Begraben: Augustinereremitenkloster Marienthron bei Neustettin
Älteste Tochter des Königs
Kasimir III. der Große von Polen aus dem Hause der
PIASTEN
aus seiner 1. Ehe mit der Aldona
von Litauen, Tochter von Großfürst
Gedimin
Thiele, Andreas: Tafel 339
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und
Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"
ELISABETH
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+ 1361
oo 1343
BOGISLAW V., Herzog
von Pommern-Stolp
+ 1373
ELISABETH VON POLEN
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* ca. 1330 (1326/34), + 1361
Begraben: Augustinereremitenkloster Marienthron bei Neustettin
Tochter von König Kasimir III. dem Großen von Polen und seiner 1. Frau Anna (Aldona) von Litauen
1.) – Frankfurt/Oder 19.5.1335
LUDWIG VI. DER RÖMER
* 12.5.1330, + Jan./Febr.
1365
München
Berlin
2.) – Visegrad 19.11.1335
JOHANN I., Herzog von Nieder-Bayern
* 29.11.1329 + 20.12.1340
Landshut
3.)~ Posen 24.2.1343 oo spätestens 1345
BOGISLAW V., Herzog von Pommern-Wolgast
* um 1318/19, + 16.1.1373/24.4.1374
Begraben: Prämonstratenserkloster Belbuck bei Treptow/Pommern
Karl II. Robert veranstaltete im November in seiner damaligen Hauptresidenz Visegrad an der Donau einen auch von den beiden anderen Königen besuchten Fürstentag, auf dem am 19. September der in Einzelheiten präzisierte Trenciner Präliminarfrieden angenommen, ein finanzieller Ausgleich Johanns in Höhe von 20.000 Schock Prager Groschen vereinbart und eine Ehe zwischen Johanns gleichnamigem Enkel, Sohn Heinrichs XIV. von Nieder-Bayern, und Kazimirz' Tochter Elisabeth in Aussicht genommen wurde.
Veldtrup, Dieter: Seite 210,235-240,377,379
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"Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den
dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und
ihrer Zeit."
Bereits 1335 hatte es nämlich Kontakte zwischen Polen
und dem Kaiser gegeben, die in einem Eheversprechen zwischen Kasimirs
Tochter Elisabeth und Ludwig
dem Römer gegipfelt hatten. Damals war es
Johann noch gelungen, diese Annäherung zu verhindern [1242
Siehe
unten Seite 235f.].
Am 16. Mai 1335 hatte Ludwig
der Brandenburger mit Abgesandten des polnischen Königs
in Frankfurt an der Oder eine Übereinkunft getrofffen, die neben dem
Bündnis gegen jedermann eine Ehe zwischen Kasimirs
älterer
Tochter Elisabeth
[1402
Zu ihr
vgl. O. Balzer 1895, Seite 392-395.] und
Ludwig,
dem Bruder des Brandenburgers, vorsah.
Man einigte sich darauf, daß Elisabeth
eine Heimsteuer in Höhe vonn 10.000 Schock Prager Groschen erhalten
solle; Ludwig solle ihr 2.000 Mark
jährlicher Einkünfte hauptsächlich aus den Vogteien Landsberg
unnd Soldin zukommen lassen; als Zeitpunkt der copulatio, also des
symbolischen Beilagers [1406 Zumindest Ludwig
der Römer war zu diesem Zeitpunkt noch unmündig; er
war 1330 (wahrscheinlich Mai 12) geboren worden: H. Bier 1933, Seite 67,
151 Anm. 35; zu seinem Geburtsdatum vgl. auch die Überlegungen von
C. Gerstenberg 1902, hier besonders Seite 13-22. Elisabeth
von Polen dürfte um 1330 geboren worden sein.],
wurde der 29. September 1339 bestimmt. Aber es kam noch immer nicht zur
Besiegelung des Vertragswerkes.
