Sohn des Grafen
Boso von Arles
Thiele, Andreas: Tafel 390
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und
Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"
HUGBERT
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+ 864 gefallen
Herzog von Transjuranien, Abt von St. Maurice
Hugbert war eine Stütze
seines Schwagers Lothar
II., stand gegen das Haus der WELFEN
um die Hegemonie und wurde von Konrad
II. von Auxerre besiegt.
Von italienischer Seite ist neuerdings der WIDONE Konrad mit jenem welfischen Grafen Konrad von Auxerre identifiziert worden, der ca. 864 von Kaiser LUDWIG II. die im Vertrag von 863 ( B M ² nr. 1222b) zum italienischen Reich geschlagene Grafschaft zwischen dem Jura und den Pennischen Alpen erhielt und in einem blutigen Treffen bei Orle den seit dem Ehehandel Lothars II. rebellischen Abt Hukbert von St. Maurice besiegte und beseitigte.
Riche Pierre: Seite 214,222
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"Die Karolinger. Eine Familie formt Europa."
Lothar II. hatte im
Jahr 855 aus rein politischen Gründen Teutberga
geheiratet, die Tochter des Grafen Boso und Schwester des Laienabts
Hukbert von Saint-Maurice im Wallis. Er hatte aber auch eine
halblegale Nebenfrau, Waldrada, an
der er besonders hing, weil sie ihm einen Sohn geboren hatte. Da Lothar
mit seiner rechtmäßigen Gemahlin keine Kinder hatte, wollte
er die Ehe wieder lösen und Waldrada
heiraten, um so sein Reich an einen Erben weitergeben zu können. Lothar
beschuldigte Teutberga der Unzucht
mit ihrem Bruder, dem übrigens jede Schandtat zuzutrauen war,
und nachdem er eine erzwungenes Geständnis von der Königin erlangt
hatte, ließ er 860 von einigen Bischöfen aus Lotharingien und
den anderen Reichsteilen sein "gutes Recht" bestätigen.
Lothar war mit knapp
20 Jahren König geworden und hatte Teutberga
geheiratet, die Schwester Abt Hukberts von Saint-Maurice
im Wallis, der das Gebiet zwischen Jura und Alpen kontrollierte. Dieser
Laienabt war ein regelrechter Straßenräuber, er beherrschte
das obere Rhonetal, bis ihn im Jahr 864 der WELFEKonrad
II. besiegen und töten konnte. Dieser übernahm dann Hukberts
Besitzungen.
Schneidmüller Bernd: Seite 66
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"Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung."
Zukunftsträchtigen Lohn erhielt erst sein Sohn Konrad. Für die verlorene Grafschaft Auxerre erlangte er einen Herrschaftsbezirk (Grafschaft, Dukat) zwischen Jura und Penninischen Alpen ("Tranjuranien"). König Lothar II. hatte ihn einst (855?) seinem Schwager Hukbert aus dem Haus der BOSONIDEN verliehen. Als der Herrscher des Mittelreichs 857 seine Gemahlin Theutberga verstieß, brachte ihm dies auch die Feindschaft ihrer Sippe ein; Hukbert wandte sich schließlich KARL DEM KAHLEN zu. Das Gebiet um Genf, Lausanne und Sitten hatte Lothar 859 seinem Bruder Kaiser LUDWIG II. abgetreten. Der rief nun den WELFENKonrad ins Land und übertrug ihm vermutlich 864 den transjuranischen Dukat. Konrad vermochte sich 864 militärisch gegen Hukbert durchzusetzen und auch eine Nachfolge im ehrwürdigen Kloster St-Maurice d'Agaune anzutreten, wo den burgundischen WELFEN ein neues geistliches Zentrum erwuchs.
