Begraben: St. Thomas zu Brünn
Ältester Sohn des Markgrafen
Johann Heinrich von Mähren aus seiner 2. Ehe mit der Margarete
von Habsburg, Tochter von Herzog Albrecht
II.
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 492
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JODOK (JOBST), Markgraf von Mähren und Brandenburg,
gewählter dt. König
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* 1354, + 18. Januar 1411
Nach dem Tode seines Onkels Kaiser
KARLS IV. war JODOK der
älteste der sechs männlichen LUXEMBURGER,
war zu seinem Selbstbewußtsein und Ehrgeiz wesentlich beitrug. Sein
Vater, der sparsame Markgraf Johann Heinrich von
Mähren, hatte ihm als Haupterben 1375 die wirtschaftlich
geordnete Markgrafschaft, beträchtliche Geldmittel und eine
Schuldverschreibung
KARLS von 64.000
Gulden hinterlassen; seine Brüder Johann
Sobieslaw und
Prokop erhielten
kleinere Anteile. Seine finanzielle Schlüsselposition in der
luxemburgischen Familie nutzte JODOK
rücksichtslos für die territoriale Machtstellung aus. König
WENZEL mußte ihm Glatz verpfänden, Johann
Sobieslaw (1387 Patriarch von Aquileja) wurde aus den böhmischen
Ländern verdrängt, mit dem mährischen Rivalen Prokop
führte JODOK mehrere
Kriege. Für beträchtliche finanzielle und militärische Hilfe,
die sie SIGMUND im Kampf um Ungarn
gewährten, wurden JODOK und Prokop
vorübergehend die heutige W-Slowakei, 1388 dann Brandenburg
für über 560.000 Gulden verpfändet. Im selben Jahr erhielt
JODOK für die Rückgabe von
Glatz das Stammland Luxemburg und die elsässische Landvogtei.
Diese konnte er nur kurzfristig finanziell nutzen, und Luxemburg, das seit
1388 in Fehden verwüstet wurde und daher wenig Einnahmen bot, verpfändete
er 1402 an Ludwig von Orleans. Das
1383 und 1393 von WENZEL an ihn übertragene
Reichsvikariat
in Italien blieb gänzlich unwirksam.
An den ständig und verwirrend wechselnden Koalitionen
mit SIGMUND VON UNGARN, den HABSBURGERN,
mit seinem Schwager Wilhelm von Meißen und besonders der mächtigen
böhmischen Adelsfronde, die sich meist gegen Prokop,
gegen den großen Einfluß Johanns von
Görlitz am Prager Hof und letztlich gegen WENZELselbst
richteten, hatte er entscheidenden Anteil. Der König wurde 1394 gefangengenommen
und JODOK zum Regenten Böhmens
ernannt. Johann von Görlitz befreite
den König. Nach dem Tode Johanns,
dessen Lausitzer Besitz JODOK
gegen den Widerstand der Stände übernahm, rivalisierte er mit
SIGMUND
um die Beherrschung des böhmischen Königs; erst nach dem Tod
Prokops
(1405) kam es zum, von WENZEL allerdings
teuer bezahlten Einvernehmen JODOKS
mit
dem Prager Hof. Schon 1397 war JODOK
endgültig mit der Mark Brandenburg belehnt worden - die Kurstimme
ließ ihn den Ehrgeiz auf die deutsche Krone richten. Um 1400 war
JODOK
durch seine Erwerbungen und die zahlreichen Kriege in finanzieller Notlage.
Dennoch erreichte er nach dem Tod König RUPRECHTS
sein langersehntes Ziel: 10 Tage nach der Königswahl SIGMUNDS
mit drei Stimmen wurde er am 1. Oktober 1410 mit vier Stimmen
gültig zum deutschen König gewählt. Ohne ins Binnenreich
gekommen zu sein und wegen des Ruins seiner Finanzen ohne große Erfolgsaussichten,
starb er kurz darauf in Brünn ohne Nachkommen.
Das Bild seiner Persönlichkeit ist bei Zeitgenossen
und in der Wissenschaft wegen des skrupellosen Egoismus seiner Politik
und der finanziellen Ausbeutung seiner Länder dunkel gefärbt;
doch war er ein fähiger Feldherr und wegen seiner Kunstinteressen
und seiner Gelehrsamkeit bekannt (Briefwechsel mit dem Humanisten Coluccio
Salutati). Sein Scheitern war zweifellos auch durch die ungünstigen
personellen und politischen Konstellationen in der luxemburgischen
Familie bedingt.
