Konstanze von Schweidnitz           Herzogin von Glogau
----------------------------------          Äbtissin von Alt-Sandez
1309/14-1.11.1360/21.11.1363
 

Tochter des Herzogs Bernhard von Schweidnitz und der Margarete-Kunigunde von Polen, Tochter von König Wladyslaw I.; Schwester von Herzog Bolko II. von Schweidnitz
 

Thiele, Andreas: Tafel 85
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

KONSTANZE
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    +  1363 als Äbtissin von Alt-Sandor (= Sandec)

  oo um 1326
      PRIMKO, Herzog zu Glogau
             + 1331



Veldtrup, Dieter: Seite 15,18,20,244,280
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"Frauen um Herzog Ladislaus (+ 1401). Oppelner Herzoginnen in der dynastischen Politik zwischen Ungarn, Polen und dem Reich."

Zahlreiche Stiftungen belegen nicht nur ihr eigenes Wirken für das Kloster, in dem sie nach ihrem 1339 erfolgten Tod ihre letzte Ruhestätte fand, sondern zeigen, daß Alt-Sandez auch bei ihren weiblichen Nachkommen in hoher Gunst stand: Ihre Tochter, die ungarische Königin Elisabeth, machte dem Kloster bedeutende Schenkungen, und ihre verwitwete Enkelin zog sich wahrscheinlich gleichzeitig mit Hedwig, sicherlich aber auf ihre Veranlassung ebenfalls nach Alt-Sandez zurück: Herzogin Constantia von Schweidnitz [40 Vgl. F. Minsberg I, 1853, Seite 71ff.; H. Grotefend 1889, Tafel IV und Seite 44 Nr. 11; K. Wuttke 1910/11, Tafel IV und Seite 14;; H. Kalucka 1968, Seite 14-19; K. Jasinski II, 1975, Seite 41ff. Nr. 13; L. Sliwinski 1993, Seite 32f. Vgl. auch K. Kantak I, 1937, Seite 247.], die Tochter von Hedwigs Tochter Margeretha-Kunigunde [41 Zu ihr vgl. O. Balzer 1895, Seite 374ff.; H. Kalucka 1968, Seite 6-10.], war seit Anfang 1331 Witwe Herzog Primkos von Glogau [42 Er war am 11. Januar gestorben (der Tag ergibt sich aus dem Necrologium Lubense, Seite 37 [Ob. dux Prsimko Glogiviensis ...], das Jahr daraus, daß er noch am 7. November 1330 selbst eine Urkunde ausstellt, am 9. März 1331 aber bereits Constantia als seine Witwe genannt wird [SR VI, Nr. 4976 Seite 106; Nr. 5004a Seite 231f. Zu Primko vgl. F. Minsberg I, 1853, Seite 67-71; H. Gotefend 1889, Tafel II und Seite 39 Nr. 12; K. Wutke 1910/11, Tafel IV und Seite 16; K. Jasinski II, 1975, Seite 107ff. Nr. 14. Zu der Ehe der beiden vgl. auch H. Kalucka 1968, Seite 145f.]; ihr Schwiegervater Heinrich III., der ein Vetter ihrer Großmutter war, hatte übrigens das Klarissenkloster in Glogau gegründet.
Und wenn man bedenkt, daß Constantias Schwester Elisabeth mit Herzog Bolko II. von Oppeln verheiratet war, erklären sich jetzt auch die Beziehungen, die die Oppelner PIASTEN zu Alt-Sandez hatten.
Elisabeth von Schweidnitz war eine Urgroßnichte der seligen Kinga, und ihre Schwester Constantia lebte, wie wir eben sahen, bereits seit den dreißiger Jahren im Kloster, wo sie später sogar das Amt der Äbtissin ausübte. Da liegt es mehr als nahe anzunehmen, daß sie es war, die ihre Nichte Agnes nach Alt-Sandez geholt hat.
Elisabeth war wohl nicht das erste Kind ihrer Eltern: Ihr Bruder Bolko wurde vermutlich im Mai 1312 geboren, war also wahrscheinlich älter als sie, während ihre Schwester Constantia jünger gewesen sein dürfte [37 Die gesamte Fachliteratur sieht sie hingegen als Elisabeths ältere Schwester an: H. Grotefend 1889, Tafel IV; K. Wutke 1910/11, Tafel III; Isenburg I, Tafel 193; W. Dworzaczek II, 1959, Tafel 5; H. Kalucka 1968, Seite 13; Isenburg NF III/1, Tafel 12; K. Jasinski II, 1975, Seite 41.]: Sie wird nämlich in einer zwischen 8.  Oktober 1324 und dem 23. Februar 1325 von Papst Johannes XXII. ausgestellten Dispens ausdrücklich als Braut Herzog Primkos von Glogau bezeichnet, die die Ehe mit diesem erst plane [38 MonPolVat III, Nr. 178 Seite 236 (doppelte Verwandtschaft zwischen beiden im dritten berührend den vierten Grad, vgl. D. Veldtrup 1988, Seite 198f. mit Anm. 1158); die Ehe war damals noch nicht vollzogen.], muß damals also zwischen sieben und zwölf Jahre alt gewesen sein; und obwohl Primko am 31.März 1326 Primko Herzog Bernhard seinen Schwiegervater nennt [39 SR V, Nr. 4521 Seite 294; vgl. auch LBU I, Nr. 7 Seite 127f. (Regest: SR V, Nr. 4557 Seite 306) vom 29. Juli 1326, wo Constantia als uxor Primkos bezeichnet wird.], so muß man das durchaus nicht, wie bisher immer angenommen wurde, darauf hindeuten, daß die Ehe zwischen den beiden damals bereits vollzogen war, da der Gebrauch der Verwandtschaftsbezeichnungen auch schon in der Zeit zwischen Verlobung unnd Eheschließungen üblich war. Somit kommt man für Constantia auf einen Geburtszeitraum zwischen frühestens 1. April 1314 und spätestens 1317/18, was die Zeit um 1315 nahelegen könnte.

