Dann begab sich der Herrscher nach Goslar, wo er am 1.
Januar 1158 von Heinrich
dem Löwen die Burg Badenweiler eintauschte. In Goslar
sind unter anderem nachweisbar die Metropoliten Wichmann von
Magdeburg, Hartwig von Brenmen, Bischof Bruno von Hildesheim, Markgraf
Dietrich von der Lausitz und dessen Bruder Graf
Heinrich von Wettin, Pfalzgraf
Friedrich von Sachsen, Graf Poppo von Blankenburg sowie Ludolf
von Dassel.
Als Vogt - diesmal des Liebfrauenstifts zu Magdeburg
- weilte der ASKANIER
auch am 13. September 1159 in Elbeu. Damals übernahm Albrecht
mit dem Sohn Otto
Grundbesitz beim Dorf Mose (nördlich von Wolmirstedt), den der WETTINER
Graf
Dedo von Groitzsch dem Konvent verkauft hatte. Dabei waren unter
anderem auch Erzbischof Wichmann von Magdeburg, Dedos Bruder
Markgraf Dietrich von der Lausitz sowie Albrechts Schwager
Graf Werner von Veltheim.
Anläßlich der Gründung des Domkapitels
im Februar 1161 sind in Magdeburg neben dem Metropoliten, dem Bischof sowie
den drei ASKANIERN unter anderem noch zugegen: Abt Arnold von Berge
und Nienburg, die Pröpste Balderam vom Kloster Unser Lieben Frauen,
Reiner von Leitzkau und Eckehard vom Lauterberg, die Markgrafen
Otto von Meißen und Dietrich von der Lausitz sowie
ihre Brüder Heinrich von Wettin und Dedo von Groitzsch,
Burggraf Burchard von Magdeburg sowie die Grafen Burchard von Falkenstein
und Baderich.
Im November 1164 trafen die drei ASKANIER in Bamberg
unter anderem die Bischöfe Gero von Halberstadt und Johannes von Merseburg,
Landgraf Ludwig den Eisernen von Thüringen sowie die wettinischen
Brüder Markgraf Otto den Reichen von Meißen (Albrechts
Schwiegersohn), Markgraf Dietrich von der Lausitz, Graf Dedo
von Groitzsch (Vogt des Naumburger Hochstifts) und Graf
Friedrich von Brehna.
Tatsächlich finden wir den Markgrafen erst wieder
am 26. Februar 1165 in Altenburg, wohin sich der Kaiser inzwischen begeben
hatte. Hierher waren unter anderem auch König
Wladislaw von Böhmen, dessen Bruder Diepold, der Magdeburger
Metropolit Wichmann, die Bischöfe von Verden, Meißen und
Merseburg, Landgraf Ludwig der Eiserne von Thüringen, und alle fünf
WETTINER, nämlich die Brüder Markgraf Otto der Reiche
von Meißen,
Markgraf Dietrich von der Lausitz sowie die
Grafen Dedo von Groitzsch,
Heinrich von Wettin und Friedrich
von Brehna gekommen.
Belegt ist Albrechts Anwesenheit aber erst wieder
am 18. März 1165 zu Erfurt, wo FRIEDRICH
BARBAROSSA den Zeitzer Schiedsspruch schriftlich niederlegen
ließ. Dort sind unter anderem die Bischöfe Udo II. von Naumburg
und Hermann von Verden, Ludwig der Eiserne sowie die beiden wettinischen
Markgrafen und deren Bruder Dedo nachzuweisen.
Das erfahren wir aus einer auf der Boyneburg ausgestellten
Urkunde BARBAROSSAS vom 20. August
1166. Darin wird ein Aufenthaltsort Albrechts des Bären in
diesem Jahr zum ersten Mal gesichert. Er erscheint unter den Zeugen, außerdem
sind aufgeführt die Bischöfe Hermann von Hildesheim und Udo II.
von Naumburg, Abt Hermann von Fulda, Landgraf Ludwig der Eiserne von Thüringen,
Albrechts Schwiegersöhne Diepold von Böhmen und Markgraf
Otto der Reiche von Meißen, dazu dessen Brüder, die Grafen
Dedo von Groitzsch sowie Friedrich von Brehna.
Abgesandte des Kölner Erzbistums beschworen im Auftrage
ihres in Italien weilenden Metropoliten am 12. Juli 1167 bei Magdeburg
nach vorangegangenen Absprachen zwischen beiden Kirchenfürsten ein
Schutz- und Trutzbündnis mit Wichmann und dessen Verbündeten.
Als solche werden genannt: Albrecht der Bär mit seinem ältesten
Sohn Markgraf Otto von Brandenburg und dem Schwiegersohn Otto
dem Reichen von Meißen, dazu dessen Bruder Graf Dedo von Groitzsch
sowie Landgraf Ludwig der Eiserne von Thüringen.
Eine Urkunde vom 28. Juni 1168 zeigt, daß beide
Parteien in der Bischofsstadt am Main (Würzburg) angekommen waren.
Albrecht der Bär erscheint hier als Vogt des Goslarer Stiftes
St. Simon und Judas und in Begleitung seiner Söhne Adalbert
und Dietrich.
