Begraben: Kloster St. Emmeran zu
Regensburg
Ältester Sohn des Markgrafen
Luitpold von Bayern (⚔ 4.7.907)
aus dem Hause der LUITPOLDINGER
und der Kunigunde von Schwaben,
Tochter
von Pfalzgraf Berchthold († nach 896) und der N.N.von Schwaben-Elsaß
Bruder von Herzog Berthold von Bayern († 23.11.947)
und Gräfin Adalaswint in Kärnten († nach 925)
Enkel von Graf
Ernst aus altadeligem
bayrischen
Geschlecht
Lexikon des Mittelalters: Band I
Spalte 1015
********************
2. Arnulf, Herzog von Bayern
------------
†
14. Juli 937 in Regensburg (?)
Folgte seinem in der Ungarn-Schlacht
vor Preßburg 907 erschlagenen Vater Markgraf Luitpold mit Zustimmung der
bayerischen Großen nach und nahm schon früh den Herzogstitel
an. Die Vernichtung des bayerischen Heerbannes 907 und die folgenden
Ungarn-Einfälle erzwangen zunächst den Neuaufbau eines
Heeres. Um seine Vasallen mit Besitz auszustatten, zog der Herzog
Ländereien von Kirchen und Klöstern ein. Bereits 909 und 910
errang er erste Siege über die ungarischen Reiterheere, die er
dann 913 am Inn entscheidend schlug. Er setzte den Abschluß eines
Vertrages durch, infolgedessen Bayern im Gegensatz zu den anderen
Herzogtümern auf Jahrzehnte vor weiteren Einfällen nahezu
verschont blieb.
Gegenüber dem Königtum verfolgte Arnulf eine
eigenständige Politik. Diese zwang bereits Ludwig das Kind, den Schwerpunkt
seiner Herrschaft aus Bayern in die Rhein-Main-Lande zu verlagern.
Trotz Verwandtschaft erhob Arnulf nach dessen Tod 911 keinen Anspruch auf Nachfolge und
beteiligte sich an der Wahl KONRADS
I. Auch ihm gegenüber suchte er eine Politik der
Abgrenzung, die dieser jedoch nicht hinnahm. KONRAD I. heiratete 913 die aus
Schwaben stammende Mutter Arnulfs, Kunigunde,
um so die beiden Herzogtümer enger an das Ostfränkische Reich
zu binden. Als Arnulf 914 in innerschwäbischen Auseinandersetzungen
für seine Onkel Erchanger und
Berthold Partei ergriff,
während der König die Gegenseite begünstigte, fiel KONRAD I. in Bayern ein und
vertrieb den Herzog, der bei den Ungarn Zuflucht suchte. Nachdem er 916
zurückgekehrt war, verjagte ihn der König abermals nach
Ungarn und setzte seinen Bruder Eberhard
als Statthalter in Bayern ein. Weiterhin verbündete er sich mit
dem Episkopat, der auf der Synode von Hohenaltheim (916) die
aufstrebenden Stammesgewalten energisch vor weiterem Widerstand gegen
das Königtum warnte. Dennoch verdrängte Arnulf bereits 917 den königlichen Statthalter; bei
einem erneuten Angriff gegen Arnulf erlitt KONRAD I.
eine tödliche Verwundung. Bei KONRADS
Tod beherrschte Arnulf sein bayerisches Herzogtum unangefochten.
An der Erhebung HEINRICHS I.
zum
Nachfolger in Fritzlar nahm Arnulf nicht teil. Vielmehr wurde er wohl selber in Bayern zum König ausgerufen (Annales
Iuvavenses maximi, MGH SS XXX, 2, 742). Es ist umstritten, ob dieser
mit Überlieferungsproblemen belastete Eintrag ein
Gegen-Königtum gegen HEINRICH
I. oder aber ein an das spätkarolingische Regnum Bavariae anknüpfendes
bayerisches Sonderkönigtum bezeichnet. HEINRICH I. setzte aber die
Anerkennung seiner Herrschaft auch in Bayern durch. Die wechselhaften
Kämpfe 919-921 wurden durch den Regensburger Vertrag
abgeschlossen, in dem Arnulf eine lose Oberhoheit HEINRICHS I. anerkannte und
damit Bayern dem ostfränkischen Königtum HEINRICHS I. unterordnete,
dafür freie Hand bei der Gestaltung der Innen- und
Außenpolitik zugestanden erhielt. In der Folgezeit ernannte er
die Bischöfe seines Herzogtums und versammelte diese zu eigenen
Landessynoden.
