Willa von Tuszien                                       Königin von Italien
-----------------------                                     Markgräfin von Ivrea
    - nach 966
 

Tochter des Markgrafen Boso von Tuszien und der Willa von Burgund, Tochter von König Rudolf I.
Nichte des Königs Hugo von Italien und Cousine König Lothars
 

Lexikon des Mittelalters: Band IX Seite 203
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Willa
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Gemahlin König Berengars II., Tochter des Markgrafen Boso von Tuszien und der Willa

Diese Ehe (931) wurde durch ihre Tante väterlicherseits, Ermengarda, die zweite Gemahlin Markgraf Adalberts von Ivrea und Schwester König Hugos von Arles und Vienne (von Provence) vermittelt. Im Februar 941 mußte Berengar II. vor Hugo aus Italien fliehen und begab sich an den Hof Herzog Hermanns von Schwaben. Seine schwangere Gemahlin folgte ihm dorthin nach. Die Quellen berichten nicht, welches der Kinder des Paares (Adalbert,Wido, Konrad, Gisela, Gerberga, Rozola/Susanna) zu diesem Zeitpunkt geboren wurde. Willas Rolle nach der Rückkehr Berengars (945) bis zu seiner Königserhebung (950) ist nicht klar: Liutprand (Antapodosis V, 32) zeichnet ihr Bild - wie bei allen Frauen karolingischer Abkunft - in schwarze Farben, schreibt ihr ein Verhältnis mit einem Priester Dominicus, Intrigen und Giftmischerei zu. Willa wird in einer einzigen Urkunde ihres Gemahls (960) erwähnt, in der ihr der Hof Olbiano geschenkt wird. Die Quellen machen Willa einhellig dafür verantwortlich, ihren Gemahl nicht zur Abdankung zugunsten seines Sohnes Adalbert ermuntert, wie es der italienische Adel wollte, und den politischen Niedergang Berengars provoziert zu haben. Als OTTO I. 961 nach Italien zog, flüchtete Berengar in die Burg San Leo und Willa auf die Insel S. Giulio d'Orta. Nach der Kaiserkrönung OTTOS wurde Willa belagert, aber freigelassen und gelangte zu ihrem Gemahl. 964 wurde dessen Burg erstürmt, das Königspaar gefangengenommen und nach Bamberg gebracht. Dort starb Berengar 966. Willa kam in ein Kloster, wo sie bis zu ihrem Tod verblieb.


Brandenburg Erich: Tafel 4 Seite 8
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

VII. 25. Willa
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              * ..., + nach 963

Gemahl: vor 936 Berengar II. von Ivrea, König von Italien (siehe VI 18)
                                 + 966


Köpke Rudolf/Dümmler Ernst: Seite 137-141,173,184,190-191,203-204,208,285,313-355,379
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"Kaiser Otto der Große"

