Einzige Tochter und Erbin des Herzogs
Hermann
I. von Schwaben († 10.9.949) aus
dem Hause der KONRADINER
und
der Regilinde,
Tochter vom UNRUOCHINGER
Eberhard im Sülichgau
Nichte von Graf Udo I. von der Wetterau († 12.12.949)
Cousine von Graf Gebhard III. im Lahngau (⚔ 938), Herzog Konrad von Schwaben († 20.8.997), Graf Udo II. der Wetterau (⚔ 14.7. 982), Graf Heribert im Kinzinggau († 992), Gräfin Judith von Stade († 16.10.973), Graf Hugo im Einrichgau
Verwandte vom Ostfränkisch-Deutschen
König KONRAD I. († 23.12.918),
Herzog Eberhard von Franken († 2.10.939 ertrunken),
Graf Udo III. im Ober-Lahngau (†
um 918)
Enkelin von Herzog Gebhard II. der Jüngere von
Lothringen (⚔ 22.6.910) und der EZZONIN Ida (Hidda)
Althoff Gerd: Seite 378
***********
"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer
Memorialüberlieferung"
H 13
Me: 17.5. Domna Ida † 985/86 Gemahlin Liudolfs von Schwaben
Ida,
die
Tochter Hermanns von Schwaben
(H 44) und der Reginlind
(H
28)
war mit dem Sohn OTTOS I.,
Liudolf
verheiratet; vgl. dazu Keller, Kloster Einsiedeln, Seite 37-44; Zotz,
Der
Breisgau und das alemannische Herzogtum, passim, (Register, Seite 252).
Zum Todesdatum vgl. BU Nr. 983b mit weiteren
Hinweisen.
Die Annales Quedlinburgenses melden den Tod zu
986,
in den Fuldaer Todesannalen begegnet 985 eine Ida
ancilla
Christi, die zwischen Personen eingetragen ist, die im März
bzw.
August verstarben (vgl. FW 2. 1, Seite 35).
Eine zweite Ehe der Ida vermutet
Wenskus, Sächsischer Stammesadel, Seite 145.
IDA
------
† 17.V. 986
Ende 947/Anfang 948
oo LIUDOLF
VON
SACHSEN
(LIUDOLFINGER)
† Piomba 6. IX 957
GRAF, 950/54 HERZOG von SCHWABEN
Begraben: St. Albans vor Mainz
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"
IDA
-------
† 986
ERBIN von SCHWABEN und bedeutender fränkischer-hessischer Güter
948
oo LIUDOLF
VON SACHSEN
† 957
Die Jahre 947-949.
Im J. d. g. M. 947 verschied die Frau Königin Edgid, welche unter größtem Wehklagen des Königs und all der Seinen in Magdeburg begraben wird. Herzog Chuonrad, dem Könige in dieser Zeit fast vor Allen theuer, heirathete Liutgarda des Königs Tochter. Liutolf der Sohn des Königs, vermählte sich mit Ita der Tochter Herzog Herimanns mit solchem Aufwand, wie sich geziemte.
Im J. d. g. M. 948 wird in Inglenheim eine Synode von 34 Bischöfen gehalten, welcher unter Vorsitz des Bischofs Marinus, des Legaten der römischen Kirche, die berühmten Könige Otto und Ludwig beiwohnten. Hier wurden viele Dinge zum Vortheil der Kirche verkündet und auch die Sache Hugos, des Sohnes Heriberts verhandelt, der den Erzbischof Artald vertrieben und den Sitz der Reimser Kirche eingenommen hatten nach dem Urtheile aller anwesenden Bischöfe wurde er verurtheilt. Graf Chuonrad, der Curcibold genannt wurde, der Sohn Eberhards, ein weiser und verständiger Mann, verschied.