922 führte er sein Heer gegen die Böhmen, um deren
herkömmliche Abhängigkeit von Bayern zu erneuern. Weiterhin
hat Arnulf
Münzen prägen und Urkunden ausstellen lassen, die die Form
der Königs-Urkunde übernahmen, die bayerischen Grafen
befehligt, seinen Sohn Eberhard
zum Nachfolger designiert. Ein Feldzug nach Italien 933-934 sollte Eberhard die ihm angetragene
langobardische Königskrone einbringen. Diese selbstbewußte
Ausübung des Herzogsamtes hat HEINRICH
I., der seit 921 mit Arnulf in Frieden lebte, anerkannt.
936 heiratete schließlich der Königs-Sohn
Heinrich die Tochter des Herzogs, Judith. Bei der Krönung OTTOS I. 936,
wenige Monate vor
seinem Tod in Aachen, übte Arnulf das Amt des Marschalls aus. - Sein Lebenswerk, die
Begründung des jüngeren Stammes-Herzogtums in Bayern nach dem
Zerfall des karolingischen
Reiches, konnte von seinen Söhnen nicht weitergeführt werden,
da ihnen OTTO I. bereits
938 die Herrschaft entriß. Wegen der Säkularisationen und
des Königsplanes ist das Bild Herzog
Arnulfs in späteren Jahrhunderten sehr verdunkelt
worden.
A. Schmid
Literatur:
-------------
K. Reindel, Die bayer. Luitpoldinger 893-989, Slg. und Erl. der
Quellen, 1953
F. Tyroller, Zu den Säkularisationen des Hzg.s A., Stud. und Mitt.
65, 1953-54, 303-312
K. Reindel, Ein neues Gedicht zum Tode Hzg. A.s v. Bayern, ZBLG 20,
1957, 153-160
K. Bosl, Das jüngere bayer. Stammeshzm. der Luitpoldinger (K.
Bosl, Zur Gesch. der Bayern, 1965)
W. Kienast, Der Herzogstitel in Frankreich und Dtl. (9.-12. Jh.),
1968
E. Müller-Mertens, Regnum Teutonicum. Aufkommen und Verbreitung
der dt. Reichs- und Königsauffassung, 1970
K. Reindel, Hzg. A. und das Regnum Bavariae (H. Kämpf, Die
Entstehg. des dt. Reiches. Dtl. um 900, 1956, 19713)
A. Schmid, Das Bild des Bayernhzg.s A. (907-937) in der dt.
Geschichtsschreibung von seinen Zeitgenossen bis zu W. v. Giesebrecht,
1976
A. Schmid, Die Herrschergräber in St. Emmeram..., DA 32, 1976,
333-369
H.-W. Goetz, »Dux« und »ducatus«. Begriffs- und
verfassungsgesch. Unters. zur Entstehung des sog.
»jüngeren« Stammesherzogtums an der Wende vom 9. zum
10. Jh. [Diss. Bochum 1977].
Arnulf
folgte 907 seinem Vater, dem
Markgrafen Luitpold
im bayrischen Nordgau, Donaugau, Kärnten und Pannonien, der im
Kampf gegen die Ungarn gefallen war. Er wurde 907 und 910 von den
Ungarn geschlagen, besiegte sie aber 913 am Inn. 908-914 zog der Herzog
viele Kirchengüter ein, so daß die großen Klöster
Niederaltaich, Benediktbeuern, Isen, Mosburg, Schäftlarn,
Schliersee, Tegernsee und Wessobrunn fast ihr ganzes Besitztum
verloren. Darum gaben ihm die mönchischen Chronisten den Beinamen »Malus« = »der
Böse«. Arnulfs Mutter, Kunigunde, wurde die Gemahlin KONRADS I. (911-918). Der Herzog
wahrte seine Selbständigkeit gegen den König, mit dem sich
der ganze bayrische Episkopat verbündete. KONRAD I. vertrieb 916 Arnulf aus
Bayern. Der Herzog verband sich mit den heidnischen Ungarn und wurde
darum von der Synode zu Hohenaltheim 916 mit dem Bann bedroht. 917
eroberte er das Herzogtum zurück. Mit HEINRICH I. (919-936), der
Regensburg belagerte, schloß Arnulf
921 einen Vertrag, in dem er die Oberhoheit des Königs anerkannte.