Schieffer Rudolf: Seite 153,160
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"Die Karolinger"
Offenbar der Festigung seiner Position nach Süden
hin diente auch der folgenschwere Entschluß des jungen Königs,
anstelle seiner bestehenden Friedelehe mit Waldrada
(wohl aus moselländischem Adel) eine rechtsförmliche Muntehe
mit Theutberga, der Schwester des Abtes
Hukbert von Saint-Maurice d'Agaune aus dem Hause der BOSONIDEN
und den wichtigsten Machthabers zwischen Jura und Alpen, einzugehen. Immerhin
gelang es, LUDWIG II. vom Ausgreifen
über Italien hinaus abzuhalten. Auf einem Treffen in Orbe (bei Lausanne),
inmitten von Hukberts Gebiet, bekräftigten
die drei königlichen Brüder im Herbst 856 die vom Vater gezogenen
Grenzen.
Theutbergas Verstoßung
unter der Beschuldigung der Unzucht mit ihrem Bruder Hukbert
von Saint-Maurice bedeutete zugleich den Bruch
Lothars mit diesem wichtigen Gebieter im Alpenraum, gegen den
er 858 erfolglos zu Felde zog.
Mühlbacher Engelbert: Band II Seite 259-262
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"Deutsche Geschichte unter den Karolingern"
Doch bald nach seiner Thronbesteigung vermählte sich
Lothar
"mit Zustimmung und nach dem Willen seiner Getreuen" feierlich mit Theutberga,
der Schwester des Abts Hukbert von St. Maurice
im oberen Rhonetal. Politische Erwägungen scheinen diesen standesgemäßen
Ehebund geschlossen zu haben: Hucbert,
zugleich im Besitz der Grafschaft zwischen Jura und dem Großen
St. Bernhard, beherrschte die Alpenpässe, welche von Italien nach
dem Rhonetal führten; Lothars
ältester Bruder, Kaiser LUDWIG,
wähnte sich bei der Reichsteilung verkürzt, man mochte fürchten,
daß er seine weitergehenden Ansprüche mit Gewalt vertreten werde;
Hucbert
war also für Lothar
damals ein
wertvoller Bundesgenosse.
Später wurde zur Entlastung Lothars
das Märchen aufgetischt, derselbe sei von Hucbert
und dessen Komplicen durch Drohungen zur Ehe mit Theutberga
gezwungen worden, nur widerstrebend habe er sich seine Gattin
aufdrängen lassen; in den Urkunden Lothars
aus dieser Zeit tritt Hucbert
als
sein "geliebter Rat", als einflußreicher Fürsprecher
auf.
Doch schon nach Jahresfrist (857) verstíeß
Lothar
seine Gemahlin. Der Bruder der Verstoßenen war nicht gewillt, die
seiner Schwester und ihm zugefügte Schmach ruhig hinzunehmen. Mitten
im Winter zog Lothar, der die in Duurstede
und in der Betuwe plündernden Normannen unbehelligt gelassen hatte,
gegen Hucbert zu
Felde. Doch seinem Gegner wurden die unzugänglichen Berge und Schluchten
zur Festung. Ohne Erfolg kehrte er wieder heim. Um einen Verbündeten
zu gewinnen, trat er die an Hucberts Grafschaft
grenzenden Bistümer Bellay und Tarantaise an seinen jüngeren
Bruder Karl ab.
Um die Interessen seines Bruders mit den seinen zu verbinden,
trat er ihm einen Teil seines Reiches jenseits des Jura, die Städte
Genf, Lausanne und Sitten mit den Bistümern, Klöstern und Grafschaften,
das Hospital auf dem St. Bernhard und die Grafschaften Pümplitz (bei
Bern) ausgenommen, ab. Damit überkam und übernahm der Kaiser
auch die Bekämpfung des gefährlichsten Gegners Lothars,
des Abts Hucbert von St. Maurice, des
Bruders Theutbergas.
Dümmler Ernst: Seite 13,33,34
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"Die Chronik des Abtes Regino von Prüm"
859
Lothar übergab
dem Abte Hucbert das Herzogtum zwischen
dem Jura und dem Jupitersberg [Großer St. Bernhard. Diese Verleihung
muß mindestens schon 857 stattgefunden haben, da im Anfange des Jahres
858 Lothar bereits mit seinem Schwager
Krieg führte.], weil er diesen damals für sehr treu hielt, denn
er war durch seine Schwester
Thietberga
mit ihm verschwägert.
