Katharina Parr                                  Königin von England
-------------------                                Lady Latymer von Corby
1511
7.9.1548 im Kindbett
 

Älteste Tochter des Sir Thomas Parr of Kendal ( 1517) und der Mathilde Green, einer Erbin aus Norhampton; Schwester des Grafen Wilhelm Parr von Essex (* 14.8.1513 1571)
 

Thiele, Andreas: Tafel 203
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band IV Die Britische Peerage, ein Auszug"

JOHANN I. NEVILLE
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1493
1543

Lord Latymer

  1. oo DOROTHEA DE VERE
                
1515

Tochter des Sir Georg, Schwester von Graf Johann IV. von Oxford (vgl. Oxford III)

  2. oo ELISABETH MUSGRAVE
                
um 1532

Tochter des Sir Eduard und der Johanna Ward

  3. oo KATHARINA PARR
               
1548

Tochter des Sir Thomas zu Kendal

(2. Ehe: England IVa 1)


Thiele, Andreas: Tafel 211
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

HEINRICH VIII. TUDOR
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11491
1547

  6. oo 1543
          KATHARINA PARR
          1512
1548

Tochter des Sir Thomas zu Kendal
Witwe des Lords Johann I. von Neville de Latymer (vgl. Neville IV)
(ihre 3. Ehe: oo Thomas Seymour, Lord, der Bruder von Jane und Herzog Eduard,
1549 hingerichtet, vgl. Somerset I)
Katharina Parr war keine Schönheit, jedoch hochgebildet, gewinnend und geradeheraus; sie äußerte offen ihre protestantischen Neigungen und gewann trotzdem Anerkennung und Zuneigung Heinrichs VIII., den sie dann bis zuletzt aufopfernd pflegte.


Thiele, Andreas: Tafel 272
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band IV Die Britische Peerage, ein Auszug"

THOMAS SEYMOUR
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um 1508
1549 hingerichtet

  oo 1547
       KATHARINA PARR, Witwe Heinrichs VIII.
             
1548


GROSSE FRAUEN DER WELTGESCHICHTE. Tausend Biographien in Wort und Bild. Seite 370
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KATHARINA PARR
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15091548

"Am 13. Februar 1542 wurde die 19-jährige Katherine Howard, die fünfte Gemahlin unseres glorreichen Königs Heinrich VIII., im Hofe des Towers durch das Beil des Henkers hingerichtet. Gott sei ihrer armen Seele gnädig..." So berichtete eine zeitgenössische englische Chronik. Wenige Monate zuvor hatte Hans Holbein im allerhöchsten Auftrage das Bildnis der kindhaft jungen Königin gemalt. Es war nicht sein letzter Auftrag - wenig später führten ihm Vertraute des Königs eine neues Modell in die Werkstatt, die 23-jährige verwitwete Lady Latimer. Sie war schon zweimal verwitwet; als 14-jährige hatte sie Lord Borough of Gainsborough geheiratet, der kurz nach der Eheschließung gestorben war. Um Lady Latimer warb auch Thomas Seymour, ein Bruder der verstorbenen Königin - aber ein anderer mächtigerer kam ihm zuvor: der König selbst. Sechzehn Monate nach Katharina Howards Tod stand Heinrich VIII. wieder vor dem Traualtar, zum letzten Mal... Die kluge, erfahrene Katharina erkannte bald, dass ihr dritter Gemahl weniger eine Geliebte brauchte als eine liebende, sorgsame Pflegerin; nur sie konnte die aus offenen Wunden schwärenden, von der Wassersucht aufgedunsenen Beine des Dahinscheidenden mit kühlender Salbe behandeln; mit ruhiger Hand zerriss sie auch die feinen Netze der Intrige, die ihre zahlreiche hochgestellten Feinde am Hofe um des Königs sechste Gemahlin zu spinnen versuchten. Der Kanzler Wriothesley erlistete sich sogar Heinrichs Unterschrift für einen Haftbefehl gegen die Königin, die das Blatt mit einem Lächeln in die Flammen des offenen Kamins warf. Dann schrieb sie gelassen weiter an ihrem Buche "Die Klagen eines Sünders", einer frommen Betrachtung über die Pflichten der gehorsamen Frau... In Katharinas Armen hauchte der Könige sein wildes Leben aus. Nach seinem Tode erneuerte Thomas Seymour seine Werbung, und sie sagte Ja.


Ihren Stief-Kindern war sie eine gute Mutter und schenkte ihrem Gatten damit etwas, was dieser lange vergeblich gewünscht hatte, ein ruhiges, glückliches Familienleben.
Königin Katharina selbst war in Gefahr geraten, wegen Ketzerei angeklagt zu werden; die persönlich von Lordkanzler Wriothesley vorgenommene Folterung der Anne Askews lässt wohl diesen Schluss zu und wirklich versuchten die katholischen Mitglieder des Staatsrates, die Königin zu beseitigen.

Ridley Jasper:
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"Heinrich VIII. Eine Biographie."