HEINRICH I. gewährte Arnulf
selbständige Regierung in Bayern und überließ ihm unter
anderem das Recht, die Bistümer zu besetzen.
Literatur:
------------
Michael Doeberl, Entwicklungsgesch. Bayerns I, 19163; -
Sigmund Riezler, Gesch. Baierns I, 19272; - Walter Mohr,
König Heinrich I. (919-936), Saarlouis 1950; - Kurt Reindel, Die
bayer. Luitpoldinger v. 893-989. Sammlung u. Erl. der Qu., in: Qu. u.
Erörterungen z. bayer. Gesch. NF 11, 1953, 71 ff.; - Ders., Herzog
A. u. das Regnum Bavariae, in: Zschr. f. Bayer. Landesgesch. 20, 1957,
153 ff.; - ADB I, 605 ff.; - NDB I, 396 f.; - LThK I, 899.
Friedrich Wilhelm Bautz
Letzte Änderung: 25.06.2008
Arnulf I. der Böse († 14. Juli 937 in Regensburg) war seit 907 Herzog von Bayern. Er stammte aus dem Geschlecht der LUITPOLDINGER. Arnulf war Sohn des Markgrafen Luitpold und der Kunigunde, Schwester von Berchthold I., Pfalzgraf von Schwaben.
Landespolitik
-----------------
Arnulf konnte auf den
Grundlagen der Macht, die Luitpold
gelegt hatte, aufbauen und nahm bald darauf den Herzogstitel an. Dabei
konnte er auf die Unterstützung des bayerischen Adels setzen, der
hoffte, dadurch seine eigene Stellung verbessern zu können.
Wichtigste Aufgabe Arnulfs
war es, die wiederholten Raubzüge der Magyaren weit nach Bayern
und ins Reich hinein zu stoppen. Zur wirksamen Bekämpfung der
Ungarn musste er das bayerische Heer, das in der Schlacht von Pressburg
vernichtend geschlagen wurde, reorganisieren. Um die dafür
nötigen Mittel zu gewinnen zog er das Kirchengut ein und verlieh
es an seine Lehnsvasallen. Dafür bekam er später den Beinamen der Böse. In mehreren
Schlachten gelang es ihm, die Ungarn zurückzudrängen und 913
erreichte er von ihnen die vertragliche Zusicherung, in Bayern nicht
mehr einzufallen.
Reichspolitik
----------------
Arnulf erneuerte das
bayerische Stammes-Herzogtum. Auf Reichsebene verfolgte Arnulf eine Politik der
Eigenständigkeit in inneren Angelegenheiten und nach außen
gegenüber den deutschen
Königen KONRAD I. und HEINRICH I. Er
beteiligte sich zwar an der Wahl KONRADS
zum König. Ein Eingreifen Arnulfs
zugunsten seiner verwandten Herzöge von Schwaben gegen KONRAD führte zu einem
längeren Konflikt, in dessen Verlauf Arnulf zeitweise zu den Ungarn
floh.
Nach KONRADS Tod kehrte Arnulf 918 mit ungarischer Hilfe
in seine Residenzstadt Regensburg zurück und baute eine von der
Zentralmacht weitgehend unabhängige Stellung auf. In der Forschung
ist bisher nicht geklärt, ob Arnulf
sich nach dem Tod Konrads
zum Gegen-König ausrufen
ließ (Annales Iuvavenses Maximi zum Jahr 920: „Baiuarii
sponte se reddiderunt Arnolfo
duci et regnare ei fecerunt in regno teutonicorum“) oder ein
bayerisches Sonderkönigtum anstrebte. Im Vertrag von Regensburg
921 erkannte Arnulf jedoch
nach Kämpfen mit HEINRICH
dessen Oberhoheit an. HEINRICH
billigte im Gegenzug Arnulfs
eigenständige Herrschaft, zu der die Ernennung von Bischöfen
(zum Beispiel Starchand
in Eichstätt), Einberufung von Synoden und Ausübung
eigentlicher Regalien (Münzprägung, Zölle)
gehörten. Außenpolitisch unterwarf er Böhmen und
versuchte in einem (allerdings gescheiterten) Italienzug 933/934 die
Langobardenkrone für seinen Sohn Eberhard zu erlangen, nachdem
der langobardische Hochadel ihm diese angeboten hatte.
