Jüngster Sohn des Herzogs Johanns
I. von Northumberland
aus
dem Hause DUDLEY und der Jane Guilford, Tochter von
Sir
Thomas, Marschall von Calais; Bruder
von Guilford
Dudley, Robert
V. Dudley; Schwager der Königin
Jane
Grey von England und Graf Johann
II. von Warwick; Nachkomme der Katharina
Stafford, damit Nachkomme der
königlichen PLANTAGENETS
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Robert Dudley, 1. Earl of Leicester
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* 24. Juni 1532, † 4. September 1588
war Favorit sowie Oberstallmeister (Master of the Horses) von Elisabeth I.
Dudley war der fünfte von dreizehn Söhnen von John Dudley, 1. Herzog von Northumberland, der 1553 für seine Beteiligung am Versuch, Lady Jane Grey auf den englischen Thron zu bringen, hingerichtet wurde (Lady Jane war mit Roberts älterem Bruder Guildford Dudley verheiratet). Er versuchte 1554 seine Schwieger-Tochter Jane Grey als Gegenkandidatin zu Maria Tudor auf den Thron zu setzen. Der Aufstand schlug fehl, und John Dudley, sein Sohn Guilford und Jane Grey wurden auf Marias Befehl hingerichtet. Auch Robert Dudley verbrachte mehrere Monate im Tower.
Robert Dudley wurde zeitweise, gemeinsam mit seinem Vater und den Brüdern Guilford, John, Henry und Ambrose, im Tower von London eingekerkert, wo er vielleicht in Kontakt mit Prinzessin Elisabeth kam, die dort von ihrer Schwester Königin Maria I. inhaftiert worden war. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits mit Amy Robsart verheiratet.
Bei Elisabeths Thronbesteigung wurde Dudley zum 'Master of the Horse' (Hofstallmeister) ernannt. Ein Gerücht über seine Affäre mit der Königin war verbreitet, und als seine Frau 1560 nach einem Treppensturz starb, war die allgemeine Ansicht, dass er sie beiseite geschafft habe, um frei zu sein, die Königin heiraten zu können. Einige sagten, die Heirat hätte bereits im Geheimen stattgefunden. Ironischerweise war es gerade Amys Tod, der alle Chancen auf eine Heirat zunichte machte - der Königin war die öffentliche Meinung wohlbekannt, und es ist nicht sicher, dass sie überhaupt vorhatte zu heiraten. Heutige Historiker nehmen an, dass der Mord an Amy, wenn es ein Mord war, am ehesten begangen wurde, um sich die königliche Gunst zu sichern, oder, noch wahrscheinlicher, von jemanden der verhindern wollte, dass Elisabeth Dudley heiratete. Es scheint unplausibel, dass Elisabeth leichtsinnig genug war, an einer solchen Verschwörung teilzunehmen, wenn das auch bei Dudley möglich zu sein scheint. Es wird auch vermutet, dass Amy zum Zeitpunkt ihres Todes an Brustkrebs litt, was Selbstmord oder einen Unfall wahrscheinlicher erscheinen lässt als Mord.
1563 ließ Elisabeth Dudley als Kandidaten zur Heirat mit der verwitweten (katholischen) Königin Maria von Schottland aufstellen - sie hoffte, sie durch die Heirat mit einem Protestanten 'neutralisieren' zu können. Die Aufzeichnungen der Staatsgeschäfte zeigen, dass sie andeutete, dies sei eine Belohnung für Dudley, den sie für seine loyalen Dienste „stünde es in Unserer Macht, zum Eigentümer oder Erben Unseres Königtums“ machen wollte. Mary, angewidert von der Idee, Elisabeths früheren Liebhaber zu übernehmen, wies Dudley ab. Im folgendem Jahr ernannte Elisabeth ihn zum Earl of Leicester.
Dudley war immer ein Frauenheld. Es wird angenommen, dass er 1573 heimlich die verwitwete Lady Douglas Sheffield heiratete. Er verließ sie später zugunsten von Lettice Knollys, Witwe von Walter Devereux, 1. Earl of Essex, und Cousin mütterlicher Seite von Elisabeth I. Lettice war die Tochter von Catherine Carey, die Enkelin von Lady Mary Boleyn, und die Groß-Nichte von Anne Boleyn. Diese Heirat beleidigte die Königin enorm. Allerdings hatte niemand außer ihr angenommen, dass er die 19 Jahre seit dem Tod seiner ersten Frau zölibatär verbracht hatte.