Es scheint als habe KARL,
mit seinem ausgeprägten Gespür für politische Gefahren die
polnischen Pläne des Kaisers sofort erahnt und alles daran gesetzt,
um die drohende Allianz noch vor ihrem endgültigen Zustandekommen
zu untergraben; denn wenn es stimmt, was Heinrich vonn Dießenhofen
berichtet, daß Ludwig der Römer als
Ehemann der Polen-Prinzessin den Thron des söhnelosen Kasimir
hätte
erben sollen, wäre der wittelsbachische
Einfluß auf Osteuropa ausgedehnt worden.
In Visegrad wurde auf der Grundlage des in Trentschin
erarbeiteten Vertragsentwurfs unter Vermittlung von Karl
Robert Johanns
Verzicht auf die ererbten polnischen Rechte endgültig ausgesprochen.
Um die erreichte diplomatische Lösung auch durch ein Familienband
zu bestärken, wurde die Heirat von Johanns
Enkel
Johann
von Nieder-Bayern mit Elisabeth von Polen
beschlossen [1424 CodMor VII, Nr. 90 Seite 70; vgl. Peter
v. Zittau, Buch III Kap. 11, Seite 331; Franz v. Prag, Buch III Kap. 3,
Seite 422. - Vgl. E. Ficken 1932, Seite 112; E. Werunsky I, 1880, Seite
152f.; F. Meltzer 1940, Seite 100; B. Huesmann 1940, Seite 65. P. W. Knoll
1972, Seite 78, weist darauf hin, daß, sollten Söhne aus dieser
Ehe hervorgehen, sie Karl Roberts Hoffnung
auf die Erlangung des polnischen Thrones gemindert hätten, und daß
zudem eine Stärkung des luxemburgischen
Einflusses
bewirkt worden wäre; doch hat diese Aussicht weder sein Verhältnis
zu Kasimir noch zu den Böhmen
beeinflußt, wie auch inn späteren Verhandlungen über die
Ehe von Kasimir und Margaretha
zeigen (siehe unten Seite 250).], die noch vor wenigen Wochen als zukünftige
Frau für Ludwig den Römer vorgesehen
war [1425 Siehe oben Seite 235.]. Damit war Kasimir
endgültig
von seinem Bündnisplan mit den WITTELSBACHERN
zurückgetreten.
Der Knabe, der ihr als späterer Ehemann zugedacht
war, war der Sohn aus der Ehe Herzog Heinrichs II. von Nieder-Bayern mit
Margaretha,
der ältesten Tochter des Böhmen-Königs, die einige Jahre
später in der dynastischen Politik der beiden Länder als Braut
Kasimirs
noch eine wichtige Rolle spielen sollte. Johann war zum Zeitpunkt
der Verträge fast sechs Jahre alt, Elisabeth
etwa gleichaltrig [1427
Siehe oben Anm. 1406.].
Elisabeth soll als
Heimsteuer 5.000 Mark erhalten, Johann von Böhmen
verspricht, für seinen Enkel 7.000 Mark als Mannesgabe zu zahlen.
Das sind erstaunlich niedrige Sätze; wahrscheinlich hängt zumindest
die geringe Summe, die Elisabeth erhalten
soll, damit zusammen, daß Kasimir
sich schon dazu bereit erklärt hatte, einne einmalige Ausgleichszahlung
in Höhe von 20.000 Mark an Johann zu
entrichten.
