Begraben: Aachen, Pfalzkapelle
Einziger Sohn des Königs
OTTO II. und der Theophano Sklerina,
Tochter von Konstantin Skleros
Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 1568
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OTTO III., Kaiser, deutscher König
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* Juni/Juli 980, + 24. (23.?) Januar 1002
Reichswald Kessel Paterno am Monte Soracte
bei Kleve
Begraben: Aachen, Pfalzkapelle
Eltern:
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Kaiser OTTO II. und Theophanu,
Nichte des byzantinischen Kaisers Johannes Tzimiskes
OTTO III., der im
Mai 983 zu Verona von deutschen und italienischen Großen zum König
gewählt
worden war, wurde zu Weihnachten desselben Jahres von den Erzbischöfen
Johannes von Ravenna und Willigis von Mainz in Aachen gekrönt. Als
unmittelbar danach die Nachricht vom Tode des Vaters eintraf, ging die
Herrschaft formell auf das dreieinhalbjährige Kind über. Im Streit
um die Regentschaft war zunächst Heinrich
der Zänker, der nächste männliche Verwandte,
gegenüber der noch in Italien weilenden
Theophanu
im Vorteil. Aus der Haft entkommen, bemächtigte er sich sogleich des
jungen Königs. Als Heinrich jedoch
selbst nach der Krone greifen wollte, formierte sich unter Führung
des Erzbischofs Willigis von Mainz der fürstliche Widerstand, so daß
sich der "Zänker" im thüringischen
Rohr (29. Juni 984) zur Auslieferung des Königs bequemen mußte.
Bis zu ihrem Tode (991) führte nunmehr Theophanu
unangefochten
die Reichsgeschäfte. Auf dem Hoftag zu Quedlinburg Ostern 986, auf
dem die Herzöge im Anschluß an eine Festkrönung - wie einst
bei OTTO DEM GROSSEN - die Hofämter
ausübten, erfuhr OTTOS
Königtum
eine glanzvolle Würdigung.
Als OTTO III. mit
Empfang der Schwertleite zu Solingen (bei Höxter) im September 994
die Regierungsverantwortung übernahm, galt es zunächst, die Einbrüche,
die das Reich während der Regentschaft seiner Großmutter Adelheid
(seit 991) erfahren hatte, wieder wettzumachen. Zugleich aber kündigte
sich mit seinem Entschluß zu einem Romzug der Leitgedanke seiner
künftigen Politik an. Auf seine Aufgabe war OTTO
III. durch seiner Erzieher, den
Kapellan Bernward (seit 993 Bischof von Hildesheim) und den Griechen Johannes
Philagathos, bestens vorbereitet. Später zog er führende Repräsentanten
des geistigen Lebens seiner Zeit, darunter so gegensätzliche Persönlichkeiten
wie den französischen Gelehrten Gerbert von Aurillac (seit 998 Erzbischof
von Ravenna) und den aus seinem Bistum vertriebenen Asketen Adalbert von
Prag, in seine Nähe und hegte Sympathien für die italienischen
Eremitenbewegung Romualds von Camaldoli.
Im Frühjahr 996 brach OTTO
III. nach Italien auf. Auf die Nachricht vom Tode Johannes'
XIV. bestimmte er seinen Vetter Bruno (Gregor V.) zum Papst, aus dessen
Hand er am 21. Mai 996 die Kaiserkrone empfing. Eine gemeinsam veranstaltete
Synode sollte die enge Verbindung von Kaisertum und Papsttum zum Ausdruck
bringen. Die Vertreibung Gregors V. durch eine stadtrömische Verschwörung
gab den Anlaß für OTTOS
zweiten Italienzug; im Februar 998 erschien er in Rom und hielt über
deren Häupter, Crescentius und den zum Gegen-Papst erhobenen Johannes
Philagathos (Johannes XVI.), ein grausames Strafgericht.
