Konrad                                           Markgraf der Nordmark (1130-1133)
----------                                          Graf von Plötzkau
um 1108-10.1.1133
 

Sohn des Grafen Helferich von Plötzkau und der Adela von Northeim, Tochter von Graf Kuno
 

Brandenburg Erich: Tafel 14 Seite 27
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIII. 168. KONRAD, Markgraf der Nordmark
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* ..., + 1133 wohl 10. I.

Gemahlin:
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vor 1132
N., Tochter Boleslavs III. Herzog von Polen (siehe XIII. 540.)
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Thiele Andreas: Tafel 218
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

KONRAD I.
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    + 1133 gefallen

1118 Graf von Plötzkau, Hecklingen und Walbeck, wurde 1130 durch Kaiser LOTHAR III. Markgraf der Nordmark anstelle des abgesetzten Albrechts des Bären und wurde von diesem bekriegt. Er war eine treue Stütze Kaiser LOTHARS III. und kämpfte gegen die Slawen mit. Er nahm 1132/33 am 1. Italienfeldzug LOTHARS III. teil und fiel im Kampf gegen die Normannen.

  oo N.N. VON POLEN, Tochter des Herzogs Boleslaw III.
              +



Giesebrecht Wilhelm von: Seite 39,75,80
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"Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Vierter Band Staufer und Welfen."

Einem ähnlichen Schicksal [wie Hermann von Winzenburg] entging damals glücklich Markgraf Albrecht. Wegen seiner Fehde gegen Udo von Freckleben scheint er gar nicht zur Verantwortung gezogen zu sein; die erledigte sächsische Nordmark verlieh der König dem Grafen Konrad von Plötzke, einem in jedem Betracht ausgezeichneten Ritter, einem Verwandten Heinrichs von Stade und Sohne jenes Helperich, dem schon HEINRICH V. einst die Verwaltung der Mark übertragen hatte.
Außer einer böhmischen Schar - 300 Ritter unter Jaromir, einem Neffen Herzog Sobeslaws, - stellten sich unseres Wissens nur die Sachsen zur Romfahrt; von den geistlichen Fürsten des Landes die Erzbischöfe von Magdeburg und Bremen, die Bischöfe von Osnabrück, Paderborn, Halberstadt und Havelberg, die Äbte von Nienburg und Lüneburg, vonden weltlichen Fürsten der Markgraf Konrad von Plötzke und Graf Albrecht von Ballenstedt, der sich die Gunst des Königs durch diesen Dienst wieder gewinnen wollte. Von den Fürsten außerhalb Sachsens wird allein der Abt von Fulda als Teilnehmer des Zugs erwähnt. Das ganze Heer des Königs bestand nur aus 1.500 Rittern.
Wenige Tage nach dem Weihnachtsfest fand der treffliche Konrad von Plötzke den Tod; auf einem im Auftrag des Königs unternommenen Ritt traf ihn der Pfeil eines Meuchelmörders.

Partenheimer Lutz: Seite 45,48-50,58,228,231,241,249,258
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"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt."

Denn wahrscheinlich in Quedlinburg empfing Graf Konrad von Plötzkau die Nordmark. Er war der Sohn jenes Helperich, der das Gebiet schon 1112 kurzfristig von Kaiser HEINRICH V. erhalten hatte, und ein Vetter Heinrichs von Stade [281 Die Schwester von Konrads Vater Helperich, Irmgard, hatte Udo III. von Stade geheiratet (siehe EN 132). Der 1128 verstorbene Sohn Heinrich war beider Sohn.].
Neben den durch das Schriftstück des Monarchen bzw. Annalista Saxo im Zusammenhang mit dem Romzug genannten sächsischen Laienfürsten wissen wir nur noch von einem zu diesem Kreis gehörenden Mann, daß er mitgezogen war. Markgraf Konrad von der Nordmark fällt 1133, wahrscheinlich am 10. Januar, in Italien durch einen Pfeilschuß [308 R L III, Nr. 326; KW, Nr. 21 a. - Bei Otto von Heinemann: Albrecht der Bär (wie EN 1) Seite 90,336, Anmerkung 153, wird der Tod Konrads von Plötzkau in die Zeit zwischen 25.12.1132 und 1.1.1133 gesetzt und der 10.1.1133 als Tag der Beisetzung angesehen. H. Beumann: Kloster Hecklingen (wie EN 104), Seite 282, vermutet hingegen wie W. Petke Konrads Tod an dem zuletzt genannten Datum.]. In Albrecht dürfte die Hoffnung aufgekeimt sein, dadurch die so plötzlich wieder erledigte Mark, für die er bereits mehrfach Interesse bewiesen hatte, doch noch zu erhalten. Da Konrad nur einen Bruder hinterließ, der ebenfalls kinderlos bleiben sollte, richtete sich des ASKANIERS Aufmerksamkeit gewiß auch schon auf den möglichen Erwerb der Grafschaft Plötzkau.
Auch Udo von Freckleben und Konrad von Plötzkau werden in ihrer kurzen Zeit als Verwalter bzw. Markgraf der Nordmark kaum Gelegenheit gefunden haben, Havelberg zu besetzen.
Die Annahme, daß wenigstens der Nordmarkgraf, in dessen Zuständigkeitsbereich die Unruhen ausgebrochen waren, zum Schutz zurückgelassen wurde [461 So schon W. Bernhardi: Lothar (wie EN 181), Seite 608, Anmerkung 41. - Auch hatte der Nordmarkgraf, damals allerdings Konrad von Plötzkau, den ersten Italienzug LOTHARS mitgemacht, während der Meißener zu Hause geblieben war. Die Annahme, daß jetzt gewechselt wurde, paßt zu den übrigen Indizien.], ist also nicht von der Hand zu weisen.
Dazu können verwandtschaftliche Beziehungen als weiteres Motiv für die Einreihung der genannten Herren in die antiaskanische Front in Erwägung gezogen werden. Konrad von Wettin und Siegfried von Boyneburg waren Vettern der Kaiserin-Witwe Richenza [546 Die Väter von Siegfried und Richenza sowie Konrads Mutter waren Geschwister und Kinder Ottos von Northeim.].
Von den sächsischen Fürsten erschienen außerdem der Metropolit von Bremen, die Bischöfe von Hildesheim, Halberstadt, Münster, der Thüringer Landgraf sowie die Grafen von Schwarzburg und Plötzkau. Von letzterem vermutetet Wilhelm Bernhardi ohne Begründung, daß er sich wieder auf Albrechts Seite stellen wollte [667 W. Bernhardi: Konrads III. (wie EN 484), Seite 219. Dabei verwechselt er Bernhard von Plötzkau mit dessen auf König LOTHARS erstem Italienzug gefallenen Bruder Konrad.].
 
 
 
 

   oo N.N. von Polen, Tochter des Herzogs Boleslaws III.
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Literatur:
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Annalista Saxo: Reichschronik Seite 113,126,147,150,152 - Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Konrad III., Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1883 Seite 219 - Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Lothar von Supplinburg, Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1879 Seite 608 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 14 Seite 27- Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Vierter Band Staufer und Welfen. Braunschweig 1877 Seite 39, 75,80 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 45,48-50,58,228,231,241,249,258,296 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 218 -