Im J. d. g. M. 949 verschied Waldo, der Bischof von Curia, dem Hardbert folgte. Graf Uto verschied, der mit Erlaubniß des Königs unter seine Söhne wie ein Erbe vertheilte, was er an Lehen und Aemtern besaß. Herzog Herimann der weiseste und verständigste unter den Seinen, verschied am 10. December. In demselben Jahre wird Liutolf, dem Sohne des Königs, eine Tochter Mathildis geboren.
Das Jahr 950.
Im J. d. g. M. 950 feierte der König die Reinigung der heiligen Maria in Franconofurt und ging von da nach Worms, wo er die Wittwe des Herzogs Herimann, welche zu ihm kam, gütig empfing, aber seinem Sohne Liutolf auch das Herzogthum Alamannien anvertraute. Dort wurde auch Chuonrad, Sohn des Grafen Gebehard, da er bei einer Nichte des Königs gelegen zu haben vorgab, von einem gewissen Burchard einem Sachsen im Einzelkampfe besiegt und so ward die Täuschung offenbar.
Annalen von Quedlinburg:
*********************
Das Jahr 986.
König Otto, der noch ein Knabe war, zog mit einem großen Aufgebot der Sachsen nach Sclavien und da kam Misacho mit einer großen Menge zu ihm, und brachte ihm ein Kamehl und viele andere Geschenke dar, ergab auch sich selbst seiner Obergewalt. Zusammen vorrückend, verwüsteten sie das ganze Land mit Brand und vieler Verwüstung.
In diesem Jahre wurde das Kloster auf dem westlichen Quedelinger Berge von Machtild, des Kaisers Perle und Tochter, zur Ehre der heiligen Gottesmutter Maria und zum Andenken ihres geliebten einzigen leiblichen Bruders zur Ausübung der Regel des heiligen Benedict mit Eifer erbaut. Auch starb die königliche Frau Ida, die Gemahlin Liudolfs, des Sohnes Kaisers Otto des Großen.
Widukind
von Corvey: Seite 167
*******************
"Die Sachsengeschichte"
Als der König aber sah, daß sein Sohn Liudolf ein Mann geworden war, gab er ihm als Gemahlin, ausgezeichnet durch Reichtum und Adel, Herzog Hermanns Tochter Ida.
Thietmar von Merseburg: Seite
38,77,430
*********************
"Chronik"
Auch vermählte er ihn mit
Ida,
der Tochter Herzog Hermanns [27 Verlobung mit Ida
939/40, Heirat 947, Belehnung 949], deren Schönheit und
Weiblichkeit
züchtiges Wesen krönte. Kurz nachdem er sie ihm zu ehelichem
Bunde vermählt hatte, verlieh ihm der Vater auch Herzogtum und
Erbgut
des verstorbenen Schwiegervaters.
Des Kaisers Tochter, Konrads Gemahlin [174 Liudgard,
Tochter OTTOS und
Ediths,
vermählt
947. Die Geschichte wird vom Contin. Regin. zum Hoftag von Worms
Februar
950 von einer neptis des
Königs berichtet.], wurde von einem
gewissen
Cono [175 Nach Contin. Regin. 950 Sohn Gebhards, der wohl Graf
im
Ufgau war (D. O. I. Nr. 23 vom 12.2.940.)] allenthalben
verleumdet,
weil
sie ihn nicht hatte erhören wollen. Er behauptete nämlich,
sie
sei insgeheim seine Frau. Da ließ sie der Caesar voller
Empörung
folgendermaßen rechtfertigen:
Als alle Fürsten des Reiches
versammelt
waren, befragte er sie zunächst unter vier Augen eingehend, ob sie
dieses Vergehens schuldig sei. Als er dann sah, wie sie Christus zum
Zeugen
anrief und sich vollständig durch Eide reinigte, erklärte er
in aller Gegenwart, wenn einer seiner Leute mit den Waffen für sie
eintreten wolle, werde er sich ihn für heute und immer fest als
Freund
verpflichten. Auf diese Weise hin trat Graf Burchard [176 Nach
Contin.
