehelichen Sohn zum Nachfolger aufzubauen: der Titel des Herzogs von Richmond war immerhin der Titel, mit dem Heinrich VII. in die Schlacht von Bosworth (1485) gegen Richard III. gezogen war. Offenbar ließ Heinrich VIII. seine Pläne jedoch wieder fallen, vielleicht hatte er eingesehen, daß die Thronfolge eines unehelichen Sohnes zu leicht anzufechten war.
Der Kardinal Campeggio entwickelte sogar den abenteuerlichen Vorschlag, der Papst solle eine Dispens gewähren, damit Heinrichs Tochter Maria ihren unehelichen Halb-Bruder, den Herzog von Richmond, heiraten könne: Richmond sollte für ehelich erklärt werden und nach Heinrichs Tod gemeinsam mit Maria die Herrschaft übernehmen.
Bis dahin war der König ermächtigt, allein einen Nachfolger zu bestimmen. Allgemein war man überzeugt, Heinrich würde seinen unehelichen Sohn, den Herzog von Richmond, zum Nachfolger designieren, aber dieser starb am 22. Juli 1536, wenige Tage nachdem das Gesetz verabschiedet worden war.

Fraser Antonia: Seite 39,96,122-124,274,283,284
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"Die sechs Frauen Heinrichs VIII."

Im Alter von vierzehn Jahren wurde Henry Fitzroy, Heinrichs VIII. unehelicher Sohn, mit Lady Mary Howard verheiratet, doch war die Ehe bei seinem vorzeitigen Tod drei Jahre später (Ursache: Tuberkulose) noch immer nicht vollzogen.
Der kleine Junge kam Anfang Juni 1519 zur Welt. Er erhielt den Vornamen seines Vaters und den traditionellen Zunamen unehelicher königlicher Kinder, der stolz auf seine Herkunft hindeutet: Fitzroy. Daraufhin wurde der der hübsche, gesunde, lebhafte Junge "gut erzogen, eines Fürsten Kind". Der König liebte ihn abgöttisch, doch liebte er auch seine Tochter.
Das Fest sollte aus zwei Teilen bestehen. Bei der ersten Zeremonie am 7. Juni sollte das sechsjährige Kind zum Ritter des Hosenbandordens geschlagen werden. In der Sankt Georgs-Kapelle zu Windsor erhielt Henry den zweiten Chorstuhl an der Seite des Souveräns. Da Henry Fitzroy schon am vorangegangenen Sankt Georgstag, dem 23. April, gemäß dem Brauch des Ordens aufgenommen worden war, war diese Zeremonie weniger pompös als die folgende.
Zwei Wochen später wurde der kleine Junge feierlich zum Herzog von Richmond ernannt. Hinzu kamen ebenso die königlichen Titel des Herzogs von Somerset und des Grafen von Nottingham. Die Ernennungs-Urkunden gaben
Richmond Vorrang vor allen bereits ernannten und den zukünftig zu ernennenden Herzögen, außer denen, die legitim vom König oder dessen legitimen Nachkommen abstammten. Dem neuen Würdenträger wurden große Güter zugesprochen; zusätzlich wurde er zum Großadmiral, zum Präsidenten des Geheimen Staatsrates des Nordens sowie zum Gouverneur aller schottischen Marken erhoben. Henry Herzog von Richmond würde nun nach Norden ziehen, um in dem anspruchsvollen Luxus aufzuwachsen, den man seiner Stellung für angemessen erachtete.

Unter Trännen erzählte der König dem jungen Herzog von Richmond, Anne Boleyn sei "eine sich des Giftmordes bedienende Hure", die die Ermordung des Jungen und seiner Halb-Schwester Mary geplant habe; wie glücklich seien die beiden dem entronnen!
Ein Vorschlag geht dahin, daß der König beabsichtigte, Herzog Henry von Richmond zu legitimieren und den etwa Siebzehnjährigen zu seinem Erben zu erklären. Aus zwei Gründen ist dies wenig wahrscheinlich. Zunächst gab die Gesundheit des Jungen, den der König einst mehr als seine eigene Seele geliebt hatte, Anlaß zu ernster Sorge; er litt an Tuberkulose und würde in der Tat zwei Monate spätrer sterben. Noch zwingender erscheint das Argument, daß der König seinen Bastard sicher nicht in dem Moment legitimieren würde, in dem er zuversichtlich auf einen neuen Erben von einer neuen Ehefrau hoffte.
 
 
 
     

 1533
  oo Marie Howard, Tochter des Herzogs Thomas IV. von Norfolk
       um 1520
9.12.1557       Cousine von Anna Boleyn
 
 
 
 

Literatur:
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Baumann Uwe: Heinrich VIII. mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH 1991 Seite 57,61,70,105 - Fraser Antonia: Die sechs Frauen Heinrichs VIII. Claasen Verlag GmbH Hildesheim 1995 Seite 39,96,103,115,122-124,126,151,168,209,262,274,283, 284,286 - Grayeff Felix: Heinrich VIII. Ein kraftvolles Leben. Wilhelm Heyne Verlag München 1961 Seite 95,115,233,257 - Hackett, Francis: Heinrich der Achte. Rohwolt Berlin 1936 Seite 152,198,199,210,331,336,342,359,418 - Mattigny, Garret: Katharina von Aragon. W. Kohlhammer Verlag Stuttgart 1962 Seite 187,243,249-251 - Panzer Marita A.: Englands Königinnen. Von den Tudors zu den Windsors. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 2001 Seite 27,28,77,93 - Ridley Jasper: Heinrich VIII. Eine Biographie. Weltbild Verlag GmbH Augsburg 1995 Seite 308 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 211a -