Richenza von Northeim                Deutsche Königin
-----------------------------               Römische Kaiserin
1086/87-11.6.1141                       Gräfin von Supplinburg
 

Begraben: Königslutter
 

Älteste Tochter des Grafen Heinrich der Fette von Northeim und der Gertrud von Braunschweig, Tochter von Markgraf Ekbert I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 820
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Richenza von Northeim, Kaiserin, deutsche Königin
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* um 1087/89, + 10. Juni 1141

Begraben: Königslutter

Tochter Graf Heinrichs des Fetten und der Gertrud von Braunschwieg (+ 1117)

  oo um 1100 Kaiser LOTHAR III. VON SÜPPLINGENBURG

dem sie 1115 die Tochter Gertrud gebar und 1115/17 Teile des NORTHEIMER und BRAUNSCHWEIGER Erbes einbrachte. Als Mitherrscherin wurde sie wiederholt von verschiedenen Großen um ihre Fürsprache bei LOTHAR gebeten; handelnd trat sie insbesonders bei dessen zweiten Italienzug (1136/37) hervor. Dem Streben ihres Schwiegersohnes Heinrichs X. des Stolzen nach der Königswürde entzog sie mit ihrem Erscheinen auf KONRADS III. Pfingsthoftag von Bamberg (1138) sichtbar die Unterstützung. Jedoch war sie vor und nach Heinrichs Tod (20. Oktober 1139) das Haupt des Widerstands gegen den vom König zum sächsischen Herzog erhobenen Albrecht den Bären und wahrte die Ansprüche ihres Enkels Heinrich des Löwen auf Sachsen.

Quellen:
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RI IV, I,1

Literatur:
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W. Bernhardi, JDG Konrad III., 1883 - W. Petke, Kanzlei, Kapelle und kgl. Kurie unter Lothar III. (1125-1137), 1985 - E. Boshof, Staufer und Welfen in der Regierungszeit Konrads III., Ak 70, 1988, 313-341.


Althoff Gerd: Seite 367
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                                K 20

Lü:  11.6.     Rikinza imp   + 1141 Gemahlin LOTHARS VON SUPPLINBURG

Richenza wurde durch die Heirat ihrer Tochter Gertrud (H 9) Schwiegermutter des WELFEN Heinrich der Stolze (H 35).
Nach dessen Tode vertrat sie die welfische Sache für ihren Enkel Heinrich den Löwen (H 25), vgl. Bernhardi, Jbb. Konrads III., S. 118 f.; zur politischen Bedeutung Richenzas s. Vogt, Das Herzogtum Lothars von Supplinburg, passim.
Zu den WELFEN als Fortsetzern des Totengedenkens in Lüneburg s. oben S. 63 f.


Lange Karl-Heinz: Seite 119-120
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"Die Grafen von Northeim 950-1144"  1958

Richenza ist das zweite Kind aus der Ehe Heinrichs des Fetten und Gertruds von Braunschweig; die Quellen nennen sie ausnahmslos vor ihrer jüngeren Schwester Gertrud und nach ihrem Bruder Otto. Aufschlußreich ist gerade in diesem Falle die Namensvererbung: wurde Otto nach seinem Großvater väterlicherseits genannt, so erhielt seine Schwester Richenza den Namen von dessen ezzonischer Gemahlin; erst die zweite Tochter Gertrud trug den Namen ihrer Mutter. Mit dieser Feststellung könnte man auch dem Einwand begegnen, dass Richenza als jüngstes Kind Heinrichs des Fetten ihrer Bedeutung wegen von den Geschichtsschreibern der eigenen Schwester vorangestellt worden sei. Das Geburtsdatum Richenzas läßt sich mit einiger Sicherheit bestimmen. Da ihre Schwester Gertrud, wie noch zu erweisen sein wird, um das Jahr 1090 oder wenig später geboren ist, muß ihre Geburt in die Jahre 1087-1089 fallen. Im Jahre 1100 wurde sie im Alter von etwa 12 Jahren den um 12-14 Jahre älteren sächsischen Grafen Lothar von Supplinburg, dem Sohne Gebhards von Supplinburg und Hedwigs von Formbach, in die Ehe gegeben. Durch seine Gemahlin wurde LOTHAR der Erbe des größten Teiles des Allodialbesitzes Heinrichs des Fetten. Aus seiner Verbindung mit Richenza ist eine Tochter hervorgegangen, die am 18. April 1115 geboren wurde und den Namen ihrer Großmutter mütterlicherseits, Gertrud, erhielt. Durch ihren Gemahl, Herzog Heinrich den Stolzen von Bayern, mit dem sie am 29. Mai 1127 die Ehe einging, wurde sie die Mutter Heinrichs des Löwen. Nach dem Tode Heinrichs des Stolzen am 20. Oktober 1139 heiratete sie im Mai 1142 den Markgrafen Heinrich II. Jasomirgott von Österreich, starb aber schon am 18. April 1143 an den Folgen einer Geburt. Ihre Eltern waren ihr im Tode vorangegangen, Kaiser LOTHAR am 4. Dezember 1137, Richenza am 10. Juni 1141.

