Sohn des Grafen N.N.
Eberl Immo: Seite 81
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"Die frühe Geschichte des Hauses Schwarzburg und
die Ausbildung seiner Territorialherrschaft."
Der 914 anläßlich eines Gütertausches
mit dem Abt von Fulda genannte quidam nobilis Guntherius
[13 Dronke, E.F.J.: Codex Diplomaticus Fuldensis, 1850, Ndr. Aalen
1962, Seite 306 Nr. 659.] dürfte nach seinen Besitzungen, die er nach
der Urkunde in den Orten Henfstedt (zwischen Schleusingen und Meiningen),
Steinhoug, Niuseze, Dahbeche, Gertilare, Tachbach, Marchesfeld (beide zwischen
Meiningen und Schleusingen) und Smehain (nördlich von Marisfeld) besaß,
zu der Familie der Vorfahren des Hauses
SCHWARZBURG gehört haben [14 Dazu vgl. auch Werneburg
(wie Anm. 1) Seite 8.]. Es ist noch darauf hinzuweisen, daß in der
Urkunde Kaiser
OTTOS I., mit der derselbe 962 dem Papst die Schenkungen
Pippins
und
KARLS
DES GROSSEN bestätigte, als Zeuge ein Graf Gunther
genannt ist, der von der Forschung immerhin dem thüringischen
Raum zugeordnet wurde [15 Dobenecker (wie Anm. 2) Seite 95 Nr. 420.].
Aufschlußreich ist auch, daß der Name Gunther im Hause
der EKKEHARDINGER
auftrat [16 Ebenda Seite 122f Nr. 561.]. Der dritte Sohn Markgraf
Ekkehards und der
BILLUNGERIN
Swanhilde
trug den Namen Gunther.
Er war 1009-1023 Kanzler am Hofe HEINRICHS
II., wurde 1024 Erzbischof von Salzburg und starb bereits
am 1. November 1025 [17
Geschichte Salzburgs. Stadt und Land, hrsg.
von Heinz Dopsch und Hans Spatzenegger, Band 1: Vorgeschichte-Altertum-Mittelalter,
1. Teil, hrsg. von Heinz Dopsch, Salzburg 1981, Seite 213.]. Sein Name,
der bei den EKKEHARDINGERN nicht üblich war, könnnte für
eine Eheschließung zwischen einem EKKEHARDINGER und einer
Tochter aus der Familie der späteren
SCHWARZBURGER
sprechen.
Diese Vermutung wird durch die Stellung
Gunthers als dritter Sohn
seiner Eltern und seine frühzeitige Widmung zum geistlichen Stande
bestätigt.
Die Einreihung diese im 10. und 11. Jahrhundert genannten
Adligen
Gunther in eine Auflistung der Vorfahren des Hauses SCHWARZBURG
ist aufgrund der Quellenbelege unmöglich.
Literatur:
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Eberl Immo: Die frühe Geschichte des Hauses
Schwarzburg und die Ausbildung seiner Territorialherrschaft. in: THÜRINGEN
IM MITTELALTER. DIE SCHWARZBURGER. Beiträge zur schwarzburgischen
Kunst- und Kulturgeschichte Band 3. Thüringer Landesmuseum Heidecksburg
Rudolstadt Seite 81 -