Einziger Sohn des Herzogs
Philipp der Gute von Burgund aus dem Hause
VALOIS aus seiner 3. Ehe mit der Isabella
von Portugal, Tochter von König
Johann I.
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 989
********************
Karl der Kühne (Charles le temeraire, le Hardi),
4. Herzog von Burgund aus dem Hause der ---------------------------------------------------------
burgundischen VALOIS
* 10. November 1433, + 5. Janaur 1477
1. oo 1440 Katharina von Frankreich (+ 1446)
2. oo 1454 Isabella von Burbon (+ 1465)
3. oo 1468 Margarete von York (+ 1503)
1457 Geburt der einzigen Erbin Maria
- Als Karls Vater,
Herzog
Philipp der Gute, 1454 zum Reichstag nach Regensburg reiste,
ernannte er den Prinzen zum Generalstatthalter (lieutenant general).
Seit 1457 entwickelte sich ein wachsender Gegensatz zum Vater. Ein Hauptstreitpunkt
war die abweichende Haltung Karls des Kühnen
gegenüber
Frankreich. Der Prinz erschien am Hofe nur noch in großen Abständen
und residierte zumeist in Le Quesnoy und auf seinen großen Besitzungen
in Holland (Schloß Gorkum). 1462 betraute ihn sein Vater mit der
Aushandlung einer Aide für Holland; als Karl
der Kühne dies dazu benutzte, um sich als Erbe und Nachfolger
anerkennen zu lassen, flammte der Gegensatz erneut auf (1463). Philipps
Räte aus der mächtig gewordenen Familie CROY setzten gegen Karl
den Kühnen die Auslieferung der 1435 mit Rückkaufsrecht
an Burgund abgetretenen Sommestädte an Frankreich durch. Karl
der Kühne berief seinerseits 1464 erstmals die Generalstände
zur Diskussion über die Nachfolge ein, was schließlich zum Ausgleich
mit dem Vater und zur Ausschaltung der CROY führte. Am 27. April 1465
erhielt Karl der Kühne die Generalstatthalterschaft
mit
faktisch unbeschränkten Vollmachten. Dieses Datum markiert die entscheidende
Wende in der Geschichte Burgunds. In Abkehr von der kontilianteren Grundhaltung
des Vaters betrieb Karl der Kühne
eine Politik scharfer Konfrontation mit dem auch seinerseits aggressiveren
Frankreich. Im Bunde mit den Fürsten Frankreichs entfachte er gegen
das französische Königtum die Guerre du Bien Public
(Ligue du Bien Public), durch die er die Picardie und die Grafschaft
Guines zurückgewann (5. Oktober 1465). Im Anschluß daran
unterwarf er das Fürstbistum Lüttich, das Frankreich unterstützt
hatte, seiner weltlichen Vogtei. Die Folge waren Aufstände der verbündeten
Lütticher Städte und brutale Repressionsmaßnahmen des Herzogs,
in deren Verlauf er Dinant, dessen Bürger während der Belagerung
die Ehre seiner Mutter beleidigt hatten, und Lüttich zerstören
ließ (1466-1468)
Die von Karl dem Kühnen
vorgenommene Neuorientierung führte zu engeren Beziehungen mit England,
die in einem Handels- und Freundschafstvertrag (23. Oktober 1466, Intercursus)
und in der Heirat des Herzogs mit Margarete,
der Schwester König Eduards
IV. aus dem Hause YORK,
ihren Ausdruck fanden. Der Tod des Vaters (15. Juni 1467), durch den Karl
der Kühne zum regierenden Herzog wurde, bildete keinen
Einschnitt, da er bereits seit mehr als zwei Jahren die Politik bestimmte.
Die harte Vergeltung gegen Lüttich wie gegen flämische Städte
(Gent, Mecheln) entsprach der überhöhten, gleichsam visionären
Vorstellung des Herzogs von seiner Autorität. Bei den Ständeversammlungen
trug er ein autoritäres Gebaren zur Schau und bekundete so seine Mißachtung
gegenüber hergebrachten Privilegien, die er auch in der politischen
Praxis ständig verletzte.