Literatur:
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Bosl, Böhm. Länder I [F. Seibt] - J. Heidemann,
Die Mark Brandenburg unter J. v. M., 1881 - B. Bretholz, Zur Biogr. Des
Mgf.en J. v. M., Zs. Des Vereins für Gesch. Mährens und Schlesiens
3, 1899, 237-265 - F. M. Bartos, Ceske dejiny II, 6, 1947 - A. Gerlich,
Habsburg-Luxemburg-Wittelsbach im Kampf um die dt. Kg.skrone, 1960 - J.
Meznik, Die Finanzen des mähr. Mgf.en J. (Acta creationis, hg. V.
Precan, 1978), 69-91.
JODOK (JOBST)
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* 1354, + Spielberg bei Brünn 18. I 1411
Begraben: Brünn St. Thomas
1375 MARKGRAF VON MÄHREN
1388/97 MARKGRAF VON BRANDENBURG
1386/1402 HERZOG VON LUXEMBURG
1394 REGENT VON BÖHMEN
1410 als KÖNIG gewählt
oo 1372
AGNES-ELISABETH
VON OPPELN
* (1360), + 9. IX
1411
Tochter von Herzog Wladislaw
Hoensch Jörg K.:
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"Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit
1368-1437. "
Im Jahre 1385 konnte SIGISMUND
mit der Unterstützung WENZELS
IV. und seiner Vettern JOBST
und Prokop, der mährischen
Markgrafen, rechnen, die trotz mehrerer Fürsprachen seiner Mutter
bisher nicht in sein Ringen um die polnische Krone eingegriffen hatten.
Für die 50.000 Schock Prager Groschen, knapp 190.000 Gulden, die ihm
am 13. Juli 1385 JOBST und
Prokop
zu leihen versprachen, musste SIGISMUND die
Altmark und Priegnitz als Sicherheit an sie übertragen. Da die Stände
der an JOBST und
Prokop
verpfändeten Altmark und Priegnitz die Huldigung verweigert
hatten, musste SIGISMUND den mährischen
Markgrafen als Ausgleich und bis zur vollständigen Bezahlung der ihnen
entstehenden Kosten eine längerfristige Besetzung der von ihnen verwalteten
Gebiete westlich der Waag zugestehen. Nach dem Schiedsspruch WENZELS
IV. vom 12. Mai 1386 sollte JOBST zudem
bis Martini 1386 als Pfandauslöse 200.000 ungarische Goldgulden erhalten.
Da er diese Summe auch 1388 noch nicht erhalten hatte, hielt er weiterhin
Teile der W-Slowakei besetzt.
Der 1351 geborene mährische
Markgraf Jobst, dem sein Vater Johann
Heinrich ein geordnetes, prosperierendes Land und eine gut gefüllte
Kasse hinterlassen hatte, erwies sich als unzuverlässiger, intriganter,
seinem Ehrgeiz und seiner Geldgier in skrupellosem Egoismus nachjagender
Verbündeter. JOBST hatte seinen
Brüdern das ihnen testamentarisch vermachte Erbteil beschnitten und
wurde des Versuchs nicht müde, Prokopmit
Waffengewalt zum Verzicht zu zwingen. Die Söhne und Neffen
Kaiser
KARLS IV. einte bloß ein Ziel: selbst und ohne Rücksicht
auf familiäre Bindungen zu noch mehr Macht und größeren
Einkünften zu gelangen, ihre Positionen zu behaupten und auszubauen.
Ihr Eigennutz trug nicht unwesentlich dazu bei, dass mit dem Verlust an
Ansehen und Autorität bald auch ihre ererbte politische Vorrangstellung
in Gefahr geriet.
Für den von den Zeitgenossen als unvorstellbar hoch
empfundenen Betrag von 565.263 Gulden verpfändete SIGISMUND
am 22.Mai 1388 im slowakischen Schintau die Mark Brandenburg für
vorerst fünf Jahre an JOBST. Da
schon bei Vertragsunterzeichnung abzusehen war, dass SIGISMUND
zur Pfandauslöse nicht in der Lage sein würde, konnte sich JOBST,
der bislang in Reichsangelegenheiten keine einflussreiche Rolle gespielt
hatte, bereits jetzt als rechtmäßiger Kurfürst fühlen.
