Bernhard II.                                    Graf von Plötzkau
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um 1110-26.10.1147
 

Jüngerer Sohn des Grafen Helferich von Plötzkau und der Adele von Northeim, Tochter von Graf Kuno
 

Brandenburg Erich: Tafel 14 Seite 27
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIII. 167. BERNHARD, Graf von Plötzkau
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* ..., + 1147 26. X. in Kleinasien
 

Gemahlin:
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KUNIGUNDE aus Bayern
         +

II. oo Dietrich von Wettin

Anmerkungen: Seite 146
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XIII. 167. - 169.

Ann. Saxo 1118, Bernhardi und Raumer, Tab. 10.



Thiele Andreas: Tafel 218
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

BERNHARD II.
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    + 1147 gefallen

Graf von Plötzkau, Hecklingen und Walbeck, war seit 1133 schroffer Gegner des Markgrafen Albrecht der Bären, der 1134 Nachfolger seines Bruders Konrad wurde. Er setzte sich nicht gegen ihn mit seinem Anspruch in der Nordmark durch, ging im deutschen Thronkrieg 1137-1142 zum STAUFER über, unterstützte jetzt Albrecht in Sachsen und hoffte damit die Nordmark zu gewinnen. Er geriet gegen den Erzbischof Konrad I. von Magdeburg, der Plötzkau zerstörte und fiel 1147 während des 2. Kreuzzuges in Kleinasien.



Giesebrecht Wilhelm von: Seite 179-181,183,280
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"Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Vierter Band Staufer und Welfen."

Dem Grafen Bernhard von Plötzke, der trotz seiner nahen Verwandtschaft mit der Kaiserin für Albrecht Partei ergriff, war Erzbischof Konrad von Magdeburg mit den Waffen entgegengetreten.
Nach Ostern belagerte er [Heinrich der Stolze], unterstützt vom Erzbischof Konrad von Magdeburg und anderen Fürsten Plötzke, die Burg des Grafen Bernhard; sie wurde erobert und niedergerissen.
Schon am 23. Mai finden wir Albrecht, Bernhard von Plötzke und Hermann von Winzenburg flüchtig zu Rusteberg auf dem Eichsfelde beim Erzbischof von Mainz.
Der Ausgang der Unternehmens, für welches der König so viele Vorbereitungen getroffen hatte, war für ihn wenig rühmlich gewesen. Der WELFE blieb Herr in Sachsen, und schon suchten die Grafen, welche sich dort Albrecht und dem König zuerst angeschlossen hatten, ihren Frieden mit LOTHARS Witwe und ihrem Tochtermanne zu machen. Bernhard von Plötzke wußte sich wieder in Sachsen eine Heimat zu gewinnen, indem er sich bittend an die Kaiserin, seine Verwandte, wandte und ihre Verzeihung erlangte.
Am 26. Oktober beschloß König KONRAD, ohne daß es eigentlich zu einer offenen Schlacht gekommen war, den Rückweg nach Nicaea anzutreten. Das abziehende Heer wurde vom Feind verfolgt und konnte in unablässigen Kämpfen sich mühsam Bahn brechen. Der tapfere Graf Bernhard von Plötzke [Er war der Letzte seines Geschlechts; über seine Besitzungen entstand ein hitziger Streit zwischen Heinrich dem Löwen und Albrecht dem Bären.] fiel gleich am ersten Tage, als er sich den nachdrängenden Türken entgegenstellte; er wurde auf einem Hügel von ihnen umzingelt und endete sein Leben im Kampfe. Auf diesen elenden Rückzug sollen 30.000 Deutsche gefallen sein.

Bernhardi, Wilhelm: Seite 636
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"Jahrbücher der Deutschen Geschichte Konrad III."

Noch am Abend des ersten Tages erlitt das Kreuzheer einen schweren Verlust. Graf Bernhard von Plötzkau hatte als Lagerplatz für die Nacht eine Anhöhe ausgewählt, weil er hier die Nachhut vor den verfolgenden Türken gesichert glaubte. Aber er hatte sich getäuscht. Denn während der Dunkelheit unternahmen die Ungläubigen einen heftigen Angriff auf die Mannschaften des Grafen, der mit selbstverleugnender Hingebung die große Schar der Fußgänger und des Trosses gedeckt und ihre völlige Abtrennung von den unter der Führung des Königs schneller vorwärts eilenden Abteilungen verhütet hatte. Es gelang den Türken, die Anhöhe zu umstellen, da Graf Bernhard in steter Hut und Abwehr der Verfolger das Hauptheer einen Vorsprung hatte gewinnen lassen müssen, so daß er isoliert war. So geschah es, daß die feindlichen Geschosse binnen kurzem eine furchtbare Verheerung unter den Lagernden anrichteten. Wohl versuchte Graf Bernhard die Seinigen vor dem Verderben zu retten; aber Menschen und Pferde waren zu erschöpft, als daß sie die Feidne hätten vertreiben können; die Schaffelle, welche die Kreuzfahrer als Deckung gegen die Pfeile verwendeten, erwiesen sich als unzureichend; Graf Bernhard selbst erlitt den Tod durch einen Pfeilschuß und mit ihm viele andere. Eine große Anzahl wurde gefangen. Der König, welcher ziemlich weit voraus war, erfuhr von dem Unglück erst am nächsten Morgen.

