Begraben: Dom zu Palermo
2. Sohn des Kaisers FRIEDRICH
I. BARBAROSSA aus seiner 2. Ehe mit der Beatrix
von Burgund, Tochter von Graf Rainald III.
Lexikon des Mittelalters: Band IV Seite 2045
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HEINRICH VI., Kaiser, deutscher König, König
von Sizilien aus dem Hause der STAUFER
---------------------
* 1165, + 28. September 1197
Nimwegen Messina
Begraben: Dom zu Palermo
Eltern:
--------
Kaiser FRIEDRICH I. und der Beatrix
von Burgund
27.1.1186
oo Konstanze von Sizilien
-
Sohn:
-------
FRIEDRICH II.
HEINRICH wurde 1169
zum deutschen König gewählt und erhielt 1184 die Ritterweihe.
Seine Ausrufung zum Caesar (Mailand 1186) sollte die Weigerung des
Papstes kompensieren, den Thronfolger zum Mit-Kaiser zu krönen. Urbans
III. antikaiserliche Parteinahme im Trierer Schisma beantwortete HEINRICH
auf Weisung FRIEDRICH BARBAROSSAS mit
der Besetzung des Kirchenstaates (1186/87). Von großer Tragweite
war HEINRICHS Heirat mit Konstanze,
der Tochter König Rogers II.,
die nach dem kinderlosen Tode König Wilhelms
II. (+ 1189) als Erbin des Königreiches Sizilien gelten
mußte und ältere kaiserliche Ansprüche auf friedlichem
Wege zu realisieren versprach. Der von silizischen Großen beschworenen
Eventualerbfolge widersetzte sich der sizilische Hofadel durch die Erhebung
Tankreds
von Lecce, eines illegitimen Enkels Rogers
II. (1190). Nach dem Tode BARBAROSSAS
im gleichen Jahr Alleinherrscher, scheiterte HEINRICHS
erster, im Anschluß an die Kaiserkrönung (15. April 1191)
unternommenen Versuch, das Königreich zu erobern; Konstanze
fiel
in die Hände Tankreds. Der durch
die HEINRICH angelastete Ermordung
des Lütticher Bischofs Albert von Löwen (1192) wiederbelebten
niederrheinisch-welfischen Opposition,
die schnell weitere Kreise zog, konnte HEINRICH
durch
die Gefangennahme des englischen Königs Richard
Löwenherz begegnen, der sich nur gegen eine hohe Lösegeldzahlung
und Lehensnahme seines Königreiches vom Reich befreien konnte. Den
Ausgleich mit den WELFEN
förderte
die Heirat Heinrichs von Braunschweig, Sohn von Heinrich dem Löwen,
mit Agnes, Tochter des rheinischen
Pfalzgrafen. Der Tod Tankreds
(1194)
öffnete HEINRICH den Weg ins Königreich
Sizilien, Weihnachten 1194 wurde er in Palermo zum König
von Sizilien gekrönt. Die Familie Tankreds
und ihre Berater wurden anläßlich einer (fingierten?) Verschwörung
nach Deutschland deportiert. Weitere Maßnahmen zur Sicherung der
"unio regni ad imperium" sind nur schemenhaft erkennbar. Das personelle
Revirement betraf zunächst die Leitungsfunktionen am Hof, weniger
in der Provinz. Für die Zeit von HEINRICHS
Abwesenheit
wurde Konstanze mit der Regierung des
sizilischen Königreiches beauftragt, die sie freilich kraft eigenen
Rechts für sich reklamierte. In Zusammenhang mit einer geplanten Realunion
stehen wohl auch HEINRICHS weitere
Maßnahmen: die Kreuznahme im Hinblick auf einen beabsichtigten Kreuzzug,
vor allem aber der "Erbreichplan", der die geistlichen und weltlichen Fürsten
für die Thronfolge des Kaisersohne gewinnen sollte. Die Verhandlungen
mit dem Papst, dem Oberlehnsherrn der sizilischen Könige, scheiterten
an HEINRICHS Weigerung, Sizilien vom
Papst zu Lehen zu nehmen. Auch die Fürsten begannen jetzt, dem "Erbreichplan"
zu widerstreben, so dass HEINRICH ihn
fallen ließ. Doch erreichte er die Wahl seines Sohnes zum deutschen
König (Dezember 1196). Dass über diese realpolitischen Erwägungen
hinaus auch das höhere Endziel Jerusalem (Endkaiserprophetien) eine
bestimmende Komponente in HEINRICHS
Politik war, ist nur zu vermuten. Die Erpressung von Byzanz (normannische
Gebietsforderungen, "Alemannensteuer"), die Heirat PHILIPPS
VON SCHWABEN mit der byzantinischen
Kaiser-Tochter Irene, die Tributzahlungen des almohadischen
Kalifen von Tripolis und Tunis sowie die Lehensnahme der Könige von
Zypern und Armenien erhielten von dort ihren folgerichtigen Sinn. Als HEINRICH
nach Sizilien zurückkehrte, entluden sich die Spannungen in einem
Aufstand gegen den Kaiser, an dem angeblich auch Konstanze
beteiligt
gewesen sein soll. Die Empörung wurde blutig niedergeschlagen, doch
starb HEINRICH kurz darauf an Malaria
und Dysenterie.