Die Voraussetzungen für die längerfristige Realisierung seiner
ehrgeizigen Pläne, die Gewinnung der Reichskrone, hatte JOBST
bereits zu Jahresbeginn geschaffen, als sich WENZEL
IV. zur Verpfändung des Herzogtums Luxemburg und
der - wahrscheinlich nicht in Kraft gesetzten - Abtretung der einträglichen
Landvogtei des Elsaßes an ihn gezwungen gesehen hatte. Mit seinen
feingesponnenen Intrigen setzte JOBST seinen
Schuldner, König WENZEL, allmählich
matt. Bereits am 2. Juni 1390 hatten sich in Preßburg, JOBST,
SIGISMUND
und Herzog Albrecht III. von Österreich
zu einer "Liga oder Union" zusammengeschlossen, die eindeutig gegen WENZEL
und Johann von Görlitz
gerichtet war, und am 13. Januar 1392 zu einem "gegen jedermann, niemand
ausgenommenen" Bündnis ausgebaut wurde. Die führenden Vertreter
des Herrenbundes nahmen 1394 den von der Jagd zurückkehrenden König
WENZEL gefangen, und ließen ihn am 1. August nach der
Zusage einer Generalamnestie frei. Da WENZEL
seine Zusagen nicht einhielt, blieb JOBST VON
MÄHREN in engem Kontakt mit den unzufriedenen Mitgliedern
des Herrenbundes und verbündete sich am 17. Dezember 1394 in Weitra
auf sieben Jahre mit den österreichischen Herzögen. Der umtriebige
Markgraf von Mähren zeigte sich zugleich bemüht, den ungarischen
König wieder enger an sich zu binden und wies Anfang Juli 1395 die
brandenburgischen Stände an, bei seinem kinderlosen Tod anstelle des
ursprünglich als Erben benannten Bruders Prokop,
mit dem er verfeindet war, seinem Vorgänger SIGISMUND
den Eid zu leisten. Als WENZEL aus
Verärgerung über diesen Schritt kurzzeitig auf dem Karlstein
gefangen hielt, reifte bei den Repräsentanten des Großadels
der Entschluss, mit Unterstützung der österreichischen Herzöge
militärisch gegen den König einzuschreiten.
Im Juni 1397 eskalierte nach der in JOBST
Auftrag erledigten Ermordung einiger Gefolgsleute des Königs die Auseinandersetzung
erneut. Zu Jahresanfang des Jahres 1399 war JOBST
mit Zustimmung des zurückgesetzt fühlenden Markgrafen Wilhelm
von Meißen in den Lausitzen einmarschiert und hatte den Hochadel
nochmals zum Widerstand gegen WENZEL
animiert. Nach der Absetzung WENZELS als
deutscher König (20. August 1400) gelobte sogar der missgünstige
Markgraf
Jobst aus gekränkter Ehre Rache, "oder ich enwill nirgen
ein har in myme barte behalden"; sein Schwur war um so ernster zu nehmen,
weil er wegen seines langen, dichten Bartes, auf den er offenbar sehr stolz
war, den Beinamen Barbatus führte.
Markgraf Jobst wurden
1401 für seine Mithilfe bei der Befreiung des gefangenen ungarischen
Königs SIGISMUND die Lausitzen und ein Teil des Schlagschatzes
der Kuttenberger Münze in Aussicht gestellt; dieser verfolgte jedoch
vorrangig das eigennützige Ziel, die ihm erst vor kurzem von SIGISMUND
eingeräumte Anwartschaft auf die Nachfolge in Ungarn abzusichern und
bemächtigte sich im Zusammenwirken mit seinem Bruder Prokop
mit böhmischem und mährischem Kriegsvolk des Gebiets zwischen
Waag und Donau. Als JOBST aber begann,
sich dort huldigen zu lassen, wandte sich Stibor von Stiborze, Wojewode
von Siebenbürgen, mit nationalen Parolen auch gegen die mährischen
Markgrafen und unternahm alles, um sie aus der Slowakei herauszudrängen.
