Kuno                                              Graf von Beichlingen
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1050/60- Ende des Jahres 1103 ermordet
 

3. Sohn des Herzogs Otto von Bayern aus dem Hause NORTHEIM und der Richenza von Schwaben, Tochter von Herzog Otto II.
 

Brandenburg Erich: Tafel 26 Seite 52
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XI. 144 a. KUNIGUNDE
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* ca. 1055, + nach 1117 20. III.

Gemahl:
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a) ca. 1073
JAROPOLK, Fürst von Wladimir
      + 1086 25. XI.

b) vor 1087
KUNO VON NORTHEIM, Graf von Beichlingen
        + 1103

c) 1110
WIPRECHT VON GROITZSCH, Markgraf der Ostmark
        + 1124 22.V.

Anmerkungen: Seite 139
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XI. 144.
Ann. Saxo, S. S. 6, 693, zuletzt 1117 20. III. Orig. Guelf. 4, 534.
Ihr erster Gemahl war Fürst Jaropolk (nicht Jaroslav oder Izjaslav), siehe F. Braun, Festschrift für Sierars 687 f.
Über Kuno siehe Bollnow, Seite 17 f. Er weist auch nach, daß Kunigunde 1088 bereits mit Kuno verheiratet war.
Das für eine Kunigunde überlieferte Todesdatum 1140 kann sich unmöglich auf sie beziehen.



Schwennicke Detlev: Tafel 144
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I, 1"

KUNIGUNDE, Erbin von BEICHLINGEN
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    + 8.VI.1140

  I. oo um 1173
          JAROPOLK PJOTR ISJASLAWITSCH, Fürst von Wladimir und Turow
                   + 22.XI.1087 (1086)

  II. oo KUNO, Graf von Beichlingen (NORTHEIM)
                      + 1103 ermordet

  III. oo 1110
             WIPRECHT I. VON GROITSCH, 1123 Markgraf der Lausitz und Markgraf von Meißen
                       + 22.V.1124



Thiele, Andreas: Tafel 170
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

KUNO
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    + 1103 ermordet

Kuno unterstützte den Gegen-König HERMANN VON SALM und Bischof Burchard von Halberstadt. Dessen von Markgraf Ekbert II. von Meißen lancierte Ermordung führteKuno1088 ins kaiserliche Lager zurück. Er war 1075/76 Geisel bei Kaiser HEINRICH IV., erbte Beichlingen durch seine Frau mit Grafen- und Vogteirechten, gründete unter anderem das Kloster Oldisleben und wurde von zwei Vasallen ermordet.

  oo um 1088
       KUNIGUNDE VON WEIMAR
                + 1140

Tochter des Markgrafen Otto I. von Meißen-Orlamünde



Ekkehardi Chronica: Seite 184,224
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"Die Chronik des Ekkehards von Aura"

Im Jahr des Herrn 1103. Als Kaiser Heinrich das Geburtsfest des Herrn in Mainz feierte und mit den Fürsten einige dringende Angelegenheiten bezüglich des Zustandes des Reiches verhandelte, wurde plötzlich und ohne erkennbaren Anlaß das Gerücht verbreitet, der Kaiser wolle seinen Sohn Heinrich die volle und höchste Gewalt übertragen und das Grab des Herrn besuchen, um Christus für seine Sünden Genugtuung zu leisten. Daher bereiteten sich einige unter größter Zustimmung darauf vor, ihn zu begleiten.
Konrad, der Sohn Herzogs Otto, einer der großen Fürsten, der mit allem, was dem Menschen zur Würde gereicht, ausgezeichnet war, durch Geburt, Bildung, Tapferkeit und Reichtum hervorragend, durch vornehmes Wesen und Beredsamkeit allen Rechtschaffenen liebenswert und angenehm, wurde bei Nacht von einigen verbrecherischen Menschen, die sich verschworen hatten, unterwegs überfallen und erschlagen; er hinterließ bei allen Vornehmen des reiches größte Trauer und zugleich Argwohn, da sich die niedrigsten Leute solche Verbrechen gegen die höchsten herausnahmen.
Drei Jahre zuvor wurde Heinrich der Fette, der ältere Bruder dieses Konrad, als er sich auf dem Zug in die ihm unterstehenden friesische Mark befand, um dort einige Angelegenheiten zu erledigen, von einigen Friesen aus dem gemeienen Volk, die das Joch seiner Herrschaft beschwerte, hinterhältig umzingelt, während er Gehorsam erwartete; als er seine Lage erkannte und zum Meer floh, wurde er von Seeleuten verwundet und dann erdrosselt. Der Tod dieses mannes, der asl zweiter nach dem König über ganz Sachsen herrschte, wurde vom ganzen deutschen Reich als schwer empfunden, und dieser Schmerz wurde nun, wie gesagt, durch den Mord an seinem Bruder Konrad verdoppelt.
Markgraf Heinrich von Eilenburg, der mächtigste Mann seiner Zeit in Sachsen, verstarb.

Fenske Lutz: Seite 117,147,155,343
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen."

