Das Jahr 859.
Lothar
übergab dem Abte Hucbert das Herzogthum zwischen dem Jura
und dem Jupitersberg, weil er diesen damals für sehr treu hielt,
denn er war durch seine Schwester Thietberga
mit ihm verschwägert. Im J. d. g. M.
Das Jahr 866.
Um diese Zeit begann der Abt Hucbert, der Bruder
der Königin Thietbirga, gegen
den König Lothar sich aufzulehnen;
er sammelte nämlich eine starke Schaar von Räubern, ging mit
diesen auf Plünderung aus und nachdem er die Mannen Lothar's,
welche die zunächst gelegenen Orte besaßen, getödtet oder
verjagt hatte, vertheilte er ihre Aecker und Häuser unter seine Spießgesellen.
Um diese Verwegenheit zu züchtigen, führte
König Lothar einmal und abermals und zum dritten Male ein
Heer wider ihn in's Feld und sandte auch häufig Kriegsschaaren unter
andern Führern gegen ihn aus, aber er
vermochte durchaus dieser Frechheit kein Ende zu machen,
weil die unzugänglichen Gegenden zwischen dem Jura und den penninischen
Alpen den Aufständischen eine sehr sichere Zuflucht
gewährten, dem Könige und seinem Heere dagegen
wegen der tief eingeschnittenen Thäler und steil abfallenden Berge
sehr enge Straßen und schwierige Pässe. Dennoch wurde dieser
meisterlose Hucbert zuletzt vom Grafen
Konrad bei dem festen Platz, welcher Urba heißt, erschlagen.
Im J. d. g. M.