Hildebrand Ruth: Seite 4,6
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"Herzog Lothar von Sachsen"

Dieser LOTHAR aber war integer, keine Skandale waren um ihn und in seiner Familie festzustellen, die Ehe mit der NORTHEIMERIN Richenza war untadelig. Ja, man behauptete sogar, seit der Geburt der einzigen Tochter Gertrud habe das Paar aus Gründen der Frömmigkeit keinen ehelichen Verkehr miteinander gehabt. Aber was in unseren Augen heute mehr gilt: LOTHAR und Richenza waren als politisches Ehepaar vorbildlich. Richenza hat viele Strapazen mit dem Kaiser geteilt, ihn auf beiden Italienzügen begleitet und ihn, den älteren Mann, der den Anstrengungen schließlich nicht mehr gewachsen war, mit Verstand und Takt vertreten. Endlich war die Welt für die Deutschen wieder heil, der Alptraum des Investiturstreits schien vergessen.
Politisch heiratete auch LOTHAR mit ca. 25 Jahren: Richenza von Northeim. Sie war die Enkelin des großen Führers der Sachsen gegen HEINRICH IV. und die Tochter eines bemerkenswerten Elternpaares.

Fenske Lutz: Seite 179
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen."

Als Konsequenz ergäbe sich nämlich daraus, dass Richenza, die Gattin Kaiser LOTHARS, und Richenza, die Gattin Poppos von Blankenburg, Kusinen gewesen wären, so dass LOTHAR III. mit Poppo einen ihm durch Verschwägerung verwandten Adligen begünstigt hätte.
 
 

1100
  oo LOTHAR III. König des Deutschen Reiches
      1075-4.12.1137
 
 
 
 

Kinder:

  Gertrud von Supplinburg
  8.4.1115-18.4.1143
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 367 K 20 - Assing Helmut: Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997 Seite 154 - Ay, Karl-Ludwig/Maier, Lorenz/JahnJoachim: Die Welfen. Landesgeschichtliche Aspekte ihrer Herrschaft. Universitätsverlag Konstanz GmbH 1998 Seite 142,200,202-206 - Barz Paul: Heinrich der Löwe. Ein Welfe bewegt die Geschichte. Keil Verlag Bonn 1978 Seite 30,41,45,49,149,239 - Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Konrad III., Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1883 - Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Lothar von Supplinburg, Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1879 - Brüsch, Tania: Die Brunonen, ihre Grafschaften und die sächsische Geschichte. Herrschaftsbildung und Adelsbewußtsein im 11. Jahrhundert. Matthiesen Verlag Husum 2000 Seite 37,40,103,130,132,139,146-149,269,274 -
Engels, Odilo: Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite 34 - Engels, Odilo: Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 167,317,319 - Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C.H. Beck München 1994, Seite 129 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 179,343,349,350 - Frommer, Hansjörg: Spindel, Kreuz und Krone, Herrscherinnen des Mittelalters, Fourier-Verlag Wiesbaden 1996 Seite 204-235 - Giese, Wolfgang: Der Stamm der Sachsen und das Reich in ottonischer und salischer Zeit. Franz Steiner Verlag Wiesbaden 1979, Seite 204 - Hildebrand Ruth: Herzog Lothar von Sachsen. Verlag August Lax Hildesheim 1986 Seite 4,6 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 16,21,23, 26,28,33,185 - Lange, Karl-Heinz: Die Grafen von Northeim (950-1144). Politische Stellung, Genealogie und Herrschaftsbereich. Beiträge zur Geschichte des sächsischen Adels im Hochmittelalter Dissertation Kiel 1958 Seite 119-120 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 58,63,66,69-72,74,76,81,214,216,218,232,237,240, 242,245,247-250,252, 254,259 - Pätzold Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997, Seite 27,36,92,242,308 - Pleticha, Heinrich: Deutsche Geschichte in 12 Bänden. Verlagsgruppe Bertelsmann GmbH/Lexikothek Verlag GmbH, Gütersloh 1982 - Schneider, Reinhold: Kaiser Lothars Krone. Leben und Herrschaft Lothars von Supplinburg. Manasse Verlag Zürich - Schneidmüller Bernd: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 252,266 - Schulze Hans K: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag - Speer, Lothar: Kaiser Lothar III. und Erzbischof Adalbert I. von Mainz. Eine Untersuchung zur Geschichte des deutschen Reiches im frühen zwölften Jahrhundert. Böhlau Verlag Köln Wien 1983 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 13 A - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 -