Konstanze ließ
FRIEDRICH
nach Palermo bringen, wo er am 17. Mai 1198 zum König von Sizilien
gekrönt wurde.
HEINRICHS nur bruchstückhaft
überliefertes und in seiner Echtheit oft angezweifeltes "Testament"
ist das Eingeständnis des Scheiterns seiner Politik. Wesentlicher
Bestandteil ist die Weisung, die bislang verweigerten Ansprüche des
päpstlichen Oberlehnsherrn in bezug auf Sizilien und Mittelitalien
anzuerkennen. Gescheitert ist wegen des plötzlichen Todes des Kaisers
auch der im September begonnene Kreuzzug, der vorzeitig abgebrochen wurde.
HEINRICH
führte das STAUFER-Reich auf den
Höhepunkt seiner Geltung; sein Tod offenbarte freilich schlagartig,
auf welch unsicheren Fundamenten die staufische
Herrschaft
gegründet war.
Quellen:
----------
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Literatur:
-----------
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IX. GENERATION
64 (44) Kaiser HEINRICH VI.
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* (wohl November) 1165, + 28.9.1197
Nimwegen
Messina
Begraben: Dom zu Palermo
Königskrönung Aachen 15.8.1169
Kaiserkrönung Rom 15.4.1194
Krönung zum König von Sizilien 20.11.1194
oo Mailand 27.1.11186
KONSTANZE
VON SIZILIEN
* posthuma 1154 (nach
26.2., vor Sept., + 28.11.1198
Palermo
Begraben: Dom zu Palermo
Tochter des Königs Roger II. von Sizilien aus dem Hause HAUTEVILLE und der Beatrix Gräfin von Rethel (um 1134-1185), Tochter des Grafen Günther/Withier von Rethel aus dem Hause der Burggrafen von Vitry.
Einziges Kind:
77 (Kaiser FRIEDRICH II.)
XIII. 358. HEINRICH VI.,
Mit-König 1169, Kaiser 1191
---------------------------------
* 1165, + 1197 28. IX.
Gemahlin: 1186 27. I. Constanze, Tochter König Rogers
II.von Sizilien (siehe XIV 658)
+ 1198 27. XI.
HEINRICH VI.
---------------------
* Ninwegen XI 1165, + Messina 28.
IX 1197
Begraben: Palermo Dom
Aachen 15. VIII 1169 als KÖNIG
gekrönt
Rom 15. V 1191 als KAISER gekrönt
Palermo 25. XII 1194 als KÖNIG
VON SIZILIEN gekrönt
oo Mailand 27. I 1186
KONSTANZE VON SIZILIEN
* postum 1154, + Palermo 28. XI 1198
Begraben: Palermo Dom
Tochter von König Roger II.
X 1195 REGENTIN, 1187 KÖNIGIN
KAISER HEINRICH VI.
---------------------------------
* (10.-12.) 1165 in Nimwegen
+ 28.9.1197 in Messina
Grabstätte: Dom zu Palermo
Eltern: Kaiser FRIEDRICH I. und Beatrix
oo 27.1.1186 in Mailand
KONSTANZE VON SIZILIEN
* (nach 26.2., vor
September) 1154 (posthum geboren)
+ 28.11.1198 in
Palermo
Grabstätte: Dom zu Palermo
Eltern: König Roger II. von Sizilien (+ 1154) und Beatrix (+ 1185), Tochter des Grafen Günther von Rethel
Juli 1169: in Bamberg zum römischen König gewählt
5.8.1169: in Aachen zum römischen König gekrönt
27.1.1186: inMailand vom Patriarchen Gottfried von Aquileja
gekrönt und vom Vater zum Caesar erhoben
15.4.1191: in Rom von Papst Cölestin zum Kaiser
gekrönt
25.12.1194: in Palermo zum König von Sizilien gekrönt
"Ein bleicher schmächtiger Mann, verschlossen und ernst, vor der Zeit gealtert, immer über Plänen brütend, fieberhaft mit vielen Dingen zugleich beschäftigt, rücksichtslos in der Wahl seiner Mittel, immer bedacht auf Universalherrschaft"
HEINRICH VI., bereits
am 15.8.1169 zum König und Nachfolger gewählt, blieb beim
Kreuzzug seines Vaters 1189 als Regent zurück und folgte ihm unangefochten.
Obwohl ihn der Tod des Vaters überraschend traf, war er auf sein Amt
vorbereitet.