Regin. 950 ein Sachse = Vater des
Pfalzgrafen Burkhard,
der 1004 die
Grafschaft
Merseburg erhielt (VI, 16). Er fiel 982 in Calabrien (III, 20).] vor
und
erklärte öffentlich, Cono
habe alles erlogen. Doch der
stellte
sich ihm, nachdem er seine Behauptung eidlich als wahr erhärtet
hatte,
verlor aber schon im ersten Gange die falsche Rechte und erwies durch
seine
Niederlage seine Ruchlosigkeit. So rettete sie der barmherzige Herr von
der falschen Anschuldigung, da ihm ihr ehrenhafter Wandel gefiel. Wohl
war sie zu Lebzeiten ihres Gemahls oft geschmäht und vielem
Unglück
ausgesetzt; doch sie hatte es mit männlicher Geduld ertragen.
Es geschah unter der Regierung unseres
erlauchten Königs
HEINRICH noch zu Lebzeiten meines Vorgängers Wigbert in
Rödlitz [245
zwischen Zwickau und Chemnitz östlich
Liechtenstein],
das die ehrwürdige Frau Ida,
eine
Schwieger-Tochter OTTOS I. [246 Gemahlin
Liudolfs
(II,4), † 986)],
unserer Kirche übertragen hatte.
R. Wenskus vermutet, dass Ida
nach
dem Tode ihres Gatten Liudolf
eine
zweite Ehe mit dem
sächsischen Pfalzgrafen Adalbero († 982)
einging.
Von H. C. Faußner und A. Wolf wurde Ida
als
verheiratete filia Ottonis Magni imperatoris
bei der Diskussion um "Kuno von Öhningen" ins Spiel gebracht.
Diese
Konstruktionen wurden von E. Hlawitschka verworfen.
Glocker Winfrid: Seite 279
**************
"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung
in der
Politik"
Die Verlobung des Königs-Sohnes
mit der schwäbischen
Herzogs-Tochter
Ida überliefert
Liutprand in seiner
Antapodosis V c. 1, Seite 130.
Zur Hochzeit und deren Zeitpunkt vergleiche
Keller,
Einsiedeln
Seite 38 ff., der einen längeren Umritt im Reich zur Feier der
Hochzeit
und zur Vorstellung des Brautpaares annimmt.
Der Todestag Idas
ist im Merseburger Nekrolog genannt (vgl. Althoff, Adelsfamilien
Kommentar
H 13), das Todesjahr überliefern die Annales Quedlinburgenses a.
986,
SS III 67; vgl. dazu Köpke-Dümmler Seite 290, Anm. 2.
Die lange Zeit, während der Ida
im Witwenstand gelebt hat, regte die Genealogen dazu an, eine zweite
Vermählung Idas
zu
vermuten. So nimmt Dietrich, Grenzraum Seite 78f., und dieser folgend
Wenskus,
Stammesadel Seite 144, eine zweite Vermählung der Witwe Liudolfs
mit einem sächsischen
Pfalzgrafen Bernhard an.
Faußner,
Kuno Seite 35ff., sah sie als zweite
Gemahlin Herzog Konrads
von
Schwaben
an (zurückgewiesen von Hlawitschka, Richeza Seite 231 ff.: Ida
blieb nach dem Tode
Liudolfs unvermählt).
Nach Wolf, Kuno Seite 61-66, soll Ida
dagegen die Mutter der mysteriösen Richlind
gewesen
sein, jener Dame, die nach der Historia Welforum c. 6, Seite 12, die
Gemahlin
Kunos, Graf von Öhningen, und
zugleich eine Tochter
OTTOS
DES GROSSEN gewesen sein soll (diese Angabe veranlaßte
Klebel, Aufstieg Seite 3, die Gattin Kunos von Öhningen der
ersten
Verbindung
OTTOS DES GROSSEN mit der
vornehmen Slawin, die Mutter Wilhelms von
Mainz
wurde, zuzuordnen). Die Überlegungen Wolfs wurden von
Hlawitschka,
Kuno passim, besonders Seite 49, Anm. 91 zu Ida,
zurückgewiesen, wiewohl der Gedanke, dass Kuno von Öhningen
mit
Herzog Konrad von Schwaben
gleichzusetzen, zu akzeptieren ist.
