Elisabeth von Schweidnitz             Herzogin von Oppeln
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1309/15-8./9.2.1348

Begraben: Franziskaner-Klosterkirche zur hl. Dreifaltigkeit zu Opppeln
 

Vermutlich älteste Tochter des Herzogs Bernhard von Schweidnitz und der Kunigunde-Margarete von Polen, Tochter von König Wladyslaw I. Lokietek
 

Thiele, Andreas: Tafel 85
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ELISABETH
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    + 1348

  oo um 1326
       BOLKO II., Herzog von Schlesien-Oppeln
                + 1356



Thiele, Andreas: Tafel 96
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

BOLKO II. (BOLESLAW)
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* vor 1300, + 1356

  oo um 1326
       ELISABETH VON SCHLESIEN
             + 1348

Tochter des Herzogs Bernhard zu Schweidnitz-Jauer



Veldtrup, Dieter: Seite 18,27,96,126,141,159,167,243,282
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"Frauen um Herzog Ladislaus (+ 1401). Oppelner Herzoginnen in der dynastischen Politik zwischen Ungarn, Polen und dem Reich."

Und wenn man bedenkt, daß Constantias Schwester Elisabeth [48 Zu ihr: H. Grotefend 1889, Tafel IV und Seite 44f. Nr. 12; K. Wutke 1910/11, Tafel III; K. Pieraszka 1948 (Elzbieta I); H. Kalucka 1968, Seite 19ff.; K. Jasinski II, 1975, Seite 43f. Nr. 14.] mit Herzog Bolko II. von Oppeln [49 Zu ihm: H. Grotefend 1889, Tafel VI und Seite 44 Nr. 12; K. Wutke 1910/11, Tafel VI und Seite 21; K. Jasinski III, 1977, Seite 56f. Nr. 22; K. Piotrowicz 1936 (Boleslaw II).] verheiratet war, erklären sich jetzt auch die Beziehungen, die die Oppelner PIASTEN zu Alt-Sedenz hatten.
Bolkos II. Frau, Herzogin Elisabeth von Schweidnitz, war nämlich eine Tochter der älteren Schwester Margaretha-Kunigunde der ungarischen Königin, so daß Kinga deren Großnichte war. Über die Reihenfolge, in der die Kinder Bolkos II. und seiner Frau zur Welt kamen, ist nichts genaues bekannt.
Nachdem sich Herzog Bolko I. von Oppeln 1313 in der dortigen Franziskanerkirche hatte beisetzen lassen, entwickelte sich diese Kirche unter seinen Nachfolgern im Laufe der Zeit zur Grablege der Oppelner PIASTEN. Breits sein Sohn Bolko II. ließ hier im Jahre 1348 seine Frau Elisabeth [211 Nach Jan Dlugosch, Buch IX, Seite 254, wurde sie, die am 8. Februar 1348 gestorben war, apud fratrum Minorum in Oppol monasterium sepelitur; das Necrolog von Czarnowanz gibt abweichend den 9. Februar als Sterbetag an (W. Wattenbach 1856, Seite 226). Zu Elisabeth siehe auch oben Seite 18.], eine Enkelin des polnischen Königs Wladislaw Lokietek, in einer mit aufwendigen Fresken - den frühesten Schlesiens - ausgestatteten kleinen Grabkapelle unter dem Chor der Kirche bestatten, bevor er selbst acht Jahre später ebenfalls dort zur letzten Ruhe gebettet wurde.
Die somit zwischen 1371 und 1372 geborene Tochter Elisabeth verdankt ihren Namen also nicht ihrer angeblichen Mutter Elisabeth Basaraba, sondern mit Sicherheit ihrer Großmutter väterlicherseits, der Mutter des Herzogs Ladislaus und Enkelin König Wladislaw Lokieteks; da diese allerdings schon über 20 Jahre tot war, hat vielleicht auch deren gleichnamige Tochter, von der wir schon gehört hatten, daß sie im letzten Viertel des Jahrhunderts als Kantorin im Kloster Trebnitz lebte, die Namenswahl mit beeinflußt.
Die eleganteste Möglichkeit, diesen in der piastischen Genealogie einzigartigen Fall zu erklären, ist die, daß man, wie Jasinski es getan hat, unterstellt, Bolko II. habe nach dem am 8. oder 9. Februar 1348 erfolgten Tod seiner Frau Elisabeth von Schweidnitz eine zweite Ehe mit einer uns unbekannten Frau geschlossen, aus der JOSTS spätere Ehefrau frühestens im Jahre 1349, spätestens Anfang 1357 (nach dem am 21. Juni 1356 erfolgten Tod ihres Vaters) hervorgegangen wäre [22 III,1977, Seite 87f. Die Forschung sieht Agnes ansonsten einhellig als Tochter Bolkos II. und seiner Frau Elisabeth von Schweidnitz an (so H. Grotefend 1889, Tafel VI und Seite 48 Nr. 14; K. Wutke 1910/11, Tafel VI; K. Pieradzka 1948 [Elzbieta I], Seite 260; Isenburg I, Tafel 196; D. Dworzacek II, 1959, Tafel 9), was nicht überrascht, weil sie die geistliche Tochter Agnes im Kloster Alt-Sandez nicht kennt; lediglich Isenburg NF III/1, Tafel 17, führt auch diese auf und versieht deshalb die Filiation der späteren Markgräfin von Mähren mit einem Fragezeichen.]; das Nebeneinander zweier Halbschwestern gleichen Vornamens wäre zwar immer noch überraschend, aber wenigstens des zwischen ihnen bestehenden Alterunterschiedes von wenigstens neun, möglicherweise aber sogar 27 Jahren zumindest besser erklärlich.