Zur Überraschung aller heiratete Heinrich im Juli 1543 Katharina Parr. Nach der Hinrichtung von Katharina Howard glaubten seine Räte, er werde nie wieder heiraten, obwohl von Zeit zu Zeit das Gerücht umging, er wolle Anna von Kleve an den Hof zurückholen. Im Sommer 1543 war Heinrich 52 und Katharina Parr 31 Jahre alt. Sie war die Schwester von William Parr, den Heinrich vor kurzem zum Peer erhoben hatte. In jungen Jahren hatte sie den betagten Lord Borough geheiratet, und nach dessen Tod wurde sie die Gemahlin Lord Latimers, der zu den Adligen aus Yorkshire gehörte, die die Gnadenwallfahrt unterstützt hatten, aber begnadigt worden war. Er starb nur wenige Monate vor Katharinas Heirat mit Heinrich.
Über Heinrichs Werbung um Katharina ist nichts bekannt. Es gibt keinen Bericht darüber, wann er Katharina Parr traf und wann er sich zur Heirat entschloss. Wir wissen nur, dass er im Februar 1543 einen Schneider dafür bezahlte,
italienische Kleider zu nähen und Cranmer Katharina am 10. Juli eine Heiratsgenehmigung erteilte, in der es hieß, der König "geruhe" Lady Latimer zu heiraten und die Hochzeit könne ohne Aufgebot in jeder Kirche oder Kapelle stattfinden. Chapuys war erstaunt, dass Heinrich Katharina heiratete, denn sie war nicht schön - sie war sogar noch weniger anziehend als Anna von Kleve -, und sie hatte keinem ihrer beiden ersten Ehemänner Kinder geschenkt.
Katharina hatte sich in Johanna Seymours Bruder Thomas Seymour verliebt, der nach Heinrichs Tod schließlich ihr vierter Ehemann wurde. Als sie ihn heiratete, erklärte sie, sie habe ihn schon 1543 heiraten wollen, habe sich jedoch "einer höheren Macht beugen" müssen. Als Heinrich um sie anhielt, soll sie geantwortet haben, "es sei besser, seine Geliebte zu sein als seine Gemahlin"; aber wir können sicher sein, dass diese kluge und verantwortungsbewusste Frau nie so etwas zu Heinrich gesagt hat; solange der König lebte, sagte sie das wahrscheinlich nicht einmal vertraulich zu jemanden. Acht Tage nach der Hochzeit schrieb sie ihrem Bruder Lord Parr, es habe Gott gefallen, daß der König sie zu seiner Gemahlin nehme, was die größte Freude und Labsal sei, die ihr habe widerfahren können. Heinrich und Katharina wurden am Donnerstag, dem 12. Juli 1543, in einer Kapelle in Hampton Court, genannt "The Queens Privy Chamber", von Gardiner getraut. Katharina versprach, Heinrich zum Ehemann zu nehmen und zu ihm zu stehen "in guten und in schlechten Zeiten, in Reichtum und Armut, in Krankheit und Gesundheit" und "im Bett und bei Tisch heiter und gehorsam zu sein, bis dass der Tod uns scheidet". Königin Katharina erwies sich als außerordentlich fähige Regentin, und sie und ihre Räte führten die Regierungsgeschäfte mit großer Tatkraft, als Heinrich in Frankreich Krieg führte.
Katharina hatte großen Einfluss auf die Prinzessen Elisabeth, die nach Heinrichs Tod in ihrem Haushalt lebte und starb nach kurzer vierter Ehe im Kindbett.
 
 
 
 

    1527
  1. oo Eduard Lord Borough of Gainsborough
      x   um 1510
1532

  1533
  2. oo 3. Johann I. Neville von Latymer

     x        1493
2.3.1543

  12.7.1543
  3. oo 6. Heinrich VIII. König von England
      x       28.6.1491
21.8.1547

  4. oo Admiral Thomas Seymour
                
10.3.1549 hingerichtet
 
                                                                                 


Literatur:     www.wikipedia.de               Maike Vogt-Lüerssen


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Baumann Uwe: Heinrich VIII. mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH 1991 Seite 123,125,128,129 - Fraser Antonia: Die sechs Frauen Heinrichs VIII. Claasen Verlag GmbH Hildesheim 1995 Seite 7-11,302,341,397-465,469-472,475-477,480-482 - Grayeff Felix: Heinrich VIII. Ein kraftvolles Leben. Wilhelm Heyne Verlag München 1961 Seite 320,337,344,348 - GROSSE FRAUEN DER WELTGESCHICHTE. Tausend Biographien in Wort und Bild. Neuer Kaiser Verlag 1987 Seite 370 - Neale John E.: Elisabeth I. Königin von England. Eugen Diederischs Verlag München 1994 Seite 17,22,26,27,28,29,32,69 - Panzer Marita A.: Englands Königinnen. Von den Tudors zu den Windsors. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 2001 Seite 10,53,60-65,66,77,94,95 - Ridley Jasper: Heinrich VIII. Eine Biographie. Weltbild Verlag GmbH Augsburg 1995 Seite 402,421,430,436 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 211 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band IV Die Britische Peerage, ein Auszug, R.G. Fischer Verlag 1996 Tafel 203,272 - Wende Peter: Englische Könige und Königinnen. Von Heinrich VIII. bis Elisabeth II. Verlag C.H. Beck München 1998 Seite 30,45,49,53,77 -