Dado                                               comes "de loco Bunio"
-------                                              Graf von Mailand 967
    -                                                  Grundbesitzer in der Grafschaft Pombia
 

Eventuell Sohn des Grafen Adalbert von Pombia oder Sohn des Markgrafen Anskar II. von Ivrea
 

Brunhofer, Ursula: Seite 152,156,163,166,167,169,360
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"Arduin von Ivrea. Untersuchungen zum letzten italienischen Königtum des Mittelalters."

Trotz verschiedentlich geäußerter Zweifel blieb die These von Arduins ansgarischer Herkunft stillschweigend und unreflektiert bis in die neuste Zeit von Geltung, die bevorzugte Version ist die Einordnung von Arduins Vater Dado unter die Söhne Ansgars II., des Sohnes Adalberts I. von Ivrea und dessen zweiter Frau Ermengard, der Schwester des Königs Hugo.
Arduin von Ivrea war Sohn eines Grafen Dado [5 DD O III 323 und 383. Chronicon Venetum (NMG SS VII) Seite 35.] und hatte einen Bruder namens Amadeus.
Nun zu den Argumenten, die gegen eine ansgarische Herkunft Arduins sprechen. Hier ist das Schweigen der zeitgenössischen Quellen zu nennen und die Tatsache, daß wedetr ein vierter Sohn Berengars II. [86 Dies betonte bereits Durandi, della marca d'Ivrea, Seite 51f. in seiner Auseinandersetzung mit der zu seiner Zeit vorherrschenden Meinung; Arduins Vater sei ein Sohn Berengars II. gewesen.] noch ein zweiter Sohn Ansgars II. bezeugt ist, mit dem Arduins Vater Dado identifiziert werden könnte. Möglich wäre zwar auch die Abstammung von einem Bruder Adalberts I. von Ivrea - Gabotto etwa nennt einen Amadeus als Dados Vater -, mit derartigen Mutmaßungen aber wird ein rein spekulativer Weg beschritten.
Eine Verbindung Dados mit einer Tochter Aledrams ist weniger wahrscheinlich, da dann wenigstens bei einem von den drei nachgewiesenen Söhnen Dados ein aledramidischer Name zu vermuten gewesen wäre.
Ob Graf Adalbert von Pombia mit Arduins Vater Dado verwandt war, kann nicht erwiesen werden. Zwar ist 973 ein Graf Dado in Pombia als Grundbesitzer belegt, und es ist gut möglich, daß dieser Dado Arduins (und Wiberts) Vater war. Welche Grafschaft er innehatte, ist jedoch nicht erwiesen [108 So gibt es etwa keinen Beleg dafür, daß Dado Graf von Pombia war. Vgl. Groneuer die weltlichen Gewalten, Seite 90 mit Anm. 350 oder Andenna, grandi patrimoni. Ebensowenig gibt es freilich einen Beleg, daß Dado nicht Graf von Pombia war, vgl. Sergi, declino, Seite 472.]. Seine Identität mit jenem Dato comes Mediolanensis, der 967 in Ravenna im Gefolge OTTOS DES GROSSEN auftaucht, ist ebenfalls möglich [109 MP, Nr. 155. Die Grafschaft Mailand wurde einst von Berengar II. verwaltet, vgl. CdL, Nr. 558 (941). Auch Conrad-Cuno war möglicherweise in Mailand präsent gewesen, dies schreibt zumindest P. Delogu, v. Berengario II., in: DBI IX, Roma 1967, Seite 33.]. Vielleicht entstammte Arduin jener aufstrebenden, in die ehemaligen ansgarischen Machtpositionen nachrückenden Familie aus dem nördlichen Piemont [110 Dies vermutet G. Sergi, Anscarici, Arduinici, Aleamici. Elementi per una comparazione fra dinastie marchionali, in: Formazione e strutture dei ceti dominanti nel medioevo: Marchesi, conti e visconti nel regno Italico (sec. IX-XII). Atti del primo convegni di Pisa 10-11 maggio 1983, Roma 1988, Seite 21. Vgl. auch ders., movimento, Seite 162: Die Zugehörigkeit Arduins zur ansgarischen Sippe sei zwar möglich, aber absolut ungesichert, vorerst könne die Geschichte Arduins als Aufstieg eines Amtsträers in einem kleineren Bereich interpretiert werden. Sergi verweist dabei auf den Aufstieg Arduin Glabrios vom Grafen von Auriate zum Markgrafen von Turin (Anm. 28).], wie die später eng mit ihm verbundenen Grafen Hubert und Richard. Bei einer Zuordnung Dados zu einer aufstrebenden Familie bliebe zudem noch immer die Möglichkeit einer Ehe Dados mit einer ANSGARIERIN. Belege gibt es freilich auch für diese Vermutung nicht.
Dado wurde etwa mit Arduin Glabrios Sohn Otto identifiziert, oder man postulierte eine Ehe Dados mit einer Tochter Arduin Glabrios [118 So etwa Provana, Seite 52, Gabotto, per la storia del Novarese, Seite 16 oder Baudi di Vesme, Ardiono, Seite 3. Dionisotti, famiglie celebri, Seite 64, schreibt ohne Quellenangabe, daß Anselda, die Tochter Arduin Glabrios und Frau Giselberts II. von Bergamo, gemeinsam mit dem Kleriker Adam bei der Gründung des Klosters S. Felino und Gratiniano zu Arona mitgewirkt habe. Dabeigewesen sei auch die Frau Dados und wahrscheinliche Mutter Arduins, die eine Tochter oder Nichte Adams gewesen sei. Vgl. Arnaldi, Seite 53.]. Eine hierfür in Frage kommende dritte Tochter [119 Anselda heiratete Giselbert von Bergamo, Richilda Conrad-Cuno von Ivrea. Vgl. Carutti, conte Umberto, Seite 245.] des Markgrafen ist aber nicht belegt. Hirsch hingegen sah in Dado einen Angehörigen der ARDUINIDEN, der mit Berengar II. verschwägert gewesen sei [120 Hirsch, Jbb H II, Seite 45 9f.]. Wenn auch eine Verwandtschaft Arduins mit den Markgrafen von Turin nicht belegbar ist, so erscheint eine arduinisch-ansgarische Verbindung Dados durch das Auftauchen der Namen Arduin und Amadeus unter seinen Söhnen doch nicht unwahrscheinlich. In Frage käme gegebenenfalls nur eine Heirat Dados mit einer sonst nicht belegten Tochter aus den obengenannten Eheverbindungen.
Seit dem Auftreten des Grafen Adalbert 963 ist kein Graf Pombias mehr belegt. Arduins Vater, Graf Dado, war zwar im Pombia begütert, für die Annahme, daß er dort auch das Amt des Grafen ausgeübt hat, gibt es aber keine Belege.
 
 
 

  oo N.N. (? Tochter Konrad-Dados)
             -
 
 
 
 

Kinder:

  Arduin von Ivrea König von Italien
         -

  Amadeus
           - nach 998

  Wibert Graf von Ivrea
          - nach 1016
 
 
 
 

Literatur:
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Brunhofer, Ursula: Arduin von Ivrea. Untersuchungen zum letzten italienischen Königtum des Mittelalters. Arethousa Verlag Augsburg 1999 Seite 152,156,163,164,166,167,169,170,283,306,360 -