Arnulf wurde im St.
Emmeram in Regensburg beigesetzt. Eine Gedenktafel für ihn fand
Aufnahme in die Walhalla bei Regensburg.
Nachkommen:
------------------
Arnulf war verheiratet mit Judith von Friaul, Tochter
des Grafen Eberhard im Sülichgau
(aus dem Geschlecht der UNRUOCHINGER)
und der Gisela von Verona.
Arnulfs Tochter Judith heiratete Heinrich I. von Bayern, Bruder
von OTTO DEM GROSSEN.
Seine Nachkommen waren:
Vater:
-------
Markgraf Luitpold (†
907)
Mutter:
----------
Kunigunde
von Schwaben
1. oo Agnes
2. oo Judith vom Sülichgau (?)
907 Herzog
von Bayern.
In dieser Zeit „Säkularisation“ der
Klöster,
die eingezogenen Güter gingen als Lehen an seine Vertrauten.
Beispielsweise
hatte das Kloster Tegernsee vorher mehr als 11.000 Bauernhöfe,
nach
der Konfiskation nur noch 114.
Die Kirche gab ihm daher den Beinamen „der
Böse“.
Gegen-König
gegen
HEINRICH
I. (rex in regno Teutonicorum).
933 unternahm Arnulf
einen
Heereszug nach Verona, um für seinen Sohn Eberhard die
langobardische
Königskrone zu erwerben, Niederlage bei Bussolengo.
Grabmal in St. Emmeram in Regensburg aus der 2.
Hälfte
des 12. Jahrhunderts.
Literatur:
-----------
NDB 1; BWB 1; K. Bosl, D. jüngere bayer.
Stammeshzgtum
d. Luitpoldinger, in: ZBLG 18, 1955.
Anmerkungen:
------------------
VI. 38. Ergänzungen (Werner):
--------------------------------------
Hugo II., *ca. 920/25, † vor
992, 939/55 Graf von Maine.
[VI 48]
Arnulf und Berthold, Brüder aus der Familie der LUITPOLDINGER, Nachkommen KARLS DES GROSSEN ohne Anschluß.
VI. 39. Ergänzung
(Werner):
-----------------------------------
Arnulf, † 14. VII. 936, 907 Herzog
von Baiern
Gemahlin:
-------------
N. [VI
49]
VI. 49.-50.
--------------
Die Luitpoldingischen
Brüder, Herzog
Arnulf
von Baiern und Herzog Berthold (Teil-Herzog in
Kärnten)
werden hier als zweifellose KAROLINGER-Nachkommen
der 6. Generatiom aufgeführt, auch wenn die Filiation, die
von
KARL DEM GROSSEN zu ihnen hinführt, nicht genau bekannt
ist. Die Namengebung von drei Kindern Arnulfs:
Judith, Ludwig,
Arnulf,
ist ohne karolingische Abkunft
nicht
denkbar.
Zu meiner Vermutung, daß karolingische
Abkunft
und Namengut durch die Mutter Herzog
Arnulfs,
Kunigund,
die Gattin Luitpolds und
späteren
Gattin König
KONRADS I., in das bairische Herzogshaus eingebracht wurden,
siehe oben Anmerkung zu IV, 20.
Die Daten der LUITPOLDINGER in
großer
Genauigkeit
bei K. Reindel, Die bayerischen Luitpoldinger 893-898, 1953
(regestenartig
angelegt zu den jeweiligen Jahren).