Übergriffe von seiten Frankreichs setzten erneut
seit 1470 ein. Zur Stärkung seiner Heeresmacht schuf Karl
der Kühne stehende Truppenverbände, die handes
d'ordonnance, und war unablässig bemüht, durch immer
ausgeklügeltere Reglements die burgundische Armee und ihre Befehlsstruktur
effektiver zu gestalten. Wegen der steigenden Rüstungskosten stellte
Karl
der Kühne, erstmals 1471, die bis dahin unekannte Forderung
einer allgemeinen Aide für alle Territorien der Niederlande
auf. Ihre regelmäßige Erhebung, die allerdings erst seit 1473
durchgesetzt werden konnte, war ein Ergebnis der nachdrücklichen Bemühungen
des Herzogs um Zentralisierung der Verwaltung seiner Länder. Einen
wichtigen Platz nahm hierbei der Plan ein, die Steuererhebung in allen
Territorien nach einem auf den Feuerstätten (Haushalten) beruhenden
Besteuerungsmodus einheitlich zu regeln. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch
am Widerstand der großen Städte. Durch die Ordonnanzen von Thionville
(Dezember 1473) schuf der Herzog ein
Parlement und zwei zentrale
Rechnungshöfe (Chambres de comptes) mit Sitz in Mecheln,
um so Souveränität gegenüber Frankreich, administrative
Vereinheitlichung und Hauptstadtbildung zu fördern.
Diese Maßnahme erfolgte nur kurze Zeit nach dem
Versuch des Herzogs, ein Bündnis mit Kaiser
FRIEDRICH III. zu ereichen. In den Trierer Verhandlungen (21.
Oktober-24. November 1473) war Karl der Kühne
bestrebt, für seine Reichslehen die Königswürde
zu erlangen und die Heirat seiner Erb-Tochter Maria
mit MAXIMILIAN auszuhandeln. Mit dem
abrupten Abbruch durch FRIEDRICH endeten
jedoch die Gespräche. Nicht ohne Ausübung von Druck setzte Karl
der Kühne noch die Einverleibung des Herzogtums
Geldern, in mehreren Phasen, durch (1471-1473). Danach wandelte
sich jedoch die militärische Lage zu seinen Ungunsten. Die burgundische
Pfandherrschaft im oberen Elsaß fiel 1474 einem Aufstand der
elsässischen Städte und der Eidgenossen zum Opfer. Die zur Stärkung
der burgundischen Position durchgeführte Belagerung von Neuß
(Juli 1475-Juni 1475) mußte ergebnislos abgebrochen werden. Danach
warf sich der Herzog auf Lothringen, das er im November 1475 besetzte.
Dies verwickelte ihn in eine Reihe verlustreicher Schlachten (Grandson,
2. März 1476; Murten, 22. Juni 1476; Nancy, 5. Januar 1477), in denen
die Eidgenossen und ihre Verbündeten das hochgerüstete Heer des
Herzogs vernichtend schlugen. Vor Nancy fand er den Tod.
Die große politische Strategie
Karls des Kühnen war - in konsequenter Fortsetzung der
Politik seiner Vorgänger - auf die Bildung eines zusammenhängenden,
von Frankreich unabhängigen Territoriums gerichtet; der Aufbau einheitlicher
Zentralinstitutionen sollte die überkommenen lokalen und regionalen
Sonderrechte zurückdrängen. Leitende Vorstellung seiner Politik
war die Errichtung einer starken Staatsgewalt. Sein taktisches Vorgehen
war durch autoritäres, impulsives und bisweilen brutales Verhalten
gekennzeichnet. Bestrebt, alle Angelegenheiten persönlich zu führen,
arbeitete er unermüdlich an der Vervollkommnung seiner Staatsorganisation
und verbrachte einen Großteil seiner Zeit auf Reisen und Feldzügen.
