Adalbert                                        Graf von Pombia
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Sohn des N.N.; Neffe des Markgrafen Adalbert I. von Ivrea
 

Brunhofer, Ursula: Seite 166,167
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"Arduin von Ivrea. Untersuchungen zum letzten italienischen Königtum des Mittelalters."

Vielleicht ist der "Onkel" Adalbert mit dem 963 in der Grafschaft Pombia amtierenden Grafen Adalbert zu identifizieren, welcher bei der Übergabe eines Teils des väterlichen Erbes des abgesetzten Grafen Egelrich in Mosezzo an dessen frühere Stiefmutter Guntilda, die Tochter Rogers II. von Auriate und der Gemahlin von Amadeus, des Sohnes des Markgrafen Ansgar II., beiwohnte [105 In Amadeus ist wohl der Amadeus miles nobilis zu sehen, der Berengar II. auf seiner Flucht nach Deutschland begleitete (Liutprand, Antap. V, 18), vgl. Hlawitschka, Franken, Seite 131. Zu Roger von Auriate vgl. ebd., Seite 254. Zum Geschäft von 963: MP, Nr. 147 = BSSS 28, Nr. 55. Das von Sergi (movimento, Seite 163) aufgrund seiner Untersuchung der Besitzverhältnisse in Mosezzo angeführte Argument, Arduin, der in Mosezzo nicht begütert gewesen sei, habe entweder nicht zum ansgarischen Haus gehört, oder man habe zwischen dem Zweig Ansgars II., der in Mosezzo präsent gewesen sei, und dem Berengar II., dem Arduin angehört haben könnte, unterschieden (vgl. Sergi, movimento, Seite 166ff. und Seite 185), erscheint mir nicht beweiskräftig, da Mosezzo ja nicht eigentlich ansgarischer Besitz war, sondern erst von der Frau von Amadeus, dem Sohn Ansgars II., erworben wurde, was eventuelle Kinder Ansgars II. ja nicht betreffen mußte.]. Von der Abstammung des Grafen Adalbert ist nichts bekannt; daß er einer ansgarischen Nebenlinie angehörte, ist so bald nach Berengars Sturz zwar unwahrscheinlich, aber nicht völlig ausgeschlossen, wenn man die Nachfolge Conrad-Cunos in der Markgrafschaft Ivrea bedenkt. Fedele Savio etwa geht davon aus, daß Adalbert von Pombia ein Sohn Ansgars II. gewesen sei, Ferdinando Gabotto betrachtet ihn als Sohn eines Bruders Adalberts von Ivrea namens Amadeus [107 Storia di Torino, Tavola I und II und ders., Per la storia del Novarese nell' alto medioevo, Bollettino storico per las provincia di Novara II (1917) Seite 115 mit Anm. 1. Ähnlich Baudi di Vesme, Ardoino, Seite 4: Adalbert von Pombia als Sohn eines Bruders Adalberts von Ivrea.] und Vater Dados. Dieser müsse deshalb einen erstgeborenen Sohn mit Namen Adalbert gehabt haben, welcher wiederum der von Arduin eingesetzte Bischof Adalbert von Vercelli (997/98) gewesen sei.
Ob Graf Adalbert von Pombia mit Arduins Vater Dado verwaqndt war, kann nicht erwiesen werden. Zwar ist 973 ein Graf Dado in Pombia als Grundsbesitzer belegt, und es ist gut möglich, daß dieser Dado Arduins (und Wiberts) Vater war. Welche Grafschaft er innehatte, ist jedoch nicht erwiesen [108 So gibt es etwa keinen Beleg dafür, daß Dado Graf von Pombia war. Vgl. Groneuer die weltlichen Gewalten, Seite 90 mit Anm. 350 oder Andenna, grandi patrimoni. Ebensowenig gibt es freilich einen Beleg, daß Dado nicht Graf von Pombia war, vgl. Sergi, declino, Seite 472.]. Seine Identität mit jenem Dato comes Mediolanensis, der 967 in Ravenna im Gefolge OTTOS DES GROSSEN auftaucht, ist ebenfalls möglich [109 MP, Nr. 155. Die Grafschaft Mailand wurde einst von Berengar II. verwaltet, vgl. CdL, Nr. 558 (941). Auch Conrad-Cuno war möglicherweise in Mailand präsent gewesen, dies schreibt zumindest P. Delogu, v. Berengario II., in: DBI IX, Roma 1967, Seite 33.]. Vielleicht entstammte Arduin jener aufstrebenden, in die ehemaligen ansgarischen Machtpositionen nachrückenden Familie aus dem nördlichen Piemont [110 Dies vermutet G. Sergi, Anscarici, Arduinici, Aleamici. Elementi per una comparazione fra dinastie marchionali, in: Formazione e strutture dei ceti dominanti nel medioevo: Marchesi, conti e visconti nel regno Italico (sec. IX-XII). Atti del primo convegni di Pisa 10-11 maggio 1983, Roma 1988, Seite 21. Vgl. auch ders., movimento, Seite 162: Die Zugehörigkeit Arduins zur ansgarischen Sippe sei zwar möglich, aber absolut ungesichert, vorerst könne die Geschichte Arduins als Aufstieg eines Amtsträers in einem kleineren Bereich interpretiert werden. Sergi verweist dabei auf den Aufstieg Arduin Glabrios vom Grafen von Auriate zum Markgrafen von Turin (Anm. 28).], wie die später eng mit ihm verbundenen Grafen Hubert und Richard. Bei einer Zuordnung Dados zu einer aufstrebenden Familie bliebe zudem noch immer die Möglichkeit einer Ehe Dados mit einer ANSGARIERIN. Belegt gibt es freilich auch für diese Vermutung nicht.
Ausgeschlossen ist auch nicht, daß jene obenerwähnte, in Canavese begüterte Berta filia Amadei Arduins Frau und vielleicht die Tochter von Ansgars II. Sohn Amadeus war [111 Eine Enkelin Ansgars II. vermutete in dieser Bertaf. Amadei bereits C. Dionisotti, Le famiglie celebri medievali dell'Italia superiore, Torino, 1867, Seite 24. In Arduins Frau allerdings sah er eine Tochter Conrad-Cunos.]. Der fehlende Verweis in HEINRICHS Fruttuaria-Diplom auf ihren Gemahl König Arduin könnte dabei durch die Kanzlei HEINRICHS erklärt werden. Die curtis Obiano hatte sich einst im Besitz Berengars befunden, der sie seiner Gattin Willa geschenkt hatte [112 CdL, Nr. 640 (25. Oktober 960).], dies könnte auf eine ansgarische Herkunft der ebenfalls in Obiano begüterten Berta weisen. Da Berengar über die curtis, Berta aber über castellum et capella verfügte, könnte der Besitz vielleicht zwischen den Söhnen Adalberts I. geteilt worden sein. Sollte Berta wirklich Enkelin Ansgars II. und Gemahlin Arduins gewesen sein, könnten die ansgarischen Besitzungen Arduins von ihr stammen, zumal Arduins Bruder Wibert seinen Besitzschwerpunkt nicht in Canavese hatte - Arduins zweiter Bruder Amadeus ist nicht als Grunbesitzer faßbar. Auch Arduins mutmaßlicher Enkel Arduin III. hatte noch Besitz in Obiano.
 
 
 

  oo N.N.
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Kinder:

  Dado
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Literatur:
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Brunhofer, Ursula: Arduin von Ivrea. Untersuchungen zum letzten italienischen Königtum des Mittelalters. Arethousa Verlag Augsburg 1999 Seite 166,167,283,289,360,361 -