Nach der am 6. März 1402 erfolgten Gefangennahme
WENZELS
durch seinen Bruder SIGISMUND stand
JOBST weiterhin auf dessen Seite und
verzichtete damit auf die von König RUPRECHT
zugesagte böhmische Königskrone. Nach dem Scheitern von WENZELS
Romfahrt 1402 hatte JOBST in guter
luxemburgischer Familientradition die
SIGISMUND zugesagte loyale Unterstützung
inzwischen aufgekündigt, seine eigene Thronerhebung in Böhmen
betrieben und sich RUPRECHT VON DER PFALZ
angenähert, worauf SIGISMUND versuchte,
den ganzen luxemburgischen Besitz mit
Hilfe der HABSBURGER an sich zu reißen.
Nach der Flucht WENZELS aus seinem
Wiener Gefängnis versöhnte er sich mit seinen mährischen
Vettern und schloss SIGISMUND wegen
Wort- und Vertrauensbruchs und ständiger Feindseligkeiten von der
Nachfolge aus. Nach dem Tod seines Bruders Prokop
(+ 24.9.1405) stand JOBST,
dem WENZEL gegen das Versprechen treuen
Beistands den gesamten Besitz des Bruders übereignet hatte, fest im
Lager des Königs und widmete sich, ohne in die innerböhmischen
Verhältnisse einzugreifen, vorrangig dem Ausbau seiner Herrschaft
in seinen Erblanden, in der Lausitz und der Mark Brandenburg.
Nach dem Tode RUPRECHTS VON
DER PFALZ waren JOBST, der
die brandenburgische Kur beanspruchte, und Rudolf von Sachsen der Meinung,
dass eine Königswahl unnötig sei, da der König noch an Leben
sei und blieben der Wahl fern. Nach der zweifelhaften Wahl SIGISMUNDS
zum deutschen König schlug die Stimmung um. Da JOBST
zudem weitgehende Zusagen im Sinne der Erzbischöfe von Mainz und Köln
machte, dabei versprach, seine Approbation nur von Johann XXIII. anzunehmen,
ihre Privilegien zu bestätigen und während seiner Abwesenheit
vom Reich einen Vikar "in Dutschen landen gemeinlich" einzusetzen und versicherte,
die Wahl anzunehmen sowie die Krone nur mit Wissen und Willen seiner Wähler
aufzugeben, stand seiner Elektion nichts mehr im Wege. Am 1. Oktober 1410
wurde nach Verlesung von WENZELS Verzicht
auf das Reich Markgraf Jobst von den
Kurfürsten von Mainz und Köln, seinem eigenen Beauftragten für
Brandenburg und dem Gesandten WENZELS
für die böhmische Kur gewählt; nach verspätet eingetroffener
Vollmacht trat am Abend der Beauftragte Rudolfs von Sachsen der Wahl bei.
Auch dieser Akt warf wegen Missachtung des in der Goldenen Bulle verankerten
Ablaufs rechtliche Probleme auf, die noch dadurch verschärft wurden,
dass WENZEL trotz seines Rücktritts
"von unsern und des hl. reiches sachen wegen" weiterhin die Reichssteuer
für sich beanspruchte. Der "illustris princeps
Jodocus", dem Habgier, Unzuverlässigkeit und skrupelloser
Ehrgeiz unterstellt wurden, der jetzt aber auch für seine Gegner als
"vir magnificus, prudens, industrius et expertus" in Ansehen stand, nahm
die wahl zwar an, konnte die damit verbundenen Amtsgeschäfte in dem
ihm verbleibenden dreieinhalb Monaten allerdings nicht ausüben, weil
auch seine Erhebung angefochten wurde. Die Gefahr, dass es neben den drei
Päpsten jetzt mit WENZEL,
SIGISMUND
und JOBST drei
Römische Könige geben und sowohl die höchste Autorität
in den zu erwartenden kriegerischen Auseinandersetzungen als auch die territoriale
Integrität des Reiches schwersten Schaden nehmen werde, war nicht
von der Hand zu weisen. Die Anhänger SIGISMUNDS
beharrten auf ihrem Anspruch, dass seine Wahl "legitime, sancte, iuste,
perfecte" zustande gekommen sei, während sie den 55 Jahre alten JOBST
zum senilen Greis abzustempeln suchten, der das höchste Amt (imperium
seu regnum Romanorum) nicht mehr angemessen vertreten könne.