Vgl. zum Fragenkomplex "Kuno von Öhningen"
unten
bei VI,77.
Eine besondere Berücksichtigung ottonischer
Familienangehöriger
zeigt auch die Memorialüberlieferung des Klosters Einsiedeln. Die
Gründung des schwäbischen
Herzogs Hermann (H 44) und
seiner
Gemahlin Reginlind (H 28)
gelangte spätestens durch die
Heirat
Liudolfs
mit der Tochter des Herzogs-Paares,
Ida (H 13),
in den Einflußbereich der ottonischen
Familie.
Intensiven Anteil an der Entwicklung des
Einsiedler
Konvents
nahm das alemannische Herzogs-Paar Hermann und Regilind
sowie
deren Tochter Ida,
die Liudolf,
der Sohn OTTOS DES GROSSEN,
heiratete.
Adelheid Kaiserin und Heilige
931 bis 999:
Seite
31,37
**********************************
Liudolf war
Herzog
von Schwaben und verheiratet mit Ida,
einer spätgeborenen Halb-Schwester von Adelheids
Mutter Bertha. Die Frau ihres
Stief-Sohnes
war also ihre Tante. Das Verhältnis OTTOS
zu seinem Sohn und dieser Schwieger-Tochter war offenbar sehr eng.
Hrotsvit
von Gandersheim berichtet, daß OTTO
das junge Paar immer in seiner Nähe haben und Ida
wie
eine Königin geehrt sehen wollte. Sie war also nach dem Tod Edgithas
eine Art "First Lady".
OTTO sorgte
für
das Andenken seiner Kinder. Liutgard
wurde in der Kirche des St. Albansklosters in Mainz begraben, und als Liudolf
in Italien starb wurde sein Leichnam ebenfalls dorthin
überführt.
Im April 958 besuchte OTTO zum
ersten
Mal die Grabkirche seiner Kinder. Bei dieser Gelegenheit machte er
größere
Schenkungen zu ihren Gedenken. Dabei wird als Intervenientin, also als
Mitveranlasserin für die Schenkung, "die verherungswürdige Herrin
Ida, die Witwe
unseres Sohnes Liudolf"
genannt.
Hlawitschka Eduard: Seite 48,67
*****************
"Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten
Hälfte
des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands."
Da Konrad von Schwaben mit einer
Dame namens Judith
verheiratet
war, wird diese auch Hermanns
II. Mutter gewesen sein. Eine Richlind,
die eine Enkelin OTTOS DES GROSSEN
(durch seinen Sohn Herzog
Liudolf von Schwaben)
gewesen sei, als Herzog Konrads Gemahlin (eventuell
vor der Ehe
mit Judith) und als
Mutter Hermanns II. anzusprechen,
ist ja doch
gänzlich
gescheitert, desgleichen der Versuch, Liudolfs
Witwe Ida hierfür
in
Anspruch
zu nehmen.
Diesen Burchard
III. (954-973) beerbte, da seine Ehe mit
Hadwig
von Bayern kinderlos blieb, seine Halb-Schwester Ida
oder schon - statt ihrer - ihr Sohn Herzog
Otto
von Schwaben und Bayern (973-982). Für Ida
und Otto,
der seinerseits wiederum
982 unverheiratet verstarb, war jedenfalls der natürliche
nächste
Erbe und Nachfolger - und zwar nicht nur bezüglich der
Herzogs-Herrschaft,
sondern auch des privaten Familienbesitzes - der Vetter beziehungsweise
Großvetter
Konrad, der 983 nach Herzog
Ottos
Tod
neuer Schwaben-Herzog wurde.
