Berchar (Berthar)                           neustrischer Hausmeier
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    688 ermordet
 

Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1931
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Berchar (Berthar), Hausmeier in Neustrien
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     688
 

  oo Anstrud, Tochter des neustroburgundischen Hausmeiers Waratto

Schwiegersohn des neustroburgundischen Hausmeiers Waratto und seit 686 dessen Nachfolger. Im Kampf mit dem austrischen dux Pippin (II. der Mittlere) wurde Berchar 687 bei Tertry (an der Somme) besiegt und fiel 688 einem Mordanschlag zum Opfer. Sein Nachfolger im Amt des neustrischen Hausmeiers wurde Pippin, dessen Sohn Drogo Berchars Witwe Anstrud heiratete. Diese Ereignisse bezeichnen die Wende zum endgültigen Übergewicht Austriens im Franken-Reich und zum Aufstieg der KAROLINGER.

O. G. Oexle



Ewig Eugen: Seite 185-188
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"Die Merowinger und das Frankenreich."

Nach dem Tod Warattos kam es unter den neustrischen Franken zu einem Konflikt über die Nachfolge im Hausmeieramt. Warattos Schwiegersohn Berchar setzte sich schließlich durch, aber viele Opponenten wandten sich an Pippin und schlossen mit ihm eine Schwurfreundschaft. Pippin marschierte 687 im Kohlenwald auf und ging zum Angriff über. Auf den Gegner stieß er erst bei Tertry im Vermandois, wo er einen entscheidenden Sieg errang. Der König und der Hausmeier zogen sich, gefolgt von Pippin, auf Paris zurück. Hier kam es zum Friedensschluß, von dem jedoch keine Einzelheiten bekannt sind.
Die große Wende trat jedoch ein, als neuer Streit im Hause Warattos ausbrach und Berchar auf Anstiften seiner Schwiegermutter Ansfled im Herbst 688 oder zu Beginn des folgenden Jahres erschlagen wurde. Nun übernahm Pipppin selbst das zentrale Hausmeieramt.
Mit der Familie Warattos verband sich Pippin durch die Heirat seines Sohnes Drogo mit Ansfleds Enkelin Adaltrud, einer Tochter Berchars.

Schieffer Rudolf: Seite 25,27
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"Die Karolinger."

Eine Verschiebung der Gewichte trat erst ein, als nach Warattos Tod (686) dessen Schwiegersohn Berchar Hausmeier wurde, denn dieser Mann hatte offenbar von vornherein mächtige Gegner im neustrischen Adel, die sich nun mit Pippin verschworen und ihn zum Eingreifen ermunterten. Bei Tertry (an der Somme) errang er im Jahre 687 den entscheidenden Sieg über die Neustrier unter Berchar und König Theuderich III.
Dem suchte Pippin anfangs offenbar dadurch zu entgehen, daß er den bezwungenen neustrischen Rivalen Berchar im Amt des Hausmeiers beließ, also eine Art Herrschaftsteilung ins Auge faßte. Erst als dieser Ende 688 einem Anschlag seiner Schwiegermutter zum Opfer gefallen war, verschaffte sich Pippin auch förmlich den höchsten Rang nach dem König und verheiratete seinen Sohn Drogo mit Berchars Tochter Adatrud, der Enkelin Ansfleds.
 
 
 
 

  oo Anstrud, Tochter des neustroburgundischen Hausmeiers Waratto
            
 
 
 

Kinder:

  Adaltrud
     

 oo Drogo Herzog der Champagne
       um 670 708
 
 
 
 

Literatur:
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Dahn Felix: Die Franken. Emil Vollmer Verlag 1899 Seite 492 - Ewig Eugen: Die Merowinger und das Frankenreich. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1988 Seite 185-188 - Hartmann Martina: Aufbruch ins Mittelalter. Die Zeit der Merowinger. Primus Verlag 2003 Seite 82 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992 Seite 25,27 - Schneider, Reinhard: Königswahl und Königserhebung im Frümittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden und Merowingern, Anton Hiersemann Stuttgart 1972 Seite 174 -