Trotz der insgesamt günstig erscheinenden politischen
Situation kam die Ehe nicht zustande. Wir wissen weder, wann die Verbindung
aufgegeben wurde, noch warum. Man könnte annehmen, daß sie deshalb
in der zweiten Jahreshälfte 1337 die dynastische Beziehung zu ihrem
unzuverlässigen Nachbarn aufgehoben haben. Das würde auch
jenes Schreiben LUDWIGS
DES BAYERN an Kasimir vom
15. September 1338 erklären, in dem er diesen bittet, er möge
sich doch am 16. Oktober zwischen Filehne uund Woldenberg mit Ludwig
dem Brandenburger treffen, um über das vor drei Jahren
vereinbarte Ehebündnis zwischen ihren Kindern zu beraten. Die vom
Kaiser angeregten Verhandlungen scheinen zwar nicht stattgefunden zu haben,
denn Elisabeth heiratete nicht den
Römer, sondern Herzog Bogislaw V. von Pommern [1434
Verlobungsvertrag
1343 Februar 24 (Posen): CodDiplPol I, Nr. 1 Seite 568ff. (mit falschem
Datum Februar 28 im Kopfregest). - Vgl. M. Wehrmann 1937 (Genealogie),
Seite 79ff.; zu Bogislaw auch O. Balzer 1895, Seite 395.] und wurde
so zur Mutter von KARLS vierter
Frau [1435
Siehe unten Seite 377.]. Die zwischen den beiden
Herrschern angebahnten Beziehungen führten jedoch sechs Jahre später
dazu, daß Kasimirs jüngere
Tochter Kunigunde
[1436 Zu ihr O. Balzer 1895, Seite 395-400; H. Bier 1933, Seite
157 Anm. 53.] mit Ludwig dem Römer
verlobt wurde und ihn später auch tatsächlich heiratete [1437
Verlobungsvertrag:
MonWitt II., Nr. 313 Seite 384ff. zu 1345 Januar 1; symbolisches Beilager
1345 Ende Juli; Vollziehung der Ehe frühestens 1352 Mai (sämtlich
Krakau): H. Bier 1933, Seite 157f. Anm. 53.].
Von den beiden Töchtern des Polen-Königs
war
die jüngere, Kunigunde, bereits
1357 als Gattin Ludwigs des Römers
gestorben [2317 April 26 (Jan Dlugosch IX, Buch IX, Seite 287; zu
ihrer Grabstätte in der Klosterkirche zu Berlin und weiteren chronikalischen
Nachweisen vgl. H. Pieper 1897/98, Seite 236.]; die ältere, inzwischen
ebenfalls verstorbene [2318 Elisabeth
war seit 1361 tot (O. Balzer 1895, Seite 395); sie wurde im Kloster
Marienthron bei Neustettin beigesetzt: Thomas Kantzow I, Buch VIII, Seite
384; vgl. M. Wehrmann 1937 (Begräbnisstätte), Seite 108.], die
als in Aussicht genommene Braut für Johann von Nieder-Bayern
beinahe einmal Mitglied der luxemburgischen
Familie geworden wäre, war mit Herzog Bogislaw V. von Pommern
verheiratet gewesen [2319 Siehe oben Seite 240.] und hatte aus dieser
Ehe zwei Söhne sowie eine Tochter, Elisabeth
[2320
Zu ihr vgl. M. Wehrmann 1937 (Genealogie), Seite 83; A. Hofmeister
1938 (Untersuchungen), Seite 149-152; J. Zdrenka 1977], hinterlassen, die
Kasimirs
einzige legitime Nachkommen waren [2321 Zu seinen drei unehelichen
Kindern aus der Verbindung mit Cudka, der Frau des Kastellans von
Sieciechow Niemierz Golecki, vgl. O. Balzer 1895, Seite 400-411. Aus seiner
Verbindung mit Christina, der Witwe des Prager Bürgers Nikolaus
Rokzaner, die er 1356 trotz noch bestehender Ehe mit
Adelheid von Hessen geschlossen hatte, stammten offensichtlich
keine Nachkommen (vgl. ebd., 189, Seite 388ff.; A. Semkowicz 1898, Seite
561f., 564 Anm. 1). Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der abenteuerlichen
These von E. Schieche 1927, Seite 333f., der einen in Krakau geschriebenen
Brief der ungenannt bleibenden
Regina Poloniae an den Kaiser von
1357 (wohl richtiger 1358) Juli 17 (ebd., Nr. 10 Seite 354) als Schreiben
der Christina Rokzaner ausgibt, erübrigt sich von selbst.].
Elisabeth von Pommern,
wahrscheinlich 1347 geboren [2329 Zu diesem Jahr meldet das Chronicon
Anonymi, Seite 57, ihre Geburt, die vor November 13 erfolgt sein muß:
An diesem Tage erhalten ihre Mutter und sie die Erlaubnis zum Gebrauch
eines tragbaren Altars (Reg. Avinion. Clementis VI tom. 44 (Nr. 98) Bl.