Jordan Karl: Seite 45
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"Heinrich der Löwe"

Auf dem 2. Kreuzzug hatte Graf Bernhard von Plötzkau, der Letzte seines Geschlechts, den Tod gefunden. Auf seine am Ostrand des Harzes gelegene Erbschaft meldeten sowohl der Herzog Heinrich der Löwe wie der Markgraf Albrecht Ansprüche an. Auf welche Rechtstitel sie sich stützten, können wir nicht erkennen. [Persönlicher Einwurf: Graf Bernhard von Plötzkau und Heinrich der Löwe hatten in Otto von Northeim einen gemeinsamen Vorfahren. Bernhard war der Urenkel Ottos von Northeim, während Heinrich der Löwe dessen Ur-Ur-Enkel war. Graf Bernhard von Plötzkau und Albrecht der Bär hatten in Graf Otto von Weimar-Orlamünde einen gemeinsamen Vorfahren. Bernhard von Plötzkau war genau wie Albrecht der Bär ein Urenkel des Grafen Otto von Weimar-Orlamünde.]

Partenheimer Lutz: Seite 49,71,74,76,107,248,252-254,285
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"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt."

Neben den durch das Schriftstück des Monarchen bzw. Annalista Saxo im Zusammenhang mit dem Romzug genannten sächsischen Laienfürsten wissen wir nur noch von einem zu diesem Kreis gehörenden Mann, daß er mitgezogen war. Markgraf Konrad von der Nordmark fällt 1133, wahrscheinlich am 10. Januar, in Italien durch einen Pfeilschuß [308 R L III, Nr. 326; KW, Nr. 21 a. - Bei Otto von Heinemann: Albrecht der Bär (wie EN 1) Seite 90,336, Anmerkung 153, wird der Tod Konrads von Plötzkau in die Zeit zwischen 25.12.1132 und 1.1.1133 gesetzt und der 10.1.1133 als Tag der Beisetzung angesehen. H. Beumann: Kloster Hecklingen (wie EN 104), Seite 282, vermutet hingegen wie W. Petke Konrads Tod an dem zuletzt genannten Datum.]. In Albrecht dürfte die Hoffnung aufgekeimt sein, dadurch die so plötzlich wieder erledigte Mark, für die er bereits mehrfach Interesse bewiesen hatte, doch noch zu erhalten. Da Konrad nur einen Bruder hinterließ, der ebenfalls kinderlos bleiben sollte, richtete sich des ASKANIERS Aufmerksamkeit gewiß auch schon auf den möglichen Erwerb der Grafschaft Plötzkau.
Wie sah nun die askanische Phalanx aus? Von den größeren weltlichen Herren Sachsens standen zunächst die Grafen Hermann von Winzenburg und Bernhard von Plötzkau auf der Seite Herzog Albrechts des Bären [549 Das berichten die Paderborner Annalen zu 1138. W. Bernhardi: Konrad III. (wie EN 484), Seite 63 f. mit Anm. 32, und KW, Nr. 64 a, geben hierzu nur die entsprechende Übernahme in der Kölner Königschronik (MG SS rer. Germ. 18), Seite 76, an.]. Ein Heinrich von Badwide, der auch bei dem ASKANIER auftaucht, stammt wohl aus kleinen Verhältnissen. Der PLÖTZKAUER schloß sich dem von König KONRAD ernannten Herzog vielleicht an, weil er eventuell hoffte, so Güter wiedererlangen zu können, die über seines Vaters Schwester Irmgard als Mitgift an deren Mann Udo III. von Stade gelangt waren. Dessen Neffe Rudolf vertrat als letztes männliches Mitglied weltlichen Standes im stadischen Hause die welfische Sache. Und Rudolfs Schwester Liutgard beanspruchte möglicherweise Besitz ihrer Tante Irmgard als Erbe, an dem Bernhard Interesse gehabt haben könnte [551 H.-D. Starke: Sommerschenburg (wie EN 543), Seite 23. - R.G. Hucke, Grafen von Stade (wie EN 128); Seite 109, Anmerkung 766, vermutete, Bernhard von Plötzkau könne gehofft haben, Albrecht der Bär werde ihm die Nordmark überlassen, wenn das Herzogtum Sachsen endgültig in askanischer Hand sei. Bernhards Bruder Konrad war von 1130 bis 1133 bekanntlich Nordmarkgraf und in diesem Amt Vorgänger Albrechts.]. Außerdem waren Albrecht der Bär und der Graf von Plötzkau miteinander verwandt [552 Adela, eine Tochter Kunigundes, der Schwester von Albrechts Großmutter Adelheid, war Mutter der beiden letzten PLÖTZKAUER (siehe EN 103). Nach dem Aussterben der Grafen mit Bernhards Tod 1147 erstrebten sowohl der ASKANIER als auch Heinrich der Löwe die Herrschaft Plötzkau (siehe EN 909).].