Als Bischof Burchard von Halberstadt am 5. oder 6. April 1088 in Goslar eintraf, waren dort Erzbischof Hartwig, Graf Kuno von Beichlingen und einige andere ungenannte Fürsten anwesend, die dem Halberstädter Bischof Beistand gegen Markgraf Ekbert II. von Meißen leisten wollten.
Innerhalb der Zeugengruppe des weltlichen Adels nehmen die Grafen von Northeim eine Spitzenstellung ein. Zeitgenössische Quellenaussagen deuten darauf hin, dass die Söhne Herzog Ottos von Northeim als führende Mitglieder der Oppositionsbewegung nach dem Tode ihres Vaters 1083 hervorgetreten sind. Möglicherweise bestand sogar ein engeres Verhältnis zwischen Graf Kuno von Beichlingen und Burchard von Halberstadt. Als 1088 der Ausgleich mit HEINRICH IV. zustande kam, haben sich die NORTHEIMER für den Bestand dieser Abmachung vielleicht sogar besonders eingesetzt, denn sie waren es, die von den damit verbundenen Veränderungen im Machtgefüge des sächsischen Adels zusammen mit den WETTINERN am meisten profitierten, so dass man sie unter Umständen sogar als Garanten dieses friedenstiftenden  Abkommens ansehen könnte.
Der Tod Heinrichs des Fetten und Kunos von Beichlingen, die zwischen 1101 und 1103 gewaltsam ums Leben kamen, und der Tod Markgraf Heinrichs I. von Eilenburg 1103 mußten erneut Veränderungen im Kräftefeld des ostsächsischen Adels herbeiführen. Denn es waren wohl vor allem diese einflußreichen Reichsfürsten gewesen, die nach 1090, von HEINRICH IV. begünstigt, ihre Herrschaftsstellung ausgeweitet hatten und die Aufrechterhaltung des status quo garantierten .
Aber noch durch eine weitere Eheverbindung war Siegfried mit den Nachkommen Ottos von Northeim verwandt. Aus der Ehe seines Großvaters mit Adela von Löwen-Brabant stammten außer seiner Mutter Adelheid zwei weitere Töchter. Von ihnen hatte Kunigunde, also eine Tante Siegfrieds, in zweiter Ehe Kuno von Beichlingen, einen der Söhne Ottos von Northeim, geheiratet. Aus dieser Ehe gingen vier Töchter hervor, die also Kusinen Siegfrieds waren.

Hildebrand Ruth: Seite 14,19
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"Herzog Lothar von Sachsen"

In den sogenannten Neugrafschaften der Herren von Ilfeld und Rothenburg saßen bereits im 10. Jahrhundert die Grafen von Weimar-Orlamünde. Scharzfelder, Ifelder und Rothenburger könnten also auch nur Untergrafen ihrer jeweiligen Lehnsherren gewesen sein. Die Ermordung Kunos von Beichlingen durch den Ilfelder und den Rothenburger würde sich gegen den neuen orlamündischen Erben und Lehnsherrn gerichtet haben. Der NORTHEIMER Kuno hat Kunigunde von Beichlingen-Orlamünde erst in den 80-er Jahren geheiratet.
Auch Kuno und seine Frau hatten sich zu dieser Zeit in der Beichlinger Grafschaft eingerichtet. Das Ehepaar gründet dort sein Familienkloster Oldisleben (1088/89), ein sicheres Zeichen dafür, dass man sich hier als Territorialherr zu fühlen beginnt. Die Ermordung Kunos durch die benachbarten Herren von Ilfeld und Rothenburg (1103), auf die wir bereits hinwiesen, könnte auf Querelen im Rahmen dieser orlamündischen Erbauseinandersetzungen hindeuten. Denn die Ilfelder und Rothenburger waren später Lehnsgrafen LOTHARS beziehungsweise Heinrichs des Löwen.
 
 
 

um 1088
  oo 2. Kunigunde von Weimar, Tochter des Markgrafen Otto I.
          um 1060- vor 1124 (8.6.1140)

     1. oo Jaropolk Fürst von Turow
                     -22.11.1086 ermordet
 
 
 
 

Kinder:

  Mathilde
         -

  oo Heinrich I. Graf von Zütphen
             - um 1122

  Adele
         -   1123

  1. oo Dietrich III. Graf von Katlenburg
                 -12.8.1106

  2. oo Helferich Graf von Plötzkau
                 -   1118

  Liutgard
        -

  oo Wilhelm I. Graf von Luxemburg
             -   1130

  Kunigunde
         -8.6.1140

  1. oo Wiprecht II. Graf von Groitzsch
                   -27.1.1116

  2. oo Diepold III. Markgraf von Vohburg
                 -8.4.1146
 
 
 
 

Literatur:
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Annalista Saxo: Reichschronik Seite 74,89,98,112,113 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 - Brüsch, Tania: Die Brunonen, ihre Grafschaften und die sächsische Geschichte. Herrschaftsbildung und Adelsbewußtsein im 11. Jahrhundert. Matthiesen Verlag Husum 2000 Seite 78 - Ekkehardi Chronica: Die Chronik des Ekkehards von Aura - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 112,117,144,147,148,155,269 A.285,343, 350,365 - Hildebrand Ruth: Herzog Lothar von Sachsen. Verlag August Lax Hildesheim 1986 Seite 14, 19 - Lange, Karl-Heinz: Die Grafen von Northeim (950-1144). Politische Stellung, Genealogie und Herrschaftsbereich. Beiträge zur Geschichte des sächsischen Adels im Hochmittelalter Dissertation Kiel 1958  Seite 109/132-13 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 175,209,287 - Pätzold, Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln 1997 Seite 97,145 - Posse, Otto: Die Markgrafen von Meissen und das Haus Wettin bis zu Konrad dem Grossen. Giesecke& Devrint Verlag Leipzig 1881 Seite 173 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 144 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 170 -