476, zitiert nach M. Wehrmann 1937 {Genealogie}, Seite 83). Der Versuch
von J. Zdrenka 1977, Seite 2f., Elisabeths Geburt
aufgrund einer Notiz in der Stralsunder Schoßßrolle von 1346
(vor November 22) über das puerperium einer pommerschen
Herzogin (dazu ausführlich A. Hofmeister 1938 {Untersuchungen},
Seite 184ff.) in dieses Jahr vorzuverlegen, ist nicht überzeugend,
da die Bemerkung sich auch auf ein 1346 geborenes, aber früh verstorbenes
Kind aus der Ehe von Bogislaw V. und Elisabeth
von Polen beziehen kann (so auch ebd., Seite 186). M. Wehrmann
1937 (Genealogie), Seite 83, liegt mit seiner Vermutung "um 1345" auf jeden
Fall zu früh.], war am 26. Juli 1358 mit Otto
von Brandenburg verlobt worden.
Veldtrup, Dieter: Seite 117
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"Frauen um Herzog Ladislaus (+ 1401). Oppelner Herzoginnen
in der dynastischen Politik zwischen Ungarn, Polen und dem Reich."
Kasko von Stettin, Sohn seiner älteren Tochter
aus der ersten Ehe mit Anna-Aldona von Litauen
[22
Elisabeth (+ 1361)
war mit Herzog Bogislaw V. von Pommern-Wolgast verheiratet gewesen;
zu ihr vgl. O. Balzer 1895, Seite 392-395; zu Bogislaw vgl. M. Wehrmann
1937, Seite 79ff.; A. Hofmeister 1938, Seite 143-148; W. Wegener 1969,
Tafel 4. Das Paar wurde durch seine Tochter Elisabeth
zu den Schwiegereltern Kaiser KARLS IV.
(vgl. D. Veldtrup 1988, Seite 240,377. - Zu Anna-Aldona
vgl. O. Balzer 1895, Seite 382-385; E. Rudzki I, 1990, Seite
23-29.], hatte sich in den letzten Jahren der besonderen Förderung
des Königs erfreuen könnnen, der ihn im April des Jahres 1369
sogar adoptiert hatte [23 Zur Adoption vgl. F. Kavka 1986, Seite
259f.; Sliwinski 1993, Seite 79-82. Nach P. W. Knoll 1972, Seite 229f.,
erfolgte die Adoption bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 1368.];
bei dieser Gelegenheit war der erst kürzlich Verwitwete [24 Zu
seiner am 27. April 1368 verstorbenen ersten Ehefrau Kenna,
einer Tochter Großfürst Olgierds von
Litauen (der durch seine Schwester Anna-Aldona
übrigens ein Schwager Kasimirs
war), vgl. O. Heinemann 1903; A. Hofmeister 1938, Seite 152f.] mit Herzogin
Margaretha von Masowien, der bereits erwähnten Tochter
Herzog Siemowits
III., verheiratet worden.
23.2.1343
oo 1. Bogislaw V. Herzog von Pommern-Stolp
1318-7.12.1375
Kinder:
Kasimir IV.
1351-2.1.1377 gefallen
Elisabeth
1347-15.4.1393
1363
oo KARL IV. Kaiser des Deutschen Reiches
14.5.1316-29.11.1378
Literatur:
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Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche
Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer
2000 Seite 88 - Lebe Reinhard: Ein
Königreich als Mitgift. Heiratspolitik in der Geschichte. Deutsche
Verlagsanstalt Stuttgart 1998 Seite 192 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband
2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II
Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 339 - Veldtrup,
Dieter: Frauen um Herzog Ladislaus (+ 1401). Oppelner Herzoginnen in der
dynastischen Politik zwischen Ungarn, Polen und dem Reich. Fahlbusch Verlag
1999 Seite 117 -
Veldtrup, Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik.
Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den
Luxemburgern und ihrer Zeit Verlag Fahlbusch/Hölscher/ Rieger Warendorf
1988 Seite 51,210,235-240,246,377,379 -