Im Jahre 1573 wurde vermerkt, dass nicht nur Lady Douglas Sheffield, sondern auch ihre Schwester, Frances Howard, die unverheiratet war, „sehr in ihn verliebt“ waren, und auch dass die Königin „nichts Gutes über die beiden denkt, und auch nicht das Beste über ihn“, da er der beiden Aufmerksamkeiten ermunterte. 1573 oder 1574 brachte Lady Sheffield einen Sohn zur Welt, der auch auf den Namen Robert (Dudley) getauft wurde. Diese Erblinie wurde jedoch von seinem Vater von der Erbfolge ausgeschlossen. Dudleys Gründe hierfür dürften der Schutz seiner Frau, Lady Douglas Sheffield, und seines Sohnes, vor seinen Schulden bei der Königin gewesen sein.
1575 heiratete Robert Dudley heimlich Elisabeths Cousine Lettice Knollys, die Witwe des Earl of Essex und die Mutter von Robert Devereux, 2. Earl of Essex.
Sein einziger überlebender Bruder, Ambrose, hatte keine Kinder, so dass die Linie der Earls of Leicester mit Robert Dudley ausstarb. Dudley erklärte seine Heirat mit Lady Douglas Sheffield zur illegalen Verbindung, um Lady Lettice Knollys heiraten zu können. Elisabeth selbst erinnerte ihn daran, dass es ein Gerücht gegeben hatte, er sei bereits Lady Sheffield versprochen gewesen - ein Grund, ihn im Tower verrotten zu lassen, wenn dieses Gerücht wahr wäre. Dudley hatte somit gute Gründe, das Gerücht vehement abzustreiten.
Nachdem er Elisabeths
Gunst zurückgewonnen hatte, wurde ihm 1585 das Kommando
über
den Feldzug gegen die spanischen Niederlande unter Alessandro
Farnese
übergeben. Die Unterstützung der Niederländischen
Republik
gipfelte in der Schlacht von Zutphen und wurde von Spaniens
König
Philipp
II. als
Kriegserklärung
empfunden, was zur Aufstellung der Armada führte. Obwohl sich Dudley
als militärischer Versager erwies, war er auch der
Kommandant
der englischen Landtruppen im Kampf gegen die Spanische Armada im
Jahr
1588. Die Spanier landeten nie in England, und Dudley starb
kurz
danach bei Oxford an Malaria. Zum Zeitpunkt seines Todes war
sein
Stern im Sinken begriffen, Elisabeths Gunst
verlagerte sich auf Robert
Devereux, 2. Earl of Essex, seinen
Stief-Sohn.
ROBERT V. DUDLEY
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um 1533 † 1588 (ermordet)
Robert
V. Dudley war wie der
Vater und der Großvater
sehr unbeliebt, weshalb bald kolportiert wurde, der Stammvater
seiner
Linie, Johann Dudley von
Atherington († 1501),
sei nur ein Zimmermann im Dienste der Mönche von Lewes gewesen, um
die Familie zu diskreditieren ("the
graet grandson of a carpenter",
formulierten
es seine Gegner).
Er wurde 1549-1552 und 1553 Member
of Parliament
für
Norfolk, 1551 Kammerherr (Gentleman
of the Privy Chamber) und
1552-1553
Aufseher
der königlichen Jagdhunde.
1553 unterstützte er auch seine
Schwägerin, Königin
Jane Grey,
wurde wie der Vater und die Brüder inhaftiert, geächtet und
zum
Tode verurteilt. Robert wurde
aber begnadigt, 1559
völlig
rehabilitiert, Mitglied im Hosenbandorden,
königlicher
Stallmeister,
Geheimer Rat, Statthalter von Warwick
und
großer
Günstling von Königin
Elisabeth I.
Er wurde nach und nach auch Statthalter
von Berkshire,
Worcester,
Essex, Hertfordshire, Leicester,
Middlessex und
Rutland.
Robert Dudley galt 1564
als Heiratskandidat
für
Königin Maria Stuart und wurde
daher
zum Grafen von Leicester, Baron von Denbigh,
Chamberlain
von Chester,
Kanzler der Universität Oxford,
Großstuart
von Lynn und 1566 Ritter der
französischen Michaelsordens
ernannt.
