Lothar Udo II.                                Graf von Stade
-------------------                              Markgraf der Nordmark (1057-1082)
1020/30-4.3./4.5.1082
 

Einziger Sohn des Grafen Lothar-Udo I. von Stade, Markgraf der Nordmark aus dem Hause der UDONEN und der Adelheid von Rheinfelden, Schwester des Grafen Kuno
 

Brandenburg Erich: Tafel 3 Seite 7
****************
"Die Nachkommen Karls des Großen"

X. 45. UDO III., Graf von Stade, Markgraf der Nordmark 1057
---------------------
* 1020/30, + 1082 4. V.

Gemahlin:
------------
ca. 1065
ODA, Tochter Graf Hermanns von Werl (siehe XII. 321.)
       + 1110 13. I.

Anmerkungen: Seite 134
------------------
X. 45. Udo III.

Bollnow 14 f.
E.G. Wolters, Gfn von Stade, Stader Arch. N. 1,2;
Odas Tod siehe die Ann. Rosenfeld S. S. 16, 103 und Ann. Saxo zu 1110. S. S. 6,748.



Althoff Gerd: Seite 391
***********
"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                         G 19

Lü:      4.3.  Ludiegerus com     + 1082 Graf von Stade

Luder-Udo gehört zu dem mit den BILLUNGERN verwandten Stader Grafenhaus; vgl. zu den zahlreichen Einträgen von Mitgliedern dieser Familie im Lüneburger Necrolog den Kommentar G 45.
Zu ihm und seinem Todesdatum s. Hucke, Die Grafen von Stade, S. 29 f.



Thiele Andreas: Tafel 222
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

LOTHAR UDO II.
-------------------------
    + 1082

Lothar Udo II. folgte 1057 seinem Vater, stand gegen die BILLUNGER und den Erzbischof Adalbert von Bremen und mußte 1063 dessen Lehnsmann werden. Er war daher mit den BILLUNGERN 1066 an dessen Sturz beteiligt, gewann alle verlorenen Gebiete und Rechte zurück und bewahrte danach eine souveräne Position. Er bekam 1068 die Mark Zeitz dazu, zog 1069 mit dem Kaiser gegen die Liutizen und beerbte um 1080 die berühmte Ida von Stade-Elsdorf. Er hatte Allodien und Grafenrechte in Dithmarschen, stand ab 1073 mit gegen den Kaiser, machte 1075 die Schlacht bei Homburg mit und war 1075/76 inhaftiert. Er vermittelte den Frieden von Gerstungen mit, unterwarf sich, geriet aber wieder gegen den Kaiser und Erzbischof Liemar von Bremen(-Hamburg), der die alten Besitzverhältnisse erneuern wollte. Er unterstützte seinen königlichen Vetter RUDOLF VON RHEINFELDEN.

  oo ODA VON WERL
              + 1111

Tochter der Grafen Hermann III. und Stieftochter Herzog Ottos von Northeim-Bayern; Nichte Idas von Elsdorf



Lampert von Hersfeld: Seite 60,174,178,298,306,314
*******************
"Annales/Annalen"

1057
Markgraf Udo starb, und sein Sohn Udo der Jüngere [von der Nordmark, 1057-1082] trat an seine Stelle.
1073
Daher hatte er insgeheim eine Unterredung mit dem Dänen-König [Sven Estridson, 1047-1076. Die Besprechung war aber bereits 1071 in Bardowiek bei Lüneburg.] und traf mit ihm das Abkommen, daß dieser ihm gegen Abtretung eines großen Teils von Sachsen, der dem Markgrafen Udo gehörte, bei der Durchführung seines Planes helfe und, während er selbst die Sachsen vond er einen Seite her mit Krieg überziehe, sie von der anderen Seite her angreife.
Teilnehmer der Verschwörung waren folgenden Fürsten: Erzbischof Wezel von Magdeburg, die Bischöfe Bucco von Halberstadt, hezel von Hildesheim, Werner von Merseburg, Eilbert von Minden, Immet von Paderborn, Friedrich von Münster und Benno von Meißen, ferner der ehemalige Herzog von Bayern Otto, Markgraf Udo [von der Nordmark], Markgraf Dedi und ungestümer und unversöhnlicher als alle Markgrafen, dessen Gemahlin Adela, Markgraf Ekbert von Thüringen, ein noch nicht waffenfähiger Knabe, Pfalzgraf Friedrich und die Grafen Dietrich, Adalbert, Otto, Konrad und Heinrich.
1075
Markgraf Udo [von der Nordmark] jedoch und der Bischof von Merseburg [Wernher] sowie einige andere sächsische Edle willigten in die Übergabe. Markgraf Udo gab für sich seinen Sohn [wahrscheinlich einen der jüngeren Söhne] als Geisel, und wurde daraufhin sofort von der Übergabe entbunden. Der Bischof wurde in das Kloster Lorsch geschickt, die anderen wurden verschiedenen Fürsten zur einstweiligen Verwahrung übergeben.
Mit größter Freude vernahm das ganze Volk diesen Vorschlag und stimmte ihm zu. Und sofort schickten sie nach einer Beratung den Bischof von Bremen [Liemar] und den Markgrafen Udo [von der Nordmark] zum König, um ihn bei Gott zu bitten, jetzt wenigstens, wo er sich an ihrem Blute gesättigt hätte, seinem Zorn ein Ziel zu setzen und den kleinen Rest des sächsischen Stammes, der das schreckliche Blutbad überlebt habe, nicht bis zur Ausrottung zu vernichten.
Die Sachsen und Thüringer versammelten sich, durch die äußerste Not aufgerufen, in sehr stattlicher Zahl, und nachdem sie in der Nähe des Königshofes Nordhausen eine Lager bezogen hatten, schickten sie den Erzbischof von Bremen, den Bischof von Hildesheim [Liemar und Hezilo] und den Markgrafen Udo zum König nach Gerstungen und baten dringend, aus seiner Umgebung Fürsten zu ihnen zu entsenden.