Seine nach außen expansive, im Innern repressive Politik rief seit
1474 immer heftigere Spannungen hervor, ausgelöst nicht zuletzt durch
den starken Steuerdruck, der auf eine Verdoppelung und zum Teil Verdreifachung
des bestehenden Steueraufkommens hinauslief. Die militärischen Niederlagen,
die Karl der Kühne erlitt, wirkten
auf ihn als Obsession; sein Streben war zuletzt darauf gerichtet, um jeden
Preis zu siegen und so seine Ehre wiederherzustellen oder aber sein Leben
zu beeenden. Karls des Kühnen
Tod vor Nancy hatte nicht nur Gebietsverlsute zur Folge, sondern führte
auch zur Entladung der inneren Spannungen auf breiter Front, wodurch viele
Errungenschaften seiner Politik wieder zunichte gemacht wurden.
Haus VALOIS
Sohn Philipps des Guten
Einer der mächtigsten und reichsten Fürsten
seiner Zeit. Karl der Kühne erstrebte
nach anfänglichen Erfolgen vergeblich die Errichtung eines großburgundischen
Königreiches unter Einschluß Lothringens und der Champagne,
das, gestützt auf den Reichtum der flandrischen Städte, zu den
führenden Mächten Europas aufsteigen sollte. Er konnte aber lange
Zeit großen Einfluß auf die (west)europäische Politik
nehmen. Noch als burgundischer Erbe inspirierte er 1465 eine Adelsliga
gegen Ludwig XI. Durch seine dritte
Ehe mit Margarete von York (Juli 1468)
gewann er auch Eduard IV. von England
für das antifranzösische Bündnis. Die Besetzung Lothringens
(1473) spitzte den Gegensatz zu den Schweizer Eidgenossen, der schon seit
1469, der Übernahme der rheinischen Besitzungen der HABSBURGER,
bestand, zu und beschwor die sogenannten Burgunderkriege (1474/77) herauf.
Sein abenteuerliches expansives Vorgehen gegen das Reich (Juli 1474/Juni
1475 Belagerung von Neuß) blieb ergebnislos, ebenso sein ehrgeiziges
Verlangen
nach der Kaiserkrone bzw. Königswürde für Burgund.
FRIEDRICH
III. erneuerte im September 1475 dennoch die 1473 in Trier vereinbarte
Eheabrede zwischen Karls Tochter (Maria
von Burgund) und seinem Sohn (MAXIMILIAN
I.). In den Schlachten von Grandson und Murten (1476) sowie
Nancy (1477) gegen die verbündeten Truppen der Schweizer, Lothringer
und Elsässer erlitt Karl der Kühne schwere
Niederlagen und fiel. - Karl der Kühne
förderte
wie seine Vorgänger als großzügiger Mäzen eine dem
burgundsichen Geltungsstreben entsprechende höfische Luxuskultur und
Kunst. Aufwendige üppige Hofhaltung sollte selbst in den Heerlagern
den Reichtum Burgunds verdeutlichen. So erbeuteten die Sieger von Grandson
einen der wertvollsten Silberschätze der Zeit, den Karl
der Kühne mit sich geführt hatte (unter anderem 400
Kisten Gold- und Silberstoffe, 400 seidene Zelte und das ganz mit Perlen
und Gold bestickte sowie mit kostbarstem Gerät und Schmuck ausgestattete
Zelt Karls). Das von R. van der Weyden
überlieferte Porträt Karls des
Kühnen (um 1460; Berlin, Staatliches Museum) zeigt die zurückhaltende,
doch leicht aufbrausende Art Karls des Kühnen.
Mit dem Namen Karls der Kühnen
ist ein Hauptwerk der spätmittelalterlichen niederländischen
Buchmalerei verbunden, das "Gebetbuch Karls des Kühnen" (zwischen
1460 und 1490 von verschiedenen Meistern angefertigt; heute Wien, Nationalbibliothek).
Die bisherige Annahme, es sei 1466 vom Rat der Stadt Brüssel gekauft
und Karl dem Kühnen geschenkt
worden, ist inzwischen fraglich. - Einige militärhistorische Bedeutung
erlangte Karls des Kühnen Verordnung
zur taktischen Truppenausbildung (1475).