Ende Januar 1411 traf in Ofen die Nachricht vom unerwarteten
Ableben JOBSTS VON MÄHREN ein,
der am 18. Januar bei Brünn verstorben war; den umlaufenden
Gerüchten zufolge hatte man ihn vergiftet und den angeblichen
Täter grausam hingerichtet. Der Anschlag wurde sogleich mit SIGISMUND
als Auftraggeber in Verbindung gebracht, der nicht nur politisch
von dem Tod des kinderlosen Rivalen profitierte.
Veltrup Dieter: Seite 356-368
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„Zwischen Eherecht und Familienpolitik“
Vermutlich im Oktober 1354 wurde Johanns
erster Sohn JOST geboren, so dass nun
das Weiterbestehen des luxemburgischen
Hauses wenigstens in der Seitenlinie gesichert war. Auch er
wurde schon früh von seinem Onkel, der ja immer noch nicht über
männliche Erben verfügte, in dessen territoriale Erwerbspläne
eingespannt. Als JOST 1356 durch das
erwähnte Eheversprechen mit Elisabeth von
Ungarn verbunden wurde, lebte zwar noch
deren älterer Bruder, Herzog Johann von Dalmatien;
die Aussicht, dass sie einmal Ungarn und Polen erben würde, hing also
von dessen Überleben ab. Aber KARLwar
bestrebt, bereits jetzt die Grundlagen dafür zu schaffen, dass - sollte
Johann sterben - die LUXEMBURGER
durch die Ehe eines Angehörigen ihres Hauses mit der ungarischen Erbin
die Ansprüche auf den Thron der ANJOU
geltend machen konnten. KARLS Vorausschau
zahlte sich aus: Im Herbst 1360 starb Elisabeths
Bruder.
Am 17. November bedankt sich Ludwig vonUngarn
beim Dogen von Venedig für dessen Beileidsschreiben, und nur zwei
Tage später bittet KARL in Avignon
um die Erteilung des Dispens, die für eine Ehe zwischen Elisabeth
und JOST wegen der Verwandtschaft im
4. Grad erforderlich war. KARLS Eile
war verständlich: Nun war eingetreten, was er erhofft hatte,
Elisabeth
war nach dem Tode ihres Bruders einzige Erbin der ANJOU
in Ungarn; es galt, das nicht vom Papst sanktionierte Eheversprechen mit
JOST
von
1356 so schnell möglich in eine kirchenrechtlich wirksame desponsatio
impuberum umzuwandeln, zumal sich das Verhältnis zu Ludwig
getrübt
hatte. Ludwig verpflichtete sich, die
Ehe vollziehen zu lassen, sobald Elisabeth
das
kanonisch zulässige Alter erreicht habe, und sicherte ihr eine zentrale
Frauengabe von 10.000 Mark zu. Nur wenige Tage nach dieser Absprache wurde
KARL Vater eines Sohnes;
JOST
trat familienpolitisch ins zweite Glied zurück. Zusätzlich verschlechterte
sich noch im selben Jahr das Verhältnis zwischen KARLund
Ludwig rapide, angeblich weil
KARL
beleidigende Äußerungen über Ludwigs
Mutter
gemacht hatte
1372
oo Elisabeth von Schlesien-Oppeln, Tochter des
Herzogs Wladislaw
1360-9.11.1411
Literatur:
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Höfer, Manfred: Die Kaiser und Könige
der Deutschen, Bechtle Verlag Esslingen 1994, Seite 153-154 - Hoensch,
Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie
gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000
- Hoensch, Jörg K.: Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle
zur Neuzeit 1368-1437. Verlag C.H. Beck München 1996 - Jaeckel,
Gerhard: Die deutschen Kaiser. Die Lebensgeschichten sämtlicher Monarchen
von Karl dem Großen bis Wilhelm II., Weltbild Verlag Augsburg, Seite
127 - Prinz Friedrich (Hg.): Deutsche Geschichte im Osten
Europas. Böhmen und Mähren. Siedler Verlag - Schwennicke
Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann
GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 82 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband
1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 - Veldtrup, Dieter:
Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten
Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit Verlag Fahlbusch/Hölscher/Rieger
Warendorf 1988 Seite 356-368 -