Am 15. Dezember, einem Sonntag, wurde Berengar mit seinem Sohne Adalbert zu Pavia in der Michaelskirche zu Königen von Italien erwählt und gekrönt. Mit seiner Gemahlin Willa zusammen trat er die Regierung an, während sein ältester Sohn Adalbert, in allen Urkunden als Mitregent genannt, von vornherein hierdurch als sein rechtmäßiger Nachfolger anerkannt war. Nach zwei Seiten hin knüpfte Berengar II. an die früheren Könige des Landes an: durch seine Mutter Gisela an Kaiser BERENGAR I. (von Friaul) und an das Haus der KAROLINGER, durch seine Gemahlin Willa, die Tochter des Grafen Boso von Arles und späteren Markgrafen von Tuscien, an König Hugo, dessen Nichte sie war. Von väterlicher Seite war er wie fast alle seine Vorgänger, fränkischen Geblüts und lebte nach salischem Rechte, denn sein Großvater Anskar zog einst als Kriegsgefährte des Königs WIDO mit seinen Gesellen nach Italien und erhielt für seine frühere Grafschaft in der Gegend von Dijon die Hut der wichtigen Mark von Ivrea gegen Burgund, die nach ihm sein Sohn Adalbert übernahm und unter allem Wechsel der Herrschaft behauptete.
Äußerlich schien sich an den Verhältnissen wenig zu ändern, als Berengar, damals vielleicht 50 Jahre alt [Berengar hält bereits im April 918 als comes et missus discurrens im Auftrage seines Großvaters, des Kaisers, Gericht, mithin war er wohl um 900 geboren.], zu der königlichen Macht, die er schon besessen, den königlichen Glanz noch hinzufügte, auch setzte unter ihm Bischof Bruning von Asti als Erzkanzler die Führung der Geschäfte fort. Erst nachdem Berengar mit Willa gänzlich an die Stelle des jungen, liebenswürdigen Königspaares sich gesetzt hatte, konnte ihre wahre Natur recht zum Vorscheine kommen: Härte und Habsucht bei beiden und ganz besonders bei der bösen, übel beleumdeten Willa, der man das Schlimmste zuzutrauen geneigt war [Schon aus der Zeit vor der Thronbesteigung erzählt Liutprand (Ant. V c. 32) einen angeblichen Ehebruch der Willa und bereitete durch die Schande ihrer Mutter (IV c. 10) auf ihre eigene vor.].
Um nichts günstiger als seine Vorgänger stand Berengar II. da, wenn es auch für seine persönliche Geltung spricht, daß es ihm gelang, sogleich seinen Sohn als Mitregenten anerkannt zu sehen. Im Lande zwar gab es zunächst keinen Nebenbuhler, der ihm die Krone hätte streitig machen können, dafür drohte die Witwe seines Vorgängers Lothar, Mittelpunkt der ihm feindlichen Bestrebungen zu werden. Adelheid, die Tochter Rudolfs II. von Burgund, der einst vorzüglich durch Berengars Vater Adalbert König von Italien geworden, und der schwäbischen Herzogstochter Bertha, durfte sich selbst als Erbin der Krone betrachten, die ihr Mann ehedem getragen. Sie zählte damals kaum 20 Jahre, war schön und sittsam, entschlossen und von großer Klugheit, so daß man ihr wohl zutraute, selbst das Szepter zu führen. Ihr Verhältnis zu Berengar, dem neuen Herrscher, scheint von Anbeginn an ein feindliches gewesen zu sein, auch abgesehen vielelicht von dem Gerüchte, welches jenem die Schuld am Tode ihres Jugendgemahls beimaß. Ob ihr in der Tat, wie die spätere Sage wollte, die Hand des jungen Königs Adalbert angetragen worden, muß deshalb dahingestellt bleiben, da kein zuverlässiger Gewährsmann davon berichtet. Mit Gewißheit läßt sich nur sagen, daß Berengar und Willa aus Haß und um die junge Fürstin unschädlich zu machen, sie ihres, ohne Zweifel sehr reichen Schatzes und aller ihrer Kleinodien, ihres Gesindes und zuletzt sogar ihrer Freiheit beraubten. Bevor es hierzu kam, soll das Königspaar sie  überdies an den Haaren gerauft und sie mit Faustschlägen und Fußtritten gemißhandelt haben. Zu Como wurde sie am 20. April in Haft genommen und nur in Gesellschaft einer Dienerin und eines treuen Priesters unter der Obhut eines Grafen eingekerkert. Ihr Gefängnis, das spätere Berichte nach der Burg Garda verlegen, wurde von Wachen umstellt.