I. KARL DER KÜHNE
-------------------------------
* 10.11.1433, + 5.1.1477
Dijon
Nancy/Nanzig
Herzog von Burgund 1467-1477 und von Geldern 1473-1477
Sohn des Herzogs Philipp III. von Burgund (* 1397, + 1467) und der Isabella von Portugal (* 1397, + 1472)
Verlobung 1439 mit Katharina
von Frankreich (+ 13.9.1446).
Erste Heirat 30.10.1454 mit Isabella
von Bourbon (* ca. 1436, + 13.9.1465), Tochter des Herzogs
Karl I. von Bourbon (* 1425, + 1456) und der Agnes
von Burgund (+ 1476) [die beiden letzten waren auch Großeltern
des Karl
von Egmond].
Zweite Heirat 9.7.1468 mit Margareta
von England (* 1446, + 16.4.1503), Tochter des Herzogs Richard
von York (* 1411, + 1460) und der Caecilia von Westmoreland
(* 1415, + 1495) sowie Schwester der beiden englischen Könige Eduard
IV. (* 1442, + 1483) und Richard III.
(* 1452, + 1485).
Tochter aus erster Ehe:
----------------------------
II. Maria von Burgund
Paravicini Werner: Seite 17-20,56
***************
"Karl der Kühne. Das Ende des Hauses Burgund."
Anfang des Jahres 1457 zeigt uns Vater und Sohn in einem
ganz anders gearteten Verhältnis. Am 17. Janaur kommt es zwischen
ihnen in Brüssel zu einer so heftigen Szene, daß der Vater nur
mit Mühe davon abgehalten werden kann, seinen Dolch gegen den Sohn
zu zücken. In einem Wutanfall wirft sich Herzog
Philipp aufs Pferd, verirtt sich im Wald von Soignies und kehrt
erst nach langer Suche zurück.
Die Konstallation Mutter und Sohn gegen den Vater, die
uns in der Krise von 1457 entgegentritt, ist für
Karls Leben von grundlegender Bedeutung gwesen. Sie ist Zeichen
einer außerordentlich starken Identifikation mit der Mutter, von
der auch sonst Spuren vorhanden sind. Wenn Karl
im Jahre 1470 französischen Gesandten gegenüber seine portugiesische
Abstammung betonte, so war das mehr als die Erinnerung an eine biologische
Tatsache. Karl war überaus mißtrauisch,
ein Charakterzug der Mutter, über den sich der Vater mokierte. Wie
seine Mutter unterstützte Karl
als Graf von Charolais das Haus LANCASTER,
sein Vater YORK. Und wenn Karl
im
Jahre 1468 Margarete von York heiratete,
dann entsprach er dem Wunsch seiner Mutter, die ihn schon im Jahre 1454
mit einer Angehörigen des Hauses YORK
verheiraten wollte.
Am aufschlußreichsten in diesem Zusammenhang ist
Karls Sexualverhalten. Es steht in einem eklatanten Widerspruch
zu demjenigen seines Vaters. Philipp
war als großer Frauenfreund und Vater unzähliger Bastarde bekannt.
Von Karl heißt es, er habe seiner
Ehefrau stets die Treue gehalten - eine für Fürsten seiner Zeit
geradezu auffällige Verhaltensweise. Es heißt weiter, er habe
keine Frauen an seinem Hof geduldet und gerne schlecht von ihnen reden
gehört. Vergleicht man sein Itinerar mit demjenigen seiner dritten
Frau Margarete von York, stellt man
fest, daß sie in einem Jahr nur wenige Wochen oder Tage zusamemn
waren, nach Juli 1475 überhaupt nicht mehr. Die Zeitgenossen haben
sich darüber Gedanken gemacht: Nachdem im Jahre 1470 Baudouin
Bastard von Burgund und Jean de Chassa zu Ludwig
XI. übergelaufen waren, veröffentlichten sie ein Manifest,
in dem sie Karl homosexuelle Handlungen
vorwarfen. Karls Homosexualität
ist damit nicht erwiesen, nur die Tatsache, daß sie für möglich
gehalten wurde. Sie anzunehmen ist auch nicht notwendig, eine Anlage genügt,
die sich möglicherweise langsam verstärkt hat, denn in Karls
Jugend
tritt sie nicht hervor. Sein Vertrauter Olivier de la Marche, derselbe,
der sich für seine unverbrüchliche Treue als Ehemann verbürgt,
berichtet, daß er vor seiner Heirat mit
Isabella von Bourbon "bon compaignon" schöner Mädchen
gewesen sei. (Die Ehe mit Isabella von Bourbon,
die am 25./26. September 1465 starb, wurde am 30. Oktober 1454 geschlossen.
