Amalaberga                                   Königin der Thüringer
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um 495 nach 540
 

Einzige Tochter des Vandalen-Königs Thrasamund und der Schwester des Ostgoten-König Theoderichs des Großen, Amalafrida
Nach A. Thiele Tochter eines AMALER-Prinzen und der Amalafrida
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 504
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Amalaberga
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Tochter des Vandalen-Königs Thrasamund und der Schwester Theoderichs des Großen, Amalafrida

Dieser verheiratete sie an den Thüringer-König Herminafrid (Ut... nunc etiam longius clarite Hamali sanguinis fulgeatis; Cass. Var. I, 1), um die Thüringer damit an sein Bündnissystem gegen die Franken einzuordnen. Nach der Niederwerfung des Thüringer-Reiches und der Ermordung ihres Gemahls in Zülpich (wohl 534) floh Amalaberga mit ihren Kindern zu ihrem Bruder Theodahad nach Italien. Belisar brachte sie nach der Einnahme von Ravenna 540 nach Byzanz.

Literatur:
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Gesch. Thüringens I, hg. H. Patze-W. Schlesinger, 1978, 322ff.



Thiele, Andreas: Tafel 220
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

AMALABERGA
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  oo HERMANFRIED, König der Thüringer
              531 ermordet

zur Tochter siehe Langobarden I.



Mägdefrau Werner: Seite 9,10,11
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"Vom Thüringer Königreich bis zum Ende der Sächsischen Kaiserzeit 531-1024. Thüringen im frühen Mittelalter."

Die erstmalige Erwähnung der "Thoringia" als Bezeichnung für das Thüringer Königreich erfolgte in einem Sendschreiben Theoderichs des Großen, des Königs der Ostgoten, an Herminafried, den König der Thüringer, nach 500/501. Dieses enthielt die Eheempfehlung Theoderichs an Herminafried für seine Nichte Amalaberga, Tochter seiner Schwester Amalafrida und des Vandalen-KönigsThrasamund.
Die Heirat König Herminafrieds mit Theoderichs Nichte Amalaberga um, wohl eher vor 510 war der sinnfälligste Ausdruck des engen thüringisch-ostgotischen Verhältnisses.
Amalaberga, Königs-Witwe und Arianerin, floh nach dem Tode ihres Gatten Herminafried 534 mit ihren Kindern nach Ravenna zu ihrem Bruder Theodahad, dem Ostgoten-König, und später nach Byzanz, wo ihr Sohn Amalafrid zum Heermeister aufstieg.

Schneider, Reinhard: Seite 19
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"Königswahl und Königserhebung im Frümittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden und Merowingern."

Auf Veranlassung des Kaisers heiratete der Langobarden-König Audoin eine Tochter des Thüringer-Königs Herminafried, deren Vater einst nach Italien geflohen und im Jahre 540 von Belisar zusammen mit dem gefangengenommmenen Ostgoten-König Witiches nach Byzanz gebracht worden war [78 Prokop, Bell. Goth. IV, 25, ed. Veh Seite 916. Herminafrieds Sohn Amalafried diente im byzantinischen Heer.]. Audoins jetzige Frau war über ihre Mutter Amalaberga und Großmutter Amalafrieda, eine Schwester Theoderichs, mit dem Ostgoten-König direkt als seine Großnichte verwandt.

Dahn Felix: Seite 55,165,370
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"Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas."

Seine Schwester Amalafreda gab er Thrasamund, dem König der benachbarten Wandalen in Afrika, seine Nichte Amalaberga Hermanfrid, dem König des Thüringer-Reichs im Herzen Deutschlands, zur Ehe.
Der Kaiser sah darin einen Bruch des Friedens und schickte den Langobarden ein Hilfsheer unter Amalafrid, den Sohn des Thüringer-Königs Hermanfrid und der AMALUNGIN Amalaberga, das die Gepiden schlug (531).
Aber der geschichtliche Kern ist, daß Hermenfried, der Gemahl Amalabergas, Tochter Amalafridas, der Schwester Theoderichs des Großen, zuerst seinen Bruder Berthachar überfiel und tötete, dessen Söhne (und Tochter Radegundis) von der Herrschaft ausschloß, darauf Theuderich von Austrasien herbeirief zum gemeinsamen Angriff auf Baderich.

Ensslin Wilhelm: Seite 147,327
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"Theoderich der Große."

So hatte er noch vor dem Abschluß der Kämpfe in Spanien seine Nichte Amalaberga mit Herminafrid, dem Sohn des Bisin, vermählt, der damals als Oberkönig mit seinen Brüdern den Thüringern gebot. Der Stolz des AMALERS auf sein Geschlecht und auf die hochgebildete Nichte, durch die jetzt der Glanz des AMALER-Namens mit dem Ruhm des thüringischen Königsgeschlechtes vereinigt werden sollte und von der er als Trägerin einer hohen Gesittung sich Einfluß auf das Thüringervolk versprach, tritt uns in dem Schreiben, das er den Gesandten, welche die Braut nach Norden geleiteten, mitgab, entgegen.
Um dieselbe Zeit war 531 das Thüringer-Reich unter den Schlägen des ältesten Chlodwig-Sohnes Theuderich in den Grundfesten erschütttert, um dann nach der Beseitigung des Herminafrid 534 völlig zu zerfallen. Seine Gemahlin Amalaberga floh mit ihren Kindern nach Ravenna.

Ewig Eugen: Seite 34
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"Die Merowinger und das Frankenreich."

Theoderich der Große hatte die Thüringer in sein Bündnissystem einbezogen und seine Nichte Amalaberga um 510 mit Hermenefred vermählt, der nach Konflikten mit seinen Brüdern schließlich das ganze Reich wieder in seiner Hand vereinigte.
Die Thüringer erlitten eine schwere Niederlage an der Unstrut. Hermenefred wurde den Franken tributpflichtig und 533 bei einem Besuch Theuderichs in Zülpich von der Stadtmauer gestürzt und getötet. Seine Witwe Amalaberga floh mit ihren Kindern 535 nach Italien, die Kinder ihres Schwagers Berthachar fielen in die Hände der Franken.
 
 
 
 

 510
  oo 2. Herminafrid König der Thüringer
                   534
 
 
 
 

Kinder:

  Amalafrid
        

  Rodelinde
       

  oo Audoin Langobarden-König
              561
 
 
 
 

Literatur:
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Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 55,57,165,370 - Ensslin Wilhelm: Theoderich der Große. F. Bruckmann KG München 1959 Seite 147,327 - Ewig Eugen: Die Merowinger und das Frankenreich. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1988 Seite 34 - Gregor von Tours: Fränkische Geschichte. Phaidon Verlag, Essen und Stuttgart 1988 Buch II Kapitel 12 - Mägdefrau Werner: Vom Thüringer Königreich bis zum Ende der Sächsischen Kaiserzeit 531-1024. Thüringen im frühen Mittelalter. Verlag Rockstuhl 2003 Seite 9,10,11,28 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 79,90(142),139 - Patze, Hans/ Schlesinger, Walter: Geschichte Thüringens, Böhlau Verlag Köln/Graz 1967 Seite 322 - Riehl Hans: Die Völkerwanderung. Der längste Marsch der Weltgeschichte. W. Ludwig Verlag 1988 Seite 262 - Schneider, Reinhard: Königswahl und Königserhebung im Frümittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden und Merowingern, Anton Hiersemann Stuttgart 1972 Seite 19 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 220 -