Jüngerer Sohn des Markgrafen
Ekkehard I. von Meißen und der Suanehild
Billung von Sachsen, Tochter von Herzog
Hermann
Althoff Gerd: Seite 331
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"
B 155
Lü: 1.11. Guntarius aps + 1025 Salzburg
Die Eintragung Gunthars,
eine der wenigen Bischöfe aus süddeutschen Diözesen im Lüneburger
Necrolog, erklärt sich durch seine Herkunft: Er war der Sohn Ekkehards
I. von Meißen (G 42) und der BILLUNGERIN
Swanhild (G 168). Auch seine Brüder Ekkehard
II. von Meißen (G 11) und
Eilward,
der Bischof von Meißen (B 169), begegnen im Necrolog.
Zu den engen Beziehungen der EKKEHARDINER
und der BILLUNGER siehe Seite 57.
Gunther wirkte unter
HEINRICH
II. in der Hofkapelle, seit 1009 als Kanzler, ohne
besonders hervorzutreten, bis er 1023 zum Erzbischof von Salzburg
erhoben wurde; vgl. Fleckenstein, Hofkapelle 2, S. 168 f.; Schölkopf,
Die sächsischen Grafen, S. 68 und Posse, Die Markgrafen von Meißen,
S. 47 f. wollen ihn schon in der Hofkapelle OTTOS
III. nachweisen, vgl. dagegen jedoch Fleckenstein, S. 90
Anm 1.
Zum Todesdatum: Bresslau, Jbb Konrads II, 1, S. 105.
GUNTHER
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+ 1.XI.1025
vor 1001 königlicher Hofkappelan
1009 königlicher Kanzler
1024/25 Erzbischof von Salzburg
GÜNTHER
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+ 1025
1009 Kanzler Kaiser HEINRICHS
II. und ab 1024 Erzbischof von Salzburg
Black-Veldtrup Mechthild: Seite 145
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"Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien"
Finck von Finckenstein hat darauf aufmerksam gemacht, dass bereits HEINRICH II., nachdem er 1016 den EKKEHARDINER Eilward, einen Sohn Ekkehards I. zum Bischof von Meißen erhoben hatte, "den Bruder Eilwards, den hochverdienten Kanzler Gunther, erst im Januar 1024 zum Erzbischof von Salzburg weihen ließ, anstatt ihn schon im Oktober 1023 auf den vakanten Erzstuhl von Magdeburg, in der sächsischen Heimat des EKKEHARDEN Gunther, zu erheben.
Rupp Gabriele: Seite 196-197
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"Die Ekkehardiner, Markgrafen von Meißen, und ihre
Beziehungen zum Reich und zu den Piasten"
Gunther wird in drei
Quellen als Bruder der Markgrafen
Hermann und Ekkehard bezeichnet. Er wählte die geistliche
Laufbahn. Nach seiner Ausbildung, die er wahrscheinlich in der berühmten
Klosterschule des Bischofs Notger von Lüttich erhalten hatte, trat
er in die Hofkapelle ein; zuerst als königlicher Kapellan und
später als Kanzler. In dieser Eigenschaft ist er seit 1009
in der Rekognition der Urkunden nachweisbar, die sowohl für deutsche
als auch für italienische Empfänger ausgestellt wurden. Im Jahr
1023 wurde er zum Bischof von Salzburg ordiniert und starb zwei
Jahre später. Aus seiner kurzen Regierungszeit ist nur ein umfangreicher
Tauschvertrag bekannt, den Gunther kurz
vor seinem Tod mit der Kaiserin-Witwe
Kunigunde abgeschlossen hat. Wipo erzählt, dass er
einen Gott und den Menschen wohlgefälligen Lebenswandel geführt
habe.
Interessant ist der Memorialeintrag in ein Trienter Diptychon:
"Gunzilini
api". Während seiner kurzen Regierungszeit als Salzburger
Bischof kann Gunther unmöglich
an einem Italienzug eines deutschen Herrschers teilgenommen haben. Es bleiben
also nur zwei Möglichkeiten: dass er entweder im Zusammenhang mit
den Italienzügen als Mitglied der Hofkapelle - als Kapellan oder als
Kanzler - in die Verbrüderung aufgenommen wurde, oder dass er
unabhängig von den Italienzügen eine Gebetsverbrüderung
mit der Trienter Kirche eingegangen ist. Im ersten Fall wäre dann
der Bischofstitel zu einem späteren Zeitpunkt hinzugefügt worden.
Literatur:
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Althoff, Gerd: Adels- und Königsfamilien
im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Wilhelm Fink Verlag München
1984 Seite 57,62,331 B 155 - Black-Veldtrup Mechthild: Kaiserin
Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien. Böhlau Verlag Köln
Weimar Wien 1995 Seite 145 - Bresslau, Harry: Jahrbücher des
Deutschen Reiches unter Konrad II. Verlag von Duncker & Humblot Leipzig
1879 Band I Seite 105 - Posse, Otto: Die Markgrafen von Meissen
und das Haus Wettin bis zu Konrad dem Grossen. Giesecke& Devrint Verlag
Leipzig 1881 Seite 47 - Rupp, Gabriele: Die Ekkehardiner, Markgrafen
von Meißen, und ihre Beziehungen zum Reich und zu den Piasten, Peter
Lang GmbH Frankfurt am Main 1996 Seite 196-197 - Schölkopf
Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum
Historischen Atlas Niedersachsens 22. Göttingen 1957 Seite 68 - Schwennicke
Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann
GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 143 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband
1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 180 - Wipos Leben
Konrads II. in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters
Band XI Seite 532 -