Otbert II.                                                  Pfalzgraf von Italien
------------                                                 Markgraf von Mailand, Tortona und Genua
    - nach 1014/21
 

Sohn des Pfalzgrafen Otbert I. von Italien
 

Otbert II. folgte seinem Bruder Adalbert II. und rebellierte 1002 zusammen mit König Arduin gegen Kaiser HEINRICH II., nannte sich "Pfalzgraf" (von Mailand), wurde Graf von Mailand, Genua und Bobbio genannt und erschien häufig als Richter und Intervenient in Urkunden seiner Zeit, zeitweise auch mit dem Titel "Markgraf von Mailand". Er war ein mächtiger Vertreter der italienischen königlichen Nationalpartei.

Hlawitschka, Eduard: Seite 245
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"Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962)"

Sein Amt verliert Otbert I. nicht mehr bis zu seinem Tod ca. 975. Am 15. Oktober 975 treten dann bereits Adelbertus et Otbertus germani marchioni, filii bone memorie Oberti marchionis et comitis palatio, auf.
Über die Nachkommen Otberts I., der bei einer Schenkung von Gütern in Volpedo an das Kloster Cluny sich selbst Otbertus marchio et comes palatio, qui professo sum ex natione mea legem vivere langobardum, bezeichnete, ist vor allem die genannte Studie Gabottos zu vergleichen, in der gegen Muratori und andere ebenfalls erwiesen wird, daß zwischen dem Haus Otberts I. und den Markgrafen von Tuszien bayrischer Abkunft keine direkten Verwandtschaftsbeziehungen bestanden.

Pauler Roland: Seite 50
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"Das Regnum Italiae in ottonischer Zeit"

Otbert I. zumindest hatte immer zu den Anhängern des deutschen Herrschers gehört - 979 ist er allerdings schon etwa vier Jahre tot -, und seine Söhne Otbert II., Adalbert II. und Adalbert III. kann man sicher zu diesem Zeitpunkt noch nicht als Feinde der OTTONEN bezeichnen, auch wenn das Pfalzgrafenamt Otberts I. nicht auf einen von ihnen, sondern auf Graf Giselbert II. von Bergamo übergegangen war; schließlich konnten die OTBERTINER ja auch in der Folgezeit noch ihren Herrschaftsbereich erweitern.

Bresslau Harry: Band I Seite 415-430
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"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II."