Nach Ostern 1139 belagerte, nahm und zerstörte Heinrich der Stolze, unterstützt von Erzbischof Konrad von Magdeburg und anderen Fürsten, Plötzkau, Sitz des für Albrecht den Bären fechtenden Grafen Bernhard.
Angesichts dieser Entwicklung verließen auch seine bisherigen Parteigänger den Herzog und schlugen sich auf die offenbar stärkere Seite. Hermann von Winzenburg und Bernhard von Plötzkau wechselten die Front, um so Stellung und Besitz zu retten. Vielleicht hatten die WELFEN-Anhänger außerdem an ihr Stammes- und Standesbewußtsein appelliert, indem sie geltend machten, daß mit der Erhebung Albrechts durch den König ohne Anhörung der sächsischen Großen doch auch die Ehre derer gekränkt worden sei, die den ASKANIER unterstützten. Der Graf von Plötzkau vollzog den Übertritt unter Vermittlung der Kaiserin-Witwe Richenza, seiner Verwandten [603 Paderborner Annalen; Seite 167:Tunc Bernhardus de Pluozeke, cognatus imperatoricis, licet sero poenitentia ductus, tandem postsubversionem urbis et districtionem fucultatem suarum dominam imperatricem adiit, pro admissa infidelitate veniam petiit et impetravit. Danach die Kölner Königschronik (MG SS rer. Germ. 18), Seite 76.].[Persönlicher Einwurf: Bernhards Mutter Adela war die Cousine der Kaiserin Richenza.]
In das Ende des Jahres 1147 gehört noch ein Ereignis, das in der Zukunft für den ASKANIER Bedeutung erlangen sollte. In Kleinasien hatte KONRAD III. am 26. Oktober die Umkehr der deutschen Kreuzfahrer befohlen. Gegen Abend dieses Tages fiel durch einen Pfeil im heftigen Abwehrkampf mit den Sarazenen der Führer der Nachhut, Bernhard von Plötzkau, der anders als die meisten sächsischen Großen dem König in den Orient gefolgt war [907 Die Quellen über Bernhards Tod stellt W. Bernhardi: Konrad III. (wie EN 484); Seite 636, Anmerkung 19, zusammen.]. Auf das Erbe des mit ihm ausgestorbenen Hauses erhoben sowohl Heinrich der Löwe als auch Albrecht der Bär Anspruch, wobei die jeweilige Rechtsgrundlage unklar ist. Wir erinnern uns, daß Bernhard anfangs den Kampf des ASKANIERS um Sachsen unterstützt und dieser einer Verfügung 1145 zugestimmt  hatte, vielleicht als schon in Aussicht genommener Erbe der PLÖTZKAUER [909 Siehe EN 831; KW, Nr. 155 a. Mit Bezug auf Heinrich den Löwen vermutete Otto von Heinemann: Albrecht der Bär (wie EN 1), Seite 173, daß der seine Ansprüche an Adela knüpfte, die als Enkelin Ottos von Northeim den Grafen Helperich von Plötzkau geheiratet hatte (siehe EN 103). Da Adelas Mutter Kunigunde eine Schwester Adelheids von Weimar-Orlamünde, der Großmutter Albrechts des Bären, war, könnte auch dieser eventuell seine Forderung mit der durch Helperichs Gemahlin vermittelten Verwandtschaft begründet haben.].
 
 
 
 

  oo Kunigunde (aus Bayern)
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Literatur:
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Annalista Saxo: Reichschronik Seite 113,126,177 - Assing Helmut: Die frühen Askanier und ihre Frauen. Kulturstiftung Bernburg 2002 Seite 198 - Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Konrad III., Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1883 Seite 63,636 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 14 Seite 27 - Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Vierter Band Staufer und Welfen. Braunschweig 1877 Seite 179,180,181,183,280,363 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag 1993 Seite 45 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 49,71, 74,76,81,98,107,248,252-254,258,277,285,298,302 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 218 -