Lothar Udo III.                               Markgraf der Nordmark (1087-1106)
-------------------                              Graf von Stade
um 1070-2.6.1106
 

2. Sohn des Grafen Lothar Udo II. von Stade, Markgraf der sächsischen Nordmark aus dem Hause der UDONEN und der Oda von Werl, Tochter von Graf Hermann III.
 

Brandenburg Erich: Tafel 13 Seite 26
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XI. 73. LOTHAR UDO III., Graf von Stade, Markgraf der Nordmark 1087
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* ca. 1060, + 1106 2. VI.

Gemahlin:
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ca. 1095
IRMGARD, Tochter des Grafen Dietrich von Plötzkau (siehe XII. 92.)
          + 1154 26. XI.



Thiele Andreas: Tafel 220
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

LOTHAR UDO III.
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    + 1106 (ermordet?)

Lothar Udo III. folgte 1087 dem Bruder, war auch Vogt zu Harsefeld, Heeslingen und Alsleben und stand mit im antikaiserlichen Lager. Er bekriegte den Erzbischof Liemar (1072-1101) von Bremen, der 1083 erneut Lehnsherr über die alten Hauskomitate geworden war. Er nahm ihn 1089 gefangen und erzwang damit die Übertragung der wichtigen, begehrten Vogtei über das Erzstift Bremen. Ab etwa 1090 verlor Lothar Udo III. die alten Hauskomitate von Stade an den Ministerialen Friedrich, der sich mit Unterbrechungen als kaiserlicher und erzbischöflicher Vasall bis zuletzt gegen das Haus STADE in vielen, verheerenden Fehden behaupten konnte. Die Beauftragung eines Unfreien-Ministerialen mit bedeutenden Grafenrechten markierte verfassungsgeschichtlich eine signifikante Wendemarke. Trotz dieses Verlustes markierte Lothar Udo III. den Höhepunkt seines Hauses. Er führte 1100 einen erfolgreichen Feldzug gegen die ostelbischen Slawen und eroberte vorübergehend Brandenburg und erhielt den Beinamen "Schrecken der Slawen". Er geriet wohl auch wegen dieses Ruhmes gegen die anderen Großen N-Deutschlands und mußte sich daher dem Kaiser annähern. 1103 wurde Alsleben, ein Hauptstützpunkt des Hauses verwüstet. Er unterstützte ab 1104 König HEINRICH V. im Thronkrieg und starb während Beratungen mit sächsischen Großen plötzlich, was bald den Verdacht eines Giftmordes begründete.

  oo IRMGARD VON PLÖTZKAU
              + 1154

Tochter des Grafen Dietrich, Erbin von Walbeck



Fenske Lutz: Seite 68-69
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen"

Da Markgraf Heinrich 1087 in jungen Jahren ohne Nachkommenschaft starb, fiel das Erbe an seinen Bruder Udo III. Zur Zeit seines Herrschaftsantritts war die politische Situation in Sachsen schon von verschiedenen Ausgleichsbemühungen zwischen den Parteien gekennzeichnet, und zahlreiche Fürsten waren gewillt, ihre Gegensätze zu HEINRICH IV. beizulegen. Unter diesen Bedingungen ist es schwierig, Aufschlüsse über das Verhalten Markgraf Udos III. zu HEINRICH IV. zu gewinnen, zumal sich eines der sprechendsten Quellenzeugnisse einer genauen Einordnung zu entziehen scheint: Weihnachten 1088 hatte Markgraf Ekbert II. dem Kaiser bei Kämpfen um die thüringische Burg Gleichen eine empfindliche Niederlage zugefügt. Erzbischof Liemar, einer der Fürsten im kaiserlichen Heer, war dabei in Gefangenschaft eines Grafen Luder geraten, der sich die Freilassung des Erzbischofs mit der Übertragung der Bremer Hochstiftsvogtei bezahlen ließ. Während dieser Graf Luder von der älteren Forschung vielfach als LOTHAR VON SÜPPLINGENBURG angesprochen wurde, zumal zeitlich spätere Quellen eine solche Identifizierung ebenfalls vornehmen, hat Hucke mit guten Argumenten wahrscheinlich machen wollen, dass es sich hier nicht um den 1088 ungefähr 13-jährigen späteren Kaiser, sondern um Markgraf Udo III., der in vielen Quellen bekanntlich mit dem Doppelnamen Luder-Udo benannt wird, gehandelt haben muß. Jedoch ist neuerdings die Frage nach dem im Bunde mit Ekbert II. kämpfenden Grafen Luder wieder im Sinne der älteren Forschung beantwortet worden. Läßt sich auch die politische Position des Markgrafen nicht direkt erkennen, so ist es doch möglich, Zusammenhänge zwischen ihm und antikaiserlichen Gruppen in Sachsen nachzuweisen. Gut bezeugt sind Udos Verbindungen zu Bischof Herrand von Halberstadt, einen entschiedenen Gegner HEINRICHS IV. So leistete der Markgraf Zeugendienste in einer Urkunde dieses Bischofs für das Kloster Ilsenburg gemeinsam mit seinem Schwager, dem thüringischen Grafen Ludwig, der als einer der schärfsten Widersacher des Kaisers zu gelten hat. Ferner ließ sich Udo bei der Umwandlung des stadischen Kanonikerstifts Harsefeld in ein Benediktinerkloster monastisch von den Einflüssen Bischof Herrands leiten.
 
 
 
 

 1101
  oo 1. Irmgard von Plötzkau, Tochter des Grafen Dietrich
                  -26.11.1153

         Erbin von Walbeck

     2. oo Gerhard I. Graf von Heinsberg
                     -   1128/29
 
 
 
 

Kinder:

  Heinrich II.
  um 1102-4.12.1128

  Adelheid
         -

  oo Heinrich II. der Jüngere Graf von Eilenburg
       1103/04-   1123

  Irmgard
        -   1178

  oo Poppo IV. von Henneberg Burggraf von Würzburg
               -1.9.1156
 
 
 
 

Literatur:
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Annalen von Hildesheim ad a. 1100 - Annalen von Magdeburg ad a. 1101,1103,1104,1107 - Annalen von Pöhlde ad a. 1100,1103 - Annalista Saxo: Reichschronik Seite 88,97,108,111 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 13 Seite 26 - Chronik des Albert von Stade - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 68,90 A.353, 135,141,144,150,155,221,229,237,252,331,348 - Hucke, Richard: Die Grafen von Stade 990-1144, Stade 1956 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 26,42,51,71,213,220,228,229,272,276,296 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 220 -