Kunigunde von Meißen                  Erbin von Beichlingen
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um 1060- vor 1124 (8.6.1140 Schwennicke)
 

Jüngere Tochter des Markgrafen Otto I. von Weimar-Meißen und der Adela von Löwen, Tochter von Graf Lambert II.
 

Brandenburg Erich: Tafel 26 Seite 52
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XI. 144 a. KUNIGUNDE
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* ca. 1055, + nach 1117 20. III.

Gemahl:
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a) ca. 1073
JAROPOLK, Fürst von Wladimir
      + 1086 25. XI.

b) vor 1087
KUNO VON NORTHEIM, Graf von Beichlingen
        + 1103

c) 1110
WIPRECHT VON GROITZSCH, Markgraf der Ostmark
        + 1124 22.V.

Anmerkungen: Seite 139
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XI. 144.
Ann. Saxo, S. S. 6, 693, zuletzt 1117 20. III. Orig. Guelf. 4, 534.
Ihr erster Gemahl war Fürst Jaropolk (nicht Jaroslav oder Izjaslav), siehe F. Braun, Festschrift für Sierars 687 f.
Über Kuno siehe Bollnow, Seite 17 f. Er weist auch nach, daß Kunigunde 1088 bereits mit Kuno verheiratet war.
Das für eine Kunigunde überlieferte Todesdatum 1140 kann sich unmöglich auf sie beziehen.



Schwennicke Detlev: Tafel 144
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I, 1"

KUNIGUNDE, Erbin von BEICHLINGEN
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    + 8.VI.1140

  I. oo um 1173
          JAROPOLK PJOTR ISJASLAWITSCH, Fürst von Wladimir und Turow
                   + 22.XI.1087 (1086)

  II. oo KUNO, Graf von Beichlingen (NORTHEIM)
                      + 1103 ermordet

  III. oo 1110
             WIPRECHT I. VON GROITSCH, 1123 Markgraf der Lausitz und Markgraf von Meißen
                       + 22.V.1124



Thiele Andreas: Tafel 167
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

KUNIGUNDE, Erbin von Beichlingen
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    + nach 1117

    1073
  1. oo JAROPOLK, Fürst von Turow
                    + 1087

  2. oo KUNO, Graf von Northeim
                     + 1103

  3. oo WIPRECHT DER ÄLTERE, Markgraf von Groitzsch und Meißen
                     + 1124



Kunigunde wurde am Hofe ihres Stiefvaters Dedi II. von Wettin erzogen und beim Besuch des vertriebenen russischen Fürsten Isjaslav mit dessen Sohn Jaropolk im Oktober 1075 vermählt. Nach der Ermordung ihres ersten Mannes kehrte sie nach Deutschland zurück und heiratete den Sohn Ottos von Northeim, Kuno, dem sie Beichlingen in die Ehe brachte. Ihre Tochter aus erster Ehe wurde mit einem thüringischen Fürsten namens Günther verheiratet.

Annalen von Magdeburg
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Die Jahre 1140-1144.
 

1140. Es starb Lothowig [VI] König von Francien; er hinterließ zwei ihn überlebende Söhne, von denen der eine Namens Lothowig [VII] das Königreich erhielt, der andere aber durch Zerschneidung der Lebensadern sein Leben endete. Ferner starb Otto, frommen Andenkens Bischof von Babenberg,
welcher durch seine Predigt die Pomeraner bekehrte; ihm folgte Heilbert, Kanonikus derselben Kirche. Es starb auch Frau Kuonegund von Aldeslove. Es starben Graf Lodewich von Thüringen und Pfalzgraf Wilhelm, ferner Bischof Siward von Minden, Bischof Godebold von Meißen und Bernhard, Abt von Werden. Für Siward wurde der dortige Abt Heinrich erwählt und für Godebold wurde der Propst an derselben Kirche Reinward eingesetzt, und dem Abte Bernhard folgte Lambert, ein Mönch selbigen Klosters. In demselben Jahre noch wurden folgende Festen belagert und zerstört: Groninge
Anehalt, Gebelinzi und Witekke.

Meyer von Knonau, Gerold: Band VII Seite 267
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"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V."

Allein nur noch eine kürzere Zeit dauerte diese Zugehörigkeit, und dann wurde Wiprecht in Pegau zwischen seiner Gemahlin Kunigunde, der Witwe des Grafen Konrad von Beichlingen, mit der er sich nach dem Tode seiner ersten Frau, der Tochter König Wratislavs von Böhmen, verehelicht hatte, und seinen gleichnamigen Sohn, der ihm im Tode vorangegangen war, bestattet.

Friedheim, Rainer: Seite 588,590
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"Wiprecht von Groitzsch. Sturz in die Tiefe."

