Heinrich I. der Lange                      Markgraf der Nordmark (1082-1087)
---------------------------    als H. III. Graf von Stade
um 1065-27.6.1087
 

Ältester Sohn des Grafen Lothar Udo II. von Stade, Markgraf der sächsischen Nordmark aus dem Hause der UDONEN und der Oda von Werl, Tochter von Graf Hermann III.
 

Brandenburg Erich: Tafel 13 Seite 26
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XI. 72. HEINRICH I., Graf von Stade, Markgraf der Nordmark 1082
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* ca. 1055, + 1087 28. VI.

Gemahlin:
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EUPRAXIA, wohl Tochter des Großfürsten Wsewolod I. von Kiew
        + 1109 11.IX.

II. oo Kaiser HEINRICH IV. (siehe XI. 52.)

Anmerkungen: Seite 137
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X. 72-77.

E.G. Wolters, Gfn von Stade, Stader Arch. N. 1,2.



Thiele Andreas: Tafel 220
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

HEINRICH I. (III.) "DER LANGE"
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* um 1065, 1087

War 1076 Geisel bei Kaiser HEINRICH IV. und floh auf abenteuerliche Weise aus S-Deutschland zurück. Er folgte 1082 seinem Vater in dessen Ämtern und Würden und ist urkundlich kaum greifbar.

   um 1086
  oo EUPRAXIA VON KIEW, Tochter des Großfürsten Wsewolod I.
             + 1109 (als Nonne/Kiew)



Hucke Richard:
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"Die Grafen von Stade"

Der älteste Sohn aus der Ehe Udos II. mit Oda war Heinrich "der Lange". Er wird, wenn wir Bollnows Berechnungen folgen und Odas Geburtsdatum um 1050 ansetzen, kaum vor 1065 geboren sein, mithin beim Tode Udos II. etwa 17 Jahre alt gewesen sein. Er übernahm 1082 offiziell die Ämter seines Vaters, wenn auch die Quellen das starke Übergewicht seiner Mutter nicht verleugnen. Heinrich gehörte zu den sächsischen Fürsten aus dem Ende des 11. Jahrhunderts, die der Annalista Saxo als "unstete Jugendliche" bezeichnet,"deren Väter tüchtiger gewesen seien und einer kräftigeren Generation" angehört hätten. Eine urkundliche Erwähnung Heinrichs ist nicht überliefert. Wir beziehen die Erzählung Lamperts über die Flucht eines jungen STADERS, der dem königlichen Ministerialen Eberhard von Nellenburg als Geisel anvertraut war, auf Heinrich III. Auf ihn trifft für 1076, - das heißt er wäre ungefähr 11 Jahre alt gewesen, die Angabe des Hersfelder Mönches zu, dass er "zarten Alters und noch lange nicht mündig" gewesen sei, als er die abenteuerliche Flucht aus S-Deutschland begann. Bekanntlich gelangte Heinrich und sein Begleiter, der Sohn des Pfalzgrafen Dedo, bis nach Mainz, wo sie von ihrem Verwandten, dem Erzbischof Siegfried (1060-1084) aufgenommen wurden. Heinrich starb am 27. Juni 1087.
Er hinterließ eine kaum 20-jährige Gattin Eupraxia, "die aber in unserer Sprache Adelheid heißt", wie der korrekte Annalist hinzufügt. Kinder hatten die jungen Eheleute nicht. Diese Tochter des Großfürsten Wsewolod I. von Kiew (1030-1093), aus dessen zweiter Ehe mit einer sonst nicht bekannten Anna (+ 7.10.1111) hervorgegangen, heiratete nach zweijähriger Witwenzeit den Kaiser HEINRICH IV. Schon 1093/94 verließ sie ihn wieder. Sie starb am 20.7.1109. Auf die Familie der "russischen Königs-Tochter und ihre Verwandtschaft - ihre Tante Oda war die Tochter der bekannten Ida von Elsdorf - kommen wir zurück (Seite 69).

Fenske Lutz: Seite 68
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. "

Nach Udos II. Tod folgte ihm in der Markgrafschaft sein Sohn Heinrich III., dessen politische Stellung nicht aufgehellt werden kann [Hucke a.a.O. S. 87,90f hat unter Berufung auf D HIV 351 S. 463f. die Meinung geäußert, dass Markgraf Heinrich wie auch schon sein Vater ins antikönigliche Lager getrieben worden sei, weil HEINRICH IV. Erzbischof Liemars Bestrebungen begünstigte und die udonischen Grafschaftsrechte wieder unter die Lehenshoheit des Bremer Erzstifts stellte. Allerdings ist diese Auffassung über den Charakter einer Behauptung hinaus nicht durch Quellenaussagen abzusichern. Welche politische Position die beiden Markgrafen nach 1075 bezogen, läßt sich also nur vermuten.]. Der Markgraf heiratete die russische Fürsten-Tochter Eupraxia-Adelheid, die später die zweite Gemahlin Kaiser HEINRICHS IV. werden sollte. Vermutlich ist Heinrich derjenige von Udos Söhnen, der 1075 als Geisel übergeben und gemeinsam mit dem Sohn der Markgräfin Adela unter die Aufsicht des königlichen Ministerialen Eberhard gestellt wurden. Beide hatten zu dieser Zeit noch nicht das Alter der Volljährigkeit erreicht [Die Umstände ihrer Flucht nach Mainz werden von Lampert ausführlich geschildert.]. Da Markgraf Heinrich 1087 in jungen Jahren ohne Nachkommenschaft starb, fiel das Erbe an seinen Bruder Udo III.
 
 
 
 

um 1086
  oo 1. Eupraxia (Adelheid) von Kiew, Tochter des Großfürsten Wsewolod I.
   x      1067/70-20.7.1109

       1089
     2. oo 2. HEINRICH IV. König des Deutschen Reiches
                 11.11.1050-7.8.1106
 
 
 
 

Literatur:
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Annalista Saxo: Reichschronik Seite 67,88,89,97,120 - Boshof Egon: Die Salier, Verlag W. Kohlhammer Suttgart Berlin Köln 1987 Seite 253 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 13 Seite 26,137 - Chronik des Albert von Stade - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 68,90 A. 353,348 - Giese, Wolfgang: Der Stamm der Sachsen und das Reich in ottonischer und salischer Zeit, Franz Steiner Verlag Wiesbaden 1979 Seite 181 - Hucke, Richard: Die Grafen von Stade 990-1144, Stade 1956 - Lampert von Hersfeld: Annales/Annalen Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 2000 Seite 36 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 220 -