Radegunde von Thüringen             Königin der Langobarden
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um 585/90 505
 

Tochter des Thüringer-Königs Bisinus und der Langobardin Menia
 

Thiele, Andreas: Tafel 223
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

WACHO
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  539/40

  1. oo RANIGUNDE VON THÜRINGEN
                 

Tochter des Königs Bisinus, Schwester König Herminafrieds



Schneider, Reinhard: Seite 16,18
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"Königswahl und Königserhebung im Frümittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden und Merowingern"

In erster Ehe war Wacho mit der Thüringerin Radegunde verheiratet und nahm spätestens 512 in zweiter Ehe die Gepidin Austrigusa zur Frau [64 Paulus I, 21 Seite 60. Zur langobardischen Heiratspolitik dieser Phase vgl. J. Werner, Die Herkunft der Bajuwaren, in: Zur Geschichte der Bayern (Wege der Forschung 60), 1965 Seite 25ff.)]. Der außenpolitische Aspekt dieser Eheschließung erhellt blitzartig, wenn man erfährt, daß die Tochter aus erster Ehe Wisigarde, mit dem Franken-König Theudebert I. verheiratet wurde und Walderada, Tochter Wachos und Austrigusas, des Franken-Königs Theudebald, vorübergehend dann Chlothars I. und schließlich des Bayern-Herzogs Garibald Frau wurde [65 Ebd.; Gregor von Tours IV, 9 Seite 140f.].
Aus vornehmen Geschlecht stammte Audoin bestimmt, wenngleich nichts Näheres darüber bekannt ist. Es war jedoch mit dem alten langobardischen Königshaus und dem der Thüringer über Audoins Mutter versippt. Diese mit dem Namen Menia, war in erster Ehe mit dem Thüringer-König Bisin verheiratet, so daß Wachos erste Gemahlin Radegunde, die aus dieser Ehe stammte, Audoins Halbschwester war.

Offergeld Thilo: Seite 139,145
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"Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter."

Der erste Thüringer-König ist mit Bisinus/Bisin zwar erst für dieZzeit um 500 zweifelsfrei bezeugt, doch erscheint dieser bald als der Ausgangspunkt einer veritablen Königsdynastie mit weitgespannten genealogischen Vebindungen zu den Herrscherhäusern der Nachbarreiche: Bisins Frau war die langobardische Adlige Menia, die nach seinem Tode den Vater des späteren Langobarden-Königs Audoin heiratete. Bisins Tochter Radegunde wurde die Gemahlin des Langobarden-Königs Wacho, sein ältester Sohn Herminafried heiratete gar eine AMALERIN, Theoderichs Nichte Amalaberga.
Audoin war nicht nur ein mächtiger Adliger aus dem Geschlecht der GAUSEN, sondern über seine Mutter, die ehemalige Thüringer-Königin Menia, auch Schwager Wachos und somit durch verwandtschaftliche Nähe für den Regentenposten qualifiziert. Allerdings deuten
 
 
 
 

  oo 1. Wacho König der Langobarden
  x       um 510/15   540
 
 
 
 

Literatur:
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Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 139,145 - Schneider, Reinhard: Königswahl und Königserhebung im Frümittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden und Merowingern, Anton Hiersemann Stuttgart 1972 Seite 16,18 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 223 -