Mit der Erhebung Gerberts von Aurillac zum Papst Silvester
II. (999) nahm der römische Erneuerungsgedanke in OTTOS
Politik
konkretere Gestalt an. Bereits nach seiner Kaiserkrönung hatte er
den Titel "Romanorum imperator augustus" geführt. Die seit
998 verwendete Metallbulle - auch dies eine sich an byzantinischen Brauch
anlehnende Neuerung - trug die programmatische Umschrift "Renovatio
imperii Romanorum". Dahinter stand der Plan einer christlichen Erneuerung
des römischen Reiches als Rahmen für OTTOS
weitausgreifende, die östlichen Nachbarländer einschließenden
Missionspläne. Der Renovatio-Gedanke, an dessen Ausgestaltung neben
Gerbert von Aurillac der Kanzler Heribert (seit 999 Erzbischof von Köln)
und Leo von Vercelli maßgeblich beteiligt waren, hatte seine Grundlage
sowohl in altrömischen Vorstellungen wie in der karolingischen
Tradition. Symbolische Bedeutung kam deshalb der Öffnung des Grabes
KARLS
DES GROSSEN in Aachen im Jahre 1000 zu. Planvoll ging OTTO
III. daran, Rom zum Zentrum der kaiserlichen Herrschaft auszubauen
- ungeachtet der traditionellen, durch die Konstantinische Schenkung begründeten
Stellung Roms als Sitz der Apostel. Auf dem Palatin ließ er eine
kaiserliche Pfalz errichten. Hofzeremoniell und Ämtertitulaturen wurden
nach römischen Vorbild umgestaltet, die Würde des Patricius wurd
eneu belebt. Gegenüber dem Papsttum war OTTO
auf die Wahrung des kaiserlichen Vorrangs bedacht. Die aus der Konstantinischen
Schenkung abgeleiteten territorialen Ansprüche der römischen
Kirche wies er zurück und übertrug ihr die fraglichen Gebiete
aus eigener kaiserlicher Machtvollkommenheit (D O.III. 389). Auch in seiner
Ostpolitik ließ sich OTTO III.
vom einträchtigen Zusammenwirken von Kaiser und Papst leiten. Als
"servus Iesu Christi" trat er zu Beginn des Jahres 1000 eine Pilgerfahrt
zum Grabe Adalberts in Gnesen an. Mit der Errichtung des Erzbistums Gnesen
wurde für Polen eine eigene, vom Reichsverband unabhängige kirchliche
Organisation geschaffen. Aber auch der Polen-Herzog
Boleslaw I. Chrobry, den OTTO
zum "socius et amicus" des römischen Volkes ernannte, erfuhr durch
diese Einbindung in das Imperium eine beträchtliche Rangerhöhung.
In Entsprechung zu der für Polen getroffenen Regelung wurde für
Ungarn die Schaffung eines Erzbistums Gran beschlossen und auf einer Synode
zu Ravenna (April 1001) von Kaiser und Papst bestätigt.
OTTOS kühne
Pläne fanden jedoch ein jähes Ende, als Anfang 1001 in Rom ein
Aufstand ausbrach. Der Kaiser sah sich genötigt, zusammen mit seinem
Papst nach Ravenna zu fliehen. Im Begriff, erneut auf Rom vorzustoßen,
erlag er der Malaria. OTTO III.,
der den Zeitgenossen wegen seiner außergewöhnlichen Gaben als
"Wunder der Welt" erschien, hat sein Vorhaben nicht zu Ende führen
können. Es fällt deshalb schwer, ein abschließendes Urteil
darüber abzugeben. Ein Schwachpunkt in OTTOSRenovatio-Konzeption
lag sicher darin, dass die Verbindung zu den regna verlorenzugehen drohte.
Die Vorbehalte, denen OTTO kirchenpolitischen
Maßnahmen in Deutschland begegneten, bezeugen dies. Als bleibende
Leistung ist hingegen die Verschmelzung von fränkisch-deutscher und
römischer Trdaition im Rahmen seiner Renovatio-Vorstellung festzuhalten,
die als "eine der gedankenreichsten und tiefsten Konzeptionen, zu denen
das kaiserliche Lager im Mittelalter gelangt ist" (P. E. Schramm, 186),
gewürdigt worden ist.
Quellen:
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MGH DD O.III., ed. Th. Sickel, 1893 - Thietmar v. Merseburg,
Chronicon, ed. R. Holtzmann (MGH SRG NS 9, 1935); zweisprachige Ausg. v.
