Suppo IV.                                        Graf von Modena
-------------
    - nach 942
 

Sohn des Grafen Arding II. aus dem Hause der SUPPONIDEN
 

Hlawitschka, Eduard: Seite 273-274
******************
"Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962)"

CLIV.                         SUPPO IV.
 

verwaltete in der Regierungszeit der Könige Hugo und Lothar die Grafschaft Modena. In villa Renno inditiaria Motinensi hielt nämlich im August 931 ein Supo comes eiusdemque comitatu zusammen mit dem Königsboten Graf Maginfred von Parma, dem Grafen Ragimund von Reggio u.a. einen Gerichtstag ab. Schon unter Rudolf II. von Hoch-Burgund dürfte Suppo IV. in diesem Gebiet tätig gewesen sein; ein Supo comes, der zwar nicht ausdrücklich Graf von Modena genannt wird und der auch seine Urkunde in curte Pariola (= Parola) in der Grafschaft Parma ausstellen läßt, aber wohl dennoch mit dem Modeneser Grafen zu identifizieren ist, bestätigte ja schon im Janaur 925 als Rechtsnachfolger einer Gräfin Berta und ihrer Söhne Adelgis, Wifred, Boso und Arding cler. dem Freigelassenen Gisempert-Azzo gewisse bei der Freilassung bereits einmal zugesicherte Besitzungen in der Form einer Neuschenkung. In der Grafschaft Parma, in der damals Graf Maginfred gebot, hatte Suppo reiche Erbbesitzungen. Am 26. Dezember 942 konnte er davon eine curticella cum castrum inibi constructum ... in loco et fundo Palaxoni (= Palasone) judiciaria Parmensis an die Kanoniker der Marienkirche von Parma schenken.
Ungeklärt ist, ob Suppo IV. zu Beginn seiner Laufbahn zeitweise in Bergamo tätig war, das heißt ob er auch mit jenem Suppo inluster comes Bergomensis identifiziert werden darf, der im November 919 in Bonate im Gebiet von Bergamo mit einem Vicegrafen Erchembald und dem kaiserlichen vassus et missus Giselbert zu Gericht saß. Nachrichten, die dieser Gleichsetzung widersprechen, sind nicht bekannt.
Suppo IV., Sohn Ardings II., lebte - wie die beiden Parmenser Urkunden erweisen - nach der lex salica, war also fränkischer Abkunft [5 Über seine Stellung in der großen Familie der SUPPONIDEN vgl. Exkurs: Genealogie der Supponiden. Ungeklärt ist auch, ob der Suppo comes, der laut der Besitzbestätigung Berengars II. dem Kloster Leno bei Brescia Besitzungen in Gambara (35 km südlich Brescias) schenkte, mit diesem Suppo oder einem der drei anderen gleichen Namens identifiziert werden darf (Schiaparelli, I dipl. di Ugo Seite 319, nr. 10).].



Pauler Roland: Seite 58
************
"Das Regnum Italiae in ottonischer Zeit."

In Modena löste Adalbert möglicherweise das Geschlecht der SUPPONIDEN ab, doch weiß man aufgrund der schlechten Quellenbasis nicht, unter welchen Umständen dieser Wechsel vollzogen wurde [7 Vgl. Hlawitschka, Franken Seite 299ff., der die Genealogie mit dem letztmals 942 bezeugten Suppo IV. enden läßt. Vgl. auch Fumagalli, Vescovi e conti, Seite 188.]; vielleicht blieb die Grafschaft nach Suppos IV. Tod vakant und wurde, ohne die Erbfolge zu unterbrechen, Adalbert übertragen.
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Hlawitschka, Eduard: Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962), in Forschungen zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg im Breisgau 1960 Seite 105,112,135,140,162,176,187,230,248,251,273-274,289,291,2956,299,303, 307-309 - Pauler Roland: Das Regnum Italiae in ottonischer Zeit. Max Niemeyer Verlag Tübingen 1982 Seite 58 -