Adalbert Azzo I.                                       Markgraf von Mailand
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um 970- vor 1018
            Burg Giebichenstein
 

Sohn des Pfalzgrafen Otbert II. von Mailand und der Railenda, Tochter von Graf Riprand
 

Adalbert Azzo I. folgte zu Genua und Tortona, wurde Markgraf von Mailand, Graf von Luni und Gavello. Er unterstützte den königlichen Schwager Arduin von Ivrea und geriet 1014 mit seinem Bruder Hugo in die Gefangenschaft Kaiser HEINRICHS II. und starb auf Burg Giebichenstein, während seinem Bruder die Flucht gelang.

Holtzmann Robert: Seite 364,422
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"Geschichte der sächsischen Kaiserzeit"

Es versteht sich, daß auf diesem Wege mancherlei Unruhen entstanden, und das benützten die drei Söhne des oberitalienischen Markgrafen Otbert II., der zu den Anhängern Arduins gehörte, um in Verbindung mit den CRESCENTIERN einen Aufstand in Rom zu erregen. Diese drei Brüder waren Hugo, den wir schon 1002 im Auftrage Arduins tätig fanden, Azzo (Hezil) und Adalbert (Ezelin). Es kam acht Tage nach der Kaiserkrönung zu einem blutigen Handgemenge auf der Tiberbrücke. Die Kaiserlichen behielten zwar schließlich die Oberhand, und die Römer unterwarfen sich am nächsten Tage. Doch die CRESCENTIER hielten sich unbezwungen auf ihren Burgen, und die drei OTBERTINER entkamen unangefochten nach Hause, so daß HEINRICH Unruhen in Oberitalien befürchten mußte. Er hat deshalb Rom bald verlassen und sich durch Tuszien nach der Lombardei begeben.
Bald nach dem Abzug des Kaisers machte Arduin nochmals einen Vorstoß. Er nahm Vercelli, wo Bischof Leo mit knapper Not entkam, er drang in Novara und Como ein, seine Scharen hausten überall sehr schlimm, und sogar einer der lombardischen Bischöfe, Hieronymus von Vicenza, fiel zu ihm ab. Doch rasch rafften sich die anderen Bischöfe mit den weltlichen Anhängern des Kaisers, unter denen der Markgraf Bonifatius von Canossa, der Sohn Thiedolds, hervorragte, zum Gegenstoß auf. Und sie trugen einen entscheidenden Erfolg davon. Die drei otbertinischen Brüder Hugo, Azzo und Adalbert mitsamt einem Markgrafen Obizo wurden gefangengenommen und über die Alpen geschickt. Hugo und Obizo entkamen freilich auf dem Weg; Azzo dagegen wurde im Kloster Fulda, Adalbert auf dem Giebichenstein festgesetzt und beide erst nach mehreren Jahren wieder freigegeben.

Bresslau Harry: Band I Seite 415-430
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"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II."