ARNOLF
-------------
† 14. VII 937
Begraben: Regensburg St. Emmeran
908 GRAF
im NORDGAU und HERZOG VON
BAYERN
Herzog
von Bayern,
Herzog von Kärnten
907-937
(†)
908. Februar 5. Der Nordgau als in der Grafschaft Arnulfs
gelegen, bezeichnet: Reindel Seite 76f.
907-914. Herzog Arnulf säkularisierte
den Besitz zahlreicher Klöster und Kirchen in Bayern: Reindel
Seite
80-92.
916. September 20. Von einer Synode zu
Hohenaltheim
werden
Herzog
Arnulf und
sein
Bruder Berthold für
ihr
bisheriges
Verhalten getadelt und es wird ihnen auferlegt, sich vor einer neuen
Synode
zu Regensburg zu verantworten: Reindel Seite 114f.
924 und 927. Auf Befehl Herzog
Arnulfs und in
Gegenwart herzoglicher Gesandter findet ein
Tausch
zwischen Erzbischof Odalbert von
Salzburg und der Edlen Frau
Rihni
statt:
Reindel Seite 134-138.
933/34. Herzog Arnulf unternimmt
einen Heereszug nach Verona, um für seinen Sohn Eberhard die
langobardische
Königskrone zu erwerben: Reindel Seite 163-170.
935. Juli 22. Herzog Arnulf
überträgt
seinem ältesten Sohn Eberhard
die Nachfolge in Bayern und
lässt
ihn vor den Bewohnern Reichenhalls huldigen: Reindel Seite 170f.
937. Juli 14. Herzog
Arnulf von Bayern stirbt: Reindel Seite 175-181.
F. u. eV.
907 in qua congressione (Pressburg) Liutbaldus
dux occisus est, cui filius
suus Arnulfus
in
ducatum successit Continuator Regionis ed. Kurze 154 Reindel n 46
908 5/2 Eichstätt im Nordgau liegt in der
Grafschaft
(an der unteren Altmühl) des Arnolf
Reindel n 47;
914 empört sich gegen
KONRAD
I. und flieht mit Gattin
und Kindern nach Ungarn Liudprand,
Antapodosis II 19 Reindel n 55
(919 Anfang) Arnaldus cum
uxore et filiis rediens honorifice a Bagoariis atque ab orientalibus
suscipitur
Francis Liudprand II 21 Reindel n 61
(933/34) Longobardi Eparhardum filium
Arnolfi
ducis in dominum acceperunt, eodem
anno Arnolfus
dux
et Udalpertus
archiespiscopus cum Baiowariis iter hostile
in Italien fecerunt (gegen König Hugo)
Annales Juvavenses maximi, vgl. Liudprand II 49-52 Reindel n 86;
IV. 936 August Herzog
Arnulf
bei der Krönung OTTOS I. in
Aachen
zugegen Reindel n 88
† 937 14/7
und in St. Emmeram begraben Reindel
n 91
Gemahlin:
------------
siehe oben 914 und 919 Anfang, die
Vermählung wird
908/09 anzusetzen sein.
Ihre Herkunft und ihr Name sind aus den Namen
ihrer
Kinder
Eberhard,
Hermann,
Judith und Ludwig zu erschließen. Sie entstammte
dem
Geschlechte der UNRUOCHINGER
und war allem Anschein nach eine
Tochter
des Grafen Eberhard, der sich 888 mit
(seinem Bruder)
BERENGAR in die Grafschaft über Dußlingen teilte
DD Karol. 3, 55 f. n 37 - beide können mit großer Gewissheit
als Söhne des Unruoch,
Markgrafen von Friaul (zuletzt
872),
des
älteren
Sohnes des Markgrafen Eberhard († 864/66)
gelten, der bekanntlich mit Gisela,
einer Tochter LUDWIGS DES FROMMEN
und
der WELFIN
Judith, vermählt
war.
Hermann aber hieß
938 der Graf
des Pfullichgaues, den im 11.
Jahrhundert die von den UNRUOCHINGERN
stammenden Grafen von Achalm
besaßen.