Eine mildere Herrschaft über seine Untertanen statt der bisherigen Härte soll endlich OTTO seinem Vasallen Berengar zur Pflicht gemacht haben, der es an Versicherungen der Willfährigkeit nicht fehlen ließ. Die Stellung Berengars, der, ähnlich wie einst sein Großvater unter ARNULF, zugleich König und Mann eines anderen sein sollte, war eine zu widerspruchsvolle, aals daß sie auf die Dauer haltbar gewesen wäre. Je weniger er im Augenbliclk daran denken konnte, sein Verhältnis zu dem deutschen Eroberer zu lösen, desto mehr mußten trotz aller Zusagen seine Untertanen darunter leiden und in vollem Maße seinen Unmut über die von ihm erduldete Demütigung empfinden. Wenn die angeblich dreijährige Belagerung der Feste Canossa durch Berengar zur Rache für den Schutz, den die flüchtige Königin Adelheid dort bei dem Grafen Atto gefunden, überhaupt irgendwelchen geschichtlichen Grund hat, so dürfte sie am besten in diesen Zeitpunkt passen. Eine drückendere Gewaltherrschaft soll der König fortan über die geistlichen wie die weltlichen Großen des reiches geübt haben, indem er die Beschwerdeführenden an OTTO verwies, der ihn gezwungen habe, mit so schweren Opfern das reich von ihm zu erkaufen, daß er, um zu bestehen, nicht mehr nach der Väter Weise regieren könne. Um Geld trat er das Recht mit Füßen und noch habgieriger als er zeigte sich Willa, deren hartherziger Geiz in aller Munde war.
Von den italienischen Verhältnissen nach der Herstellung Berengars ist uns sehr wenig bekannt. Unbekannt ist es, um welche Zeit Berengar über die bisherigen Grenzen seines Reiches hinausgreifend die burgundische Grafschaft Aosta an sich brachte und seinem Sohn Adalbert übertraug. Dieser bemächtigte sich auch eines Teils der sehr einträglichen Zölle, welche dort von allen durch das Ursustor kommenden Waren erhoben zu werden pflegten. Als heftiger Ankläger gegen Berengars und Willas Tyrannei hatte sich am deutschen Hofe der Diakonus Liudprand vernehmen lassen.
Von Liudolfs Heerfahrt selbst fehlt uns leider die Kenntnis aller Einzelheiten. Wir wissen nur, daß Berengar und Adalbert vor ihm weichen mußten und daß er in der Hauptstadt Pavia selbst seinen Einzug hielt. Mit glücklichem Erfolg setzte Liudolf sein italienisches Unternehmen im Jahre 957 fort. Nachdem er Berengars tapferen Sohn Adalbert in einer Schlacht, die von der späteren Sage in die Nähe von Carpineti (südlich von Reggio) verlegt wird, besiegt hatte, fiel ihm fast ganz Oberitalein zu.
Ungünstig blieb ohne Zweifel das Verhältnis Berengars zu den lombardischen Bischöfen, die sich früher an Liufolf angeschlossen hatten. Den Erzbischof Walpert von Mailand versuchte er, auf Antrieb der Willa, durch Manasse von Arles von seinem Sitz zu verdrängen, mit dem Bischof Waldo von Como lag er zum größten Nachteil seiner Kirche in offener Fehde. Wahrscheinlich nach dem Unternehmen des Papstes gegen Capua sehen wir Berengar mit dem Markgrafen von Spoleto im Kriege begriffen. An diesem Zuge, der in das Jahr 959 fiel, nahm auf Einladung des Königs auch Petrus Candianus, der aus Venedig vertriebene Sohn des gleichnamigen Dogen, teil, der durch Berengars Sohn, den Markgrafen Wido, diesem vorgestellt, Zucht und Unterstützung bei ihm gefunden hatte. Obgleich Markgraf Hubert von Tuszien, der natürliche Sohn König Hugos von der Wandelmoda, mit Theobald verschwägert war - denn er hatte dessen Schwester Willa geheiratet -, so stand er doch auf Berengars Seite und gehörte zu den Getreuen, wie er auch nachher seine Tochter Walderada mit einer sehr reichen Aussteuer an Gütern und Leibeigenen jenem Petrus Candianus vermählte, der inzwischen seinem Vater als Doge gefolgt war. Die Verbindung mit dem angesehenen Markgrafen Hubert und der Zug gegen Spoleto beweisen, daß Berengars Macht sich von den durch Liudolf erlittenen Schlägen wieder erholt hatte. Aber auch der päpstliche Stuhl konnte von dem vordringenden Ehrgeiz Berengars nicht unberührt bleiben, dessen Sohn und Mitregent Adalbert, möglicherweise im Anschluß an die Eroberung Spoletos, Ortschaften des kirchlichen Gebietes plünderte und in Besitz nahm. Daraufhin sandte Papst Johannes XII. eine Gesandtschaft mit einem Hilfegesuch an OTTO I.
