Menia von Thüringen                     Königin der Langobarden
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um 510/15 nach 550
 

Einzige Tochter des Thüringer-Königs Herminafried und der Amalaberga, Nichte des Ostgoten-Königs Theoderich, Enkelin der Thüringer-Königin Menia
 

Schneider, Reinhard: Seite 18
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"Königswahl und Königserhebung im Frümittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden und Merowingern"

Aus vornehmen Geschlecht stammte Audoin bestimmt, wenngleich nichts Näheres darüber bekannt ist. Es war jedoch mit dem alten langobardischen Königshaus und dem der Thüringer über Audoins Mutter versippt. Diese mit dem Namen Menia, war in erster Ehe mit dem Thüringer-König Bisin verheiratet, so daß Wachos erste Gemahlin Radegunde, die aus dieser Ehe stammte, Audoins Halbschwester war. Audoins Vater, den Menia in zweiter Ehe heiratete, ist namentlich nicht bekannt. Hinzugefügt werden kann, daß Audoin selbst Rodelinde zur Frau hatte, die vielleicht bayerischer Herkunft war. Aus dieser Ehe stammte Audoins Sohn und Nachfolger Alboin.
Auf Veranlassung des Kaisers heiratete Audoin in zweiter Ehe eine Tochter des Thüringer-Königs Herminafried, deren Vater einst  nach Italien geflohen und im Jahre 540 von Belisar zusammen mit dem gefangengenommenen Ostgoten-König Witiches nach Byzanz gebracht worden war. Audoins jetztige Frau war über ihre Mutter Amalaberga und Großmutter Amalafrieda, eine Schwester Theoderichs, mit dem Ostgoten-König direkt als seine Großnichte verwandt.

Jarnut Jörg: Seite 7
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"Agilolfingerstudien."

Das gleichzeitige Auftreten von AGILOLFINGERN im MEROWINGER- und Langobarden-Reich sucht er zu erklären, indem er annimmt, Alboins Vater Audoin, ein GAUSE, sei ursprünglich in Thüringen beheimatet gewesen, aber im Gefolge seiner Stiefschwester Radegunde, einer Tochter des Thüringer-Königs Bisin, die mit dem Langobarden-König Wacho verheiratet worden war, in das Langobarden-Reich gelangt [17 Wagner, Adelsfamilien Seite 35ff.]. Auch die Vorfahren der angeblich agilolfingischen Herzöge von Friaul seien nach dem Zusammenbruch des Thüringer-Reiches nach Italien gekommen, andere Mitglieder dieser thüringischen Familie seien hingegen "unter die Verfügungsgewalt der MEROWINGER geraten. Dazu ist anzumerken:
   1. Das Namensmaterial allein rechtfertigt keinesfalls die Auffassung, die Herzöge von Friaul seien
       AGILOLFINGER gewesen.
   2. Die Ansicht, daß Audoin aus Thüringen zu den Langobarden gestoßen sei, beruht auf der
       gänzlich unbeweisbaren Annahme, Menia, die in zweiter Ehe Audoins Vater heiratete, habe
       damit einen im thüringischen und nicht einen im langobardischen Stammesverband lebenden
       GAUSEN geehelicht.
 
 
 
 

  oo 2. Audoin König der Langobarden
           um 515   561
 
 
 
 

Literatur:
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Jarnut Jörg: Agilolfingerstudien. Anton Hiersemann Stuttgart 1986 Seite 7 - Schneider, Reinhard: Königswahl und Königserhebung im Frümittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden und Merowingern, Anton Hiersemann Stuttgart 1972 Seite 18 -