Albert III.                                       Graf von Namur (1063/64-1102)
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um 1030-22.6.1102
 

Ältester Sohn des Grafen Albert II. von Namur und der Reginlinde von Nieder-Lothringen, Tochter von Herzog Gozelo I.
 

Brandenburg Erich: Tafel 5 Seite 11
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"Die Nachkommen Karls des Großen."

X. 79. ALBERT III., Graf von Namur 1063/64
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* ..., + 1102

Gemahlin:
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ca. 1067
Ida (Tochter Herzog Bernhards II. von Sachsen?), Witwe Friedrich Herzog von Nieder-Lothringen (siehe IX. 25. und X.99.)

Anmerkungen: Seite 135
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X. 79. Albert III.
Breßlau, Neues Archiv 8,597. Todeszeit Note Bronienses, S. S. 24, 24. Von seiner Gemahlin Ida steht nur fest, daß sie Herzog Friedrichs Witwe war. Ihre Abstammung ist nicht sicher bezeugt, wird aber von Vanderkindere 2, 202f. uns C.G. Rolnad, Ann. de Namur 20,74f angenommen, da Ida über sächsischen Besitz verfügt, der von ihrem ersten Gemahl an Kaiser HEINRICH III. gegen La Roche in den Ardennen vertauscht wurde. Vanderkindere nimmt ohne zwingenden Grund an, daß Albert vorher schon einmal verheiratet gewesen sei.



Glocker Winfrid: Seite 346
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik."

VIII. 138. ALBERT III.
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* ..., + 1102

1063764 Graf von Namur

  oo c 1067
       Ida (Tochter Herzog Bernhards II. von Sachsen?), Witwe Herzog Friedrichs I. von Nieder-Lothringen

Vgl. Brandenburg X. 79.



Thiele, Andreas: Tafel 16
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

ALBERT III.
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    + 1102

Albert III. folgte seinem Vater 1063/64 und war auch Vogt von St. Aubian, Stablo und Malmedy und ein bedeutender Dynast in Lothringen.

  oo um 1066
       IDA VON SACHSEN

Tochter des Herzogs Bernhard II. Billung, Witwe des Herzogs Friedrich II. von Luxemburg-Nieder-Lothringen (+ 1065)



Goez Elke: Seite 32,36
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"Beatrix von Canossa und Tuszien"

Zwar versuchte Mathilde von Tuszien, durch die Ernennung Alberts von Namur zu ihrem Sachwalter in der Grafschaft Verdun ein Gegengewicht zur Partei des verstorbenen Ehemannes zu schaffen, aber Gottfried von Bouillon war diesem politisch wie machtmäßig weit überlegen
Ebenso verhält es sich mit dem Lehnsbesitz in der Grafschaft Verdun, mit welchem Mathilde ihren Vetter Albert von Namur belehnte.

Werner, Matthias: Band I, Seite 384,395,404,413,424,444,447,450,457,465
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"Der Herzog von Lothringen in salischer Zeit", in: Die Salier und das Reich

Möglicherweise die Wahrnehmung königlicher Interessen im Herzogtum als herzogliche Aufgabe war kurz nach 1076 der Grund für das militärische Vorgehen des Stellvertreters Graf Albert III. von Namur gegen den Bau der Burg Dalhem (südöstlich Maastricht) durch den Pfalzgrafen Hermann II. und einige Große dieser Gegend.
Mochte es noch an der korrekten Einhaltung des Verfahrensweges liegen,wenn ein Rechtstsreit, in dem sich Herzog Gottfried von Bouillon und Graf Albert III. von Namur als Vögte der Güter des Aachener Adalbertstiftes in Olne und des Klosters Stablo-Malmedy 1095 gegenüberstanden.
Das einzige sichere Zeugnis für die Ausstattung des niederlothringischen Herzogs mit Reichsgut in salischer Zeit ist der Bericht des Jocundus zu 1076, wonach die königliche villa Echt (an der Maas südlich Roermund) von HEINRICHS IV. Sohn KONRAD, eo tempore Lotharico duce, an Graf Albert III. von Namur, den faktischen Inhaber der Herzogsgewalt, verliehen worden war [211 Dies gilt etwa für die alten Königshöfe Ambleve und Thommen in den Ardennen, die sich sehr wahrscheinlich als Reichslehen zu einem Teil in der Hand Gottfrieds des Bärtigen befanden, aber nicht in Verbindung mit dem Herzogsamt standen].
Ob die Vogtei von Malmedy nach Gottfrieds Tod 1069 an seinen Sohn Gottfried den Buckligen gelangte und nach dessen 1076 an den Grafen von Namur fiel oder ob Albert III. von Namur sie bereits 1069/70 erwarb, muß offen bleiben. Spätestens 1087/88 unter Herzog Gottfried von Bouillon war die Vogtei wieder vom Herzogsamt getrennt und blieb in der Folgezeit als erbliches Lehen bei den Grafen von Namur [264 Letzteres ist die vorherrschende Auffassung; ihr zufolge ging die Vogtei zusammen mit den die künftige Herrschaft Laroche (einer Nebenlinie der Grafen von Namur) bildenden Eigengütern Herzog Friedrichs um Amberloup und Ortho durch die Heirat von Friedrichs Witwe Ida mit Graf Adalbert III. von Namur (1063/64-1102) an diesen über. Sicher als Vogt von Stabl-Malmedy bezeugt ist Graf Albert II. erstmals in einer Urkunde von um 1088. Von 1088 September 29 scheintAlbert seinem jüngeren Sohn Heinrich, dem Begründer der Nebenlinie Laroche, die Vogtei zeitweise überlassen zu ahben, der sie dann nach dem Tode seines Vaters inehatte und in  dessen linie sie erblich wurde.].
Vor allem die Ehe mit Graf Albert II. von Namur (1031-1063/64) - sein Bruder Robert hatte 1013 zusammen mit Lambert von Löwen gegen Hermann von Eename gekämpft -  führte zu einem engen Zusammengehen des Grafen mit dem Herzog Gozelo; sie war es auch, die 1076 die Erbansprüche Alberts III., des Sohnes der Regilinde, gleichsam als eines Angehörigen des Hauses VERDUN auf die Hausgüter um Bouillon begründete.
Die Auseinandersetzungen um den Herrschafts- und Güterkomplex um Bouillon und Verdun, die nach dem Tode Gottfrieds des Buckligen 1076 zwischen Gottfried von Bouillon und dem gleichfalls Erbansprüche erhebenden vicedux Albert III. von Namur ausbrachen und bis 1086 dauerten, führte zu neuen Adelsparteiungen in diesem Raum und betrafen, obgleich es um die Erbgüter des Hauses VERDUN ging, die herzogliche Gewalt unmittelbar.