W. Trillmich (Ausg. Q. 9, 1957) - RI II, 3
Literatur:
-----------
ADB XXIV, 611-621 - Gebhardt I, 265-279 - Hauck III,
255-273 - HEG I, 700-708 - M. Uhlirz, JDG O. II. und O. III., Bd. 2, 1954
- P. E. Schramm, Ks., Rom und Renovatio, 1929 [Neudr. 1962], bes. 87-187
- R. Holtzmann, Gesch. der sächs. Ks.zeit, 1941 [Neudr. 1961], 292-382
- H. Beumann-W. Schlesinger, Urkk.studien zur dt. Ostpolitik unter O. III.,
ADipl I, 1955, 132-156 [W. Schlesinger, Mitteldt. Beitr. zur dt. Verfassungsgesch.
des MA, 1961, 306-407] - E.-R. Labande, "Mirabilis mundi". Essai sur la
personnalite d'O. III, CCMed 6, 1963, 297-313, 455-476 - P. E. Schramm,
Ks. O. III., seine Persönlichkeit und sein "byz. Hofstaat" (Ders.,
Ks., Kg.e und Päpste 3, 1969), 277-297 - H. Wolfram, Lat. Herrschertitel
im neunten und zehnten Jh. (Intitulatio II [MIÖG Ergbd 24], 1973),
153-162 - H. Thomas, Ks. O. III. (Gocher Schr. 2, 1980) - P. E. Schramm-F.
Mütherich, Die dt. Ks. und Kg.e in Bildern ihrer Zeit, 1983, 198-210,
96-113 [Abb.] - H. Beumann, O. III. (Ks.gestalten des MA, hg. Ders., 1984),
73-97 - E. Hlawitschka, Vom Frankenreich zur Formierung der europ. Staaten-
und Völkergemeinschaft, 1986,139-146 - H. Beumann, Die Ottonen, 1987,
127-136, 137-156 [Lit.] - H. Hoffmann, Eigendiktat in den Urkk. O.s III.
und Heinrichs II., DA 44, 1988, 390-423 - J. Fried, O. III. und Boleslaw
Chrobry (Frankfurter Hist. Abh. 30, 19989) - E. Hlawitschka, Ks. O. III.
(Ma. Herrscher in Lebensbildern, hg. K. Schnith, 1990), 155-165 - J. Laudage,
Das Problem der Vormundschaft unter O. III. (Ksn. Theophanu II., hg. A,
von Euw-P. Schreiner, 1991), 261-275 - G. Althoff, Vormundschaft, Erzieher,
Lehrer - Einflüsse auf O. III. (ebd.) 277-289.
VI, 10 OTTO III.
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* 980 VI Ende/ VII Anfang, + 1002 I 24 (23?)
983 XII 25 Mit-König, nach Eintreffen der Nachricht vom Tode Kaiser OTTOS II. unter vormundschaftlicher Regierung, 994 IX letzte Woche eigenständiger Regent, 996 V 21 Kaiser
Eheabsprache
[oo] Zoe oder
Theodora,
Tochter Kaiser Konstantins VIII. von Byzanz
Die Filiation OTTOS III.
von seinem Vater, Kaiser OTTO II.,
ist unter anderem bezeugt bei Thietmar III c. 26, S. 130, in den Annales
Colonienses a. 980 und den Annales Magdeburgenses a. 980, SS XVI 155, vgl.
dazu BMi. 815a und BU 956a. Mathilde Uhlirz hat auch ihre Überlegungen,
den Zeitpunkt der Geburt OTTOS III.
genauer zu bestimmen, zusammengefaßt (mit Nachweis der älteren
Literatur).
Zu den weiteren Belegen für Kaiser
OTTO III. vgl. BU. 1450/IV a (Tod), BU. 1117a (eigenständige
Regentschaft) und BU. 1171b (Kaiserkrönung).
Kaiser OTTO III.
hat durch Erzbischof Arnulf von Mailand in Byzanz um eine Kaiser-Tochter
als Braut für sich werben lassen; vgl. dazu Uhlirz, Jbb. Otto III.
S. 391 f. mit Anm. 9, dies., Studien 1./2. S. 444 (Stammtafel), dies.,
Studien 4 S. 383 ff., sowie Collenberg, Theophano S. 62.
Mathilde Uhlirz, Konrad II. passim, warf 1957 die Frage
auf, ob Kaiser KONRAD II. nicht aus
der ehelichen Verbindung seiner Mutter Adelheid mit deren Gemahl, Heinrich
von Speyer, hervorgegangen sei, sondern ein unehelicher Sohn Kaiser
OTTOS III. und der Adelheid gewesen wäre: eine "Möglichkeit",
die Frau Uhlirz "auf Grund der Quellenlage" durchaus als gegeben ansah
(S. 232). Wir wollen nun die einzelnen Zeugnisse betrachten, die wir der
Einfachheit halber mit den zusätzlichen Gesichtspunkten kombinieren,
die Ohnsorge, Salier, vorgetragen hat.