Ein erste, am 22. Mai 1438 vertraglich abgeschlossen Ehe des Vierjährigen
mit Katharina von Frakreich endete
mit deren Tod am 30./31. Juli 1446. Der im Jahre 1451 erwogene Plan, Karl
der
sächsischen Ansprüche auf Luxemburg wegen mit
Anna von Sachsen
zu verheiraten, wurde nicht verwirklicht). Aus der Zeit vor 1454 mag der
einzige, allerdings nicht sicher bezeugte Bastard
Karls
stammen. Am 13. Februar 1457 wurde Karls
einziges Kind, seine Tochter
Maria von Burgund
geboren. Karls zweite (dritte) Ehe
mit Margarete von York, deren Beginn
am 3. Juli 1468 mit Festen, die den Höhepunkt burgundischer Prachtentfaltung
darstellen, zu Brügge gefeiert wurde, ist kinderlos geblieben. Weder
Homosexualität
noch Impotenz sind also erwiesen. Aber ein während der Regierungszeit
ungewöhnlich stark reduzierte sexuelle Tätigkeit, in der eine
unbewußte Folge der Identifikation mit der Mutter und eines übermächtigen
Inzestverbots zu sehen ist und zugleich eine bewußte Verurteilung
Herzog
Philipps.
Zwar wagten die Stände nicht, die "Bitte" des Herzogs
abzuschlagen; gezahlt wurde aber vorerst nicht. Im Jahre 1470 gewährten
ihm die einzeln befragten Territorien der niederen Lande aber 120.000 Kronen
jährlich für drei Jahre, die Generalstände der Niederlande
im Jahre 1473 sogar 500.000 Kronen und die Generalstände Burgunds
weitere 100.000 Pfund "estavenants" über sechs Jahre. Karl
hat nach Ausweis der Rechnungen des Generalrentmeisters in den 9 1/2 Jahren
seiner Regierung fast soviel Beden erhalten wie sein Vater in 45 Jahren:
1.378.000 stehen gegen 1.536.800 l.t. Ähnlich verhält es sich
mit den Anleihen, die Karl aufzunehmen
in der Lage war: fast 2 Millionen gegen 2,76 Millionen seines Vaters. Der
Generalrentmeister gab unter Philipp dem Guten
im Durchschnitt 345.000 l.t. im Jahr aus, unter Karl
761.200,
im Jahr 1472 sogar über 1,6 Millionen gegenüber dem letzten Höchststand
von über 700.000 im Jahre 1436. Diese Rechnungen zeigen auch, daß
es die Armee war, der dieses Wachstum vor allem zugute kam. Der Generalrentmeister
zahlte hierfür im Jahre 1473 840.000 l.t. bei Gesamtausgaben von 1,33
Millionen, was merkwürdig genau zu der Aufstellung paßt, die
Olivier de la Marche in seinem "Etats de la maison du duc Charles de Bourgoinge,
dit le Hardy" zu Ende 1473 gibt: Er setzt als durchschnittliches Jahresausgabe
mehr als 400.000 für die herzogliche Hofhaltung, 960.000 für
den Kriegsschatzmeister, mehr als 200.000 für den Argentier; zusammen
mehr als 1,56 Millionen Pfund.
