Adela von Beichlingen                 Gräfin von Plötzkau
----------------------------                Gräfin von Katlenburg
um 1090-   1123
 

3. Tochter des Grafen Kuno von Beichlingen aus dem Hause der Grafen von Northeim und der Kunigunde von Meißen-Weimar, Tochter von Markgraf Otto I., Cousine der Kaiserin Richenza von Northeim
 

Brandenburg Erich: Tafel 26 Seite 52
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XII. 230 b. ADELE
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* ..., + ...

Gemahl:
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a)
DIETRICH III. Graf von Katlenburg (siehe XIII. 107.)
       + 1106

b)
HELFERICH VON PLÖTZKAU, Markgraf der Nordmark (siehe XII. 90.)
        + 1118



Thiele Andreas: Tafel 170
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

ADELE
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    + 1123
 

  1. oo DIETRICH III. Graf von Katlenburg
                + 1106 ermordet

  2. oo HELFERICH, Graf von Plötzkau
                  +



Lange Karl-Heinz: Seite 139-141
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"Die Grafen von Northeim 950-1144"  1958

Die drittälteste Tochter Kunos und Kunigundes trug den Namen ihrer Großmutter mütterlicherseits, der Adela von Löwen und heiratete in erster Ehe den Grafen Dietrich III. von Katlenburg, den einzigen Sohn seines gleichnamigen Vaters und der Gertrud von Braunschwieg. Ihre Altersverhältnisse lassen sich mit einiger Sicherheit bestimmen. Wir wissen, dass Dietrich vor seinem am 12. August 1106 in Aachen erfolgten Tode seine Stammburg Katlenburg in ein Kloster umwandelte. Eine Gründungsurkunde ist nicht erhalten, wohl aber ein auf den Namen Erzbischofs Ruthards von Mainz ausgestelltes Bestätigungsdiplom, das über den erwähnten Vorgang nähere Aufschlüsse gibt. Die zum 11. November 1105 datierte Urkunde ist zwar eine Fälschung aus der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts, beruht aber, wie es scheint, auf einer echten Ruthard-Urkunde und ist auch hinsichtlich des Rechtsinhalts kaum anzufechten. Da Dietrich noch als lebend bezeichnet wird, muß die echte Bestätigungsurkunde vor dem 12. August 1106 ausgestellt sein, und die Tatsache, dass sich der Graf als eifriger Anhänger HEINRICHS V. noch längere Zeit vor seinem Tode im königlichen Heerlager zu Aachen in dessen Gefolge befunden haben wird, läßt durchaus den Schluß zu, dass das neu gegründete Kloster, wie die Urkunde Ruthards angibt, gegen Ende des Jahres 1105 im Beisein Dietrichs vom Mainzer Erzbischof in Katlenburg bestätigt wurde. Die eigentliche Gründung kann daher nur vor diesem Zeitpunkt liegen, muß aber nach dem Tode Kunos von Beichlingen (+ 1103, Ende) erfolgt sein, da die durch Adela dem Kloster tradierten Güter keine bloße Mitgift darstellen, sondern aus dem Erbgut ihres verstorbenen Vaters stammen. Als Zeitpunkt der Klostergründung ergeben sich mithin die Jahre 1104 bis 1105. Nimmt man hinzu, dass Adela ohne die Einwilligung ihrer Mutter die erwähnten Vergabungen vornahm und daher offenbar schon großjährig war, so wird man ihre Geburt um oder kurz nach 1090 und ihre Eheschließung nach 1100 anzusetzen haben. Die Ehe mit Dietrich blieb, wie bei der Jugend seiner Gemahlin nicht anders zu erwarten, kinderlos; damit starb das Geschlecht der Grafen von Katlenburg im Mannesstamm aus.
Nach dem Tode ihres ersten Gemahls heiratete Adela in 2. Ehe den Grafen Helperich von Plötzkau, einen Sohn Dietrichs von Plötzkau und der Mathilde von Walbeck. Man wird annehmen dürfen, dass diese Verbindung bald nach 1106 geschlossen worden ist; genauere Anhaltspunkte fehlen. Helperich starb im Jahre 1118, Adela im Jahre 1123. Ihr ältester Sohn Konrad wurde im Jahre 1130 Markgraf der sächsischen Nordmark, fand aber bereits Anfang Januar 1133 im Heerlager LOTHARS III. in Italien als junger Mann den Tod. Er war mit einer unbekannten Tochter Herzog Bolelaws III. von Polen und der Salome verlobt und hinterließ keine Nachkommen. Sein jüngerer Bruder Bernhard heiratete eine Gräfin Kunigunde aus Bayern. Da auch diese Ehe kinderlos blieb, starb das Geschlecht der Grafen von Plötzkau mit Graf Bernhard, der am 26. Oktober 1147 im Kreuzfahrerheer KONRADS III. in Kleinasien den Tod fand, aus. Konrads und Bernhards Schwester Irmgard, über deren Altersverhältnisse nichts Genaueres zu ermitteln ist, erscheint seit dem Jahre 1140 als Äbtissin des plötzkauischen Klosters Hecklingen, wo sie zuletzt am 18. April 1176 nachzuweisen ist.