1. Adam von Bremen berichtet in seiner Hamburgischen
Kirchengeschichte III c. 32, S. 174, von einem Briefwechsel zwischen
Kaiser
HEINRICH III. und dem byzantinischen Basileus, wobei sich HEINRICH
III. gerühmt habe "descendere a Grecorum prosapia,
Theophanu
et fortissimo Ottone sui generis auctoribus."
2. Hugo von Flavigny bezeichnet in seiner Chronik
I a. 967 und II c. 16, SS VIII 366 und 392, Kaiser
KONRAD II. ausdrücklich als Sohn Kaiser
OTTOS III. und ergänzt in seinem Necrologium, seine Großmutter
Chrothilde sei eine Tochter Kaiser OTTOS III.
und eine Schwester KONRADS II. Diese
Notizen sind, wie Ohnsorge, Salier S. 273 ff., gezeigt hat, keinesfalls
in der Absicht genealogischer Fälschung entstanden, sondern vertrauenswürdig.
3. Uhlirz weist auf die wenigen, aber auffallenden
Nachrichten über die Familienverhältnisse Kaiser
KONRADS II. hin; unser geringes Wissen von KONRADS
Mutter Adelheid und die erstaunliche Verschmähung KONRADS
durch seine Verwandten (vgl. Bresslau, Jbb. Konrad II. Bd. 1, S.
5 ff., sprächen - so Uhlirz - eine ebenso deutliche Sprache.
4. Ohnsorg trägt nach, dass auch das Zeugnis
Bruns von Querfurt, Vita quinque fratrum c. 7, SS XV/2 722, "moritur sine
filiis, eheu! Otto pius", den Quellenzeugnissen 1.-3. nicht widerspreche,
da "nur ehelicher Nachwuchs gemeint sein" dürfte.
5. Weiter schließt Ohnsorge, Salier S. 241-245,
aus den fehlenden Angaben bei Wipo, Gesta Chuonradi c. 2, S. 15, zu dem
Blutzusammenhang zwischen Kaiser OTTO DEM GROSSEN
und KONRAD DEM ÄLTEREN darauf,
dass Konrad der Ältere seinem
Mitbewerber, dem jüngeren Konrad, unter dem Siegel der Verschwiegenheit
seine illegitime Abkunft von Kaiser OTTO III.
geoffenbart habe; damit sei der jüngere Konrad, obwohl nach außen
hin seine Aussichten auf den Thron günstiger waren, zum Rücktritt
von seiner Kandidatur bewegt worden.
Uhlirz und Ohnsorge resümieren freilich, dass die
aufgezeigten Quellenbelege lediglich die Abstammung Kaiser
KONRADS II. von Kaiser OTTO III.
als Möglichkeit erscheinen lassen, die sich nie mit letzter Sicherheit
werde bestätigen oder verwerfen lassen. Eckhardt, Funde (2. Aufl.)
S. 91-124, hat freilich mit überzeugender Argumenten diese "Möglichkeit"
in das Reich der Fabel verwiesen. Dabei führte er unter anderem aus,
dass Hugo von Flavigny wohl nicht mehr genau gewußt habe, wie die
Verwandtschaftsverhältnisse seiner Großmutter denn ausgesehen
hätten. Er hält es zwar für sicher, dass Chrothilde, die
Großmutter Hugos, eine Stiefschwester von Kaiser
KONRAD II. war, doch dürfte Hugo von Flauvigny keine zuverlässigen
Kenntnisse über die exakte Abstammung seines Großonkels, Kaiser
KONRADS II., mehr gehabt haben und sich dann einfach in der
Zählung der OTTONEN vertan haben.
Die Nachricht Adams von Bremen sei nicht auf Kaiser
HEINRICH III. zu beziehen, sondern auf den ebenfalls an dem
diplomatischen Verkehr mit Byzanz beteiligten Erzbischof Adalbert von Bremen,
der sich tatsächlich einer Abstammung von Theophanu
gerühmt habe, wobei Eckhardt einen möglichen Weg aufzeigen
kann, auf dem Adalbert tatsächlich ein Nachkomme OTTOS
II. und der Theophanu sein
könnte. Und zum letzten Argument, Konrad
der Ältere habe seinem Mitbewerber seine uneheliche Abstammung
von OTTO III. geoffenbart und Konrad
der Jüngere auf diesem Wege zum Verzicht auf seine Bewerbung um die
deutsche Königswürde bewegt, kann Eckhardt darauf verweisen,
dass seit dem Ende der KAROLINGER im
Reich kein Thronfolgeanspruch eines illegitimen Abkömmlings mehr anerkannt
worden sei, ganz abgesehen davon, dass Konrad der Jüngere diese unglaubliche
Offenbarung, ohne wenigstens zu stutzen und dann Beweise zu verlangen,
geglaubt haben müßte. - Ablehnend zu den Thesen von Uhlirz und
Ohnesorg äußert sich auch Giese in NDB Bd. 14, S. 721.