Wenn man sich aber in Erinnerung ruft, daß in früheren von der luxemburgisch-mährischen Seite ausgestellten Urkuden davon die Rede war, daß der ungarische König den Partnern die Heirat regelrecht aufgezwungen hat, geht man wohl nicht fehl in Annahme, daß diese Formulierungen die Reaktion auf eine politische Muß-Heirat waren, die alles andere als glücklich geworden zu sein scheint, da die Partner nicht miteinander verwandt waren [56 Diese Aussage läßt sich mit Sicherheit für den Fall machen, daß Agnes eine Tochter Bolkos II. aus seiner ersten Ehe mit Elisabeth von Schweidnitz war; sollte sie aus seiner zweiten Ehe stammen, läßt sich ergänzend (siehe oben Seite 146) feststellen, daß Bolkos zweite Frau nicht zum Verwandtschaftskreis der LUXEMBURGER gehörte.], kirchenrechtlich nicht wieder gelöst werden konnte.
In einem gleicht sein Lebensweg auf geradezu erstaunliche Weise dem seines Schwagers Ladislaus  von Oppeln: Auch diesem schien bereits in früher Jugend ein Königsthron zu winken, da er 1339 als möglicher Nachfolger seines söhnelosen Großonkels Kasimir als polnischer König im Gespräche war [98 Kritisch zur Aussage des Chronisten H. Schaeder 1937, Seite 64, die völlig zu Recht darauf hinweist, daß vor Ladislaus noch zwei Brüder seiner Mutter erbberechtigt gewesen wären.]; zwar wurde letztlich dann sein Onkel Ludwig von Ungarn zum Prätendenten bestimmt [99 Am 7. Mai 1339; vgl. dazu im einzelnen D. Veldtrup 1988, Seite 213f., 241.], der dem Thron eine Generation näher stand [100 Ludwig war durch seine Mutter Elisabeth, eine Tochter Lokieteks, dessen Enkel, während Ladislaus über seine Mutter Elisabeth von Schweidnitz und deren Mutter, Margaretha-Kunigunde von Polen, dessen Urenkel war.], aber es ist erstaunlich, daß Ladislaus sich, ähnlich wie JOST, in seinem späteren Leben durch eine außergewöhnliche politische Aktivität auszeichnete, die vielleicht seine früh enttäuschten Hoffnungen kompensieren sollten.
Herzog Ladislaus war mindestens zwei Jahrzehnte älter als seine zweite Frau. Wir wissen, daß seine Eltern, Herzog Bolko II. und Elisabeth, eine Tochter Bernhards von Schweidnitz und der Lokietek-Tochter Margaretha-Kunigunde, am 23. Mai 1327 bereits vverheiratet waren; an diesem Tag erhielten sie von Papst Johannes XXII. die Erlaubnis, trotz der zwischen ihnen bestehenden Verwandtschaft im dritten berührend den vierten Grad, von der sie bei ihrer Heirat keine Kenntnis gehabt hatten, die Ehe weiter fortzusetzen [31 VetMonPol I, Nr. 382 Seite 298f. - Vgl. H. Grotefend 1889, Tafel IV; K. Wutke 1910/11, Tafel III; A. Por 1908, Seite 31; G. Adrianyi/J. Gottschalk/St. Swigtinski 1978, Seite 41. Der Vater von Lokieteks Frau, Herzog Boleslaw von Kalisch, und Bolkos II. Großmutter väterlicherseits, die mit Herzog Wladislaw I. von Oppeln verheiratete Euphemia von Großpolen, waren Geschwister gewesen.]. Aus dieser Dispens geht nicht hervor, daß die beiden zu diesem Zeitpunkt noch keine Kinder hatten [32 ... prolem susceptam et suscipiendam es eis legitimam nunciando: Vet;MonPol I, Nr. 382 Seite 299. Dagegen wird bei der Siemowit III. von Masowien und Euphemia von Troppau am 4. Januar 1347 gewährten Dispens ausdrücklich erwähnt, daß sie bereits sobolem procrearunt (ebd., Nr. 652 Seite 501); vgl. auch oben Seite 205.], sie gibt auch Grund zu der Annahme, daß die Ehe bereits zu Lebzeiten des Vaters der Braut geschlossen wurde: Der Papst erwähnt nämlich Streitigkeiten zwischen dem Oppelner und dem Schweidnitzer Herzog und daß die Ehe auf Veranlassung König Kasimirs, des Großvaters der Braut, zustandegekommen sei, um diese Zwistigkeiten zu überbrücken; da Bernhard aber am 6. Mai 1326 starb, kann man davon ausgehen, daß die Ehe zwischen seiner Tochter und Bolko bereits zu diesem Zeitpunkt bestand. Demnach dürfte Elisabeth, die bei der Eheschließung das vom kanonischen Recht geforderte Alter von zwölf Jahren haben mußte, spätestens im April 1314 geboren worden sein [35 So auch W. Dworzaczek II, 1959, Tafel II, 1959, Tafel 5, und H. Koniarski/J. Kwak 1967, Seite 45 Nr. 6. Demgegenüber gibt K. Jasinski II, 1975, Seite 43, den Zeitraum zwischen 1309 und 1315 (so auch Isenburg NF III/1, Tafel 12), K. Jasinski III, 1977, Seite 57, hingegen zwischen 1309 und 1314 an.], möglicherweise aber etwas früher, vielleicht schon im Jahre 1313.
Sie war wohl nicht das erste Kind ihrer Eltern: Ihr Bruder Bolko wurde vermutlich im Mai 1312 geboren, war also wahrscheinlich älter als sie, während ihre Schwester Constantia jünger gewesen sein dürfte [37 Die gesamte Fachliteratur sieht sie hingegen als Elisabeths ältere Schwester an: H. Grotefend 1889, Tafel IV; K. Wutke 1910/11, Tafel III; Isenburg I, Tafel 193; W. Dworzaczek II, 1959, Tafel 5; H. Kalucka 1968, Seite 13; Isenburg NF III/1, Tafel 12; K. Jasinski II, 1975, Seite 41.].