Köpke, Rudolf/Dümmler Ernst:
Seite 100,290
**************************
"Kaiser Otto der Große"
Hermann,
der an Geld und Gut überaus
reiche
Schwaben-Herzog erbat sich, als er dem König zu seinen Siegen
Glück
wünschen kam, die Hand
Liudolfs
für seine einzige Tochter und Erbin und sehr gern willigte der
König
in die Verlobung der beiden Kinder.
Selten erregte ein Todesfall größere
Trauer
durch alle deutschen Lande als dieser, nicht allein bei der ihn lange
überlebenden
Gattin, die mit zwei unmündigen Kindern, Mathilde
und Otto,
zurückblieb [Ida
starb erst 986 nach den Annal. Quedlinb.: Ida
quoque
regalia domina, contectalis Liudolfi...
obiit, 17. Mai nach Necrol. Merseburg., Einsidl. (Boehmer
Fontes
IV, 144): Domna Ita obiit.
Über
die Kinder siehe Hrotsvithae Gesta Odd. von 1167]. Während OTTO,
als er im nächsten Jahr das Grab seiner Kinder zu Mainz besuchte,
durch eine Stiftung an die St. Albanskirche auf Bitten Idas
das Andenken des Sohnes ehrte, lebte die Erinnerung an seinen
vergeblichen
Heldenkampf gegen den Vater in den Liedern des deutschen Volkes fort.
Schmid Karl: Seite 138,409
***********
"Gebetsgedenken und adliges
Selbstverständnis im
Mittelalter"
Auch die Meinung, Richlind
sei
eine Enkelin OTTOS I., eine
Tochter
Herzog
Liudolfs von Schwaben und seiner Gemahlin Ita
gewesen,
ist schon aufgetaucht [Schenk zu Schweinsberg (wie Anmerkung 13) Seite
374ff., der
Richlint für eine
Groß-Nichte von Reginhilte,
der Großmutter OTTOS
DES GROSSEN
mütterlicherseits, hielt. So auch Dobbertin
(wie Anmerkung 27) Seite 72f. mit Anmerkung 119; doch ist zu bemerken,
daß die Namen Richlint und
Reginhilte
in ihren Bestandteilen keineswegs übereinstimmen.].
Denn im folgenden Wunderbericht wird der KONRADINER
Hermann,
der als Herzog der Alemannen die Herzogin-Witwe
Reginlind geheiratet,
mit ihr aber keine Söhne hatte, als
sapiens bezeichnet, da
er wußte, daß sie eine Tochter zeugten, während seine
Frau des Nachts in Zurzach vidit per somnium quasi descendere in
sinum
suum, et in eo latitantem, wie es wörtlich heißt. Es
handelt
sich um Ida,
die ihren Eltern viel
Ehre machte, da sie Eingang fand am Hofe OTTOS
DES GROSSEN und zur Gemahlin für OTTOS
Sohn Liudolf von Schwaben bestimmt
wurde.
Wolf Armin: Seite 60
**********
"Wer war Kuno von Öhningen?
Überlegungen zum
Herzogtum Konrads von Schwaben († 997) und zur Königswahl vom
Jahre
1002."
Nach der dritten und neusten Deutung
wäre Richlint
eine
leibliche
Enkelin Kaiser OTTOS
DES GROSSEN
und Tochter von Herzog Liudolf aus
seiner Ehe mit Ida
von Schwaben
gewesen.
Nach Liudolfs frühem Tod 957
sei
Richlint
- so wie es von Liudolfs Sohn Otto
bereits bekannt ist - von ihrem kaiserlichen Großvater als
Tochter
adoptiert worden. Diese Lösung wurde zuerst von Klebel (1954) und
dann vor allem von Decker-Hauff (1956 und 1957) vorgeschlagen.
