Einzige Tochter des Thüringer-Königs Herminafried
und
der Amalaberga,
Nichte des Ostgoten-Königs Theoderich,
Enkelin der Thüringer-Königin Menia
Schneider, Reinhard: Seite 18
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"Königswahl und Königserhebung im Frümittelalter.
Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden und Merowingern"
Aus vornehmen Geschlecht stammte Audoin
bestimmt, wenngleich nichts Näheres darüber bekannt ist. Es war
jedoch mit dem alten langobardischen Königshaus und dem der
Thüringer über Audoins
Mutter
versippt. Diese mit dem Namen Menia,
war in erster Ehe mit dem Thüringer-König Bisin
verheiratet,
so daß Wachos
erste Gemahlin
Radegunde,
die aus dieser Ehe stammte,
Audoins
Halbschwester war. Audoins Vater,
den Menia in zweiter Ehe heiratete,
ist namentlich nicht bekannt. Hinzugefügt werden kann, daß Audoin
selbst Rodelinde zur Frau hatte, die
vielleicht bayerischer Herkunft war. Aus dieser Ehe stammte Audoins
Sohn und Nachfolger Alboin.
Auf Veranlassung des Kaisers heiratete
Audoin in zweiter Ehe eine Tochter des Thüringer-Königs
Herminafried, deren Vater einst
nach Italien geflohen und im Jahre 540 von Belisar
zusammen mit dem gefangengenommenen Ostgoten-König Witiches
nach Byzanz gebracht worden war. Audoins
jetztige Frau war über ihre Mutter Amalaberga
und Großmutter Amalafrieda,
eine Schwester Theoderichs, mit dem
Ostgoten-König
direkt als seine Großnichte verwandt.
Jarnut Jörg: Seite 7
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"Agilolfingerstudien."
Das gleichzeitige Auftreten von AGILOLFINGERN
im MEROWINGER-
und Langobarden-Reich sucht er zu
erklären, indem er annimmt, Alboins
Vater Audoin, ein GAUSE,
sei ursprünglich in Thüringen beheimatet gewesen, aber im Gefolge
seiner Stiefschwester Radegunde,
einer Tochter des Thüringer-Königs Bisin,
die mit dem Langobarden-König Wacho verheiratet
worden war, in das Langobarden-Reich gelangt [17 Wagner, Adelsfamilien
Seite 35ff.]. Auch die Vorfahren der angeblich agilolfingischen
Herzöge von Friaul seien nach dem Zusammenbruch des Thüringer-Reiches
nach Italien gekommen, andere Mitglieder dieser thüringischen Familie
seien hingegen "unter die Verfügungsgewalt der MEROWINGER
geraten. Dazu ist anzumerken:
1. Das Namensmaterial allein rechtfertigt
keinesfalls die Auffassung, die Herzöge von Friaul seien
AGILOLFINGER gewesen.
2. Die Ansicht, daß
Audoin aus Thüringen zu den Langobarden gestoßen
sei, beruht auf der
gänzlich unbeweisbaren
Annahme, Menia, die in zweiter Ehe
Audoins
Vater heiratete, habe
damit einen im thüringischen
und nicht einen im langobardischen Stammesverband lebenden
GAUSEN geehelicht.
oo 2. Audoin König der Langobarden
um 515 † 561
Literatur:
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Jarnut Jörg: Agilolfingerstudien. Anton Hiersemann
Stuttgart 1986 Seite 7 - Schneider, Reinhard: Königswahl und
Königserhebung im Frümittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge
bei den Langobarden und Merowingern, Anton Hiersemann Stuttgart 1972 Seite
18 -