Mohr Walter: Band II Seite 63-73
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"Geschichte des Herzogtums Lothringen"

Gottfried der Bucklige besaß keine Nachkommen. Zur Regelung der Nachfolge griff er in seinem Testament auf den Sohn seiner Schwester Ida, die mit dem Grafen Eustachius von Boulogne verheiratet war, zurück. Dabei adoptierte er diesen Neffen, der ebenfalls Gottfried hieß, als seinen Sohn. Dessen Nachfolge in der Toscana war natürlich nicht möglich, weil er nicht der Sohn des verstorbenen Herzogs war. Dagegen suchte umgekehrt dessen Gemahlin Mathilde Ansprüche in Lothringen geltend zu machen. Sie fand für ihr Vorgehen gegen Gottfried einige Verbündete im lothringischen Raum selbst.
Eine zentrale Stellung nahm bei dieser Entwicklung der Bischof Dietrich von Verdun ein. Das ARDENNER-Haus hatte ja gerade um die Grafschaft Verdun lange Kämpfe geführt, bei denen es in den dortigen Bischöfen entsprechende Gegner gefunden hatte. Jetzt nach dem Tode Gottfrieds des Buckligen hielt Bischof Dietrich den Zeitpunkt gekommen, die Ansprüche des Bistums voll und ganz durchzusetzen. Damit war von vornherein ein Zusammengehen mit der Markgräfin gegeben. Ein weiterer Verbündeter bot sich im Grafen Albert von Namur an, der der Gemahl der älteren Schwester von des jungen Gottfrieds Mutter Ida war. Er hielt daher seine Verwandtschaft zu dem verstorbenen Herzog für näher und seine Ansprüche auf das Erbe für begründeter. Bischof Dietrich wandte sich außerdem an den Erzbischof von Reims, der für einige Gebiete von Gottfrieds Erbe Lehensherr war, um ihn zu veranlassen, auch den Papst an der Sache zu interessieren. Vermutlich wurde auf diesem Wege erst die Verbindung zu Mathilde und weiter zwischen ihr und dem Grafen von Namur zustandegebracht. Der Bischof und der Erzbischof waren sich daher vorher über den einzuschlagenden Weg einig geworden. Die Grafschaft Verdun sollte an Mathilde übertragen werden, die sie dann weiter als Lehen an den Grafen Albert zu geben hatte. Es gelang, Papst Gregor VII. für diesen Plan zu gewinnen. Dadurch kam zunächst einmal die Transaktion mit der Grafschaft Verdun in der abgesprochenen Form zustande, der Graf von Namur wurde nach der Belehnung mit der Vertretung der Interessen Mathildes beauftragt.
In der Folge wurde zuerst vom Abt von St. Hubert ein Versuch zu einer gütlichen Einigung gemacht. In seinem Kloster trafen sich Gottfried und Albert, doch führten die Unterredungen zu keinem Erfolg. In der Hauptsache scheint es um die Burg Bouillon gegangen zu sein, von der jetzt Gottfried Besitz ergreifen konnte. Albert war es nicht möglich, ihn dort zu vertreiben, obwohl er dabei vom Bischof von Verdun unterstützt wurde, da auf der anderen Seite sein Gegner Hilfe von Bischof Heinrich von Lüttich erhielt. Dieser war mit Gottfried dem Buckligen verwandt gewesen, dem er ja auch seine Erhebung zu verdanken hatte. Schon aus diesem Grunde ergriff er die Partei Gottfrieds von Bouillon, außerdem musste ihn das starke Anwachsen der Macht des Grafen von Namur misstrauisch machen. So kaufte er die Burg Mirwart, die Albert als Stützpunkt gegen Gottfried benutzen wollte, von ihrem Eigentümer, der Gräfin Richilde von Hennegau, und setzte sie in Verteidigungszustand, was sich zum Schutz Gottfrieds auswirkte. Während die Auseinandersetzungen um Bouillon begannen, bemühten sich Gottfrieds Brüder Eustachius und Balduin um die Organisation militärischer Hilfe. Daraufhin gelang es ihm auch noch Stenay zu besetzen. Er besaß indes noch andere Gegner. So stand auf Seiten des Grafen Albert der Graf von Chiny und dessen Verwandter, der Graf Walram I. von Limburg. Auf die Burg Bouillon speziell erhob Ansprüche auch Graf Dietrich von der Veluwe, der damit zum natürlichen Verbündeten des Grafen von Namur wurde. Dietrich hatte allerdings kein Glück, er geriet im Laufe der Kämpfe in die Gefangenschaft Gottfrieds, in der er gestorben ist.