Kaiser FRIEDRICH I.
hatte
seinen Sohn bereits einige Jahre vor seinem Tod als Mitregent eingesetzt
und ihn allmählich mehr und mehr Vertrauen übertragen. Nach dem
überraschenden, erbenlosen Tode Wilhelms
II. von Sizilien erkannte nur ein Teil des normannischen Adels
das staufische Erbrecht an und erhob
Tankred
von Lecce zum König. Um die Erbansprüche seiner Frau
in Sizilien durchsetzen zu können, verglich sich HEINRICH
VI. in Fulda mit Heinrich dem Löwen, dessen ältester
Sohn Heinrich dieKönigs-Nichte
Agnes heiratete. Auf seinem ersten Italienzug zwang HEINRICH
VI. Papst Cölestin III., ihn zum Kaiser zu krönen.
Sein Angriff auf Unteritalien zur Eroberung des Normannenreiches scheiterte.
Der Kaiser mußte die Belagerung von Neapel wegen einer Seuche am
24.8.1191 abbrechen und mit den Resten seines Heeres nach Deutschland zurückkehren.
1192 verschworen sich sächsische, niederdeutsche, bayrische und böhmische
Fürsten gegen HEINRICH VI., der
schon in den ersten Regierungsmonaten durch übereilte Maßnahmen
(zum Beispiel durch den Versuch, die Landgrafschaft Thüringen als
erledigtes Reichslehen einzuziehen) das von BARBAROSSA
geschaffene
Gleichgewicht zwischen Zentralgewalt und Fürsten zerstörte. Am
20.12.1192 nahm Leopold V. von Österreich Richard
I. Löwenherz von England, der ihn auf dem 3. Kreuzzug schwer
beleidigt hatte, auf dem Rückweg vom Kreuzzug in der Nähe von
Wien gefangen und lieferte ihn dem Kaiser aus, der ihn im Frühjahr
1193 auf der Reichsfestung Trifels in Haft nahm. Mit der Drohung,
ihn an
Philipp II. von Frankreich auszuliefern,
zwang der Kaiser Richard Löwenherz,
Schwager Heinrichs des Löwen, zur Vermittlung im Streit mit der opponierenden
welfischen
Fürstenpartei sowie zur Zahlung eines Lösegeldes von 150.000
Mark Silber (34.100 kg reines Silber) und zur Leistung des Lehnseides für
England. Nachdem er sich mit Heinrich dem Löwen ausgesöhnt hatte,
begann er mit dem erzwungenen Geld den zweiten Italienzug.
Tankred
von Lecce war am 10.2.1194 gestorben und der Kaiser eroberte
Unteritalien und mit Hilfe einer genuesisch-pisanischen Flotte auch Sizilien.
Am 25.12.1194 ließ er sich im Dom von Palermo zum König von
Sizilien krönen. Eine Verschwörung des süditalienischen
Adels nahm
HEINRICH zum Anlaß,
seine einflußreichen Gegner nach Deutschland in die Gefangenschaft
zu führen bzw. ein grausiges Blutgericht abzuhalten, ihre Stellen
besetzte er mit seinen Ministerialen. Den unermeßlichen normannischen
Kronschatz brachte er über die Alpen auf den Trifels. Auf dem Reichstag
zu Bari (März 1195) setzte er seine Frau zur Regentin Siziliens ein
und nahm selbst das Kreuz, um so seine imperialen Eroberungspläne
im östlichen Mittelmeer verwirklichen zu können. Byzanz zwang
er Zahlung eines Jahrestributes, den dieses trotz Erhebung einer besonderen
"Alamannensteuer" nicht aufzubringen vermochte. Obwohl die deutschen weltlichen
und geistlichen Fürsten und die Kurie den Erbreichsplan HEINRICHS
VI. verwarfen, erreichte er im Dezember 1196 die Wahl seines
Sohnes FRIEDRICH ROGER zum deutschen
König. Einen Aufstand normannischer Barone konnte er im Mai 1197 unterdrücken.
Trotz der schweren inneren Differenzen betrieb HEINRICH
VI. von Sizilien aus seine Vorbereitungen zum Kreuzzug und zur
Eroberung des östlichen Mittelmeerraumes voran. Die ersten Schiffe
waren schon in See gestochen, als HEINRICH VI.
in Messina der Malaria erlag. Er wurde im Dom von Palermo bestattet.
Sein Tod bedeutete den Zusammenbruch der auf schwachen Grundlagen aufgebauten
imperialen Pläne. Niemand weiß, wie die abartige Grausamkeit
HEINRICHS
VI. zu begründen ist, die er nur unvollkommen hinter seiner
herrscherlichen Tatkraft und seinem politischen Elan verbergen konnte.
Er gehörte durch seine unmenschlichen Charaktereigenschaften zu den
unbeliebtesten Herrschern des Deutschen Reiches. Seine berüchtigte
Grausamkeit, seine Unberechenbarkeit und Gesetzlosigkeit haben ihn so abqualifiziert,
dass sich nur wenige Chronisten mit ihm beschäftigen mochten. Selbst
in seinem Testament, das nicht erfüllt wurde, traf er noch höchst
eigenartige Regelungen, die ausgerechnet die größten Feinde
der STAUFER, die Päpste, begünstigt
hätten.
27.11.1186
oo Konstanze von Sizilien, Tochter
des Königs Roger II.
1152-27.11.1198
Kinder:
FRIEDRICH II. ROGER
26.12.1194-13.12.1250
Literatur:
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