Von seiner Tochter Bertha, der Gemahlin Olderich Manfreds II. von Turin, ist oben bei der Geschichte dieses Hauses die Rede gewesen; zwei seiner Söhne Azzo I. und Hugo haben wir soeben kennengelernt. Von beiden liegen aus ihres Vaters Lebzeiten noch zwei andere Zeugnisse vor: 1013 sind Adalberto marchio et Ugone germanis marchiones Beisitzer des Herzogs Adalbero von Kärnten in einem Placitum zu Verona, ersterer unterschreibt als Adelbertus qui Azo vocatur marchius; im selben Jahr sitzen ferner fünf Tage später Albert Azzo und Hugo selbst in der Grafschaft Padua zu Gericht. Adela, die Gemahlin Albert Azzos I., kommt noch in einer Urkunde von 1011 vor, durch welche sie von jenem Diakonus Domninus die Güter erkaufte, die sie, wie wir sahen, ein Jahr später an Conmona verschenkte. Außer Albert Azzo und Hugo muß nun aber Otbert II. noch einen dritten Sohn Adalbert (III.) gehabt haben, wie schon Muratori, Gfrörer und andere angenommen haben. Der Nachweis dafür läßt sich durch eine Urkunde von 1033 erbringen, der zufolge Adelbertus marchio filius b. m. Otberti itemque marchionis et Adeleyda jugalibus filia quondam Bosoni comitis ein Marienkloster zu Castiglione gründen. Man könnte versucht sein, diesen Adalbert für Albert Azzo I., seine Gemahlin Adelheid für die 1011 und 1012 erwähnte Gemahlin Azzos I. zu halten; doch ist das unmöglich; jene Adela bekennt sich 1011 zu salischem Recht, diese Adeleyda ist lege Alamannorum geboren, damit steht ihre Verschiedenheit fest. Wie Otbert I. hat also auch Otbert II. zwei Söhne Adalbert gehabt, die wir als Albert Azzo I. und Adalbert IV. unterscheiden müssen. Alle drei sind 1014 in Gefangenschaft geraten: es hat keine Schwierigkeiten sie in den marchiones Ugo, Azo, Adelbertus, von denen Arnulf I, 18 spricht (Hug, Hecil, Hecelin sagt Thietm. VII, 1) wieder zu erkennen, die Thietmar ausdrücklich als germani bezeichnet, damit die obige Annahme bestätigend. Hugo ist wie der mit ihm gefangenen ALEDRAMIDE Otbert auf dem Transport nach Deutschland entflohen; Albert Azzo und Adalbert wurden in Fulda und Giebichenstein in Haft gehalten; erst im Januar 1018 ist der letzte von ihnen - wahrscheinlich Adalbert (Ecelinus, Thietm. VIII,1) - freigelassen.
Fast unüberwindliche Schwierigkeiten begegnen wir nun aber, wenn wir uns den Brüdern Hugos zuwenden: Adalbert IV. und Albert Azzo I., die beide als Adalbertus oder Albertus auftreten können, auseinanderzuhalten, besitzen wir keine ausreichenden Kriterien. So entbehren die folgenden Darlegungen, wie ich mir nicht verhehle, der genügenden Sicherheit; doch muß der Versuch gemacht werden, wenigstens zu wahrscheinlichen Ergebnissen zu gelangen.
In einer Urkunde von 1021, durch welche Bertha von Turin, Otberts II. Tochter, Güter veräußert, bezieht sie sich auf die Zustimmung von Adalbertus marchio germanus meus et item Albertus infantulo, pater et filio, nepoto mio: es folgt das Zeichen Alberti marchioni et item Alberti pater et filio. Ist hier Albert Azzo I. oder Adalbert IV. zu verstehen? Wenn ich mich für das letztere entscheide, so veranlaßt mich dazu die Rücksicht auf die bekannte Stelle Bernolds SS. V, 465, derzufolge Albert Azzo II., Azzos I. Sohn, 1097 major centenario ut ajunt starb. Wäre der in unserer Urkunde genannte Bruder Berthas Albert Azzo I., so müßte sein Sohn Albert mit Albert Azzo II. identisch sein. Da dieser aber nach Bernold vor 997 geboren sein muß, so könnte er 1021 nicht mehr infantulo genannt werden. Demnach haben wir den 1021 in Turin anwesenden Adalbertus marchio für Adalbert IV. zu halten und diesem einen Sohn Adalbert V. zu geben. Adalbert IV. treffen wir dann noch 1033 wie oben bemerkt ist; von Albert Azzo I. aber hören wir nach seiner Abführung nach Deutschland überhaupt nichts mehr. Vielleicht ist er im Exil gestorben; wenigstens berichtet Thietmar die Freilassung seines Hecil nicht, während er VIII, 1 die des Hecilin, offenbar des jüngeren der drei gefangenen Brüder, also Adalbert IV. erzählt.

Thietmar von Merseburg: Buch VII Seite 352, Buch VIII Seite 438
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"Chronik"

Ach Tage später entstand zwischen den Römern und den Unsrigen ein heftiges Handgemenge an der Tiberbrücke, in dem auf beiden Seiten nicht wenige fielen; erst die Nacht trennte sie schließlich. Diesen Kampf hatten drei Brüder herbeigeführt: Hugo, Azzo und Adalbert [Söhne des Markgrafen Otbert II. von Este, Anhänger König Arduins, vgl. VIII, 1. - Bezieht sich wohl auf VII, 2 (Mai 1014).]; sie werden später festgenommen und in Haft behalten. Einer von ihnen konnte dort im Lande entkommen, der zweite wurde nach Fulda gebracht, der dritte wird schon lange in der Burg Giebichenstein verwahrt.
 
 
 
 

  oo Adele
              -
 
 
 
 

Kinder:

  Adele
        -

  oo Aledram II. Markgraf von Saluzzo
              - vor 1055

  Adalbert Azzo II.
  997-   1096
 
 
 

Literatur:
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Bresslau Harry: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II. Verlag von Duncker&Humblot Leipzig 1879 Band I Seite 415-430 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 364,422 - Pauler Roland: Das Regnum Italiae in ottonischer Zeit. Max Niemeyer Verlag Tübingen 1982 Seite 177 - Thietmar von Merseburg: Chronik Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1992 Seite 352,438 -
 
 
 
 
 


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