In all diesen Fragen ist nun die Haltung des deutschen Königs nicht eindeutig zu erkennen. Ohne Schwierigkeiten folgte Gottfried in der Markgrafschaft Antwerpen nach, die eine von Nieder-Lothringen unabhängiges Reichslehen darstellte, in das er von HEINRICH IV. eingewiesen wurde. In Nieder-Lothringen selbst aber traf der König eine andere Lösung. Er kam sofort nach Utrecht, um dort die schwebenden Angelegenheiten zu ordnen. Er gab nun das Herzogtum nicht dem Erben des Verstorbenen, sondern seinem eigenen Sohn KONRAD. Da dieser noch ein Kind war, ist die Maßnahme einigermaßen auffallend. Schließlich war Gottfried von Bouillon im Jahre 1076 noch ein junger Mann, von dem es zweifelhaft war, ob er sich gegenüber den großen Nieder-Lothringens werde durchsetzen können. Allerdings ist es demgegenüber auffallend, dass der König zum Stellvertreter des kleinen KONRAD im Herzogsamt den Grafen Albert von Namur wählte, also den Gegner Gottfrieds. Albert führte den Titel vicedux. Immerhin besteht auch die Möglichkeit, dass der König sich des jungen Gottfried nicht ganz sicher war.
Inzwischen gingen die Kämpfe um Gottfrieds Erbansprüche weiter. Die Auseinandersetzungen hatten sich so entwickelt, dass Gottfried sich in Nieder-Lothringen gegen den Herzog-Stellvertreter Albert von Namur behaupten konnte. Anfang Juni 1085 kam es dann zu einer Regelung, als der Kaiser in Metz weilte. Gottfried wurde die Grafschaft Verdun zugesprochen, der Bischof von Verdun erhielt Stenay und Mouzay, was einigermaßen merkwürdig ist, denn die beiden letzteren Orte hatten zum Eigenbesitz Gottfrieds des Buckligen gehört, auf sie konnte sein Neffe also mit vollem Recht Anspruch erheben. Gottfried hat sich denn auch nicht zufriedengegeben, und die Kämpfe lebten wieder auf. Eine endgültige Regelung trat erst ein, als Gottfried in Vorbereitung des Kreuzzuges Stenay und Mouzay an den Bischof verkaufte.
Die herzogliche Gewalt in Nieder-Lothringen war in diesen Jahren, da auch der deutsche König durch den Streit mit dem Papst so stark getroffen wurde, fast zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken. Um den Zustand des Landes wieder zu heben, kam man auf die Institution des Gottesfriedens zurück. Auch der Herzog-Stellvertreter hat bei dessen Wiedereinführung mitgewirkt, offensichtlich weil er seine eigene politische Ohnmacht fühlte.
 
 
 
 

1066
  oo 2. Ida von Sachsen, Tochter des Herzogs Bernhard II.
           um 1035-31.7.1102

     1. oo 2. Friedrich Herzog von Nieder-Lothringen
                 um 1005-28.8.1065
 
 
 
 

Kinder:

  Ida
       -   1117

  oo Gottfried I. Herzog von Brabant
              -25.1.1139

  Alix (Alaydis)
        - um 1124

  oo Otto II. Graf von Chiny
             -   1125

  Friedrich Bischof von Lüttich (1119-1121)
         -   1121

  Gottfried I. Graf von Namur und Luxemburg
        -   1139

  Albert Graf von Jaffa
         - um 1121

  Heinrich I.
        - vor 1138
 
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 5 Seite 11,135 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I, Seite 384,395,404,413,424,444,447,450,457,465/Band III Seite 506 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 VIII, 138 Seite 346 - Goez Elke: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995, Seite 32,36 - Mohr Walter: Geschichte des Herzogtums Lothringen. Verlag "Die Mitte" Saarbrücken 1974 Band II Seite 63-73 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 16 -