Tochter des Herzogs
Bernhard von Schweidnitz und der Margarete-Kunigunde
von Polen, Tochter von König
Wladyslaw I.; Schwester von Herzog
Bolko II. von Schweidnitz
Thiele, Andreas: Tafel 85
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
KONSTANZE
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+ 1363 als Äbtissin von
Alt-Sandor (= Sandec)
oo um 1326
PRIMKO,
Herzog zu Glogau
+ 1331
Zahlreiche Stiftungen belegen nicht nur ihr eigenes Wirken
für das Kloster, in dem sie nach ihrem 1339 erfolgten Tod ihre letzte
Ruhestätte fand, sondern zeigen, daß Alt-Sandez auch bei ihren
weiblichen Nachkommen in hoher Gunst stand: Ihre Tochter, die ungarische
Königin Elisabeth,
machte dem Kloster bedeutende Schenkungen, und ihre verwitwete Enkelin
zog sich wahrscheinlich gleichzeitig mit Hedwig,
sicherlich aber auf ihre Veranlassung ebenfalls nach Alt-Sandez zurück:
Herzogin Constantia von Schweidnitz [40 Vgl. F. Minsberg
I, 1853, Seite 71ff.; H. Grotefend 1889, Tafel IV und Seite 44 Nr. 11;
K. Wuttke 1910/11, Tafel IV und Seite 14;; H. Kalucka 1968, Seite 14-19;
K. Jasinski II, 1975, Seite 41ff. Nr. 13; L. Sliwinski 1993, Seite 32f.
Vgl. auch K. Kantak I, 1937, Seite 247.], die Tochter von Hedwigs
Tochter Margeretha-Kunigunde [41
Zu ihr vgl. O. Balzer 1895, Seite 374ff.; H. Kalucka 1968, Seite 6-10.],
war seit Anfang 1331 Witwe Herzog
Primkos von Glogau [42 Er war am 11. Januar gestorben (der
Tag ergibt sich aus dem Necrologium Lubense, Seite 37 [Ob. dux Prsimko
Glogiviensis ...], das Jahr daraus, daß er noch am 7. November
1330 selbst eine Urkunde ausstellt, am 9. März 1331 aber bereits Constantia
als seine Witwe genannt wird [SR VI, Nr. 4976 Seite 106; Nr. 5004a Seite
231f. Zu Primko vgl. F. Minsberg I, 1853, Seite 67-71; H. Gotefend
1889, Tafel II und Seite 39 Nr. 12; K. Wutke 1910/11, Tafel IV und Seite
16; K. Jasinski II, 1975, Seite 107ff. Nr. 14. Zu der Ehe der beiden vgl.
auch H. Kalucka 1968, Seite 145f.]; ihr Schwiegervater Heinrich
III., der ein Vetter ihrer Großmutter war, hatte übrigens
das Klarissenkloster in Glogau gegründet.
Und wenn man bedenkt, daß Constantias Schwester
Elisabeth
mit Herzog
Bolko II. von Oppeln verheiratet war, erklären sich jetzt
auch die Beziehungen, die die Oppelner PIASTEN
zu Alt-Sandez hatten.
Elisabeth von Schweidnitz war eine Urgroßnichte
der seligen Kinga, und ihre Schwester Constantia lebte, wie
wir eben sahen, bereits seit den dreißiger Jahren im Kloster, wo
sie später sogar das Amt der Äbtissin ausübte.
Da liegt es mehr als nahe anzunehmen, daß sie es war, die ihre Nichte
Agnes nach Alt-Sandez geholt hat.
Elisabeth war wohl nicht
das erste Kind ihrer Eltern: Ihr Bruder
Bolko wurde vermutlich im
Mai 1312 geboren, war also wahrscheinlich älter als sie, während
ihre Schwester Constantia jünger gewesen sein dürfte [37
Die gesamte Fachliteratur sieht sie hingegen als Elisabeths
ältere Schwester an: H. Grotefend 1889, Tafel IV; K. Wutke 1910/11,
Tafel III; Isenburg I, Tafel 193; W. Dworzaczek II, 1959, Tafel 5; H. Kalucka
1968, Seite 13; Isenburg NF III/1, Tafel 12; K. Jasinski II, 1975, Seite
41.]: Sie wird nämlich in einer zwischen 8. Oktober 1324 und
dem 23. Februar 1325 von Papst Johannes XXII. ausgestellten Dispens
ausdrücklich als Braut Herzog Primkos von Glogau bezeichnet,
die die Ehe mit diesem erst plane [38 MonPolVat III, Nr. 178 Seite
236 (doppelte Verwandtschaft zwischen beiden im dritten berührend
den vierten Grad, vgl. D. Veldtrup 1988, Seite 198f. mit Anm. 1158); die
Ehe war damals noch nicht vollzogen.], muß damals also zwischen sieben
und zwölf Jahre alt gewesen sein; und obwohl Primko am 31.März
1326 Primko Herzog Bernhard seinen Schwiegervater nennt [39 SR
V, Nr. 4521 Seite 294; vgl. auch LBU I, Nr. 7 Seite 127f. (Regest: SR V,
Nr. 4557 Seite 306) vom 29. Juli 1326, wo Constantia als uxor
Primkos bezeichnet wird.], so muß man das durchaus nicht,
wie bisher immer angenommen wurde, darauf hindeuten, daß die Ehe
zwischen den beiden damals bereits vollzogen war, da der Gebrauch der Verwandtschaftsbezeichnungen
auch schon in der Zeit zwischen Verlobung unnd Eheschließungen üblich
war. Somit kommt man für Constantia auf einen Geburtszeitraum
zwischen frühestens 1. April 1314 und spätestens 1317/18,
was die Zeit um 1315 nahelegen könnte.