Jakobs (1968) hielt sie gegenüber den
älteren
Hypothesen für "eine schon eher ansprechende Vermutung",
schränkte
dann jedoch ein: "Wir müssen uns daran halten, daß wir als
Kinder
Liudolfs
und Idas
den Herzog
Otto I. von Schwaben und Baiern (†
982) und die im Jahre
1011
als Äbtissin von Essen
gestorbene Mathilde
gut kennen und die Überlieferung keinen Anlaß gibt,
noch
eine
weitere Schwester einzuführen."
Keller Hagen: Seite 37-44,160
***********
"Kloster Einsiedeln im ottonischen Schwaben."
Seit der Niederwerfung des Aufstandes
war
Ita, das einzige
Kind Hermanns, mit Liudolf,
dem bald darauf zum Nachfolger bestimmten Königs-Sohn, verlobt [152
R. Köpke/E. Dümmler, Kaiser Otto der Große
(1876),
100f.]. Angesichts dieser Verbindung verdient Beachtung, daß, wie
in Magdeburg neben Maria Mauritius, dessen Verehrung im Reich
OTTOS DES GROSSEN eine große Rolle spielte, zum Patron
des von Hermann und Eberhard offensichtlich mit hohen
Intentionen
gegründeten Klosters wurde. Die Verbindung der Familie Hermanns
mit der OTTOS DES GROSSEN bildete
anscheinend
sogar den Anlaß für die Erhebung Einsiedelns zum
Königskloster:
am 27. Oktober 947, kurz vor der Hochzeit seines Sohnes mit Ita,
verlieh der König dem Kloster Wahlrecht und Immunität. So
wurde
die Maria und Mauritius geweihte Abtei Königskloster, als die
Familie
des Schwaben-Herzogs, des bisherigen Eigenkirchenherrn, in die engste
Verwandtschaft
mit dem Königs-Haus trat.
Die Hochzeit wird von dem Fortsetzer Reginos und von
Hermann dem Lahmen zu 947,
von den Einsiedler Annalen zu 948 gesetzt.
Würden
solche Differenzen der Überlieferung nicht häufig begegnen,
wäre
der Versuch naheliegend, daß widersprüchliche Aussagen
dadurch
in Übereinstimmung zu bringen, daß man als Termin der
Hochzeit
das Jahresende annimmt.
Erst vom 7. April des nächsten Jahres haben
wir
ein sicheres Zeugnis dafür, daß die Ehe geschlossen war:
OTTO
schenkt auf Bitten seiner lieben Tochter Ita und
des Grafen Hermann an Abt Hartbert, den späteren Bischof
von
Chur. Hatte die Hochzeit kurz vorher in Quedlinburg
stattgefunden, wo OTTO
zum Osterfest weilte? Für eine Hochzeit in Franken spricht nicht
nur
das fränkische Königtum OTTOS I.,
nicht nur die fränkische Stellung Herzog Hermanns und die
geringe
Entfernung von Schwaben, sondern auch ein noch zu besprechendes Zeugnis
Hrotsviths von Gandersheim.
Eine Feier in Quedklinburg ist dadurch
nicht
ausgeschlossen.
Hrotsvith
berichtet, daß Ita
nach
der Hochzeit am Hofe die Stellung der Königin einnahm, daß OTTO
seinen Sohn und seine Schwieger-Tochter bei sich behielt und
Itaso wie eine
Königin durchs Reich zog.
Wenn wir eine Hochzeit um die Jahreswende in
Franken
annehmen, fügt sich diese Aussage ausgezeichnet zu OTTOS
Itinerar. Von Franken zog der König nach Regensburg, von dort
über
Salz nach Magdeburg und Quedlinburg, feierte dort den Palmsonntag und
hier
das Osterfest. Auf dem Wege nach Aachen wurde die Urkunde für
Hartbert
ausgestellt, aus der wir Itas
Anwesenheit am Hofe erfahren; in Aachen hielt
OTTO Ende April einen Hoftag, unter dessen Teilnehmern auch
Herzog
Hermann genannt wird.