Veldtrup, Dieter: Seite 198
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"Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit."

Diesmal sollte Otto Konstanze von Schweidnitz [1157 Zu ihr K. Jasinski II, 1975, Seite 41ff.; das Eheprojekt mit Otto ist nicht erwähnt.] heiraten, die Witwe Primkos von Glogau [1158 Zu ihm vgl. ebd., Seite 107ff. Für ihre Heirat erteilte Johannes XXII. Dispens: MonPolVat III, Nr. 178 Seite 236 zu [1324 Oktober 8-1325 Februar 1325] (Avignon); die beiden waren doppleter Weise im dritten berührend den vierten Grad verwandt: zum einen über Herzog Heinrich II. von Breslau, dann aber auch noch - und das ist K. Jasinski II, 1975, Seite 42 Anm. 6, entgangen - über Herzog Wladislaw Odonicz von Großpolen. Primko wurde von seinen eigenen Vasallen ermordet (F. Metzler 1940, Seite 73). Über Konstanzes Situation nach seinem Tod vgl. E. Gospos 1910, Seite 16ff.] und Tochter jener Margaretha-Kunigunde von Polen, die 1330 bereits als Gattin für ihn in Aussicht genommen worden war [1159 Siehe oben Seite 190.]. Wie damals, setzte sich auch jetzt wieder Karl Robert von Ungarn sehr für diese Verbindung ein [1160 Er hatte die Dispens super quodam matrimonio tangente personam nobilis viri Othonis, ducis Austrie, beantragt: VetMonHung I, NNr. 860 Seite 551 zu 1332 April 14  (Avignon). Aus dieser Tatsache folgert J. Lenzenweger 1964, Seite 42 zu Unrecht, die in Aussicht genommene Braut für Otto sei eine ungarische Prinzessin gewesen.], denn Konstanze war eine Nichte seiner Frau [1161 Margaretha-Kunigunde, die einzige Schwester der ungarischen Königin, hatte aus ihrer Ehe mit Herzog Bernhard von Schweidnitz außer Konstanze nur eine überlebende Tochter (Elisabeth), die aber bereits vor 1326 Mai 5 mit Herzog Bolko II. von Oppeln (+ 1356) verheiratet war und 1348 starb (K. Jasinski II, 1975, Seite 43f., und ebd. III, 1977, Seite 56f.), so daß sie als jene Tochter der Schwester der ungarischen Königin, die mit Otto verbundnen werden sollte, nicht in Frage kommt. Aus Margaretha-Kunigundes Ehe ging auch Herzog Heinrich II. hervor, der Vater von KARLS dritter Frau (siehe unten Seite 324).]. Aber sine dispensacione fieri non potrest: Konstanze war nämlich eine Cousine von Ottos verstorbener erster Frau Elisabeth von Nieder-Bayern. Somit lag das Impendiment der Affinität vor - ein willkommener Grund für den Papst, Otto abermals seine Zustimmung zu versagen.
 
 
 
 

1324/26
  oo Primko II.  Herzog von Glogau
  x   1300/08-11.1.1331
 
 
 
 

Literatur:
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Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 85, 89 - Veldtrup, Dieter: Frauen um Herzog Ladislaus (+ 1401). Oppelner Herzoginnen in der dynastischen Politik zwischen Ungarn, Polen und dem Reich. Fahlbusch Verlag 1999 Seite 15,18,20, 244,280 - Veldtrup, Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit Verlag Fahlbusch/Hölscher/Rieger Warendorf 1988 Seite 198 -