Ohne Widerstand gelangte OTTO I. nach Pavia, wo er den von Berengar zerstörten Palast wieder aufzubauen befahl. Der König von Italien, seine Gemahlin und seine Söhne zogen sich in verschiedene feste Burgen zurück, abzuwarten, bis der Sturm vorübergebraust sei, und ließen OTTO ungehindert vorrücken.
Von Pavia aus eröffnete der Kaiser den Krieg gegen das zwar zur Seite gedrängte, doch keineswegs gestürzte italienische Königshaus. Das Haupt desselben, Berengar selbst, hatte Mannschaften von allen Seiten zusamemngerafft und sich mit diesen in die steile und unzugängliche Felsenburg San Leo (westlich von S. Marino) oder Montefeltro zurückgezogen. Seine Söhne Adalbert und Wido, der  König und der Markgraf, schweiften unstet im Lande, hielten aber mit ihrem Anhang noch die Festen Garda am Gardasee, die Insel Comacina im Comersee und Valtravaglia am Langensee besetzt; die Königin Willa endlich schloß sich auf der kleinen malerisch gelegenen Insel S. Giulio im See von Orta ein, welche, von Berengar dem Bischof von Novara entrissen, ihm selbst schon gegen Liudolf als Zuflucht gedient haben soll.
Gegen Willa wandte sich OTTO zuerst, vielleicht weil die Macht, über die sie verfügte, ihm zur Bezwingung von S. Leo nicht ausreichend schien. Alle Ausgänge des Sees von Orta wurden besetzt, mit Schleudersteinen, Bogenschützen und anderen Geschütz täglich angegriffen, bis die Königin nach nicht vollen zwei Monaten sich zur Übergabe genötigt sah, die gegen Ende Juli erfolgt sein muß, denn am 29. dieses Monats stellte der Kaiser den Domherren von Novara die widerrechtlich geraubte Insel zurück. Willa, die hartnäckige Gegnerin OTTOS, erlangte durch ihn alsbald ihre Freiheit wieder, sei es, daß dies bei der Einnahme der Insel so ausbedungen war, oder daß der Kaiser sie durch Milde entwaffnen wollte. Den letzteren Zweck erreichte er jedenfalls nicht, denn die Königin begab sich, so rasch sie vermochte, zu ihrem Gemahl nach S. Leo und redete ihm auf alle Weise zu, sich nicht dem Kaiser zu ergeben.
Von Pavia, den Po abwärts, fuhr der Kaiser zu Schiff nach Ravenna in Begleitung seiner Gemahlin, und schon am 10. Mai 963 lag er mit seinen Mannen in der Landschaft Monte Feltro, vor dem Felsen von S. Leo, der dem König Berengar, der argen Willa und ihren Töchtern eine letzte sichere Zukunft gewährte. An eine Erstürmung des nur durch einen schmalen Pfad zugänglichen Bergnestes war nicht zu denken.
Noch vor dem Weihnachtsfest, das OTTO in Rom beging, traf die Nachricht ein, daß die Burg Garda genommen worden, bals nachher ergab sich San Leo der kaiserlichen Gewalt. Berengar und Willa nebst ihren Töchtern waren Gefangene und blieben es. Das königliche Paar wurde auf OTTOS Befehl nach Bamberg in die Verbannung geführt, um für immer von dem heimischen Boden geschieden zu werden.
Die Kaiserin Adelheid führte, als sie ihren Gemahl nach Franken und Sachsen begleitete, zwei Töchter ihres früheren Todfeindes Berengar, Gisla und Rozala, mit sich, die, mit ihren Eltern zu S. Leo in Gefangenschaft geraten, am deutschen Hof in einer ihrem Stande entsprechenden Weise weilen durften. Während eine 3. Tochter, Girberga, sich schon früher mit dem Markgrafen Aledram vermählt hatte, heiratete Rozala (auch Susanne genannt) um 968 den Markgarfen Arnulf von Flandern, durch den sie die Mutter des späteren Markgrafen Balduin Schönbart wurde, und nach seinem Tode zum zweiten Male, aber nur für kurze Zeit, den jungen König Robert von Frankreich, der die ältere Frau bald wieder verstieß. Sie starb im Jahre 1003, am 13. Dezember.
Getrennt von allen Kindern saßen inzwischen Berengar und Willa in dem lieblichen Bamberg, wohin OTTO sie wahrscheinlich schon vor seiner eigenen Rückkehr im Jahre 964 hatte führen lassen, vielleicht unter Obhut des Grafen Berthold. Ihre politische Rolle war mit ihrer Gefangensetzung und Verbannung vollständig ausgespielt, und es äußerte daher keinen Einfluß auf den Gang der Begebenheiten, als Berengar am 6. August 966 zu Bamberg sein wechselreiches Leben schloß und seine Witwe Willa noch vor seiner königlichen Bestattung ihr leidenschaftliches Herz unter einem Nonnenkleid barg.

