Hugo                                                        Markgraf von Mailand
-------                                                       Graf von Genua
    -26.1. nach 1037
 

Sohn des Pfalzgrafen Otbert II. von Mailand und der Railenda, Tochter des Grafen Riprand
 

Erkens, Franz-Reiner: Seite 178
******************
"Konrad II. Herrschaft und Reich des ersten Salierkaisers."

Als auf diesem Hoftag von Pavia Klagen gegen Aribert laut wurden, lieh KONRAD diesen nicht nur sein Ohr, sondern forderte den Erzbischof schließlich sogar zur Wiedergutmachung begangenen Unrechts auf. Zahlreiche Rechtsverletzungen wurden dem Metropoliten vorgeworfen, unter anderen vor allem von dem comes Hugo, wohl dem Mailänder Grafen aus der Familie der OTBERTINER.

Holtzmann Robert: Seite 364,422
****************
"Geschichte der sächsischen Kaiserzeit"

Die Anhänger Arduins suchten daher eine Stütze beim französischen König Robert und schickten eine Gesandtschaft an ihn, die von Hugo, einem Sohn des Markgrafen Otbert II. aus dem Hause ESTE, geführt wurde.
Es versteht sich, daß auf diesem Wege mancherlei Unruhen entstanden, und das benützten die drei Söhne des oberitalienischen Markgrafen Otbert II., der zu den Anhängern Arduins gehörte, um in Verbindung mit den CRESCENTIERN einen Aufstand in Rom zu erregen. Diese drei Brüder waren Hugo, den wir schon 1002 im Auftrage Arduins tätig fanden, Azzo (Hezil) und Adalbert (Ezelin). Es kam acht Tage nach der Kaiserkrönung zu einem blutigen Handgemenge auf der Tiberbrücke. Die Kaiserlichen behielten zwar schließlich die Oberhand, und die Römer unterwarfen sich am nächsten Tage. Doch die CRESCENTIER hielten sich unbezwungen auf ihren Burgen, und die drei OTBERTINER entkamen unangefochten nach Hause, so daß HEINRICH Unruhen in Oberitalien befürchten mußte. Er hat deshalb Rom bald verlassen und sich durch Tuszien nach der Lombardei begeben.
Bald nach dem Abzug des Kaisers machte Arduin nochmals einen Vorstoß. Er nahm Vercelli, wo Bischof Leo mit knapper Not entkam, er drang in Novara und Como ein, seine Scharen hausten überall sehr schlimm, und sogar einer der lombardischen Bischöfe, Hieronymus von Vicenza, fiel zu ihm ab. Doch rasch rafften sich die anderen Bischöfe mit den weltlichen Anhängern des Kaisers, unter denen der Markgraf Bonifatius von Canossa, der Sohn Thiedolds, hervorragte, zum Gegenstoß auf. Und sie trugen einen entscheidenden Erfolg davon. Die drei otbertinischen Brüder Hugo, Azzo und Adalbert mitsamt einem Markgrafen Obizo wurden gefangen genommen und über die Alpen geschickt. Hugo und Obizo entkamen freilich auf dem Weg; Azzo dagegen wurde im Kloster Fulda, Adalbert auf dem Giebichenstein festgesetzt und beide erst nach mehreren Jahren wieder freigegeben.

Bresslau Harry: Band I Seite 415-430
*************
"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II."