Fenske Lutz: Seite 56 A.156,67-68
***********
"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen"

Zum aufständischen Adel zählten 1073 auch die Grafen von Stade. Graf Udo I. war 1056/57 mit der sächsischen Nordmark belehnt worden. Da er wenig später starb, ging diese in den Besitz seines Sohnes Udo II. über. Durch ein bedeutendes Reichslehen also waren die Grafen von Stade, deren ursprünglicher Herrschaftsbereich an der unteren Elbe um Harsefeld und Stade lag, die aber auf Grund einer Eheverbindung im 1. Drittel des 11. Jahrhunderts auch im östlichen Sachsen Güter und Rechte besaßen, noch stärker an diesen Raum gebunden. Auch sie beteiligten sich an den Auseinandersetzungen zwischen Erzbischof Adalbert und den Adelsgewalten seiner Diözese. 1063 erwirkte der Bremer Erzbischof die Übertragung der Grafschaft, welche die STADER im Gebiet zwischen Unterelbe und Unterweser innehatten, an seine Kirche, so dass Udo II. in diesem wichtigen Bestandteil des stadischen Besitzes erzbischöflicher Lehnsträger wurde. Zunächst hatte Erzbischof Adalbert die Grafen von Stade als Gegengewicht gegen die starke Stellung der BILLUNGER gefördert, deren Verhältnis zur herzoglichen Familie sich daraufhin bis zum Ausbruch offener Kämpfe verschlechterte. Nach dem Sturz des Erzbischofs jedoch nutzte auch Markgraf Udo dessen Schwäche zu Besitzerweiterungen aus.
Das Jahr 1073 zeigt Markgraf Udo als Mitglied der Fürstenopposition. Von der königstreuen Politik seiner erzbischöflichen Lehnsherren, Adalbert und Liemar, dürfte er sich schon vorher abgewandt haben. Klar erkennbare Beweggründe lassen sich für seine Haltung nicht finden. 1075 kämpfte er in der Schlacht bei Homburg auf sächsischer Seite, wobei sein persönlicher Einsatz von Bruno besonders hervorgehoben wird. Während sich die überwiegende Mehrzahl der sächsischen Fürsten erst nach langen Verhandlungen zur Unterwerfung bereitfand, verständigte sich Udo bald nach der Niederlage mit dem König, der gegen Auslieferung eines der Söhne des Markgrafen als Geisel darauf verzichtete, ihn in Haft zu nehmen. Gemeinsam mit Erzbischof Liemar ist Udo wenig später als Vermittler zwischen HEINRICH IV. und den aufständischen Fürsten tätig geworden. Über sein weiteres Verhältnis zu HEINRICH IV. lassen sich in den Quellen keine Anhaltspunkte finden.
Nach seinem Tod 1082 folgte ihm in der Markgrafschaft sein Sohn Heinrich III.
 
 
 
 

  oo Oda von Werl, Tochter des Grafen Hermann III.
      1050-13.1.1110
 
 
 
 

Kinder:

  Heinrich I. der Lange
  um 1065-27.6.1087

  Lothar-Udo III.
  um 1070-2.6.1106

  Rudolf I.
         -7.12.1124

  Siegfried Geistlicher zu Magdeburg
        -7.6. um 1111

  Adelheid
  um 1065-18.10.1110

    1081
  1. oo Friedrich III. Graf von Goseck
                 -5.2.1085

    1081
  2. oo Ludwig der Springer von Thüringen
          1042-   1123
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Adam von Bremen: Hamburgische Kirchengeschichte. in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters Band XI Seite 318,384,390 - Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 57,391 G 19 - Annalen von Magdeburg - Annalista Saxo: Reichschronik Seite 48,67,69,70,88,95,120 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 3 Seite 7,134 - Bruno, Das Buch vom Sächsischen Krieg, Phaidon Verlag Essen und Stuttgart 1986, Seite 46 - Chronik des Albert von Stade - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 181,184, 289/Band II Seite 91 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 56 A.156, 67,79,90 A.353,243,257,330,348 - Hucke, Richard: Die Grafen von Stade 990-1144, Stade 1956 - Lampert von Hersfeld: Annales/Annalen, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2000, Seite 60,174,178,298,306, 308,314 - Lüpke, Siegfried: Die Markgrafen der Sächsischen Ostmarken in der Zeit von Gero bis zum Beginn des Investiturstreites (940-1075), Dissertation Halle 1937 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 24,206,212, 272 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 222 - Wies, Ernst W.: Kaiser Heinrich IV. Canossa und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle Esslingen 1996, Seite 99,121 -