Hlawitschka, Eduard: Seite 89
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"Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962)"

Das läßt darauf schließen, daß er damals noch nicht geflüchtet war und seine Güter noch besaß. Auf den Herbst 941 deutet auch die Angabe Liudprands, daß Willa ihrem Gemahl Berengar bald nachfolgte und zur Winterszeit (941/42) - tempore brunae - die Alpen überqueren mußte.

Holtzmann Robert: Seite 139-141,193,195
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"Geschichte der sächsischen Kaiserzeit"

Unter den Gegnern Hugos in Italien war der gefährlichste der Markgraf Berengar von Ivrea, durch seine Mutter ein Enkel Kaiser BERENGARS und anfangs auf der Seite Hugos, mit dessen Nichte Willa er sich vermählte.
Hugo erfuhr von den geheimen Plänen Berengars und beschloß, ihn durch Blendung unschädlich zu machen. Berengar erhielt im letzten Augenblick Kunde davon und konnte sich nur durch schleunige Flucht retten. Zu Anfang 941, mitten im Winter, eilte er über den "Berg des Juppiter", das heißt den Großen St. Bernhard, ins Rhonetal, während seine Gemahlin Willa, die in der Lombardei weilte, aber von ihm noch verständigt wurde, in mühevollem Fußmarsch, hochschwanger, bei großer Kälte über den "Vogelsberg" (Bernhardin) an den Rhein gelangte. Bei Hermann von Schwaben trafen sich beide.
Der Historiker Liudprand von Cremona, dem wir eingehende Nachrichten über die italienische Geschichte dieser Jahre verdanken, ist auf Berengar und seine Gemahlin Willa sehr schlecht zu sprechen. Schon den Bergen, über die die beiden im Jahre 941 nach Deutschland entkommen sind, zürnt er so, daß er ihnen Einsturz und Vertilgung wünscht. Willa ist ihm eine Pest, eine herrschsüchtige Isebel, wie das grausame Weib des Königs Ahab von Israel, das die Propheten des Herrn verfolgte und den redlichen Naboth steinigen ließ, eine habgierige Lamia, gleich jenen blutsaugenden Frauen, von denen die Mythologie der Alten wußte.
Für Berengar bedeutete die Person der Adelheid also eine große Gefahr, und er war entschlossen, ihr zuvorzukommen. Er hat die verwitwete Königin ihres Schatzes und ihres Geschmeides betraubt, um sie so machtlos zu machen, er und Willa haben sie schmachvoll behandelt, sie geschlagen und getreten, ihr das Haar abgeschnitten und sie schließlich am 20. April 951 in Como gefangengenommen und in der festen Burg Garda in strenge Haft gegeben.
Zunächst bereitet die Unterwerfung der Burgen Berengars und seiner Anhänger erhebliche Schwierigkeiten, was mit der mangelhaften Belagerungskunst der Zeit zusammenhängt. Berengar selbst hatte sich in dem festen San Leo di Montefeltre im Apennin (südwestlich von San Marino) verschanzt, wohin auch seine Gemahlin Willa sich zurückzog, nachdem ihr erster Schlupfwinkel, die Insel San Giulio im Orta-See (Lago Cusio), hatte übergeben werden müssen.
Der Kaiser erfuhr in Rom die Einnahme von Garda und namentlich diejenige von San Leo, die in den letzten Tagen des Jahres 963 erfolgte, und durch Berengar, Willa und ihre Töchter in Gefangenschaft gerieten. Sie wurden nach Bamberg gebracht. Berengar ist hier am 4. August 966 gestorben, worauf Willa ins Kloster eintrat.