Er wird wie die Gattin des Herzogs Arnulf den
Grafen Eberhard von 888 zum Vater
gehabt
haben. Der Name der Gattin war
offenbar Judith, da
dieser Name nicht nur der einer Tochter Arnulfs
war, sondern auch bei den Nachkommen der Markgrafen Berthold und Liutpold
erscheint,
die ebenfalls zu Arnulfs Kindern
gehören.
Besonders beweisend für die Abstammung Judiths von den UNRUOCHINGERN
sind die Ereignisse in Italien, wo BERENGAR I.,
Nachfolger seines Bruders Unruoch
in der Markgrafschaft Friaul, 888
König
geworden war. Als
BERENGAR 924 ermordet
wurde, suchten Missvergnügte in Italien gegen den neuen
König
Hugo Anlehnung bei Herzog Arnulf und
riefen 933/34 (siehe oben) dessen Sohn
Eberhard zum König
aus,
offenbar mit Rücksicht auf dessen Abkunft von den
UNRUOCHINGERN.
Das Unternehmen hatte keinen Erfolg. Aber als
Berengar II., des älteren
BERENGAR
Enkel, 950 König von
Italien geworden war, kam es bezüglich
der
Herrschaft in Italien zu einem Ausgleich zwischen den Nachkommen
Unruochs
und BRENGARS I., indem OTTO
I. seinem mit Judith,
der Schwester Eberhards,
vermählten Bruder, den Bayern-Herzog
Heinrich
I., dem 951 ein Sohn geboren war, 952 mit dem Nordosten
des
Königreiches, der Mark Verona,
Berengar II.
samt seinem Sohne hingegen mit dem übrigen Italien belehnte.
910
oo Judith von Friaul, Tochter des Grafen
Eberhard
im Sülichgau
†
Groß-Nichte von Kaiser
BERENGAR I.
Kinder:
Eberhard Herzog von Bayern
um 912 † um 940
Arnulf Pfalzgraf von Bayern
um 913 † 22.7.954
Hermann Graf im Pfullichgau
† 954
Heinrich Graf in Bayern
†
Ludwig Graf in Bayern
um 930 † nach 974
Judith
919/25 † 29.7. nach 984
oo Heinrich I. Herzog von Bayern
† 1.11.955
Tochter
†
oo Burchard Graf von
Geisenhausen
† 973
Berthold Markgraf von
Schweinfurt
†
15.1.980
Quellen:
----------
Adalbert:
Fortsetzung des Regino Seite 190,192,198 - Annalista Saxo:
Reichschronik Seite 29 - Hermann
von Reichenau: Chronicon. in:
Ausgewählte
Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters Band XI Seite 636,640
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von Gandersheim Vorwort - Liudprands
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Darmstadt 1977 Seite 292,294,314-328,356,396,398,442 - Widukind
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Die Sachsengeschichte.
Philipp
Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart 1981 Seite 56,59 -
Literatur:
-----------
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Biographie, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1983 Seite 27 - Brandenburg
Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co
Neustadt
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Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I, Seite 504,529/Band III
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Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte
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Magdeburg und Europa.
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Verlag Philipp von Zabern Mainz 2001 - OTTO DER GROSSE.
Magdeburg und Europa.
Kurzführer.
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Arnulf (907-938) in der deutschen Geschichtsschreibung von den
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(Hrsg.): Ottonische Neuanfänge. Symposium zur Ausstellung "Otto
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in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 19 - Schnith
Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den
Karolingern
zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite
93,103,107,114,120,123,127,146
- Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales
Kaisertum.
Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite
120,122-124,126,131,141,143,147,161, 169,173,185,249
- Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge
Band
I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 83 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen
Geschichte.
Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des
12.
Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München Seite
207-215,226,296-300,302,305,312,358,366, 377,406,441 - Störmer
Wilhelm: Adelsgruppen im
Früh-
und hochmittelalterlichen Bayern. Studien zur bayerischen Verfassungs-
und Sozialgeschichte Band IV. Kommission für bayerische
Landesgeschichte
München 1972 - Störmer, Wilhelm: Bayern und der
bayerische
Herzog im 11. Jahrhundert. Fragen der Herzogsgewalt und der
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Interessenpolitik, in Die Salier und das Reich,
Jan
Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992 Band 1 Seite 503-549 - Störmer Wilhelm:
Früher Adel.
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