K 2
Lü: 23.1. Karolus Imp. + 1002 ? Kaiser OTTO III.
OTTO III. verstarb
am 23. Januar 1002 in Italien (vgl. BM 1450IVa); KARL
DER GROSSE dagegen am 28. Januar 814 (vgl. BM 508c). Entweder
handelt es sich also um ein Versehen eines mittelalterlichen Schreibers
- beide Editoren des Lüneburger Necrologs bringen den Namen Karolus
-, der die Namen KARL und OTTO
verwechselte, oder KARL DER GROSSEwurde
zu eine, sonst nicht bezeugten Todestag eingetragen, der sich zufälligerweise
mit dem OTTO III. deckt. Da KARL
der einzige KAROLINGER-König des
Lüneburger Necrologs wäre, erscheint eine Verwechslung des Namens
wahrscheinlicher, wenn auch darauf hinzuweisen ist, dass von den Angehörigen
der ottonischen Familie gerade im endenden 10. Jahrhundert im Lüneburger
Necrolog wenig Notiz genommen wird. So fehlen etwa Theophanu
(+ 15.6.991) und Adelheid (+ 16.12.999),
die
Mutter und Großmutter OTTOS III.
Dagegen ist seine Tante Mathilde (+
6.2.999, vgl. A 10), die Äbtissin von Quedlinburg eingetragen.
Zur Haltung der BILLUNGER zum Königshaus im endenden
10. Jahrhundert siehe oben Seite 94ff.
OTTO III.
--------------
* Ende VI/Anfang VII 980, + 23./24. I 1002
Paterno bei Civita Castellano/Mittelaitalien
25. XII 983 Mit-König
IX 994 majorenn
21. V 996 Kaiser
KAISER OTTO III.
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* Ende Juni/Anfang Juli 980 im Reichswald Ketil (bei
Nimwegen)
+ 24. (23.) 1.1002 in Paterno (südlich Rom)
Grabstätte: 5.4. 1002 im Chor des Aachener Marienmünsters
Eltern: Kaiser OTTO II. und Theophanu
Geschwister: siehe Seite 154
OTTO III. blieb unverheiratet
und kinderlos.
Zur unhaltbaren These, Kaiser
KONRAD II. sei ein illegitimer Sohn OTTOS
III. aus einer Verbindung mit Adelheid von Metz, Witwe Heinrichs
von Speyer, gewesen, vgl. K. A. Eckhardt, Genealogische Funde zur allgemeinen
Geschichte (² 1963) Seite 91 ff.
Norwich John Julius: Band II Seite 321,336-339,343-378,381-388
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches "
Im Jahre 996 hielt Kaiser OTTO
III. um die Hand von Eudokia,
Zoe
oder Theodora an, Basileios'
drei
Nichten und Töchtern seines Bruders Konstantin,
welche war ihm scheinbar gleichgültig.
Im Jahre 1001 schickte Kaiser
OTTO III. eine zweite Gesandtschaft, die von Erzbischof Arnulf
von Mailand angeführt wurde. Es heißt, Eudokia,
die älteste der drei Nichten, sei von Pockennarben entstellt und ohnehin
der Absicht gewesen, das Leben im Kloster zu verbringen; auch die jüngste,
Theodora,
soll ihrer Erscheinung und ihres Auftretens wegen nicht in Frage gekommen
sein. Zoe
aber, die mittlere, eignete
sich offenbar in jeder Beziehung für die Verbindung. Der Erzbischof
war höchlich angetan von ihr und zweifelte nicht daran, dass sein
Gebieter sie mit ebenso großer Begeisterung aufnehmen würde.