Erwerbungen:
elsässisch-oberrheinischen Besitzungen der HABSBURGER
- 1469 durch Kauf von Erzherzog Sigismund von Tirol (80.000 Golddukaten)
Lothringen Herzogtum - 1473 durch Eroberung
Geldern Herzogtum - 1473 Kauf der Ansprüche des
Hauses JÜLICH
Johann II. der Gute König von Frankreich
26.4.1319-8.4.1364
oo Bona von Luxemburg
20.5.1315-11.9.1348
------------------------------------------------------------------------------------
Karl V. König von Frankreich
Philipp II. der Kühne Herzog von Burgund
21.1.1337-16.9.1380
15.1.1342-27.4.1404
oo Johanna von Bourbon
oo Margarete von Flandern
3.2.1338-6.2.1377
13.4.1350-21.3.1405
---
---
Karl
VI. der Wahnsinnige
Johann Ohnefurcht
3.12.1368-21.10.1422
28.5.1371-10.9.1419
oo Isabeau
von Bayern
oo Margarete von Bayern
1371-24.9.1435
1363-24.1.1424
---
---
Karl
VII. der Siegreiche
Philipp III. der Gute
22.2.1403-22.7.1461
13.6.1396-15.6.1467
oo Marie von Anjou
oo Isabella von Portugal
14.10.1404-29.11.1463
21.2.1397-17.12.1471
----
----
Katharina von Frankreich -----------------
oo
---------------------
Karl der Kühne
1428-13.9.1446
10.11.1433-5.1.1477
Johann Ohnefurcht Herzog von Burgund
28.5.1371-10.9.1419
oo Margarete von Bayern
1363-24.1.1424
--------------------------------------------------------------------------------
Agnes von Burgund
Philipp III. der Gute
1407-1.12.1476
13.6.1396-15.6.1467
oo Karl I. Herzog von Bourbon
oo Isabella von Portugal
1401-4.12.1450
21.2.1397-17.12.1471
----
---
Isabella von Bourbon------------
oo
------------------------------- Karl
der Kühne
1437-26.9.1465
10.11.1433-5.1.1477
30.10.1454
2. oo Isabella von Bourbon, Tochter des Herzogs
Karl I.
1437-26.9.1465 seine Cousine
3.7.1468
3. oo Margarete von York, Tochter des Herzogs
Richard
3.5.1446-23.11.1503
Kinder:
2. Ehe
Maria
13.12.1457-27.3.1482
19.8.1477
oo MAXIMILIAN I. König des Deutschen
Reiches
22.3.1459-12.1.1519
Literatur: Schlacht
von Grandson Schlacht
von Murten Schlacht von
Nancy
-----------
Adalbert Prinz von Bayern: Die Wittelsbacher.
Geschichte unserer Familie. Prestel Verlag München 1979 Seite 116
- Brandi Karl: Kaiser Karl V. Werden und Schicksal einer Persönlichkeit
und eines Weltreiches. F. Bruckmann Verlag München 1938 Seite 21,28,371,532
- Boeheim Wendelin: Waffenkunde. Die historische Entwicklung bis
zum Ende des 18. Jahrhunderts. Gerstenberg Verlag Hildesheim 1984 Seite
16,227,343,610 - Breitner, Erhard: Maximilian I. Der Traum von der
Weltmonarchie. Carl Schünemann Verlag Bremen-Wien 1939 - Calmette,
Joseph: Die großen Herzöge von Burgund. Eugen Diederichs
Verlag München 1996 Seite 18,194,205-230,234,243,246,250,277, 279,282,286,292,294,298,300,307-327,331-343,347,350
- Ehlers Joachim: Geschichte Frankreichs im Mittelalter. W. Kohlhammer
GmbH 1987 Seite 355-367 - Ehlers Joachim/Müller Heribert/
Schneidmüller
Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis
Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 321,343,346-357,360,365
- Erbe Michael: Belgien, Niederlande, Luxemburg. Geschichte des
niederländischen Raumes. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln
1993 Seite 50,65,66,72,73,77 - Favier, Jean: Frankreich im Zeitalter
der Landesherrschaft 1000-1515. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1989
Seite 409,422,435,443-446,448,450,458,462 - Ferdinandy Michael de:
Philipp II. Bechtermünz Verlag Augsburg 1996 Seite 21,181,237,269,346
- GELRE GELDERN GELDERLAND. Geschichte und Kultur des Herzogtums
Geldern. Verlag des Historischen Vereins für Geldern und Umgebung
2001 Band I Seite 40 - Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine
spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437.
Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 294,311, 316 - Hoensch, Jörg
K.: Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437.