Bald darauf heiratete Wiprecht II. Kunigunde von Beichlingen, die in erster Ehe mit Demetrius von Rußland, in zweiter Ehe mit dem schließlich ermordeten Cuno von Beichlingen verheiratet gewesen war. Diese bedurfte des Schutzes gegen die Mörder ihres Mannes, Edelger von Ilfeld und Christian von Rotenburg, die sie hart bedrängten. Wiprecht II. sicherte sich vor der Eheschließung in einem Heiratsvertrag, der festlegte, daß die Güter Kunigundes im Todesfall an ihn oder an seine Erben kommen sollten. Gleichzeitig verheiratete er seinen Sohn gleichen Namens mit ihrer Tochter gleichen Namens. Wiprecht übernahm das von Cuno und Kunigunde von Beichlingen gegründete Kloster Oldisleben und unterstellte es Pegau.
Man hatte sich seit langem an die Erblichkeit der Lehen auch ind er weiblichen Linie gewöhnt. Jetzt aber, beim Tod des Grafen Ulrich von Orlamünde, überging der Kaiser die Erbschaftsansprüche des Pfalzgrafen Siegfried vom Rhein. Wiprechts des Älteren Gemahlin, Kunigunde von Beichlingen, hatte trotz näherer Verwandtschaft von einer Erhebung von Erbschaftsansprüchen abgesehen. Durch die Willkür des Kaisers fühlten sich die miteinander verwandten Häuser von BRAUNSCHWEIG, NORDHEIM, SUPPLINBURG, ORLAMÜNDE, STADE, THÜRINGEN, WETTIN, ASKANIEN und GROITZSCH gekränkt.
 
 
 
 

    1075
  1. oo Jaropolk Fürst von Turow
                  -22.11.1086 ermordet

  1087/88
  2. oo Kuno Graf von Northeim-Beichlingen
                  -   1103 ermordet

    1110
  3. oo Wiprecht Graf von Groitzsch
           um 1050-22.5.1124
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Mechthild (Mathilde)
          -

  oo Günther I. Graf von Schwarzburg
              - um 1109

  Jaroslaw
        -

  Wjatscheslaw
         -

2. Ehe

  Mathilde
         -

  oo Heinrich I. Graf von Zütphen
             - um 1122

  Adele
         - 1123

  1. oo Dietrich III. Graf von Katlenburg
                 -12.8.1106

  2. oo Helferich Graf von Plötzkau
                -   1118

  Liutgard
         -

  oo Wilhelm I. Graf von Luxemburg
             -   1130

  Kunigunde
          -8.6.1140

  1. oo Wiprecht II. Graf von Groitzsch
                   -27.1.1116

  2. oo Diepold III. Markgraf von Vohburg
                  -8.4.1146
 
 
 
 

Literatur:
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Annalen von Magdeburg ad a. 1140 - Annalista Saxo: Reichschronik Seite 73,112,113 - Bloch, Raissa: Verwandtschaftliche Beziehungen des sächsischen Adels zum russischen Fürstenhause im XI. Jahrhundert Seite 196-198,200 - Bollnow, Hermann: Die Grafen von Werl. Genealogische Untersuchungen zur Geschichte des 10. bis 12. Jahrhunderts. Dissertation Stettin 1930 Seite 17-18 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 38 Seite 76 - Brüsch, Tania: Die Brunonen, ihre Grafschaften und die sächsische Geschichte. Herrschaftsbildung und Adelsbewußtsein im 11. Jahrhundert. Matthiesen Verlag Husum 2000 Seite 78 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977 Seite 148 A. 276,343,365 - Friedheim, Rainer: Wiprecht von Groitzsch. Sturz in die Tiefe. Schütze-Verlag München-Solln 1958 Seite 588,590,598 - Hildebrand Ruth: Herzog Lothar von Sachsen. Verlag August Lax Hildesheim 1986 Seite 10,11 - Lange, Karl-Heinz: Die Grafen von Northeim (950-1144). Politische Stellung, Genealogie und Herrschaftsbereich. Beiträge zur Geschichte des sächsischen Adels im Hochmittelalter Dissertation Kiel 1958 Seite 132-136 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 Band VII Seite 267 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 175,209,211,249,285-287 - Patze, Hans/Schlesinger, Walter: Geschichte Thüringens, Böhlau Verlag Köln/Graz 1967 Seite 180 - Pätzold, Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln 1997 Seite 97,145 - Posse, Otto: Die Markgrafen von Meissen und das Haus Wettin bis zu Konrad dem Grossen. Giesecke& Devrint Verlag Leipzig 1881 Seite 151,152,154, 164,173,237,251,262,263,272 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I, 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 13 B - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I, 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 13B/144 -