Gestorben ist Otbert I. vor dem 15. Oktober 975; von diesem Datum an ist ein Vertrag seiner Söhne Adalbert II. und Otbert II. mit dem Bischof Alberich von Pisa (Adalbertus et Obertus germani marchiones, filli b. m. ). Außer diesen beiden Söhnen muß aber Otbert I. noch einen dritten, gleichfalls Adalbert (III.) Otberti marchio et comes palatii oder Albert genannt, hinterlassen haben; denn in einem Placitum OTTOS III. von 996 (St. 1064) werden beklagt: Adalbertus marchio et Alberto germani filii quondam Holberti. Nun läge zwar die Vermutung nahe, daß hier Alberto für Atberto oder Otberto verlesen oder verschrieben wäre, so gut wie Holberti offenbar für Otberti oder Hotberti verlesen oder verschrieben ist. Allein die Existenz eines dem ersten gleichnamigen dritten Sohnes Otberts I. läßt sich auch anderweit erweisen. Adalbert II. nämlich, den wir als den ältesten Sohn Otberts I. zu betrachten Grund haben, da er im Juli 972 seinen Vater im Hofgericht aals Pfalzgrafe vertrat und auch in dem oben angeführten Vertrag von 975 zuerst genannt wird, war im März 1000 bereits verstorben; damals urkundet Adelbertus marchio filius beatae memoriae item Adelberti, der zu Langobardischem Recht lebt; und seinen Tod bestätigt eine Urkunde seiner Tochter Bertha (Berta filia beatae memoriae Adelberti marchio), die mit dem Grafen Lanfrank von Piacenza vermählt war, vom Juli 1002. Da nun aber ein Albertus marchio (so unterschreibt er sich) der Sohn Otberts I. noch 1002, ja vielleicht noch 1011 lebt, so müssen wir in der Tat außer Otbert II. zwei Adalberte als Söhne Otberts I. angenommen werden. Verfolgen wir nun diese Nachkommen Otberts I. im Einzelnen, und beginnen wir mit demjenigen, dessen Linie sich am sichersten nachweisen läßt.
Otbert II. finden wir 994 im Genuesischen zu Lavagna als Richter in einer Streitsache des Klosters San Fruttuoso. 998 verzichtet er zu Gunsten des Bischofs Gottfried von Luni auf alle Ansprüche auf vier plebes ... quod sunt ipsis plebibus de sub regimine episcopii vestri. Durch eine Urkunde vom 5. Mai 999 lernen wir seine Frau Railenda comitissa filia b. m. Riprandi qui fuit comes kennen und erfahren, daß dieselbe schon früher einmal verheiratet war und in dieser ersten Ehe einen Sohn Berengar, Subdiakon von Mailand, geboren hatte. Um 1000 soll er nach einer bis jetzt urkundlich nicht nachgewiesenen Tradition das St. Johanneskloster zu Vicolo Marchese im Bistum Piacenza gegründet haben. Aus dem Jahre 1012 datieren mehrere von ihm zum Teil bestätigte und unterschriebene Urkunden seiner Söhne. In der ersten derselben schenkt Adela comitissa, conjux Azoni marchio, die vor ihrer Ehe zu salischem Recht lebte, mit Zustimmung ihres Gemahls und dessen Vaters Otbert dem Bistum Cremona Güter im comitatu Auciensis. Durch die zweite früheren Datums erwerben Azo et Ugo germani, filii Uberti marchio, von dem Diakon Domninus in Borge San Donnino Güter, darunter zum Teil dieselben Orte, über welche in dem soeben besprochenen Dokument Adela verfügte. In der dritten endlich schenken Ugo et Azo germanis filli Auberti marchio Güter wiederum in denselben Bezirken zu Cremona. Danach haben wir nur noch eine Urkunde Otberts vom 10. Juni 1014, eine Schenkung des Odbertus marchio fil. b. m. item Odbertus marchio et comes palacii für San Siro zu Genua. Die Unterschriftszeile lautet: signum Odberti marchio qui propter infirmitatem corporis minime schribere potuit. Obwohl Otbert in dieser Urkunde nach HEINRICHS Kaiserjahren datiert, muß er, dessen Sohn Hugo schon im Jahre 1002 als Gesandter wahrscheinlich König Arduins nach Frankreich an den Hof König Roberts gegangen war, bald nach der Rückkehr des Kaisers nach Deutschland aufs Neue sich empört haben; in einem Diplom vom Herbst 1014 (St. 1633) ächtet HEINRICH u. A. Otbertum marchionem et filios ejus et Albertum nepotem ejus. Darauf erfahren wir von Otbert nichts mehr; ein sicheres Zeugnis für seinen Tod haben wir allerdings erst aus dem Jahre 1021.
Von seiner Tochter Bertha, der Gemahlin Olderich Manfreds II. von Turin, ist oben bei der Geschichte dieses Hauses die Rede gewesen; zwei seiner Söhne Azzo I. und Hugo haben wir soeben kennengelernt. Von beiden liegen aus ihres Vaters Lebzeiten noch zwei andere Zeugnisse vor: 1013 sind Adalberto marchio et Ugone germanis marchiones Beisitzer des Herzogs Adalbero von Kärnten in einem Placitum zu Verona, ersterer unterschreibt als Adelbertus qui Azo vocatur marchius; im selben Jahr sitzen ferner fünf Tage später Albert Azzo und Hugo selbst in der Grafschaft Padua zu Gericht. Adela, die Gemahlin Albert Azzos I., kommt noch in einer Urkunde von 1011 vor, durch welche sie von jenem Diakonus Domninus die Güter erkaufte, die sie, wie wir sahen, ein Jahr später an Conmona verschenkte. Außer Albert Azzo und Hugo muß nun aber Otbert II. noch einen dritten Sohn Adalbert (III.) gehabt haben, wie schon Muratori, Gfrörer und andere angenommen haben. Der Nachweis dafür läßt sich durch eine