Verlag C.H. Beck München 1996 Seite 420 - Hoensch, Jörg
K.: Matthias Corvinus. Diplomat, Feldherr und Mäzen. Verlag Styria
Graz Wien Köln 1998 Seite 99,106, 111,114,132,134,141,153 - Jurewitz-Freischmidt
Sylvia: Die Herrinnen der Loire-Schlösser. Königinnen und Mätressen
um den Lilienthron. Casimir Katz Verlag, Gernsbach 1996 Seite 76,161, 222
- Kendall Paul Murray: Ludwig XI. König von Frankreich 1423-1483
Verlag Callway München 1979 Seite 98,107,114,129,138,143,152,161,165,167,172,174,176,180,184,187,189,193,196,201,203,
208-215,217, 219-222,225,228,230,237-241,486,490,508-517,521 - Kendall
Paul Murray: Richard III. König von England Mythos und Wirklichkeit,
Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 61,62,65, 66-67,71,72,81,85,91,125,126-129,133,216,245
- Krieger, Karl-Friedrich: Die Habsburger im Mittelalter. Von Rudolf
I. bis Friedrich III. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart/Berlin/Köln 1994
Seite 211,213,216 - Leicht Hans: Isabella von Kastilien. Königin
am Vorabend der spanischen Weltmacht. Verlag Friedrich Pustet Regensburg
1994 Seite 76,107 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher niederländischer
Geschichten. Eduard Anton Verlag Halle 1832 - Martin Jean-Joseph:
Die Valois. Edition Rencontre Lausanne 1969 - Mohr Walter: Geschichte
des Herzogtums Lothringen. Verlag "Die Mitte" Saarbrücken 1974 Teil
IV - Paravicini Werner: Karl der Kühne. Das Ende des Hauses
Burgund. Musterschmidt Göttingen Zürich Frankfurt 1976 - Pleticha,
Heinrich: Deutsche Geschichte in 12 Bänden. Band 5 Das ausgehende
Mittelalter 1378-1517 Verlagsgruppe Bertelsmann GmbH/ Lexikothek Verlag
GmbH, Gütersloh 1982 Seite 107,201,216-221,226,227,233,256,289-291-
Pohl,
Walter/Vocelka, Karl: Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte
(Hg) Brigitte Vacha Styria Verlag Graz/Wien/Köln 1996 Seite 82,91-94,106
- Saller Martin: Königin Isabeau. Die Wittelsbacherin auf dem
Lilienthron. Nymphenburger Verlagshandlung GmbH, München 1979 Seite
303,315,329 - Schaab Meinrad: Geschichte der Kurpfalz. Verlag W.
Kohlhammer 1988 Seite 185,212 - Schelle, Klaus: Karl der Kühne.
Burgund zwischen Lilienbanner und Reichsadler. Magnus Verlag Essen - Schwarzenfeld
Gertrude von: Karl V. Ahnherr Europas. Wilhelm Goldmann Verlag München
Seite 153,293 - Seibt Ferdinand: Karl V. Der Kaiser und die Reformation.Wolf
Jobst Siedler Verlag 1990 Seite 18,44,98,226 - Tamussino Ursula:
Margarete von Österreich. Diplomatin der Renaissance Verlag Styria
Graz Wien Köln 1995 Seite 13,16,19,22-25,44,50,81,85,89,127,131,136,142,148,168,
172,176,201,230,234 - Tamussino Ursula: Maria von Ungarn. Ein Leben
im Dienst der Casa de Austria Verlag Styria Graz Wien Köln 1998 Seite
11,179,211,288 - Treffer Gerd: Die französischen Königinnen.
Von Bertrada bis Marie Antoinette (8.-18. Jahrhundert) Verlag Friedrich
Pustet Regensburg 1996 Seite 209,242 - Treffer Gerd: Franz I. von
Frankreich Herrscher und Mäzen Verlag Friedrich Pustet Regensburg
1993 Seite 63,106 - Vossen Carl: Maria von Burgund. Des Hauses Habsburg
Kronjuwel. Seewald Verlag Stuttgart 1982 Seite 11-171 -