Vor ihm wird in der Zeugenreihe Heinrich der Löwe genannt, an dritter
Stelle steht Landgraf Ludwig der Eiserne von Thüringen. Dann folgt
Albrechts Schwiegersohn Markgraf Otto der Reiche von Meißen
mit seinen Brüdern Dietrich von der Lausitz, Dedo von
Groitzsch
und
Heinrich von Wettin. Der WELFE
der ASKANIER, der Landgraf und der Magdeburger Erzbischof scheinen
bald darauf wieder abgereist zu sein, denn in dem am 10. Juli 1168 in Würzburg
ausgestellten Herrscherdiplom findet man von den sächsischen Streithähnen
bloß die WETTINER.
Anläßlich des am 2. Februar 1169 in der Pfalz
Wallhausen (westlich von Sangerhausen) abgehaltenen Hoftages erscheinen
dann Albrecht der Bär mit ungenannten Söhnen, Erzbischof
Wichmann sowie die wettinischen Markgrafen Otto der Reiche von Meißen
und Dietrich von der Lausitz mit ihrem Bruder Dedo von Groitzsch.
Wir erblicken Albrecht den Bären dann wieder
auf dem Bamberger Reichstag, der im Juni 1169 stattfand. Von den sächsischen
Fürsten waren auch Heinrich der Löwe, Erzbischof Wichmann
von Magdeburg, die wettinischen Markgrafen Otto der Reiche von Meißen
und
Dietrich
von der Lausitz mit ihrem Bruder Dedo von Groitzsch sowie Landgraf
Ludwig der Eiserne von Thüringen erschienen. Hier erfolgte bekanntlich
die Wahl des 1165 geborenen zweiten Kaiser-Sohnes
HEINRICH zum deutschen König.
Die bald darauf vereinbarte Eheverbindung zwischen Albrechts
Sohn Otto und der Schwester der PIASTEN
scheint diese Überlegungen zu bestätigen, auch wenn wir nicht
wissen, ob schon 1146 in dem Sinne Gespräche zwischen den jüngeren
Herzögen von Polen und den ASKANIERN stattfanden [846 Siehe
unten Seite 107 mit EN 910. - Auch Konrad von Wettin verheiratete
seinen Sohn
Dietrich spätestens in diesen Jahren mit Dobronega,
einer weiteren Schwester der polnischen Herzöge, siehe W. Hoppe: Konrad
von Meißen (wie EN 180), Seite 179; S. Pätzold: Wettiner (wie
EN 40), Seite 51,290. - Siehe auch H.-D.. Kahl: Slawen (wie EN 2), Seite
373.].
1162 beginnen die Erwähnungen der ASKANIER
mit der Nennung von Albrechts Sohn Adalbert am 26. Februar
beim Kaiser in Lodi [1332 D F I., Nr. 350; R F I., Nr. 1021; KW,
Nr. 314 (comes Albertus). Von den sächsischen Fürsten
finden wir dort noch Markgraf Dietrich von der Lausitz. Es ist die
Schenkung der 800 Hufen, die Dietrichs Bruder Otto von Meißen
(Albrechts Schwiegersohn) vom Reich zu Lehen trug, an das durch
diesen gestiftetet Kloster Altzella (bei Nossen).].
Da Erzbischof Wichmann einen Teil der Nienburger
Güüter in der Lausitz der Abtei später wieder wegnahm und
seinen wettinischen Vettern überließ [1455 Allerdings
geschah das anscheinend im Tausch gegen das Land Dahme (östlich von
Jüterbog), das heißt, offenbar frühestens 1171, also nach
Albrechts Tod (Siehe S. Pätzold: Wettiner (wie EN 40), Seite
108 mit Anm. 173, Seite 130 mit Anm. 112; D. Claude: Magdeburg 2 (wie EN
26), Seite 100-103; vgl. aber H. Assing: Teltow und Barnim (wie EN 11),
Seite 21 mit Anm. 109, der Dahme "wohl nicht vor 1184" an Erzbischof
Wichmann gelangen läßt). Die aus dem 13. Jh. stammende Lauterbergchronik
(MG SS 23), Seite 155, berichtet allerdings zu 1171, daß der Metropolit
pro provincia que Dame dicitur Nienburger Besitzungen in der Lausitz
gegeben habe - und zwar dem Kaiser -, doch die päpstlichen Bestätigungsurkunden
für das Magdeburger Erzstift von 1182 und 1184 (UBM, Nr. 383,
393,395) erwähnten Dahme nicht. - Markgraf Dietrich von der Lausitz
(1156-1185) und sein ihm in diesem Amte folgender Bruder Graf Dedo
von Groitzsch (1185-1190) waren Söhne Konrads
von Wettin, dessen Schwester Mathilde
als Gemahlin des Grafen Gero von Seeburg bekanntlich Mutter Erzbischof
Wichmanns von Magdeburg wurde.], könnte es fast scheinen, als
sei Albrechts Strategie in der Angelegenheit einem magdeburgisch-staufisch-wettinischen
Zusammenwirken unterlegen.