Er erhielt viele Vergünstigungen und Landzuwendungen in allen
Gegenden
von England, besonders das Manor von
Kenilworth, wo er 1575 Elisabeth
I. verschwenderisch tagelang beherbergte.
Er war 1572-1584 Kanzler
des Hosenbandordens und wurde 1584 Lord Stuart des
königlichen
Haushaltes, 1585 Chief Justice
"in Eyre, South of Trent".
Robert
Dudley wird 1585 zum
Oberbefehlshaber der englischen Truppen in
den Niederlanden ernannt, war dort 1586-1587 Generalstatthalter
und wurde zurückgerufen, da er sich sehr ungeschickt und
arrogant
benahm. Er wich dem Haus NASSAU-ORANIEN.
Er saß als Bevollmächtigter für dieses
Gerichtsverfahren
mit über Maria Stuart zu
Gericht.
Gerüchte wollen sogar, daß er
heimlich
mit Elisabeth I. verheiratet war und
zwei
Söhne mit ihr hatte (einer davon soll der bekannte Lord
Franz
Bacon
von Verulam gewesen sein (22.1.1561 † 9.4.1626).
Die Umstände seines
Todes sind rätselhaft. Robert
Dudley war eine schillernde
Persönlichkeit,
wohl von geschliffenen, höfischen Formen, aber auch
eigensüchtig,
prasserisch und feige, besaß nichts von der tapferen,
beherrschenden
Art seines Vaters, erbte nur dessen Gerissenheit und Niedrigkeit.
1. oo 1549
AMY ROBESSART (ROBSART)
† 1560
Tochter des Sir Johann zu Siderston und der Elisabeth Scott von Cambberwell
Amy Robessart (Robsart) wurde nach Kolportag 1560 von ihrem Mann, der sich Hoffnungen auf eine Ehe mit Elisabeth I. oder Maria Stuart machte, ermordet, eine Sache, die viel Aufsehen erregte und mehrmals literarisch bearbeitet wurde, besonders von Sir Walter Scott in "Kenilworth".
2. oo 1573-1578
DOUGLAS
HOWARD
† 1608
Tochter des Lords Wilhelm
I. von Effingham
und der Margarete
Gamage
Schwester des Grafen
Karl
I. von Nottingham (vgl.
Effingham-Howard)
Witwe Lord Johanns Sheffield von Butterwick
Die Ehe galt als nicht offiziell, beide gingen
neue Verbindungen
ein, ohne formal geschieden worden zu sein.
(ihre 3. Ehe: oo Sir
Eduard Stafford zu Grafton,
†
1605)
3. oo LÄTIZIA
KNOLLYS
1540 † 1634
Tochter des KG Sir Franz
Enkelin der Marie
Boleyn und damit Nichte von
Elisabeth
I.
Witwe des Grafen
Walter Devereux von Essex
(†
1576 wohl vergiftet)
Robert hatte
schon vor dem Tode ihres Mannes ein
Verhältnis
mit ihr.
1549
1. oo Amy Robsart, Tochter des Sir Johann
zu Siderston
um 1530
† 1560
1573-1578
2. oo 2. Douglas Howard, Tochter des Lords
Wilhelm
I. von Effingham
um 1540/45
† 1608
1578
3. oo 2. Lätitia Knollys, Tochter des
Sir
Franz
1540 † 26.12.1634
Kinder:
2. Ehe
Sir Robert VI. Dudley
1573 † 1649
3. Ehe
Robert Baron Denbigh
1579 † 1583
Literatur:
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Lavater-Sloman Mary: Elisabeth I. Herrin
der
Meere,
Gustav Lübbe Verlag GmbH Bergisch Gladbach 1988 Seite
123,168,177,192,194,209,227, 308,323,379,381,425,429 - Neale John E.: Elisabeth I. Königin von
England.
Eugen Diederischs Verlag München 1994 Seite 90-340 - Panzer Marita A.: Englands Königinnen.
Von
den Tudors zu den Windsors. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 2001
Seite 100,102,106 - Thiele, Andreas:
Erzählende
genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band IV Die Britische
Peerage,
ein Auszug, R.G. Fischer Verlag 1996 Tafel
98a - Wende Peter: Englische
Könige und
Königinnen.
Von Heinrich VIII. bis Elisabeth II. Verlag C.H. Beck München 1998
Seite 80,86,89,92 -