Keiser Bruno: Seite 43,45,54
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"Adelheid. Königin, Kaiserin, Heilige. Ein Leben in bewegter Zeit."

An der Spitze der oberitalienischen Adligen, die sich gegen ihn zusammenrotteten, vermutete Hugo mit gutem Grund einen Mann, den er versucht hatte, durch eine Heirat an sich zu binden: Berengar II., Markgraf von Ivrea, Ehemann seiner Nichte Willa. Sie war die Tochter von Hugos Bruder Boso und Adelheids Tante Willa. Die Eltern gehörten zu den Opfern Hugos. Willa die Jüngere hatte Anlaß, den König zu hassen.
Dem Boten, den Lothar losschickte, gab Königin Berta Instruktionen, Ratschläge und Empfehlungen mit. Markgraf Berengars Fluchtweg zeigte, daß er sie zu nutzen wußte. Er benachrichtigte seine Frau, die sich nicht bei ihm befand, von der drohenden Gefahr und warf sich aufs Pferd. Im tiefsten Winter floh er über den Mons Jovis nach Hoch-Burgund. Obschon Willa hochschwanger war, schaffte sie es, über den Vogelberg zu entkommen. Die Flüchtlinge trafen sich am Rhein, am Hof des Herzogs von Schwaben und der Herzogin Reginlindis, Königin Bertas Mutter.
Willa besaß die Energie ihrer Großmutter Berta, der vormaligen Markgräfin von Tuszien, und die Lebenskraft ihrer Urgroßmutter Waldrada, der illegitimen Frau König Lothars II. Mit Berengar hatte Willa fünf Kinder, drei Söhne und zwei Töchter. Über ihre Leidenschaftlichkeit und ihr Liebesleben zerriß man sich in Pavia die Mäuler. Hofleute, Kammerdiener, Vogelsteller und Naschwerkhändler, kurz fast alle tuschelten, Willa habe ein Verhältnis mit dem Kaplan Dominikus. Der Pater, ein robuster Mann von Lande unterrichtete Willas Töchter. Die als geizig verschriene Markgräfin versorgte Dominikus mit feinem Essen und kostbarere Kleidung. Eines Nacht wurde Dominikus, als er das Zimmer der Markgräfin betreten wollte, ergriffen und entmannt.
 
 
 
 

  931
  oo Berengar II. König von Italien
       900-4.8.966
 
 
 
 

Kinder:

  Adalbert König von Italien
  930-20.4.975

  Wido Markgraf von Ivrea
  940-25.6.965

  Konrad Markgraf von Ivrea
         -   1001

  oo Richilde von Turin
             -

  Gerberga
         -

 961
  oo Aledram I. Markgraf von Montferrat
              -   967/71

  Gisela Nonne
         -

  Rozala (Susanna)
  950/60-7.2.1003

    968
  1. oo Arnulf II. Graf von Flandern
           961/62-30.3.987

   1.4.988
  2. oo Robert II. König von Frankreich
          970-20.7.1031
 
 
 
 

Literatur:
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Adelheid Kaiserin und Heilige 931 bis 999 Info Verlag Karlsruhe 1999 Seite 22,107,109,123 - Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 93,116 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 - Hlawitschka, Eduard: Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962), in Forschungen zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg im Breisgau 1960 Seite 89,216,287 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 139-141,193,195,206,232,408 - Keiser Bruno: Adelheid. Königin, Kaiserin, Heilige. Ein Leben in bewegter Zeit. Piper Verlag GmbH München 1999 - Köpke, Rudolf/Dümmler Ernst: Kaiser Otto der Große, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1962 Seite 137-141,173,184,190-191,203-204,208,285,313-355,379 - Schneidmüller Bernd/Weinfurter Stefan (Hrsg.): Ottonische Neuanfänge. Symposium zur Ausstellung "Otto der Große, Magdeburg und Europa" Verlag Philipp von Zabern Mainz 2001 Seite 204 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 228 - Wies, Ernst W.: Otto der Große, Bechtle Esslingen 1989, Seite 131,191,215,220,225 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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