Urkunde von 1033 erbringen, der zufolge Adelbertus marchio filius b. m. Otberti itemque marchionis et Adeleyda jugalibus filia quondam Bosoni comitis ein Marienkloster zu Castiglione gründen. Man könnte versucht sein, diesen Adalbert für Albert Azzo I., seine Gemahlin Adelheid für die 1011 und 1012 erwähnte Gemahlin Azzos I. zu halten; doch ist das unmöglich; jene Adela bekennt sich 1011 zu salischem Recht, diese Adeleyda ist lege Alamannorum geboren, damit steht ihre Verschiedenheit fest. Wie Otbert I. hat also auch Otbert II. zwei Söhne Adalbert gehabt, die wir als Albert Azzo I. und Adalbert IV. unterscheiden müssen. Alle drei sind 1014 in Gefangenschaft geraten: es hat keine Schwierigkeiten sie in den marchiones UgoAzoAdelbertus, von denen Arnulf I, 18 spricht (Hug, Hecil, Hecelin sagt Thietm. VII, 1) wieder zu erkennen, die Thietmat ausdrücklich als germani bezeichnet, damit die obige Annahme bestätigend. Hugo ist wie der mit ihm gefangenen ALEDRAMIDE Otbert auf dem Transport nach Deutschland entflohen; Albert Azzo und Adalbert wurden in Fulda und Giebichenstein in Haft gehalten; erst im Januar 1018 ist der letzte von ihnen - wahrscheinlich Adalbert (Ecelinus, Thietm. VIII,1) - freigelassen.
Erst im Jahre 1021 erhalten wir nach dieser Katastrophe wieder Kenntnis von den Brüdern. Hugo hält im November dieses Jahres als marchio et comes comitatu istius Mediolanensis eine Gerichtssitzung zu Mailand ab und ist am 6. Dezember in Verona Beisitzer in einem Placitum HEINRICHS II. (St. 1777); demnächst finden wir ihn im Mai 1027 in einem Placitum KONRADS II. zu Verona (St. 1948, siehe oben Seite 182). Aus dem Jahre 1029 besitzen wir zwei Verträge von ihm mit einem Diakon Gerardus, durch welche Hugo bedeutende Besitzungen erwarb; aus dem zweiten derselben erfahren wir, daß er mit Gisela, einer Tochter des Pfalzgrafen Giselbert II., Grafen von Bergamo, verheiratet, also wie wir sehen werden, ein Schwager des Markgrafen Bonifaz von Canossa war; wir dürfen aus der Ausdrucksweise der Urkunde zugleich schließen, daß diese Ehe ohne männliche Nachkommen geblieben war. Über einen Teil der erworbenen Güter verfügte Hugo noch im gleichen Jahr zu Gunsten der Kirche von Piacenza; einen anderen soll er unter Mitwirkung seiner Gemahlin - die Urkunde darüber liegt nicht vor - an Bischof Rainald von Pavia geschenkt haben. Von einer Gerichtsurkunde des Königsboten Tado aus dem Jahre 1034, in welcher der eine der beiden Verträge mit Gerard von Hugo produziert und bestätigt sein soll, wage ich, obwohl Ficker an derselben keinen Anstoß genommen hat, vorläufig keinen Gebrauch zu machen, da in ihr die Gegenwart von vassi Aikardi episcopi erwähnt wird, 1034 aber Peter Bischof von Piacenza war, und Aikard erst seit 1038 vorkommt. Unanfechtbar ist dagegen die oben erwähnte Dotationsurkunde von Kloster Castiglione von 1033; Hugo hat darin als Graf von Tortona die Verfügung seines Bruders anerkannt. Als marchio et comes comitatus Terdonense hält Hugo dann auch im Mai 1035 ein Placitum ab; er sitzt dabei in Sala Rodeadi, einer der 1029 von Gerard erworbenen Burgen. Weiter hege ich keinen Zweifel mehr, daß der Hugo comes, der nach Wipo cap. 35 im Jahre 1037 auf dem Reichstage zu Pavia zu den Hauptanklägern Ariberts von Mailand gehörte, unser Sohn Otberts II. ist, dem wir ja schon 1021 als Grafen von Mailand begegnet sind. Eine spätere Erwähnung von ihm ist mir bis jetzt nicht vorgekommen. Der Todestag Hugos war der 26. Januar; das Jahr ist nicht zu ermitteln. Vielleicht hat er eine Tochter Richilde hinterlassen; wenigstens urkundet im Jahre 1080 eine Richilda, filia quondam Ugoni marchio et relicta quondam Gerardi Frogerii filius, die man am besten hierher bezieht; sie würde nach ihrer Mutterschwester, der Gemahlin des CANOSSANERS heißen. Sie lebt zwar nach römischen Recht, aber der Übergang von der Lombarda zum römischen recht ist bekanntlich nicht selten, und ihre Tochter Agelburga bekennt sich ausdrücklich zum langobardischen Gesetz.
 
 
 
 

  oo 2. Railenda, Tochter des Grafen Riprand
                -
 
 
 
 

Kinder:

  Hugo Markgraf von Mailand Graf von Genua
          -26.1. nach 1037

  Adalbert Azzo I.
  um 970- vor 1018

  Bertha
         -29.12.1037

  1. oo Arduin Markgraf von Ivrea
          um 955-14.12.1015

  2. oo Manfred II. Odelrich Markgraf von Turin
                  -   1034/35

  Adalbert IV.
         -   1034

    Guido
         -   1037
 
 
 
 

Literatur:
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Hlawitschka, Eduard: Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962), in Forschungen zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg im Breisgau 1960 Seite 245 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 364,422 - Pauler Roland: Das Regnum Italiae in ottonischer Zeit. Max Niemeyer Verlag Tübingen 1982 Seite 46,50,123 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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