HERZOG LADISLAUS UND SEINE FAMILIE
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HERZOG BOLKO II. VON OPPELN
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* ca. 1300, + 21. Juni 1356
 
Begraben: Franziskaner-Klosterkirche zur hl. Dreifaltigkeit zu Opppeln

Sohn von Herzog Bolko I. und seiner Frau Agnes NN

  I. oo wohl vor 6. Mai 1326; Dispens 23. Mai 1327
          HERZOGIN ELISABETH VON SCHWEIDNITZ
          * vor April 1314 (1313)?, + 8. (9.?) Februar 1348

Begraben: Franziskaner-Klosterkirche zur hl. Dreifaltigkeit zu Opppeln

Tochter von Herzog Bernhard von Schweidnitz und seiner Frau Margaretha-Kunigunde von Polen (später verheiratet mit herzog Rudolf I. von Sachsen-Wittenberg



1324/26
  oo Bolko (Boleslaw) II. Herzog von Oppeln
       vor 1300-21.6.1356
 
 
 
 

Kinder:

  Wladislaw II. Herzog von Oppeln
  1326/30-8./18.5.1401

  Bolko (Boleslaw) III. Herzog von Oppeln
  1330/37-21.10.1382

  Heinrich Domherr zu Breslau
  1337/18.8.1338-18.8.1356

  Kunigunde Nonne zu St. Klara in Alt-Buda
  1340- nach 4.6.1372

  Agnes Nonne
          - nach 1.6.1390

  Anna Nonne von St.Klara zu Breslau
         - nach 12.3.1411

  Elisabeth Kantorin zu Trebnitz
        -nach 25.4.1382

   Agnes
  1349/56-9.11.1411

  oo Jobst Markgraf von Mähren
       1354-18.1.1411
 
 
 
 

Literatur:
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Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 85, 96 -Veldtrup, Dieter: Frauen um Herzog Ladislaus (+ 1401). Oppelner Herzoginnen in der dynastischen Politik zwischen Ungarn, Polen und dem Reich. Fahlbusch Verlag 1999 Seite 18,20,27, 59,96,126,141,145,159,167,243,248,282 -