Tochter des N.N. (Langobarde)
Offergeld Thilo: Seite 139,144
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"Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im
frühen Mittelalter."
Der erste Thüringer-König ist mit Bisinus/Bisin
zwar
erst für die Zeit um 500 zweifelsfrei bezeugt, doch erscheint dieser
bald als der Ausgangspunkt einer veritablen Königsdynastie mit weitgespannten
genealogischen Vebindungen zu den Herrscherhäusern der Nachbarreiche:
Bisins
Frau war die langobardische Adlige Menia,
die nach seinem Tode den
Vater des späteren Langobarden-Königs
Audoin
heiratete. Bisins
Tochter Radegunde
wurde
die Gemahlin des Langobarden-Königs Wacho,
sein ältester Sohn Herminafried
heiratete gar eine AMALERIN,
Theoderichs
Nichte Amalaberga.
Audoin war nicht
nur ein mächtiger Adliger aus dem Geschlecht der GAUSEN,
sondern über seine Mutter, die ehemalige Thüringer-Königin
Menia,
auch Schwager Wachos und somit
durch verwandtschaftliche Nähe für den Regentenposten qualifiziert.
Allerdings deuten Audoins thüringische
Verbindungen - manches spricht dafür, daß er selbst Thüringer
war - auf einen gewissen politischen Dissens zu
Wacho,
der durch seinen Abzug nach Pannonien und durch die Heirat seiner Tochter
Wisigarda
mit
Theudebert
I. den Franken den Weg
zur Eroberung Thüringens freigemacht
hatte.
Schneider, Reinhard: Seite 18
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"Königswahl und Königserhebung im Frümittelalter.
Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden und Merowingern"
Aus vornehmen Geschlecht stammte Audoin
bestimmt, wenngleich nichts Näheres darüber bekannt ist. Es war
jedoch mit dem alten langobardischen Königshaus und dem der Thüringer
über Audoins
Mutter versippt.
Diese mit dem Namen Menia, war in erster
Ehe mit dem Thüringer-König Bisin
verheiratet,
so daß Wachos erste Gemahlin
Radegunde,
die aus dieser Ehe stammte,
Audoins
Halbschwester war. Audoins Vater, den
Menia
in zweiter Ehe heiratete, ist namentlich nicht bekannt. Hinzugefügt
werden kann, daß Audoin selbst
Rodelinde
zur Frau hatte, die vielleicht bayerischer Herkunft war. Aus
dieser Ehe stammte Audoins Sohn und
Nachfolger Alboin.
Auf Veranlassung des Kaisers heiratete
Audoin in zweiter Ehe eine Tochter des Thüringer-Königs
Herminafried,
deren Vater einst nach Italien geflohen und im Jahre 540 von Belisar
zusammen mit dem gefangengenommenen Ostgoten-König Witiches
nach Byzanz gebracht worden war. Audoins
jetztige Frau war über ihre Mutter Amalaberga
und Großmutter Amalafrieda,
eine Schwester Theoderichs, mit dem
Ostgoten-König
direkt als seine Großnichte verwandt.
Jarnut Jörg: Seite 7
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"Agilolfingerstudien."
Das gleichzeitige Auftreten von AGILOLFINGERN
im MEROWINGER-
und Langobarden-Reich sucht er zu
erklären, indem er annimmt, Alboins
Vater Audoin, ein GAUSE,
sei ursprünglich in Thüringen beheimatet gewesen, aber im Gefolge
seiner Stiefschwester Radegunde, einer
Tochter des Thüringer-Königs Bisin,
die mit dem Langobarden-König Wachoverheiratet
worden war, in das Langobarden-Reich gelangt [17 Wagner, Adelsfamilien
Seite 35ff.]. Auch die Vorfahren der angeblich agilolfingischen
Herzöge von Friaul seien nach dem Zusammenbruch des Thüringer-Reiches
nach Italien gekommen, andere Mitglieder dieser thüringischen Familie
seien hingegen "unter die Verfügungsgewalt der MEROWINGER
geraten. Dazu ist anzumerken:
1. Das Namensmaterial allein rechtfertigt
keinesfalls die Auffassung, die Herzöge von Friaul seien
AGILOLFINGER gewesen.
2. Die Ansicht, daß
Audoin aus Thüringen zu den Langobarden gestoßen
sei, beruht auf der
gänzlich unbeweisbaren
Annahme, Menia, die in zweiter Ehe
Audoins
Vater heiratete, habe
damit einen im thüringischen
und nicht einen im langobardischen Stammesverband lebenden
GAUSEN geehelicht.
1. oo Bisinius König der Thüringer
† 510
2. oo N.N. (Langobarde)
†
Kinder:
1. Ehe
Herminafrid
† -
Baderich
†
-
Berthachar
†
Radegunde
† 505
oo Wacho Langobarden-König
† 540
2. Ehe
Audoin Langobarden-König
um 515 † 561
Literatur:
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Jarnut Jörg: Agilolfingerstudien. Anton Hiersemann
Stuttgart 1986 Seite 7 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum
Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover
2001 Seite 139,144 - Schneider, Reinhard: Königswahl und Königserhebung
im Frümittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den
Langobarden und Merowingern, Anton Hiersemann Stuttgart 1972 Seite 18 -