Veldtrup, Dieter: Seite 198
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"Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den
dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und
ihrer Zeit."
Diesmal sollte Otto Konstanze
von Schweidnitz [1157 Zu ihr K. Jasinski II, 1975, Seite 41ff.;
das Eheprojekt mit Otto ist nicht erwähnt.]
heiraten, die Witwe Primkos von Glogau [1158 Zu ihm vgl.
ebd., Seite 107ff. Für ihre Heirat erteilte Johannes XXII. Dispens:
MonPolVat III, Nr. 178 Seite 236 zu [1324 Oktober 8-1325 Februar 1325]
(Avignon); die beiden waren doppleter Weise im dritten berührend den
vierten Grad verwandt: zum einen über Herzog Heinrich II. von Breslau,
dann aber auch noch - und das ist K. Jasinski II, 1975, Seite 42 Anm. 6,
entgangen - über Herzog
Wladislaw Odonicz von Großpolen. Primko wurde
von seinen eigenen Vasallen ermordet (F. Metzler 1940, Seite 73). Über
Konstanzes Situation nach seinem Tod vgl. E. Gospos 1910, Seite 16ff.]
und Tochter jener Margaretha-Kunigunde
von Polen, die 1330 bereits als Gattin für ihn in Aussicht
genommen worden war [1159 Siehe oben Seite 190.]. Wie damals, setzte
sich auch jetzt wieder Karl Robert von Ungarn
sehr für diese Verbindung ein [1160 Er hatte die Dispens super
quodam matrimonio tangente personam nobilis viri Othonis,
ducis Austrie, beantragt: VetMonHung I, NNr. 860 Seite 551 zu
1332 April 14 (Avignon). Aus dieser Tatsache folgert J. Lenzenweger
1964, Seite 42 zu Unrecht, die in Aussicht genommene Braut für Otto
sei eine ungarische Prinzessin gewesen.], denn Konstanze war eine
Nichte seiner Frau [1161 Margaretha-Kunigunde,
die einzige Schwester der ungarischen Königin, hatte aus ihrer Ehe
mit
Herzog Bernhard von Schweidnitz außer Konstanze
nur eine überlebende Tochter (Elisabeth), die aber bereits
vor 1326 Mai 5 mit Herzog Bolko II. von Oppeln (+ 1356) verheiratet
war und 1348 starb (K. Jasinski II, 1975, Seite 43f., und ebd. III, 1977,
Seite 56f.), so daß sie als jene Tochter der Schwester der ungarischen
Königin, die mit Otto verbundnen
werden sollte, nicht in Frage kommt. Aus Margaretha-Kunigundes
Ehe
ging auch Herzog Heinrich II. hervor, der Vater von
KARLS
dritter
Frau (siehe unten Seite 324).]. Aber sine dispensacione fieri
non potrest: Konstanze war nämlich eine Cousine von
Ottos verstorbener erster Frau Elisabeth
von Nieder-Bayern. Somit lag das Impendiment der Affinität vor - ein
willkommener Grund für den Papst, Otto
abermals seine Zustimmung zu versagen.
1324/26
oo Primko II. Herzog von Glogau
x 1300/08-11.1.1331
Literatur:
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Thiele, Andreas: Erzählende genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 85, 89 - Veldtrup, Dieter: Frauen
um Herzog Ladislaus (+ 1401). Oppelner Herzoginnen in der dynastischen
Politik zwischen Ungarn, Polen und dem Reich. Fahlbusch Verlag 1999 Seite
15,18,20, 244,280 - Veldtrup, Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik.
Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den
Luxemburgern und ihrer Zeit Verlag Fahlbusch/Hölscher/Rieger Warendorf
1988 Seite 198 -