Otto I.                                           Markgraf von Brandenburg (1170-1184)
---------
um 1128-8.7.1184
1123/25 (Lutz Partenheimer)
 

Ältester Sohn des Markgrafen Albrecht I. der Bär von Brandenburg und der Sophie von Winzenburg, Tochter von Landgraf Hermann I.
 

Brandenburg Erich: Tafel 26 Seite 53
****************
XIV. 616. OTTO I., Markgraf von Brandenburg 1144
--------------------------
           * nach 1127, vor 1130, + 1184 7. III.

Gemahlin: a) 1149 6. I. Judith, Tochter Boleslavs III. König von Polen (siehe XIII 548)
                                        + nach 1171, vor 1175

               b) 1176 Adelheid



Thiele Andreas: Tafel 222
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

OTTO I.
------------
    + 1184

Sohn des Markgrafen Albrecht I. des Bären von Brandenburg-Nordmark

War schon zu Lebzeiten seines Vaters an der Regierung beteiligt, wurde nach der Erbteilung von 1170 Markgraf von Brandenburg und wurde 1177 als "Erzkämmerer" erwähnt. Er erwarb Werben, zog mit Heinrich dem Löwen gegen die Slawen und unterstützte 1180/81 FRIEDRICH I. in seinem Kampf gegen Heinrich den Löwen und erhielt dafür die Hoheitsansprüche über Mecklenburg und Pommern zugesprochen, was der Anlaß zu jahrhundertelangen Streitigkeiten mit den Herzögen von Sachsen war. 1180 gründete Otto das Kloster Lehnin als Hauskloster und führte viele Fehden.

     1147
  1. oo Judith von Polen, Tochter des Herzogs Boleslaw III. von Gesamtpolen
                + um 1174

    um 1176
  2. oo Adelheid von Holland, Tochter des Grafen Florenz III. von Seeland
                + nach 1205



Assing Helmut: Seite 18-20
************
"Die frühen Askanier und ihre Frauen"

So verbleiben die drei ältesten überlebenden Söhne Otto I., Hermann und Dietrich. Es hat den Anschein, daß Albrecht Otto bald nach 1157 oder vielleicht sogar sofort die Verwaltung der Mark Brandenburg, die sicher das angesehenste Besitzstück war, übertragen hatte.
Die Mark Brandenburg war um 1170 relativ klein, läßt sich aber nur annähernd begrenzen. Nach Osten reichte sie wahrscheinlich nicht einmal bis Potsdam und Spandau, wo wohl zunächst der Erzbischof von Magdeburg seine Herrschaft errichtet hatte. Auch gleich westlich von Brandenburg begann erzbischöfliches Territorium. In nordlicher Richtung könnte Rathenow mit seinem Umfeld askanisch gewesen sein. Doch zwischen Rathenow und Brandenburg lagen auch Besitzungen des Bischofs von Brandenburg, der als selbständiger Fürst galt. Das vergleichsweise größte zur Mark gehörende Gebiet befand sich offenbar südlich von Brandenburg; es erstreckte sich anscheinend einmal bis in die Gegend, in der Otto I. um 1180 das berühmte Kloster Lehnin gründete, zum anderen Richtung Fläming bis Görzke. Daran schloss sich dann die selbständige Grafschaft Belzig an. Vielleicht war Ottos Großvater, worauf schon hingewiesen wurde, aus dem Elbraum bis in den Fläming um Görzke vorgedrungen; spätestens aber Albrecht der Bär wird hier die ungefähre Grenze des Heveller-Stammes erreicht haben, als er die Unterhandlungen mit den Fürsten begann. Das geschah vermutlich zu der Zeit, in der er Markgraf der Lausitz war, doch dürften diese territorailgewinne mehr in der Nordmark gelegen haben. Otto I., quasi auch Nachfolger des Vaters in dessen ursprünglicher Funktion als Nordmarkgraf, übernahm anscheinend über das Hevellergebiet hinaus den schmalen Landstrich von Görzke bis zur Elbe, da brandenburgische Rechte für den Raum Zerbst-Leitzkau-Lindau überliefert sind. Ähnliches trifft für die anderen Nordmark-Besitzungen zu, die Albrecht unmittelbar um Havelberg und im Raum Stendal-Salzwedel-Gardelegen unterstanden hatten. All das bildete das Erbe Ottos. Es war kein winziges Fürstentum, aber von den späteren Ausmaßen der Mark weit entfernt. Otto I. starb 1184, und in seiner Zeit wird sich am Territorialbestand noch nicht viel geändert haben, da es zunächst vor allem darum ging, durch Siedlungserweiterung und Burgenbau innerhalb des übernommenen Erbes das Fürstentum zu stärken und aufzuwerten.
Dabei wurden die Slawen in den Landesausbau einbezogen, doch dürften es hauptsächlich deutsche Bauern und Bürger gewesen sein, die die wirtschaftliche Entwicklung forcierten. Der Aufbau war begleitet von Umsiedlungen slawischer Bauern und slawischem Widerstand gegen die Christianisierung, wovon es Hinweise in den Quellen gibt. Größere bewaffnete Konflikte blieben aber anscheinend aus.

Jordan, Karl:  Seite 194,203
***********
"Heinrich der Löwe"

Im Frühsommer 1177 stieß der Herzog mit einem Heer, bei dem sich auch Markgraf Otto I. von Brandenburg, der älteste Sohn Albrechts des Bären, befand, gegen die Grenzfeste Demmin an der Peene vor, während Waldemar gleichzeitig mit einer Flotte im das Gebiet der Odermündung eindrang. Zehn Wochen, von Ende Juni bis Anfang September, belagerte das sächsische Heer das stark befestigte Demmin. Trotz des Einsatzes schwerer Belagerungsmascheinen konnte man aber die Stadt nicht erobern; auch der Versuch, sie durch die Ableitung der Peene einzunehmen, schlug fehl.
Wenn Bernhard von Anhalt und nicht sein ältester Bruder, Markgraf Otto von Brandenburg, zum Herzog erhoben wurde, so sollte dadurch das erneute Entsehen einer starken Herzogsgewalt in Sachsen verhindert werden.
 
 
 

     1148
  1. oo Judith von Polen, Tochter des Herzogs Boleslaw III.
          um 1132- um 1174

    um 1176
  2. oo Adelheid von Holland, Tochter des Grafen Florenz III.
          um 1160- nach 1205
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Otto II. der Freigebige
  nach 1147-4.7.1205

  Heinrich Graf von Tangermünde
        -   1192

  Albrecht II.
  um 1150-25.2.1220
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Assing Helmut: Die frühen Askanier und ihre Frauen. Kulturstiftung Bernburg 2002 Seite 18-20 - Assing Helmut: Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997 Seite 41,44,49-50, 55-56,58,61,73-76,107,135,137-142,144-147,171,174-176,190,200 - Barz Paul: Heinrich der Löwe. Ein Welfe bewegt die Geschichte. Keil Verlag Bonn 1978 Seite 329 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 26 Seite 53 - Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993, Seite 35,172 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 194,203 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 36-349Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 222 -