Von dort zog der Hof rheinaufwärts nach
Ingelheim, wo im Juni die große Synode stattfand. Liudolf
und
Ita
haben so an einem regelrechten
Umritt teilgenommen, wie dies Hrosvith ausdrücklich sagt.
Anschließend
hat Herzog Hermann seinen Schwieger-Sohn
nach Schwaben
geführt.
Auch das Einsiedeln benachbarte Pfäfers
erhielt
einen Besuch des Königs-Sohnes. Zusammen mit Herzog Hermann,
Reginlind
und Ita
und einem vorwiegend
aus
Sachsen und Franken bestehenden Gefolge hat man Liudolf
in
das Gedenkbuch des Klosters eingeschrieben.
Von Liudolfs
Aufenthalt
ist seit seiner Intervention in Frankfurt nichts Sicheres zu erfahren.
Noch im gleichen Jahr hat Ita ihm
eine
Tochter, Mathilde,
geboren [188
Cont.
Regin. ad a. 949 (I 31), 164.].
DAS "JAHRZEITBUCH" DES LIBER HEREMI
Maius
17. V. D. Ita
dedit Sierenza, fuit uxor Luitolfi ducis
Alamannorum
[53 Ita, Tochter Herzog
Hermanns I., Gemahlin Liudolfs.
T I: Soror ipsius ducis Ita
donavit
Syernza. D. Ita, quae
dedit Syernza, dedit et Stetten. JB V, VIII, IX, XI, XII,
Einsiedeln,
Merseburg: 17. V.]
D. Mechtilt ducissa,
Luitolfi
ducis et Itae ducissae
praefatorum
filia, dedit Gruonowa, pro
quo concambiatum est Scheleien [54
Äbtissin
Mathilde von Essen (†
1011). T I: Filia
illius
Machtilt dedit Gruonnowa, cum quo Scheleien commutatum est.
D O III 187.]
947
oo Liudolf Herzog von Schwaben
930 †
6.9.957
Kinder:
Otto I. Herzog von Bayern und
Schwaben
954
† 31.10.982
Mathilde Äbtissin von
Essen (965-1011)
949
† 6.11.1011
Quellen:
-----------
Adalbert:
Fortsetzung des Regino a. 947-949, a.
950 - Annalen
von Quedlinburg a. 986 -
Hrosvit von Gandersheim -Liudprands von Cremona: Werke
in: Quellen zur
Geschichte
der sächsischen Kaiserzeit. Band VIII Wissenschaftliche
Buchgesellschaft
Darmstadt 1977 Seite 446,450 - Thietmar
von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe,
Seite
38,430 - Widukind
von Corvey: Die Sachsengeschichte. Philipp Reclam jun. GmbH & Co.,
Stuttgart 1981 Seite 167 -
Literatur:
-----------
Adelheid Kaiserin und Heilige 931
bis 999 Info Verlag
Karlsruhe
1999 Seite 31,37 - Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien
im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totegedenken
der
Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite
138,157, 215,246,378
H 13 - Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne
Staat.
W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 95 - Beumann, Helmut: Die Ottonen, Verlag W.
Kohlhammer,
1991 Seite 61 - Bühler Heinz: Studien zur Geschichte der
Grafen
von Achalm und ihrer Verwandten. in: Zeitschrift für
Württembergische
Landesgeschichte 43. Jahrgang. W. Kohlhammer Verlag Stuttgart 1984
Seite
34,70 - Fried, Johannes: Prolepsis
oder
Tod? Methodische und andere Bemerkungen zur Konradiner-Genealogie im
10.
und frühen 11. Jahrhundert - Giesebrecht Wilhelm von:
Geschichte
der deutschen Kaiserzeit. Band 1- Band 6, Mundus Verlag 2000 - Glocker
Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik.
