Sohn des Grafen
Suppo II. von Parma aus dem Hause der SUPPONIDEN
und der Berta
von Piacenza, Tochter von Graf
Wifred
Hlawitschka, Eduard: Seite 288-290
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"Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien
(774-962)"
CLXXIII. WIFRED II.
stellte beim harten Rivalenkampf, der nach der Absetzung
KARLS
III. in Italien zwischen BERENGAR
und WIDO
ausgetragen wurde, seine Kräfte für den ersteren zur Verfügung.Mit
seinen Brüdern Adelgis
II. und Boso
III. vermochte er 1.500 gepanzerte Reiter in die Schlacht zu führen,
wie die Gesta Berengarii rühmen. Mit seinem Prätendenten war
er durch Familienbande verbunden; seine Schwester
Bertilla
war BERENGARS Gemahlin geworden. -
Da jedoch WIDO die Gebiete bis zur
Adda an sich reißen konnte, ist es zu vermuten, daß er seine
Geimat, das Gebiet von Parma und Piacenza, aufgeben und zu BERENGAR
nach Friaul flüchten mußte. Erst als der Graf Sigefred, der
von WIDO in Piacenza eingesetzt worden
war, sich aber wegen einiger Verdienste auch lange unter BERENGAR
halten konnte, 906 nach dem 2. Italienzug LUDWIGS
DES BLINDEN VON DER PROVENCE beseitigt worden war, konnte
er wieder in die alte Familienposition zurückkehren. - So
zeigt uns eine Piacentiner Urkunde aus dem September
911, daß Wifred als comes eiusdem comitato Piacentino
einen Gerichtstag abhielt. Auch im Grenzgebiet von Parma und Brescia nahm
er anscheinend noch Interessen wahr, denn man findet Wifred sodann
in einem Streit mit dem Bischof Petrus von Reggio um einige der Kirche
von Reggio gehörige Besitzungen in Torricella (30 km nördlich
Parma, am Po - wohl zur Grafschaft Brescia gehörig). Und dieser
Streit war bis zu BERENGARS Ohren gedrungen.
Im Königsgericht, das am 9. Juni 912 im königlichen Palast in
Pavia über diesen Streit abgehalten wurde, konnte jedoch Wifred
des Unrechtes überführt werden, so daß er supradicta
Sanctae Mariae capella et castro inibi facto der Kirche von Reggio
zurückgeben mußte. Die königliche Gunst scheint Wifred
II. durch diesen Übergriff aber nicht verloren zu haben. In einer
etwa zur gleichen Zeit ausgestellten Urkunde, die uns nur im Bruchstück
erhalten ist, aber den Jahren 912-915 zugeordnet werden kann, tritt Wifred
als Intervenient bei König BERENGAR
hervor und wird von diesem sogar als sein dilectus consiliarius bezeichnet.
Er setzt sich dafür ein, daß das vom Paveser Subdiacon Hieronimus
zur Abwehr der Ungarngefahr auf eigenem Grund und Boden im comitatu
Ticinensis in villa Figaria erbaute Kastell in königlichen Scjutz
aufgenommen wird, was dfann auch geschieht. Daß Wifred II. Einfluß
auf die Geschicke Oberitaliens gewann, ist durch wenige Notizen schon ersichtlich.
Nicht klar allerdings, ob sein Einfluß bei BERENGAR
auch über den Giftmord an seiner Schwester
Bertilla (912-915) durch ihren Gemahl, den König, hinweg
andauerte, oder ob der Ehebruch Bertillas
und dessen harte Bestrafung auch einschneidende Folgen für ihre Verwandtschaft
brachte. Die weiteren Nachrichten über Wifred geben darüber
keinen klaren Aufschluß. - Zwei Königsdiplome für das Kapitel
von Parma, eine Urkunde Kaiser BERENGARS vom
19. Februar 921 und eine Urkunde König
Rudolfs II. vom 8. Dezember 922, nennen ihn noch als Wohltäter
der Kirche von Parma; mit seiner Mutter Berta, der Witwe des Grafen
Suppo II., hatte er dem Parmenser Domkapitel verschiedenr Besitzungen
übertragen, und dieser wurden von den beiden Herrschern den Parmenser
Klerikern neu bestätigt. Auch hatte er mit seiner Mutter und den schon
genannten Brüdern sowie dem clericus und späteren Bischof
von Brescia, Arding, einem weiteren Bruder, einen Hörigen
freigelassen, wie eine Urkunde seines Verwandten Suppo IV. vom Januar
925 besagt.
Als Sohn Suppos II. und Glied der SUPPONIDEN-Familie
ist Wifred der Rechtstellung und dem herkommen nach Franke.