Um diese Zeit begann der Abt
Hucbert [Gegen Hucbert war
Lothar
schon gegen Ende 857 zu Felde gezogen, um ihn aus seinen Besitzungen zu
vertreiben, mit deren Abtretung 859 er sodann den Beistand seines Bruders
LUDWIG
erkaufte. Hucbert
fand nebst Thietberga
bei KARL DEM KAHLEN Zuflucht, der ihm
sogar 862 die Abtei St. Martin zu Tours schenkte, wußte aber zugleich
auch seine früheren Besitzungen, namentlich die Abtei St. Maurice
im Wallis wenigstens teilweise zu behaupten.], der Bruder der Königin
Thietberga, gegen den König Lothar
sich aufzulehnen; er sammelte nämlich eine starke Schar von Räubern,
ging mit diesen auf Plünderung aus und nachdem er die Mannen
Lothars,
welche die zunächst gelegenen Orte besaßen, getötet oder
verjagt hatte, verteilte er ihre Äcker und Häuser unter seine
Spießgesellen. Um diese Verwegenheit zuzüchtigen, führte
König
Lothar einmal und abermals und zum dritten Male ein Heer wider
ihn ins Feld und sandte auch häufig Kriegsscharen unter anderen Führern
gegen ihn aus, aber er vermochte durchaus dieser Frechheit kein Ende zu
machen, weil er die unzugänglichen Gegenden zwischen dem Jura und
den penninischen Alpen den Aufständischen eine sehr sichere Zuflucht
gewährten, dem Könige und seinem Heere dagegen wegen der tief
eingeschnittenen Täler und steil abfallenden Berge sehr enge Straßen
und schwierige Pässe. Dennoch wurde dieser meisterlose Hucbert
zuletzt vom Grafen Konrad [Ein Sohn Konrads,
des Bruders der Kaiserin
Judith, dem Kaiser LUDWIG II.
die Grafschaft über jene Gegenden übertragen.] bei dem festen
Platz welcher Urba [Orbe im Waadtlande. Hucbert
fiel im Jahre 864.] heißt, erschlagen.
oo N.N.
-
Kinder:
Theotbald
- um 895
Literatur:
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Dümmler Ernst: Die Chronik des Abtes Regino
von Prüm. Verlag der Dykschen Buchhandlung Leipzig Seite 13,19,33,34
- Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen Reiches.
Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band I Seite 447-451,453,459,461,479,508,550-552,597
- Hlawitschka Eduard: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen.
Genealogische Untersuchungen zur Geschichte Lothringens und des Reiches
im 9., 10. und 11. Jahrhundert. Kommissionsverlag: Minerva-Verlag Thinnes
Nolte OHG Saarbrücken 1969 Seite 171 - Hlawitschka, Eduard:
Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962), in Forschungen
zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg
im Breisgau 1960 Seite 61,161,215 - Hlawitschka Eduard: Stirps
Regia. Forschungen zum Königtum und Führungsschichten im frühen
Mittelalter. Ausgewählte Aufsätze. Festgabe zu seinem 60. Geburtstag.
Verlag Peter Lang Frankfurt am Main - Bern - New York - Paris Seite 300
- Jahrbücher von St. Bertin.
Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band VI Wissenschaftliche Buchgesellschaft
Darmstadt 1972 Seite 102,104,108,142 - Jahrbücher
von St. Vaast. Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band VI
Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1972 Seite 296 - Mühlbacher
Engelbert: Deutsche Geschichte unter den Karolingern. Phaidon Akademische
Verlagsgesellschaft Athenaion Band II Seite 259-262 - Regino
Chronik. Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band VII Wissenschaftliche
Buchgesellschaft Darmstadt 1969 Seite 188,214 - Riche Pierre: Die
Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH
& Co. KG, München 1991 Seite 214,217,222, 260,266 - Schieffer
Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992
Seite 153,160,163,181 -
Schneidmüller Bernd: Die Welfen. Herrschaft
und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite
66 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln
zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-,
Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 390 - Xantener
Jahrbücher. Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band VI
Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1972 Seite 352,356 -