Böhlau Verlag Köln Wien 1989 - Hlawitschka, Eduard:
Konradiner-Genealogie,
unstatthafte
Verwandtenehen und spätottonisch-frühsalische
Thronbesetzungspraxis.
Ein Rückblick auf 25 Jahre Forschungsdisput. Hahnsche Buchhandlung
Hannover 2003 Seite 8,48,59,65,67 -
Hlawitschka,
Eduard: Königin Richeza von Polen - Enkelin Herzog Konrads von
Schwaben,
nicht Kaiser Ottos II.? in: Institutionen, Kultur und Gesellschaft
im
Mittelalter.
Festschrift für Josef Fleckenstein zu seinem 65. Geburtstag; hg:
von
Lutz Fenske, Werner Rösener und Thomas Zotz, Sigmaringen 1984,
Seite
221-244 -
Hlawitschka Eduard:
Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11.
Jahrhunderts
und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende
Forschungen
um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987,
Seite
8,48,59,65, 67 - Holtzmann Robert: Geschichte der
sächsischen
Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite
136,142,163
- Keller Hagen: Kloster
Einsiedeln
im ottonischen Schwaben. Eberhard Albert Verlag Freiburg im Breisgau
1964
Seite 37-44,63,108,110, 160,162 - Keller, Hagen: Die Ottonen.
Verlag
C.H. Beck München 2001 Seite 32,36,39 - Klebel, Ernst: Der Aufstieg der
Babenberger,
in:
Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich N. F. 50/51,
Wien
1984/85 Seite 3 - Köpke,
Rudolf/Dümmler
Ernst: Kaiser Otto der Große, Wissenschaftliche Buchgesellschaft
Darmstadt 1962 Seite 100,290 - Laudage, Johannes: Otto der
Große.
Eine Biographie. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 2001 Seite 127,247
- Rappmann Roland/Zettler Alfons: Die Reichenauer
Mönchsgemeinschaft
und ihr Totengedenken im frühen Mittelalter. Jan Thorbecke Verlag
Sigmaringen 1998 Seite 436,438,448 -
Schmid Karl: Gebetsgedenken
und adliges Selbstverständnis im Mittelalter. Ausgewählte
Beiträge,
Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1983, Seite 138,170,409,412 - Schneidmüller
Bernd/Weinfurter Stefan (Hrsg.): Ottonische Neuanfänge.
Symposium
zur Ausstellung "Otto der Große, Magdeburg und Europa" Verlag
Philipp
von Zabern Mainz 2001 Seite 272 - Schnith Karl: Frauen des
Mittelalters
in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 22 - Schnith
Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den
Karolingern
zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 129,142 -
Schwennicke
Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio
Klostermann
GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 8,10 - Thiele, Andreas:
Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I,
Teilband
1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 10 - Wenskus
Reinhard: Sächsischer Stammesadel und
fränkischer
Reichsadel. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1976 Seite
144,145 - Wies, Ernst W.: Otto der
Große,
Bechtle Esslingen 1989, Seite 118,139 - Wolf Armin: Wer war
Kuno
von Öhningen? Überlegungen zum Herzogtum Konrads von Schwaben
(† 997) und zur Königswahl vom Jahre 1002. in
Deutsches Archiv
für
Erforschung des Mittelalters Band 36, 1980 Seite 25-83 - Wolf
Armin:
Zur Königswahl Heinrichs II. im Jahre 1002. Verwandtschaftliche
Bedingungen
des Königswahlrechts. in: Genealogisches Jahrbuch Band 42 Verlag
Degener
& Co. Neustadt a.d.Aisch 2002, Seite 46,55,58,60,61,67,69,71-74 - Zotz, Thomas: Der Breisgau und
das
alemannische
Herzogtum (Vorträge und Forschungen, Sonderband 15), Sigmaringen
1974
Seite 252 --