Fenske Lutz: Seite 90 A. 351,343
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen"

Helperich heiratete Adela, die Witwe des 1106 gestorbenen Dietrich III. von Katlenburg. Während einer Auseinandersetzung mit Herzog Lothar und Markgraf Rudolf von Stade belehnte Kaiser HEINRICH V. 1112 Helperich mit der sächsischen Nordmark.
Durch die 2. Ehe der Adela, einer dieser Töchter, war Siegfried von Ballenstedt mit einem weiteren ostsächsischen Fürsten, dem Grafen Helperich von Plötzkau, verschwägert.

Partenheimer Lutz: Seite 209,249,285
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"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt."

Kunigunde die Jüngere, Tochter aus der Vermählung mit dem BEICHLINGER, ehelichte Wiprecht von Groitzsch, ihre Schwester Adela den Grafen Dietrich von Katlenburg, nach dessen Tod (1106) den Grafen Helperich von Plötzkau.
Außerdem waren Albrecht der Bär und der Graf von Plötzkau miteinander verwandt [552 Adela, eine Tochter Kunigundes, der Schwester von Albrechts Großmutter Adelheid, war Mutter der beiden letzten PLÖTZKAUER (siehe EN 103). Nach dem Aussterben der Grafen mit Bernhards Tod 1147 erstrebten sowohl der ASKANIER als auch Heinrich der Löwe die Herrschaft Plötzkau (siehe EN 909). 1152 gab sieBARBAROSSA dem Markgrafen, forderte den Besitz aber nach dessen Tod von Albrechts Sohn Bernhard zurück.].
Wir erinnern uns, daß Bernhard anfangs den Kampf des ASKANIERS um Sachsen unterstützt und dieser einer Verfügung des Grafen 1145 zugestimmt hatte, vielleicht als schon in Aussicht genommener Erbe der PLÖTZKAUER [909 Siehe EN 831; KW, Nr. 155 a. Mit Bezug auf Heinrich den Löwen vermutete Otto von Heinemann: Albrecht der Bär (wie EN 1), Seite 173, daß der seine Ansprüche an Adela knüpfte, die als Enkelin Ottos von Northeim den Grafen Helperich von Plötzkau geheiratet hatte (siehe EN 103). Da Adelas Mutter Kunigunde eine Schwester Adelheids von Weimar-Orlamünde, der Großmutter Albrechts des Bären, war, könnte auch dieser eventuell seine Forderung mit der durch Helperichs Gemahlin vermittelten Verwandtschaft begründet haben.].
 
 
 

     um 1100
  1. oo Dietrich III. Graf von Katlenburg
      x         -12.8.1106

  1107
  2. oo Helferich Graf von Plötzkau
                 -   1118
 
 
 
 

Kinder:
2. Ehe

  Konrad
          -10.1.1133

  Bernhard
          -26.10.1147

  Irmgard Äbtissin von Hecklingen
         -1.10. vor 1176
 
 
 
 

Literatur:
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Annalista Saxo: Reichschronik Seite 67,113,126,131 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 26 Seite 52- Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 90 A.351,343,350 - Lange, Karl-Heinz: Die Grafen von Northeim (950-1144). Politische Stellung, Genealogie und Herrschaftsbereich. Beiträge zur Geschichte des sächsischen Adels im Hochmittelalter Dissertation Kiel 1958 Seite 139-141 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 209,249,285 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 170 -