Zoe
scheint sich über ihre Wünsche im klaren gewesen zu sein und
nichts von dem Widerwillen empfunden zu haben, der die Abreise ihrer Tante
Anna
nach
Kiew rund 12 Jahre zuvor gekennzeichnet hatte. Im Januar des Jahres 1002
segelte sie ein Begleitung von Erzbischof Arnulf und seinen Leuten sowie
dem einer Porphyrogennita und Kaiserin angemessenen Gefolge ihrer neuen
Heimat zu. Doch es sollte ganz anders kommen. Als ihr Schiff in Bari eintraf,
erwarteten sie traurige Nachrichten. Ihren Verlobten hatte ein plötzliches
Fieber befallen, und er war am 24. Januar 1002 in der Burg von Paterno
nahe Rom im Alter von 22 Jahren gestorben. Mit diesem Tod verpaßte
Zoe
viel mehr als einen zukünftigen Ehemann, ja noch mehr als die Kaiserkrone
des Westens. Ein Sohn von ihr hätte zur gegebenen Zeit nicht nur das
Westreich erben können, sondern in Ermangelung eines anderen männlichen
Erben, auch das des Ostens, so daß die beiden Reiche zum ersten Mal
vereint gewesen wären, und als Herrscher ein Gebiet kontrolliert,
das sich von der Grenze Frankreichs bis nach Persien erstreckte. So läßt
sich ein ganz anderer Verlauf der Weltgeschichte denken. Von dem großen
Traum wie auch von Erzbischof Arnulf Abschied nehmend, machte sich Zoe
auf
demselben Schiff wieder auf, auf dem sie hergekommen war.
Literatur:
-----------
Adelheid Kaiserin und Heilige 931 bis 999 Info
Verlag Karlsruhe 1999 - Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien
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der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite
34,79,96,101,109,159,178,211,362 K 2 - Althoff Gerd: Die Ottonen.
Königsherrschaft ohne Staat. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln
2000 - Althoff Gerd: Otto III. Primus Verlag Darmstadt 1997 - Annalen
von Magdeburg a. 980 - Beumann, Helmut: Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer
Stuttgart Berlin Köln, Seite 7,117,122-124,126,128,131, 135,137-158,160-163,167,169,174
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Verlag Köln 1995, Seite 35-382 - Boshof, Egon: Die Salier.
Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1987, Seite 19-22,24,33,42,55,78,118,168
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und Franzosen Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln - Cardini,
Franco: Friedrich I. Barbarossa. Kaiser des Abendlandes, Verlag Styria
Graz 1990, Seite 37,109 - Collenberg, Weyprecht Hugo Graf Rüdt
von: Wer war Theophano? - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter,
Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 28,57,62,103,148,168,171,227, 314,343,
512/Band II Seite 4,49,115,157,159,183,207,362,364,388, 413,433,473,475,478,483,514,
533,558/Band III Seite 10,14,89,194,201,262,271,327,335,488-490,492,522-524,528,532,538
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Jörg: Die Heiratspolitik der Liudolfinger, Inaugural-Dissertation
Universität Greifswald 1909 - Pohl Walter: Die Welt der Babenberger.
Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite
12,57,65,71,82,95,101 - Schneidmüller, Bernd/Weinfurter
Stefan/Hg): Otto III. - Heinrich II. Eine Wende?, Jan Thorbecke Verlag
Sigmaringen 1997 - Schneidmüller Bernd/Weinfurter Stefan
(Hrsg.): Ottonische Neuanfänge. Symposium zur Ausstellung "Otto der
Große, Magdeburg und Europa" Verlag Philipp von Zabern Mainz 2001
- Schubert, Ernst: Stätten sächsischer Kaiser, Urania
Verlag Berlin 1990, Seite 19-22 - Schulze Hans K.: Das Reich und
die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag,
Seite 9-385 - Schwarzmaier Hansmartin: Von Speyer nach Rom.
Wegstationen und Lebensspuren der Salier. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen
1992, Seite 8,14,17,28, 35,38-43,56,92,98,121 - Schwennicke Detlev:
Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann
GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 10 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband
1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 - Thietmar von Merseburg:
Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 112-126,130-140,144,146,150-170,174-180,184,188,190,194,200,204,210,212,220,222,228,238,
290,298,342,348,416,432,450,460,466,476 - Uhlirz, Karl: Jahrbücher
des Deutschen Reiches unter Otto II. und Otto III. 1. und 2. Band. Verlag
Duncker & Humblot Berlin 1967 - Weinfurter, Stefan: Heinrich
II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg
1999, Seite 20-255 - Wies, Ernst W.: Otto der Große, Bechtle
Esslingen 1989, Seite 10-293 -