Obwohl Otbert in dieser Urkunde nach HEINRICHS Kaiserjahren datiert, muß er, dessen Sohn Hugo schon im Jahre 1002 als Gesandter wahrscheinlich König Arduins nach Frankreich an den Hof König Roberts gegangen war, bald nach der Rückkehr des Kaisers nach Deutschland aufs Neue sich empört haben; in einem Diplom vom Herbst 1014 (St. 1633) ächtet HEINRICH u. A. Otbertum marchionem et filios ejus et Albertum nepotem ejus. Darauf erfahren wir von Otbert nichts mehr; ein sicheres Zeugnis für seinen Tod haben wir allerdings erst aus dem Jahre 1021.
Von seiner Tochter Bertha, der Gemahlin Olderich Manfreds II. von Turin, ist oben bei der Geschichte dieses Hauses die Rede gewesen; zwei seiner Söhne Azzo I. und Hugo haben wir soeben kennengelernt. Von beiden liegen aus ihres Vaters Lebzeiten noch zwei andere Zeugnisse vor: 1013 sind Adalberto marchio et Ugone germanis marchiones Beisitzer des Herzogs Adalbero von Kärnten in einem Placitum zu Verona, ersterer unterschreibt als Adelbertus qui Azo vocatur marchius; im selben Jahr sitzen ferner fünf Tage später Albert Azzo und Hugo selbst in der Grafschaft Padua zu Gericht. Adela, die Gemahlin Albert Azzos I., kommt noch in einer Urkunde von 1011 vor, durch welche sie von jenem Diakonus Domninus die Güter erkaufte, die sie, wie wir sahen, ein Jahr später an Conmona verschenkte. Außer Albert Azzo und Hugo muß nun aber Otbert II. noch einen dritten Sohn Adalbert (III.) gehabt haben, wie schon Muratori, Gfrörer und andere angenommen haben. Der Nachweis dafür läßt sich durch eine Urkunde von 1033 erbringen, der zufolge Adelbertus marchio filius b. m. Otberti itemque marchionis et Adeleyda jugalibus filia quondam Bosoni comitis ein Marienkloster zu Castiglione gründen. Man könnte versucht sein, diesen Adalbert für Albert Azzo I., seine Gemahlin Adelheid für die 1011 und 1012 erwähnte Gemahlin Azzos I. zu halten; doch ist das unmöglich; jene Adela bekennt sich 1011 zu salischem Recht, diese Adeleyda ist lege Alamannorum geboren, damit steht ihre Verschiedenheit fest. Wie Otbert I. hat also auch Otbert II. zwei Söhne Adalbert gehabt, die wir als Albert Azzo I. und Adalbert IV. unterscheiden müssen. Alle drei sind 1014 in Gefangenschaft geraten: es hat keine Schwierigkeiten sie in den marchiones Ugo AzoAdelbertus, von denen Arnulf I, 18 spricht (Hug, Hecil, Hecelin sagt Thietm. VII, 1) wieder zu erkennen, die Thietmar ausdrücklich als germani bezeichnet, damit die obige Annahme bestätigend. Hugo ist wie der mit ihm gefangenen ALEDRAMIDE Otbert auf dem Transport nach Deutschland entflohen; Albert Azzo und Adalbert wurden in Fulda und Giebichenstein in Haft gehalten; erst im Januar 1018 ist der letzte von ihnen - wahrscheinlich Adalbert (Ecelinus, Thietm. VIII,1) - freigelassen.
Erst im Jahre 1021 erhalten wir nach dieser Katastrophe wieder Kenntnis von den Brüdern. Hugo hält im November dieses Jahres als marchio et comes comitatu istius Mediolanensis eine Gerichtssitzung zu Mailand ab und ist am 6. Dezember in Verona Beisitzer in einem Placitum HEINRICHS II. (St. 1777); demnächst finden wir ihn im Mai 1027 in einem Placitum KONRADS II. zu Verona (St. 1948, siehe oben Seite 182). Aus dem Jahre 1029 besitzen wir zwei Verträge von ihm mit einem Diakon Gerardus, durch welche Hugo bedeutende Besitzungen erwarb; aus dem zweiten derselben erfahren wir, daß er mit Gisela, einer Tochter des Pfalzgrafen Giselbert II., Grafen von Bergamo, verheiratet, also wie wir sehen werden, ein Schwager des Markgrafen Bonifaz von Canossa war; wir dürfen aus der Ausdrucksweise der Urkunde zugleich schließen, daß diese Ehe ohne männliche Nachkommen geblieben war. Über einen Teil der erworbenen Güter verfügte Hugo noch im gleichen Jahr zu Gunsten der Kirche von Piacenza; einen anderen soll er unter Mitwirkung seiner Gemahlin - die Urkunde darüber liegt nicht vor - an Bischof Rainald von Pavia geschenkt haben. Von einer Gerichtsurkunde des Königsboten Tado aus dem Jahre 1034, in welcher der eine der beiden Verträge mit Gerard von Hugo produziert und bestätigt sein soll, wage ich, obwohl Ficker an derselben keinen Anstoß genommen hat, vorläufig keinen Gebrauch zu machen, da in ihr die Gegenwart von vassi Aikardi episcopi erwähnt wird, 1034 aber Peter Bischof von Piacenza war, und Aikard erst seit 1038 vorkommt. Unanfechtbar ist dagegen die oben erwähnte Dotationsurkunde von Kloster Castiglione von 1033; Hugo hat darin als Graf von Tortona die Verfügung seines Bruders anerkannt. Als marchio et comes comitatus Terdonense hält Hugo dann auch im Mai 1035 ein Placitum ab; er sitzt dabei in Sala Rodeadi, einer der 1029 von Gerard erworbenen Burgen. Weiter hege ich keinen Zweifel mehr, daß der Hugo comes, der nach Wipo cap. 35 im Jahre 1037 auf dem Reichstage zu Pavia zu den Hauptanklägern Ariberts von Mailand gehörte, unser Sohn Otberts II. ist, dem wir ja schon 1021 als Grafen von Mailand begegnet sind. Eine spätere Erwähnung von ihm ist mir bis jetzt nicht vorgekommen. Der Todestag Hugos war der 26. Januar; das Jahr ist nicht zu ermitteln. Vielleicht hat er eine Tochter Richilde hinterlassen; wenigstens urkundet im Jahre 1080 eine Richilda, filia quondam Ugoni marchio et relicta quondam Gerardi Frogerii filius, die man am besten hierher bezieht; sie würde nach ihrer Mutterschwester, der Gemahlin des CANOSSANERS heißen. Sie lebt zwar nach römischen Recht, aber der Übergang von der Lombarda zum römischen Recht ist bekanntlich nicht selten, und ihre Tochter Agelburga bekennt sich ausdrücklich zum langobardischen Gesetz.

Thietmar von Merseburg: Buch VII Seite 352, Buch VIII Seite 438
********************
"Chronik"

Ach Tage später entstand zwischen den Römern und den Unsrigen ein heftiges Handgemenge an der Tiberbrücke, in dem auf beiden Seiten nicht wenige fielen; erst die Nacht trennte sie schließlich. Diesen Kampf hatten drei Brüder herbeigeführt: Hugo, Azzo und Adalbert [Söhne des Markgrafen Otbert II. von Este, Anhänger König Arduins, vgl. VIII, 1. - Bezieht sich wohl auf VII, 2 (Mai 1014).]; sie werden später festgenommen und in Haft behalten. Einer von ihnen konnte dort im Lande entkommen, der zweite wurde nach Fulda gebracht, der dritte wird schon lange in der Burg Giebichenstein verwahrt.
 
 
 
 

  oo Gisela von Bergamo, Tochter des Grafen Giselbert II.
             -
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Bresslau Harry: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II. Verlag von Duncker&Humblot Leipzig 1879 Band I Seite 415-430 - Erkens, Franz-Reiner: Konrad II. Herrschaft und Reich des ersten Salierkaisers. Verlag Friedrich Puset Regensburg 1998, Seite 178 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 364,422 -
 
 
 
 
 
 


Copyright 2002 Karl-Heinz Schreiber - http://www.genealogie-mittelalter.de